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Daten auf Festplatte - Komplett löschen

Shoto-Kan

Guest
Ich habe da mal 2 Fragen:

1. Wenn ich eine Datei von einem USB Stick öffne, bearbeite und wieder auf dem USB speicher, wird dann irgendwo auf der Festplatte diese Datei abgespeichert? (Ich will die Datei nirgends wo auf der Festplatte haben)

2. Mit welchem Programm kann ich die Dateien entfernen, die ich KOMPLETT von der Festplatte löschen will?
 
1. Normalerweise nicht. Höchstens unter dem Ordner "Recent", wo die zuletzt geöffneten Dateien aufgelistet werden, allerdings nur als Verknüpfung.

2. Dateien dauerhaft löschen

Gruss Silencer23
 
ein programm das wirklich genial und sicher daten löscht kommt von O&O


Normalerweise bringen die nur demos raus und wenn muss mans kaufen, aber O&O hat eine kostenlose Software rausgebracht, das Safe Erase heißt...

In SternTV gabs mal einen Artikel dazu, der sehr interessant war...

Nähere Infos findest Du dazu hier :read:

http://www.stern.de/tv/sterntv/: Kostenlos-TV-Zuschauer -/602300.html?q=safe erase


Ich nutze das Programm schon seit geraumer Zeit, ist einfach genial... :)

Zudem ists wie gesagt free, man hat einige Funktionen!! Aber es
ist meines wissens nah nicht updatefähig, was auch nicht schlimm ist, das
es seine Aufgaben sehr gut löst...

Daher uneingeschränkte Empfehlung, für mich eines der besten Tools!
 
Je nachdem was es für eine Datei bzw. Dateiformat ist und je nachdem was diese Datei "macht" fällt die Antwort aus... ^^

"Normale" Bilder, Officedateien (*.xls, *.doc, etc.), usw. werden unter Start -> Dokumente angezeigt, wie alles, worauf man "zugegriffen" hat, das kann aber auch dort oder über die Eigenschaften der Taskleiste gelöscht werden., das wäre dann das oben angesprochene "Recent".

Musikdateien, Filme, etc. werden oft noch, je nach Einstellungen, in den Playlists gespeichert bzw. sogar "kopiert".

Ausführende Dateien können nahezu alles machen und je nachdem wird man da sich schwertun etwas zu finden was man löschen kann.

Da gibt es noch einiges anderes, aber bei der "pssssssssssssssst, wolle ein A kaufen... ?"-Geheimniskrämerei-Fragestellung habe ich da echt Bedenken das da was vernünftiges bei im Sinn steht^^
 
1. Normalerweise nicht. Höchstens unter dem Ordner "Recent", wo die zuletzt geöffneten Dateien aufgelistet werden, allerdings nur als Verknüpfung.

Möglicherweise legt das Programm, mit dem du die Datei bearbeitest auch eine temporäre Datei an, die nach dem Beenden des Programm nicht gelöscht wird sonder in C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzername>\Temp verbleibt.
 
Shoto-Kan schrieb:
1. Wenn ich eine Datei von einem USB Stick öffne, bearbeite und wieder auf dem USB speicher, wird dann irgendwo auf der Festplatte diese Datei abgespeichert? (Ich will die Datei nirgends wo auf der Festplatte haben)

BladeStorm hat recht, viele Programme erstellen komplette oder teilweise Kopien von geöffneten Dateien. Wie das einzelne Programm dabei vorgeht ist unterschiedlich. Word erzeugt z.B. immer eine Kopie der aktuellen Datei im gleichen Ordner wie das Original, was passiert, wenn dort aber keine Schreibrechte für neue Dateien existieren weiß ich allerdings nicht. Ansonsten wandern Kopien häufig in den Ordner "Dokumente und Einstellungen\(Current User)\Lokale Einstellungen\temp".

Zu verhindern, inwiefern Dateien keine Spuren hinterlassen dürfen, hängt vom Grad deiner Paranoia ab.
Beispiel: Die bearbeiten Daten liegen auf jedem Fall im RAM, RAM wird bei Bedarf vom OS in die Auslagerungsdatei auf der Platte geschoben, und dort kann diese noch eventuell lange bleiben. Temporäre Kopien die Programme erzeugen werden zwar gelöscht, allerdings nur in den MFTs der Dateisysteme. Physisch bleiben sie erstmal auf der Platte zurück.

