Der WAHRE Zisar
Guest
Hallo ihr Soehne des Satans, Ihr kennt die Story von den Verlorenen Kapiteln schon, naemlich, das sie FEHLEN ( alles nachzulesen im Threas Neulich in der Hoelle Ii)
Nachdem Ich meinem Kumpel auf einem Spieß durchs Feuer tanzen lies, fing er doch tatsaechlich an zu schreiben, er ueberrascht mich immer wieder mit seinem Tempo, und ich kenn ihn schon seit ich 5 bin (!!!!). Am Ende ( er sah ziemlich elend aus) nahm ich ihm ein bisschem arbeit ab und wir schrieben die Story zusammen.
Bitte sehr,
Hier habt ihr sie, die Kapitel
euer unbegabter Autor
Zisard
KAPITEL 2 - Gelandet!
Wer an diesem schicksalhaften Abend aufmerksam die Fernsehnachrichten verfolgt oder die Abendzeitung gelesen hat, der hat vermutlich auch den Bericht über die erneuten Aktivitäten des Etna bemerkt. Ein Augenzeuge behauptet, er habe fünf Feuerbälle aus dem inneren des Vulkans aufsteigen sehen, die dann mit Getöse am Horizont verschwunden sind. Natürlich glaubt dem Mann keine Sau. Und das ist gut so.
2 Tage später...
Wir haben uns im Abwassersystem versteckt. Dort ist es dunkel und es stinkt - fast wie zu Hause. Aber es ist eisig! Ich wußte gar nicht mehr wie kalt es auf der Erde sein kann. Wir haben uns alle mit frischen Fäkalien eingerieben damit uns etwas wärmer wird. Nur Azrael scheint das nichts auszumachen. Er steht stumm in der Ecke und rührt sich nicht. Langsam erinnert er mich an einen Kleiderständer. Belial haben wir auf eine Erkundungstour durch die Kanäle geschickt. Wir warten auf seine Rückkehr. Astarod läuft nervös im Kreis herum. Seine gewaltigen Füße, hinterlassen tiefe Abdrücke in der Scheiße die hier überall rumliegt. In regelmäßigen Abständen haut er sich dabei die Birne an der Decke an. Er ist halt viel zu groß für die niedrigen Gänge.
BAPHOMET: Uah! Kannst du ein Feuerchen zaubern, Astarod? Ich frier’ bis auf die Knochen! (Ha, ha)
ASTAROD: Nee. Nur blaues Höllenfeuer. Und das ist bekanntlich kalt!
BAPHOMET: Toll. Und sowas schimpft sich Erzteufel.
ASTAROD (böse): Vielleicht wird’s dir wärmer wenn ich dich in Azraels Arsch schiebe!
AZRAEL: ...
ICH: Gebt ruh! Ich muß mich konzentrieren!
Ich versuch’ gerade meine Gestalt in eine humane Form zu bringen. Mit meinen langen Zähnen, dem Horn auf meinem Kopf und der feuerroten Haut sollte ich mich lieber nicht der Öffentlichkeit präsentieren. Ich muß mich ganz schön konzentrieren. Hab’ ich lang’ nicht mehr gemacht. Gar nicht so einfach! Nach einiger Zeit gelingt es mir aber doch. So, fertig.
HASI (entsetzt): Um Satans Willen, wie siehst du denn aus!
ICH: Warum?
HASI: Du bist ja wohl absolut nicht mehr Up-to-date! Schwarzer Umhang. Wildlederhose und Samthemd. Und dieser Spitzbart! Das ist ja schrecklich.
ICH (beleidigt): Zu meiner Zeit war das ”In”.
HASI: Vergiß es! Hier, so muß man heute aussehen!
Hasi, den wir inzwischen wieder halbwegs zusammengeflickt haben, kramt ein vergilbtes Bild von Jimmy Hendrix hervor und hält es mir unter die Nase.
HASI: Afro-look! Das is’ cool!
ICH: Du spinnst doch!
HASI (auf meinen Umhang deutend): Aber wenn du SO auf die Straße gehst, kann es passieren, daß sie dich einsperren!
ICH (auf des Bild zeigend): Und wenn ich SO nach oben geh’, erschießen sie mich gleich, weil sie mich für einen entlaufenen Gorilla halten!!
ASTAROD (brüllend): Jetzt hört mal zu, ihr Blödmänner! Es ist mir scheißegal wie Boni da rauf geht. Meinetwegen steckt er sich ‘ne Feder in den Arsch und geht als Thomas Anders, der schwule Gockel. Aber mir frieren hier unten schön langsam die Klöten ein, und wenn ihr nicht in 3 Sekunden Eure vergammelten Kadaver nach oben geschafft habt reiß ich euch die Ohren ab und benütze sie als Eierwärmer, klar!
