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Gedicht

Vor Eeeeewigkeiten gabs hier ja FAS hauptsaechlich nur auf der Mainpage und ich glaub da gabs mal einen Wettkampf (ne Art Poetry-Slam oder Battle-Reimen), oder vielleicht wars auch nur ein Aufruf.

Jedenfalls hab ich damals mal was eingesendet, hab aber nie wieder was gehört.

Oha.
Also erstens:
Das Gedicht ist der Hammer.

Und zweitens:
Ich werd mal nachforschen.
 
Sehr schönes Gedicht, hat mir gefallen.

Würd da vllt n paar Wörter ändern, das Bein in Tristram könnte zB von Wirret sein, das würde zu D2 passen.
 
Habsch noch gar nich gesehn, da will ich auch ma^^
Im Grunde gefallen mir vor allem die Sachen vom Weltmeister recht gut.


Villeroy & Boch

Wenn die Tinktur der Nacht sich über das Abendrot ergiesst
der rote Fluss ewiger Sehnsucht durch die Welt fliesst
alles färbt
und nichts als Trauer und Schmerz vererbt

Wenn er versiegt
Geist und Körper siebt
was zählt, Anmut, Geld?
Willkommen in der schönen weissen Welt
 
@ ikki:
Das Gedicht ist klasse. Ich fühlte mich direkt an ein Bild von malakey erinnert.

@ enemie:
Schönes Gedicht, sehr lautmalerisch.
Mir erschließt sich die Bedeutung nicht ganz, aber das hat nichts zu sagen.
 
danke^^ im grunde bezieht sich das gedicht auf Selbstmord.
 
Sehr schönes Gedicht, hat mir gefallen.

Würd da vllt n paar Wörter ändern, das Bein in Tristram könnte zB von Wirret sein, das würde zu D2 passen.

Wirret? Genau den mein' ich doch... der hiess nicht Pippin? Wo hab ich den Namen denn hergeholt??? Man... da hat sich jetz ma einer aber voll als als LOTR-geek geoutet.

Dass änder ich gleich mal ab!!!

Und jetzt noch mal um als Besserwisser dazustehen :p : Nicht D2, sondern auf D1 war es abgezielt. Wirret der sein Bein in der Hölle verloren hat. Leoric der bekloppt wurde, und sein Sohn der vom Priester gekidnapped wurde... etc...
 
Zuletzt bearbeitet:
Villeroy & Boch

Wenn die Tinktur der Nacht sich über das Abendrot ergiesst
der rote Fluss ewiger Sehnsucht durch die Welt fliesst
alles färbt
und nichts als Trauer und Schmerz vererbt

Wenn er versiegt
Geist und Körper siebt
was zählt, Anmut, Geld?
Willkommen in der schönen weissen Welt

so, dann wollen wir mal :), eigentlich schade, dass das thema schon genannt wurde, aber ich finde das gedicht so gelungen, dass ich noch was dazu sagen muss.

bereits der titel ruft im leser ein bild hervor, das von einer farbe geprägt ist: weiß, um nicht zu sagen klinisch rein und weiß. doch nicht nur die farbe, sondern auch eine gewisse kälte wird hier zum ausdruck gebracht, auch das thema "flüssigkeit", in diesem fall noch wasser, kann damit assoziiert werden.