Im Extremfall, bleibt dir nur die Möglichkeit z.B. ein Live-Linux von CD zu starten und die Festplatte im Fremdrechner erst gar nicht zu mounten. Oder du vertraust darauf, dass der Benutzer der Fremdrechners nicht willens, bzw. in der Lage ist die immer vorhandenen Spuren zu identifizieren.
 
Okay... ums nochmal ganz genau zu definieren, wie sich Daten auf der Festplatte speichern... zunächst einmal würde ich mir da nich sooo die Gedanken machen... wenn man z.B. Proggs wie CCleaner benutzt und die "sichere methode" auswählt, werden ansich schooon alle Daten, die nicht mehr verwendet werden, gelöscht.... CC benutzt da den NSA-Code für 7faches löschen... das ist mal an und für sich ausreichend...


wenn Du aber WIRKLICH sicher sein willst, das kein Furz an Restdaten auf der Festplatte verweilen, geht das nicht mit einfachen Löschprogrammen... :read: dazu bedarf es eben nunmal spezieller Software, die diese Daten ausliest und restlos mit speziellen Algorithemn löscht und überschreibt, bzw. shreddert... :)


Nun hab ich mal nachgesehen und in der FAQ zu Safe Erase von O&O steht nun folgendes... :)

Ich hoffe nun, das ich Euch mit diesem etwas längerem Textbeitrag net gleich völlig erschlage... aber ich finde das schon aufschlußreich und sollte alle übrigen Fragen, die teilweise schon erwähnt/beantwortet wurden restlos beantworten... :read:


Wie gesagt, SE von O&O ist eine solche Spezialsoftware, die diese Fragmente erkennen und shreddern kann, diese Löschmethode wird hier so benannt:

Freien Speicherplatz löschen


So, und nun mal eben der Text-Beitrag aus der FAQ:

Wie werden Daten gespeichert


Bevor man Daten richtig löschen kann, muss man zunächst wissen, wo sich diese Daten überhaupt befinden. Denn oft ist es nicht nur die eigentliche Datei, die gelöscht werden muss.

Beim Kopieren, Verschieben und Komprimieren von Dateien bleibt die ursprüngliche Version der Datei erhalten. Mit Vorsicht sind auch sog. Versionierungssysteme zu genießen, bei denen explizit alte Versionen von Dateien aufgehoben werden, um sie später z.B. für Vergleiche und Wiederherstellungen zu nutzen. Insbesondere ist an dieser Stelle auf das Windows 2003 Server-Betriebssystem mit seinen neuen Schattenkopien hinzuweisen.

Diese sollen den Benutzer vor dem versehentlichen Ändern oder Löschen von Dateien auf dem Server bewahren. Deshalb werden Änderungen an den Dateien in speziellen Speicherbereichen der Festplatte aufbewahrt, um so alte Versionen wiederherstellen zu können. Insofern ist auch hier das Löschen dieser (Schatten-)Dateien notwendig, um die Daten vollständig zu vernichten.

Aber auch Windows selbst erstellt Kopien der Daten: temporäre Dateien beinhalten Zwischenversionen der eigentlichen Datei und in der Auslagerungsdatei werden Speicherbereiche, die nicht mehr in den Hauptspeicher passen, aufbewahrt, um später wieder in den Hauptspeicher geladen zu werden.

Temporäre Dateien werden zwar in der Regel beim Beenden des zugehörigen Programms gelöscht, aber auch hier ist das Löschen wieder nur das Freigeben des Speicherplatzes auf der Festplatte, so dass sich auch diese Daten rekonstruieren lassen.




Versteckte Datenspeicher

Daten verbergen sich aber auch noch an einigen anderen Stellen, auf die man als Benutzer normalerweise keinen Zugriff hat. Eines dieser Probleme stellen die sog. Cluster dar.