HASI: Du hörst dich schon an wie der Alte.
ICH: Wer ist Thomas Anders?
BAPHOMET: Eierwärmer. Ha! Der war gut!
ASTAROD (verzweifelt): Ahh! Ich halt’s nich’ aus! Lauter Vollidioten! Azrael, sag’ du doch auch mal was!
AZRAEL:...
BAPHOMET (boshaft): Ja, Azrael! Sag was! Oder Sing was! Wie wär’s mit ”The silent man”, Wahahah!! Oder bist du auf den Mund gefallen? Oh, ich vergaß, du hast ja gar keinen! Hahaha!
AZRAEL:...
HASI: Ich könnt’ was singen! ‘Hey, Joe... heard you shot your woman down... yeah!’
ASTAROD: ...schluchz...
Habt ihr schon mal einen Erzteufel weinen sehen? Ich bisher auch noch nicht! Sieht irgendwie niedlich aus.
HASI: Was hat er denn?
BAPHOMET: Vielleicht’n Hörsturtz?
ICH: Willst’e ‘n Taschentuch?
Er will keins. Und der seltsam starre Blick in seinen Augen zeigt mir, daß es wohl besser wäre ihn erstmal in Ruhe zu lassen. Wahrscheinlich denkt er sich schon ein paar Foltermethoden für uns aus wenn wir wieder zu Hause sind. Falls wir jemals wieder nach Hause kommen!
ICH: Und was soll’n wir jetz’ machen?
BAPHOMET: Is’ doch ganz einfach, du Träne! Du wartest bis es dunkel ist, dann sieht dich sowieso Keiner! Du besorgst dir ein paar neue Klamotten die nich’ auffallen und kommst wieder her. Da fällt mir ein, du könntest ein paar Decken und so’n Zeugs mitnehmen. Mich nervt das andauernde Geklapper meiner Zähne!
ICH: Toll! Ich, Mephisto, der sich in jede beliebige Gestalt verwandeln kann, muß sich Klamotten kaufen wie jeder gewöhnliche Sterbliche auch! Wie Stillos.
BAPHOMET (keck): Wer sagt denn, daß du sie kaufen sollst! Überfall’ einen blinden Penner oder ‘nen alten Opa.
ICH: Wie entwürdigend!
BAPHOMET (kichernd): Ja, aber höllisch gemein! Hi, hi!
HASI: Ich will auch mit nach oben! Ich war seit 30 Jahren nicht mehr an der frischen Luft. Bitte, bitte, laß mich mitgehen!
ICH: Und bitte wie soll ich den Leuten da oben klar machen, warum ich ständig einen quasselnden Haufen Gedärme mit mir herumschleppe?!
HASI: Du mußt mich nicht tragen! Ein halbes Bein ist schon wieder nachgewachsen und mit der Rechten Hand kann ich sogar schon wieder Nasenbohren!
ICH: Nein!
HASI: Ich kann ganz von alleine kriechen, ehrlich!
ICH (ärgerlich): Oh! Das ist natürlich was anderes. Das fällt sicher auch garnicht auf, wenn ein blutverschmierter Zombie-Kobold hinter mir herkriecht.
Hasi fällt auf seine nichtvorhandenen Knie und guckt mich aus traurigen Augen an.
HASI (flehend): Biiiitteeee!
Jetzt tut er mir fast leid, der Hasi. Ich kann einfach keine Leiche weinen sehen.
ICH: Na gut. Aber erst wieder wenn du wieder völlig zusammengewachsen bist! Und wenn Belial von seiner Erkundungstour zurück ist.
HASI: Danke, danke, danke!!!
BAPHOMET: Hast dich wieder breitschlagen lassen was, he,he!
ICH: Wenn hier einer breitgeschlagen ist, dann der Hasi!
Baphomet und Ich kichern boshaft. Ich verstumme jedoch schlagartig als mich eine eiskalte Pranke von hinten an der Schulter packt und grob herumreißt. Ich glotze in die blitzenden Augen von Azrael.
BAPHOMET (kichernd): Hey, Azzi. Was’n das für ‘ne schwule Anmache!? Hä,hä!
Azrael legt einen Finger auf seine nichtvorhandenen Lippen und deutet dann in einen der Abwasserschächte! Ein heiseres Flüstern weht mir aus dem finsteren Loch entgegen.
ICH (frierend): Ist da jemand?
BAPHOMET: Wahrscheinlich die Katzen, die Hasi mit seinem furchtbaren Gejohle angelockt hat!!! Har, har!