in der ersten strophe werden dann die themen farben, temperatur und flüssigkeit wieder aufgegriffen. zunächst die "tinktur der nacht" (v. 1), die sich über das abendrot ergießt (was für ein bild! :top:), man kann förmlich der farbverlauf von orange/rot bis dunkelblau/schwarz sehen, das abendrot bildet außerdem einen starken kontrast zum im titel angedeuteten weiß, nicht nur farblich, sondern auch von der temperatur. in v. 2 setzt sich das thema "flüssigkeit" fort, hier ist vom "roten fluss ewiger sehnsucht" die rede, was recht unzweifelhaft eine metapher für blut ist, wenn nicht sogar für den menschen selbst, der sehnsüchtig/suchend (?) durch die welt fließt.
im dritten vers wird dann klar, dass es sich um blut handelt, denn der rote fluss "färbt" alles, auch das "villeroy & boch weiß" des titels. führt man die vorstellung, dass blut in ein waschbecken oder eine badewann fließt, wird zum einen das thema deutlich, zum anderen wird hier gleich mit zwei kontrasten gespielt: 1. die temperatur (warmes blut auf kaltem grund) und 2. die farbe (dunkles blut auf hellem grund). außerdem wird hier ein anderer gegensatz deutlich: leben und tod bzw. lebendig und tot. das blut, (körper)warm und rot steht dem kalten, leblosen weiß von villeroy und boch gegenüber.
der letzte vers der ersten strophe bietet demnach auch zwei lesarten: 1. alles leiden kommt durch leben (blut = leben -> vererbt schmerz und trauer) 2. blutvergießen im wörtlichsten sinne verursacht schmerz und trauer bei angehörigen und freunden.

die zweite strophe hat stark barocke züge, insbesondere der barocke vanitas-gedanke wird hier deutlich: alles ist vergänglich, alle schönheit und aller reichtum sind unnütz, sobald, um es in den worten des gedichts zu sagen, der "rote fluss ewiger sehnsucht [...] versiebt".

abgeschlossen wird das gedicht dann noch durch eine stark ironische aussage, wobei es für diese diverse intertexte gibt, u.a. shakespeares "the tempest", zolas "germinal", kiplings "the gods of the copybook headings" oder huxleys roman "brave new world". alternativ kommen natürlich auch modernere bearbeitungen in betracht, da möchte ich mich nicht zu weit aus dem fenster lehnen.

alles in allem ein meiner meinung nach sehr gelungenes gedicht, mal schauen ob ich noch zeit für die anderen finde.
 
gute analyse, aber zu analytisch meiner meinung nach :D

nee, im ernst, is echt gut, wie du das auseinandergepflüvkz hast.
ich persönlich steh nich so auf interpretationen (wahrscheinlich determiniert durch meine lehrer in der 9-11), aber trotzdem is das ganze logisch und schlüssig (ebenso wie meine interpretationen früher, aber ich hab halt nie ne meinung von den lehrern getroffen).

ich freu mich schon irgendwie auf ne interpretation meiner sachen, auch enn ich nich von allen 100% überzeugt bin.
 
jup, da haben wir wieder das "klassische" lehrerproblem. es is z.t. leider immer noch vorherrschend, dass der lehrer eine meinung hat und sich dann auch nicht von noch so guten argumenten überzeugen lässt, dass die eigene lesart ebenso berechtigt ist.
und genau das ist das schlimme, denn jede lesart hat ihre berechtigung, wenn man sie sinnvoll begründen kann. da muss ich meinem englischlehrer danken, der meinte: sie können interpretieren, wie sie wollen, sie müssen es nur am text belegen können. und mein deutschlehrer, der eine etwas andere deutung von mephistopheles in faust durchaus zugelassen hat (im gegensatz zur fachbetreuerin, mit der ich danach mal kurz drüber gesprochen hab).
es kommt einfach zu oft ein kategorisches nein, und diskutieren hilft auch nimmer.

außerdem stand irgendwo auf der ersten seite der satz "was der autor damit gemeint hat". kompletter schwachsinn aus moderner literaturwissenschaftlicher sicht. der autor meint nicht, er drückt sich aus und wir können schauen, was das für uns bedeutet, ein text hat nunmal auch lücken, die der leser selbst füllen muss. dadurch bekommt ein guter text unglaublich viele lesarten, es gibt immer verschiedene textebenen, auf die der leser bzw. interpretierende aufmerksam machen kann (zu einem werk von kafka, weiß leider nicht mehr welches, gibt es über 50 verschiedene interpretationen, die alle ihre berechtigung haben).