Jede Festplatte wird beim Formatieren in Zuordnungseinheiten (Blöcke) unterteilt. Sie sind die kleinste Einheit einer Festplatte, die von dem Betriebssystem verwendet werden kann. Bei den heutigen Größen von Festplatten im zweistelligen Gigabyte-Bereich sind Zuordnungseinheiten mit einer Größe von 64 KB keine Seltenheit mehr. Für das Betriebssystem bedeutet dies, dass selbst wenn eine Datei nur 12 KB groß ist, sie dennoch einen Speicherbereich von 64 KB belegt. Der Rest dieses Blocks bleibt ungenutzt.


Normalerweise ist dies nicht problematisch, aber Speicherbereiche werden auch wieder frei gegeben und mit anderen Daten überschrieben. Stellen wir uns nun vor, eine Datei hätte die Größe von 62 KB und belegt damit einen Block. Diese Datei wird nun gelöscht, die Daten bleiben also erhalten, nur der Verzeichniseintrag verschwindet. In diesen Block wird nun eine neue Datei geschrieben.

Diese sei für unser Beispiel nur 10 KB groß. Somit werden auch nur die ersten 10 KB des Blocks überschrieben, der Rest der alten Datei von immerhin 52 KB bleibt erhalten. Dieses Beispiel lässt sich natürlich auf jede beliebige Datei übertragen, denn größere Dateien werden in Blöcke aufgeteilt, so dass der letzte Block in der Regel nicht vollständig belegt wird. Diese Datenfragmente werden als Cluster Tips bezeichnet. Das Problem hierbei ist, dass man an diese Fragmente nicht mehr herankommt, da der Block ja als zu einer existierenden Datei gehörig markiert ist. Nur mit Hilfe spezieller Löschprogramme können diese Bereiche gelöscht werden.

Diese Verfahren werden als Wiping (Verwischen) bezeichnet.


Daten „zwischen den Zeilen“

Das Speichern der Daten auf einer Festplatte erfolgt durch die Magnetisierung kleinster Eisenpartikel, die entsprechend ihrer Ausrichtung den Wert 0 oder 1 liefern.

Diese Partikel sind auf der Oberfläche der Platten aufgetragen und werden in Spuren unterteilt, so dass der Kopf der Festplatte die Daten lesen und schreiben kann. Daten werden aber nicht nur in der Hauptspur der Festplatte, sondern auch in deren Rändern geschrieben, d.h. diese Nebenspuren enthalten die Daten ebenfalls. Normalerweise ist es nicht problematisch, da die Festplatte beim Lesen dieses „Rauschen“ herausfiltert.

Für den potentiellen Angreifer sind diese Nebenspuren jedoch geeignet, die Daten wiederherzustellen. Früher wurden hierzu einfache Verfahren wie eine minimale Dejustierung der Festplattenköpfe verwendet. Heutzutage sind diese Nebenspuren aufgrund der höheren Speicherdichte schwieriger zu erreichen. Dafür ist ein erheblicher technischer und finanzieller Aufwand und sehr detailliertes Wissen notwendig, so dass vermutlich nur sehr gut ausgestattete Datenrettungsunternehmen oder auch Geheimdienste dazu in der Lage sind.




Löschen von Daten

Löschen ist nicht gleich Löschen.

So löscht beispielsweise das Verschieben von Dateien in den Windows-Papierkorb und dessen anschließende Leerung die Daten nicht wirklich von der Festplatte. Vielmehr wird nur der Verzeichniseintrag entfernt, die eigentlichen Daten bleiben weiterhin auf der Festplatte und können somit rekonstruiert werden. Auch das Formatieren von Partitionen und selbst eine Low-Level-Formatierung auf BIOS-Ebene sind keine sichere Löschung, da Daten – wenn auch mit mehr Aufwand – immer noch rekonstruiert werden können.


Ein- oder zweimaliges Überschreiben kann durch einen Fehlerfilter ausgeglichen werden und frühere Daten können wieder „zum Vorschein“ gebracht werden.

Dabei bedient man sich des physikalischen Effekts, dass die Nullen und Einsen auf der Festplatte durch analoge Signale dargestellt werden.

Diese entsprechen aber nie vollständig einer 0 oder 1, sondern werden durch Verrauschen zu 0,05 oder 1,05. Die Hardware gleicht diese Fehler durch Toleranzgrenzen aus, so dass eine 1 als 0,95 oder auch als 1,05 gespeichert sein kann.