Ich hätte eigentlich gelacht, aber die eisige Klaue Azraels umschloß immer noch meine Schulter. Boa, kalt! Der is’ so cool, der kackt bestimmt Eiswürfel.
ICH: Sag mal, Alter. Wie hältst du das aus? Du bist schweinskalt. Säufst du Frostschutzmittel oder so’n Zeug?
Azrael gibt wie immer keine Antwort. Er zuckt nur mit den Schultern und läßt mich dann los.
ASTAROD (hat sich inzwischen beruhigt): Halt mal ‘s Maul Boni! Ich glaub’ da is’ tatsächlich jemand!
Die Geräusche sind lauter geworden. Hört sich an wie hecheln. Ich rufe lauthals in den finsteren Gang hinein.
ICH : Belial! Bist du das !?
ASTAROD (ärgerlich): Was fällt dir ein so rumzuplärren!
Ein seltsam blökender Laut kommt aus dem Schacht, gefolgt von einem gequältem Stöhnen. Klingt ganz schön unheimlich. Wenn ich nich’ schon tot wär’, hät’ ich ,glaub’ ich, ganz schön Angst. Hasi guckt mit großen Augen abwechselnd zu mir und dann wieder zu Astarod.
HASI (flüsternd): Was is’ das?
BAPHOMET: Hörte sich an wie’n Schaf.
Astarods Augen verengen sich zu Schlitzen und er macht einen entschlossenen Schritt in Richtung Schacht. Wieder ist ein dumpfes Blöken zu vernehmen. Diesmal lauter.
ASTAROD (knurrend): Was immer das ist, wir finden’s raus. Azrael! Kümmer dich drum!
Azrael schwebt wortlos (wie immer) an uns vorbei und in den Gang hinein. Dabei zieht er sein wahrhaft gigantisches Schwert.
BAPHOMET (freudig grinsend): Jetzt gibt’s endlich was zu lachen! Hoffentlich läßt Azzi mir was über. Hä! Wäre doch schade wenn er allein den ganzen Spaß hat!
Wir warten. Das Blöken ist etwas leiser geworden. Aber dafür steigert sich dieses unmenschliche Stöhnen zu einem wahren Urgeschrei. Eine johlende Stimme dröhnt aus dem Gang.
STIMME: Ahhhh, jaa, komm her du geile Sau! Ahh, Ahhh. Ja so ist’s gut. Boah!
ANDERE STIMME: Mähhh, mähähä.
Verdutzt glotzen wir uns an. Der wird doch wohl nicht...
Doch mit einem Mal ist es vorbei. Stille. Fast eine Minute passiert gar nichts. Dann plötzlich ein markerschütternder Schrei.
STIMME: AHH!!. Was zur Hölle ist DAS?
BAPHOMET: Zur Hölle? Wie recht er doch hat. Har, har.
Keine zwei Sekunden später stürmt ein nackter Mann in heller Panik aus dem Gang. Dicht gefolgt von einem schwarzen Lämchen. Als sie uns sehen ergreifen sie schreiend (und blökend) die Flucht und sind in nullkommanichts in der Dunkelheit der Kanäle verschwunden.
ASTAROD (grunzend): Abartiger Kinderficker.
ICH (kichernd): Als ob du sowas noch nie gemacht hättest!
ASTAROD (grinsend): Ein paar mal schon, aber die waren alle schon erwachsen. Außerdem bevorzuge ich lieber ein paar geile Bräute aus’m Höllenpuff!
Azrael kommt aus dem Schacht geschwebt. Sein Schwert hat er weggesteckt. Dafür hält er jetzt einen ellenlangen schwarzen Gummiphallus in der Hand. Triumphierend schwingt er seine Beute über den Kopf. Ziemlich grotesk. Dann schwebt er zu Hasi und schiebt den Schwanz mit einem unappetitlichen Knirschen in seine Leistengegend. Äußerst grotesk! Hasi guckt mit leuchtenden Augen auf sein neues Teil. Alle brüllen vor lachen! Wußte garnicht das Azrael Humor hat, der alte Eiszapfen. Nur Baphy sieht etwas enttäuscht aus der Wäsche.
BAPHOMET: Warum haste ihn nich’ in tausend Stücke gehau’n?
ICH (lachend):Was soll’s! Der hatte eh’ genug.
BAPHOMET (brüllend): Nein! Ich will BLUT sehen!!!!
ASTAROD: Genau, du Volldepp. Wir bringen ihn um und kaum is’ er tot, rennt er zu Petrus und verklickert ihm alles!
BAPHOMET (schmollend): Wäre eh’ zu uns runter gekommen!