es sollte im schulunterricht deshalb mehr darum gehen, ein interesse an texten zu wecken und auch den spaß aufzuzeigen, den man mit einer interpretation haben kann (hab z.b. letztens mit ner kommilitonin ein isländisches kinderbuch auf eine extrem andere weise [geschichte eine verwahrlosten drogenabhängigen] interpretiert, alles mit dem text belegt. dass ich das nicht ernst meine, is ne andere sache ;)).
schließlich is ne textinterpretation keine mathe- oder physikaufgabe, bei der der lehrer das einzig mögliche ergebnis schon kennt, ein bisschen mehr offenheit wäre sehr schön. bei manchen lehrern kann man das sogar schon sehen, und das macht hoffnung! :D

ansonsten muss ich mal sehen, wann ich dazu komme, die anderen zu interpretieren.

und: "auch [w]enn ich nich von allen 100% überzeugt bin. "

musst du auch nicht sein, du hast den text geschrieben und wolltest etwas damit ausdrücken. ich lese den text und verstehe ihn wahrscheinlich anders, aber ich hab trotzdem meine freude dran (und du auch, wenn du dir dann denkst, wie seltsam doch was bei nem anderen ankommen kann ;)) und gebe dem text in meiner welt eine gewisse bedeutung. und das allein is doch schon schön für jeden autor.

wenn ich lustig bin such ich auch mal meine gedichte raus, hab aber seit gut 2 jahren nichts mehr geschrieben.

und danke für das lob :)
 
ich bin mir nicht sicher ob man es als Gedicht sehen kann, aber ein anderer Thread dafür viel mir nicht ein, ich bitte also um Verzeihung:)
Ist im Rahmen des Deutschunterichtes entstanden und das Werk von einem Kollegen und mir. Mein Kollege hat das seinem Bruder mal mitgegeben und sein Relilehrer wollte gleich ne Kopie davon :ugly:

Ich in Mir

Wer bin ich?
Jedes Mal stelle ich mir diese Frage
Jedes Mal finde ich keine Antwort darauf.
Jedes Mal denk ich darüber nach, ob ich diese Frage jemals beantworten kann.
Ich trage einen Namen und doch wesis ich nicht wer ich bin.

Namen, Rang, Titel all Das ist von großer Bedeutung, aber für mich ist es nichts.
Welcher Platz ist mir in dieser Welt vorbestimmt, welche Rolle spiele ich?

Meine Gedanken fließen wie ein Fluss unhaltbar.
Meine Gefühle rasend wie ein Strom.
Mein Verstand ist verworren.
Meine Sinne schwinden.

Ich bin müde, jeder Gedanke fällt mir schwerer.
Meine Gedanken bleiben stehen.
Meine Gefühle verebben.
Mein Verstand ist gebrochen.

Alles ist schwarz.
Ich wache auf,
öffne meine Augen und sehe wer ich bin.
Sitze neben den anderen und bin doch nur eine Puppe.
 
Also vom Stil her würd ich das als Slam Gedicht klassifizieren. Ja, Slam-Texte sind hier auch erwünscht.

Ich finds klasse, wie dieses Gedicht den Widerspruch zwischen Leere und Anspruch an ein erfülltes Leben und eine Bedeutung darstellt.

€: PU @ 254
Was bin ich hässlich geworden.
 
Soo, ich hab mal wieder n bisschen was geschrieben
(btw, es ist das erste Gedicht, das ich nicht erst auf Papier geschrieben habe)


Erlösung

Der Kopf ist zerrissen
die Gedanken fliegen
sie zogen mich zu Boden
wo ich zerschmettert liege

Das Herz ist gebrochen
das Blut fliesst hinfort
ich fühl mich geborgen
an einem anderen Ort

Die Hände sind gefesselt
die Beine nur nutzlos
es gibt einen anderen Raum
hier bin ich schutzlos

Die Erlösung ist nahe
ich kann sie fast spüren
diese eine Sache
ich muss sie berühren

Die Erlösung ist fern
ich kann sie noch sehen
all diese Gefühle
ich will sie verstehen

Die Erlösung ist klar
ich muss es jetzt wissen
Deine Lippen
ich muss sie bald küssen
 
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