Aus diesen Schwankungen kann man mittels einer Mikroanalyse des analogen Datensignals und einer Differenz zum zugehörigen Digitalsignal Rückschlüsse auf die vorherigen Datenwerte ziehen. Denn wird eine 0 durch eine 0 überschrieben, so ergibt dies eine andere Feldstärke als wenn eine 0 durch eine 1 überschrieben wird. Dieses Verfahren ist zwar technisch aufwendig und auch nicht ganz billig, es zeigt aber, dass das bloße Überschreiben der Daten sie nicht auslöscht.

Deshalb verwenden die gebräuchlichen Löschverfahren auch immer eine Kombination aus einem Datenwert und dessen Komplement, um das geschilderte Differenzverfahren unbrauchbar zu machen.



Habe die Texte mal farblich markiert, damit man sie besser unterscheiden kann... :)


So, und noch etwas zum Schluß:

Folgende Optionen hat man bei O&O SE:

Höchste Sicherheit (35 Durchläufe)

Die Methode, die Ihnen die höchste Sicherheit bietet, basiert auf einem Verfahren, das von Peter Gutmann im Artikel „Secure Deletion of Data from Magnetic and Solid-State Memory“ beschrieben wurde. Die gelöschten Daten werden in 35 definierten Durchläufen überschrieben, die für erhöhte Sicherheit in zufälliger Reihenfolge ausgewählt werden.


die wohl beste Löschmethode derzeit ...

ansonsten gibt es noch folgende:

Hohe Sicherheit (7 Durchläufe)

'National Industrial Security Program Operating Manual', NISPOM der DoD vom Januar 1995. Bei dieser Variante, die 7 Durchläufe ausführt, (DoD 5220.22-M ECE) werden die Daten zunächst mit den 3 Durchläufen des DoD 5220.22-M (E) Standards überschrieben, danach mit einem Zufallswert, anschließend erneut durch DoD 5220.22-M (E).

Mittlere Sicherheit (6 Durchläufe)

BSI IT Baseline Protection Manual

Niedrige Sicherheit (3 Durchläufe)

National Industrial Security Program Operating Manual“, NISPOM (US DoD 5220.22-M)

Niedrigste Sicherheit (1 Durchlauf)

Die Daten werden mit Zufallsdaten überschrieben, in nur einem Durchlauf




Und letztendlich folgende Optionen zum löschen:

- Dateien/Verzeichnisse löschen
- Freien Speicherplatz löschen (wie oben bereits erwähnt)
- Festplatten/Partitionen löschen



schöne Grüße

Orthegha



€dit2:

ich glaube daraus könnte ich/man eine FAQ fürs Forum machen, wobei ja bereits fast alles hier drinsteht... man müsste nur noch den Rest etwas ausführlicher machen/gestalten, ich glaub, dat wäre mal was... mal sehen, viell. heute abend :)
 
Ui, danke für die tollen Antworten.

Ich möchte noch folgendes dazu anmerken:

es ist eine Excel-tabelle, die ich auf einem USB Stick habe. diese soll nur da gespeichert bleiben. alle "kopien", die excel auf C unbewusst ablegt, sollen in "vernichtet" werden.
 
Falls die Excel-Tabelle nicht mit Makros und Spezialfunktionen überladen ist, kann die portable Version von OpenOffice interessant seien. (Link)

Dann startest du ein Office direkt vom USB-Stick mit einem deutlich geringeren Risiko, dass die Datei irgendwo verbleibt, wo sie nicht hingehört.

Um es zu wiederholen. Absolute Sicherheit wirst du am einfachsten mit einem von CD bootendem Betriebsystem erhalten, bei dem die lokale Festplatte nicht angerührt wird.
 
Du darfst aber auch net vergessen zu erwähnen, dass unter Word in Optionen
das automat. speichern im Hintergrund deaktiviert sein muss (also Häkchen raus) ;)

Man sollte generell die Einstellungen unter Word überprüfen, da einiges
standardmäßig unsinnigerweise aktiviert ist... :read:
 
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