ASTAROD: Ja, aber vorher wäre er vor’s jüngste Gericht gestellt worden. Dann hätte Petrus seine Akte gelesen. Und da steht dann drin: ‘Von Dämonen aus der Hölle zerfleischt’. Was glaubst du wie schnell wir dann die ”Weiße Macht” am Arsch hätten? Geht das nicht in deinen leeren Schädel, du unnützer Türstopper!?!
Erklärung: Weiße Macht = Geheimdienst des Vatikans. Alles Irre, die sich für den Exorzisten oder Jesus halten.
BAPHOMET: Hach, meno!
Schmollend kugelt Baphy von dannen. Hasi spielt begeistert mit seinem Gummipenis und Azrael schwebt wieder in seine Ecke und nimmt seine ‘Kleiderständer’-Haltung ein. Astarod beginnt wieder nervös auf und ab zu rennen und meine Wenigkeit ist damit beschäftigt sein Outfit der Außenwelt anzupassen. Also alles wieder beim Alten!
Es vergehen ungefähr zwei Stunden als plötzlich ein triumphierendes, irres Gelächter durch die Tunnel des Abwassersystems dröhnt. Belial! Eindeutig! Und da kommt er auch schon angerauscht. Sein loderndes Flammenschwert wirft einen unheimlichen Schein an die glitschigen Wände. Seine Augen sprühen Feuer und seine schuppige, rote Haut ist von oben bis unten mit Blut bespritzt. Stolz hält er einen menschlichen Kopf in der Hand, wirft ihn in die Luft und kickt ihn ca. 100 Meter weit durch den Gang. Platschend landet er irgendwo im Dunkeln.
Baphomet und Hasi grölen begeistert. Astarod hingegen scheint das Herz stehengeblieben zu sein. Mit finsterer Mine stiert er Belial an.
ASTAROD: Was, um Satans Willen, hast du jetzt gemacht!?!
BELIAL (gleichmütig): Fußball gespielt. Warum?
BAPHOMET(kugelt sich vor lachen): Har, har, is’ das geil!!
ASTAROD: Du...dududu... VOLLIDIOT!!! Du hast ihn umgebracht!!
BELIAL (verdutzt): Was hast’n du jetzt? Hast du mir doch selbst beigebracht!
Astarod packt Belial am Kragen, hebt ihn mit einer Hand hoch und donnert ihn gegen die Kanalwand. Belial, der gar nich’ weis wie ihm geschieht, bleibt erstmal benommen liegen.
ASTAROD: Unsere Tarnung wird auffliegen , du Gehirnmutant! Wenn Petrus das erfährt ist es aus! Wir werden alle verdammt!!
HASI (angstvoll): Oh, nein! Ich will nich’ exorziert werden!
BELIAL (stammelnd): Aber, aber ... wiwiso... ich hatte doch nur die besten Absichten! Ich..ich wollte doch nur das Lämchen vor dem Sodomisten retten...
Wie zur Antwort tönt plötzlich ein Blöken aus dem Tunnel und das schwarze Schaf kommt angelaufen. Schützend stellt es sich vor Belial und blökt trotzig in Astarods Richtung. Baphomet und mich ereilt ein spontaner Lachanfall. Astarod klatscht sich mit der flachen Hand auf die hornbewährte Stirn.
ASTAROD: Ouhhh!
Belial fletscht grinsend sein Haifischgebiß und tätschelt dem Schaf liebevoll den Kopf. Sieht abartig aus. Immerhin könnte er das Vieh mit zwei Fingern zerquetschen.
BELIAL (stolz): Ich hab’ es Luzi getauft!
Ich dachte schon, Astarod würde wieder einen Weinkrampf bekommen aber er reißt sich zusammen.
ASTAROD (gefaßt): Gut, was passiert ist, ist nun mal passiert. Schreiten wir also zur Schadensbegrenzung. Azrael! Ich brauch ‘ne Verbindung zum Alten.
Azrael schnippt lässig mit den Fingern und ein wabbelnder Kreis aus leuchtendem Nebel erschien vor ihm. Es dauert nicht lange und ich kann die Fratze des Alten darin erkennen.
SATAN (wütend): Wer stört mich beim Pokern?
ASTAROD: Wir sind’s Eure Spielsüchtigkeit! Wir haben einen Code 2. Wiederhole, wir haben einen Code 2.
SATAN: Waaas? Ich sagte doch ihr sollt da oben keinen Scheiß machen!
ASTAROD: Sorry, Eure Übellaunigkeit aber es war unvermeidbar.
Astarod wirft Belial einen bösen Blick zu.
SATAN: Nun, gut. Wer ist es?
ASTAROD: Seinen Namen wissen wir nicht. Aber er ist ein Sodomist und Belial hat ihm den Kopf abgehackt.
SATAN: Hm, das is’ wenig. Na gut, mal sehen ob ich seine Seele noch abfangen kann. Ich schicke Vertigo. HQ over!
ASTAROD: Einsatz Team 1, Over and out.
ICH: Scheiße, auch!
ASTAROD (zuversichtlich): Laß das mal den Alten machen. Keine Sorge!
So jetzt hieß es warten und hoffen...
KAPITEL 3 - Ende eines Sodomisten
Die Eingangshalle war brechend voll! Die Ausmaße des Doms waren gewaltig aber er war dennoch zu klein um die riesige Menge an Personen aufzunehmen die, als scheinbar endloser Strom, durch das Eingangstor drängten. An den 100 Meter hohen grau polierten Marmorwänden der Halle waren Lautsprecher angebracht worden, die unaufhörlich Anweisungen und Informationen ausspien. Zwischen den Menschenmassen wuselten unzählige, in graue Umhänge gehüllte, kleine Gestalten scheinbar ziellos umher und versuchten verzweifelt Ordnung in das Chaos zu bringen. Auf der anderen Seite des Doms gab es mehrere Ausgänge. Auch dort standen einige der grauen Ordner und verteilten Kärtchen an die wartenden Personen.
Vertigo, der Höllenhund, steht nervös vor einem der Ausgänge über dem ein Schild mit der Aufschrift ‘Mordopfer’ prangt. Ungeduldig tritt er von einem Bein auf das andere. Er wartet auf ein ganz bestimmtes Zeichen.
Eine bleiche Gestalt taucht vor ihm aus der Menge auf und kommt mit schlurfenden Schritten auf ihn zu.
VERTIGO: Mordopfer?
GESTALT: Nee, Herzinfarkt.
VERTIGO (enttäuscht): Zweiter Ausgang von links, bitte.
GESTALT: Danke...
Verdammt! Wieder nicht der Richtige. Drei weitere Personen drängen auf ihn zu.
VERTIGO (hoffnungsvoll): Mordopfer?
Alle drei nicken.
VERTIGO: Na, super!! Äh...äh ich meine wie traurig. Todesursache?
PERSON: La Familia hat uns in Beton gegossen.
VERTIGO: Alle drei?
PERSON: Si, senior
VERTIGO (säufzend): Hmm. Na gut. Der Ausgang hinter mir, bitte.
PERSON: Grazie, senior.
Vertigo reicht jedem eine Eintrittskarte. Dann konzentriert er sich wieder auf das Geschehen in der Halle. Es kann doch wohl nicht so schwer sein jemanden ausfindig zu machen, der von einem Dämon in zwei Hälften gehackt wurde! Er stand hier schon seit Stunden! Nichts! Keine Spur von ihm! Vielleicht hat er sich verlaufen? Kann wohl auch nicht sein. Plötzlich tippt jemand Vertigo von hinten auf die Schulter. Als er sich umdreht, kann er nur mit Mühe einen Fluch unterdrücken. Das mußte ja kommen! Hinter ihm steht Petrus.
PETRUS (mit gespielter Überraschung): Vertigo! Sowas. Du hier? Was treibt dich den aus deinem finsteren Loch?
VERTIGO: Ähäm... also. Ich mach hier nur meine Job, weißt du.
PETRUS: Hat dich Luzifer degradiert? Zu solch niederen Aufgaben warst du dir doch sonst immer zu schade!
VERTIGO (stammelnd): I..ich brauchte m..mal ‘n bißchen Abwechslung. Seelen jagen wird auf die Dauer langweilig, ähäm...
PETRUS (nachdenklich): Hm, verstehe. Und du bist nicht zufällig hier weil du etwas für deinen Herrn ausspionieren sollst? Etwas von dem ich nichts wissen soll?
Verdammt. So leicht ist Petrus nicht einzuwickeln! Ist ja nicht umsonst Chef der Himmlischen Spionageabwehr. Da hilft nur Trick 17.
VERTIGO: Ok, ok. Du hast mich durchschaut! Ich soll für meinen Boß einen neuen Leibdiener besorgen. Den alten hat Luzifer bei einem seiner Wutausbrüche zermanscht.
PETRUS: Heute werden noch genug verlorene Seelen verurteilt. Warum suchst du dir nicht eine davon aus?
VERTIGO: Du weißt doch wie ungeduldig der Alt..äh Luzifer manchmal sein kann. Wenn er was will, dann immer gleich, und auf der Stelle. (Erinnert mich an meine Freundin).
PETRUS: Du weißt aber schon, daß es gegen die Regeln ist eine Seele vor ihrer rechtskräftigen Verurteilung zu hohlen.
VERTIGO: Was glaubst du denn, warum ich mir hier schon den ganzen Tag die Beine in den Bauch steh’ und die Leute nach ihrer Todesart ausquetsche? Ich werde natürlich nur jemanden mitnehmen, der sowieso zu uns runter gekommen wäre. Außerdem kann er ja nachträglich noch eine Verhandlung beantragen.
PETRUS (stöhnend): Und der Papierkrieg der dabei wieder entsteht? Ich sehe schon die Berge von Akten vor mir. Anträge, Berufungsschreiben, Verhandlungsaufschiebungen, Verwaltungskosten, Verfahrensnachweise etc.
VERTIGO (aufmunternd) Du schaffst das schon!
PETRUS: Hm, ok. Aber ich behalte dich im Auge, Vertigo! Verstanden?
VERTIGO: Geht schon klar.
Petrus macht auf dem Absatz kehrt und verschwindet in der Menge. Puh! Das war knapp. Vielleicht doch etwas subtiler vorgehen, beim nächsten mal. Vertigo holt tief Luft und begibt sich dann wieder auf seine vergeblich scheinende Suche.
VERTIGO (zu sich selbst): Wenn ich den Typen verpaßt hab’, schlägt mir der Alte den Schädel ein! Das fehlt noch.
Kawumps!! Vertigo rennt gedankenverloren einen der grauen Ordner um. Dabei verliert er selbst das Gleichgewicht und fliegt ganz übel auf die Fresse. Vertigos Umhang zerreißt und seine, mit dolchartigen Zähnen gespickte, Höllenhundfratze kommt zum Vorschein. Andere Ordner werden aufmerksam und blicken mißtrauisch zu ihm herüber.
VERTIGO: Aua, du Vollidiot! Mein Tarnung!!
ORDNER: Himmel Arsch und Zwirn, so ‘ne verdammte Scheiße nochmal. Kannst du nich’ aufpass’n du Sohn eines arschgewixten... Vertigo?
VERTIGO: Gabriel?
Mühevoll rappeln sich die beiden auf und glotzen sich verdutzt an.
VERTIGO: Was machst’n du hier? Und warum läufst du in dieser bescheuerten Kluft rum.
GABRIEL: Das Selbe könnt’ ich dich auch fragen, Hundeschnauze!
Beide sehen sich gehetzt um und versuchen sich wieder unauffällig in ihre grauen Kutten zu hüllen.
GABRIEL: Ah, wie ich seh’ willst du auch nich’ erkannt werden!
VERTIGO: Ganz recht. Aber du bist doch ein Erzengel. Wo sind deine Flügel? Und dein Heiligenschein? Und warum versteckst du dich?
GABRIEL: Wir sind heut’ aber wieder besonders neugierig, hm?
VERTIGO: Berufsgewohnheit.
GABRIEL (heißer lachend): Das sieht dir ähnlich. Suchst wohl nach ‘ner extra Zwischenmalzeit. So ‘ne Seele am Morgen, vertreibt Hunger und Sorgen, was? Hä, hä.
VERTIGO: Äh, so in der Art, ja.
GABRIEL: Hab’ da vorhin beim Eingang so‘nen Kerl rumlungern seh’n. Genau deine Kragenweite. War schon in leckere kleine Häppchen zerteilt. Hä, hä.
VERTIGO (hellhörig): Was? Wie meinst du das?
GABRIEL: Na ja, so’n Typ halt. Trug seinen Kopf unter’m Arm. Sah witzig aus!
VERTIGO: Genau sowas such’ ich! Danke für den Tipp.
Vertigo läßt sich auf alle vier Pfoten fallen und spurtet zähnefletschend davon. Er hatte schließlich einen Auftrag zu erfüllen!!
GABRIEL (hinterher brüllend): Hey, und wenn Michael nach mir fragt, die schwule Sau, du hast mich nicht gesehen!!! Klar?!?
VERTIGO: Alles klar!
GABRIEL (etwas leiser): Hach, ist das alles aufregend. Ich hätte damals doch die Seiten wechseln sollen...
Vertigo bahnt sich beißend und knurrend einen Weg durch die Menschenmasse, wobei er auf seine Tarnung scheißt und rücksichtslos alles niedermäht was ihm in die Quere kommt. Nach kurzer Zeit erreicht er den Eingang. Und tatsächlich, da vorne steht er! Das muß er sein! Vertigo beobachtet aus den Augenwinkeln wie einige der Ordner scharfe Schwerter ziehen und auf ihn zurennen. Jetzt aber hurtig...
Das einzige was der Sodomist noch sah, war ein dunkler, verschwommener Schatten der mit unglaublicher Geschwindigkeit auf ihn zuschoß, ein silbern glänzendes Haifischgebiß und dann...Schwärze...
PETRUS: Sauerei!! Er hat eine Seele gestohlen! Haltet ihn!!
Doch Vertigo und der unglückselige ‘Schafzüchter’ waren spurlos verschwunden...
KAPITEL 4 - Das Höllenloch
Der Alte tobte.
Und zwar schon seit Stunden! Regungslos und mit furchtsamen Augen stehen wir um den wabbernden Nebelkreis herum und starren auf die haßverzerrte Fratze des Satans. Seine mächtige Stimme poltert durch die Tunnel des Abwassersystems und sein Zorn scheint kein Ende zu finden.
SATAN (brüllend): Welcher Engel hat mich geritten als ich diese erbärmliche Filzlaus da auf diese Mission geschickt hab’?!?
Dabei deutet er auf Belial, der immer tiefer in sich zusammensinkt.
SATAN: Hab’ ich nicht gesagt ihr sollt da oben keinen Blödsinn veranstalten!?! Hab’ ich nicht gesagt bleibt unauffällig? Und was macht ihr! Metzelt den Erstbesten ab, der euch unter die Finger kommt! Es ist nicht zu glauben! Und du, Astarod! Ist das das Beste was du nach 10000 Jahren Hölle zu bieten hast? Du kannst nich’ mal auf deine eigenen Leute aufpassen!! Warum, glaubst du hab’ ich dich zum Erzteufel ernannt? Aus Nettigkeit, vielleicht?
ATSAROD (kleinlaut): Aber wir konnten ja nich’ wissen, daß der Kerl ein Priester war.
SATAN: Verdammt sollst du sein, du Narr! Hab’ ich nich’ gesagt, haltet euch von Geistlichen fern? Ich halt´s nich’ aus, lauter unfähige Vollidioten!
ICH: Aber Vertigo hat ihn doch erwischt, oder?
SATAN: Vertigo! Diese elende nichtswürdige Kreatur! Ich sagte, halt’ dich bedeckt und schlag’ unauffällig zu. Und was macht dieser Sohn einer Hündin? Veranstaltet in der Eingangshalle ein Massaker! Zwölf unschuldige Seelen hat er geholt. Könnt’ ihr euch eigentlich vorstellen welchen Ärger ich jetz’ am Hals hab’? Petrus hat mich auf 250 Seelen Schadensersatz verklagt! Und die Gerichtskosten erst! Am liebsten würd’ ich euch alle zurückholen und für 1000 Jahre in die Gaskammer sperren! Aber diese Sache hat mich inzwischen schon zuviel gekostet. Jetzt machen wir weiter!
BAPHOMET (warnend): Vorsicht, Eure Ruchlosigkeit, das könnte einen neuen Krieg zwischen Gut und Böse heraufbeschwören!
SATAN (hysterisch kreischend): Und wenn’s die Apokalypse is’! Scheißegal! ICH WILL DIESE VERDAMMTE SEELE HABEN!!
Plop! Der Kreis löst sich auf und angenehme Ruhe erfüllt die Kanalschächte.
ASTAROD: So getobt hat er nich’ mehr, seit ihn Michael aus dem Paradies geschmissen hat.
ICH: Ich bin immer noch taub!
BAPHOMET (grinsend): Wär’ ich auch, wenn ich Ohren hätt’.
ICH: Und wie geht`s jetzt weiter?
ASTAROD: Weiter nach Plan. Du gehst nach oben und bringst in Erfahrung wo sich dieser Riegl aufhält. Dann wird Azrael den Rest besorgen. Und Belial!
BELIAL: Äh, jo?
ASTAROD: Keine Extratouren mehr! Ist das klar?
BELIAL: Is’ klar, Chef.
LUZI: Mähhh!
ASTAROD: Hasi! Zieh deinen Schwanz aus dem Schaf!!
HASI: ‘Tschuldigung...
Mitternacht. Vollmond. Nebel. Perfekt!! Ich schleiche auf leisen Sohlen durch die Nacht. Meinen schwarzen Kapuzenumhang hab’ ich verwegen über meine Schultern geschlungen und die Lederstiefel erzeugen ein bedrohlich wirkendes Klacken auf dem Asphalt. Ha, fast wie Früher! Über 200 Jahre hat es gedauert, aber nun wandelt Mephisto wieder auf Erden!! Leider gibt es keine Gaslaternen mehr. Nur noch diese ekelhaften Halogenstrahler die die ganze düstere Atmosphäre kaputt machen. Außerdem nervt mich das dröhnen dieser lästigen Automobile die andauernd an mir vorbeifahren. Keine Kutschen mehr - wie unromantisch. Nach etwa einer Stunde ziellosem Umherirren durch menschenleere Straßen (ich weiß ja nicht mal in welcher Stadt ich mich befinde) begegne ich zum erstenmal seit 200 Jahren wieder einem lebenden Menschen. (Den Irren im Kanal wollen wir jetzt mal nicht mitzählen. Der war ja auch kein richtiger Mensch, sondern Priester.) Er sitz auf einer Parkbank und nuckelt genüßlich an einer Dose Bier. Seine langen grünen Haare fallen ihm bis auf die Schultern herab. Er hat sich Ringe durch Nase und Ohren gesteckt und ist komplett in Schwarz gekleidet. Ein langer, vergammelter Ledermantel hängt an ihm herab und dicke eisenbeschlagene Ketten sind um seine Stiefel geschlungen. Der sieht ja furchterregend aus! Als er mich sieht fängt er an zu grinsen und kommt auf mich zu gewankt.
MANN: Ey, geil ey. Wußt’ gar nich’ das Heut’ ‘ne Gruftparty steigt! Siehst voll Kraß aus, ey! Kann ich mitkomm’n?
ICH: Wie, äh. ‘Ne Party in einer Gruft?
MANN: Boahahaha, du bist ja voll kraß drauf, ey. Will’se ‘n Bier? Rülps!
ICH: Äh...Warum nicht.
MANN: Da Alter voll’s geile Zeuch.
Er reicht mir die Dose Bier und ich nehm’ einen kräftigen Schluck. Sofort wird mir klar was ich all die Jahre vermißt habe!
MANN: Boah, hast du’n Zug. Sag’ ma’, ey, wie heißt’n du?
ICH: Man nennt mich Mephisto.
MANN: Yeah, kommt voll cool. Echt kraß geil! Ich bin Rasierklinge!
Begeistert klopft mir der Kerl auf die Schulter. Hm, die Zeiten in denen mein Name Furcht und Schrecken verbreitet hat, sind wohl endgültig vorbei.
ICH: Rasierklinge?
RASIERKLINGE: Jo, und du bist Mephisto! Mephisto und Rasierklinge! Hört sich echt scharf an, ha, ha. Ich glaub wir funken auf der gleichen Wellenlänge!
ICH: Bitte was?
Begeistert zieht Rasierklinge seinen Mantel aus. Darunter kommt ein T-Shirt zum Vorschein. In großen Lettern steht darauf geschrieben ‘SONS OF SATAN’
ICH (verdutz): Äh, hübsches Shirt. Wo hast’n das her?
RASIERKLINGE: Im Heavyshop gekauft, wieso?
ICH (entsetzt): Sowas kann man heute kaufen?
RASIERKLINGE: Äh, ja klar. Wo hast’n du deine Kluft her?
ICH (unsicher): Selbst gemacht?
RASIERKLINGE: Boah geil. Du bist echt Megakraß!! Weißte was? Hab’ gehört die mach’n im ‘Höllenloch’ heut’ voll die geil Black Metal Party. Woll’n ma hin?
ICH: Höllenloch? Black Metal?
RASIERKLINGE: Logo, ‘Höllenloch’, kennst’e doch. Voll die geile Kneipe! Da geht der Punk ab!!
Ich sollte mich wohl schleunigst an die Lebensweise der heutigen Menschen gewöhnen. Sonst mach ich mich hier noch zum Affen! Also willige ich ein, und laß mich von Rasierklinge mitschleifen.
Er hatte recht. Es war die Hölle!
Schon an der Eingangstür lauert eine riesige, muskelbepackte Gestalt die vom Aussehen her, Belial gar nicht so unähnlich ist. Statt einem Flammenschwert hält er aber einen Baseballschläger in der Hand und statt der Haifischzähne hat er sich Sicherheitsnadeln durch die Lippen gesteckt.
TÜRSTEHER(unfreundlich): Wos’n der Clubausweis?
ICH: Der was?
RASIERKLINGE: Hey Bull! Ey, man, ey. Bist’e bescheuert! Das is’ Mephisto!
BULL (genervt) : Kein Clubausweis, keine Party.
RASIERKLINGE: Aber der...
ICH: Laß’ nur Rasierklinge. Wie kann ich denn Clubmitglied werden?
BULL: Hm, hast’n Joint?
Verdammt, jetzt hätt’ ich Hasi gut gebrauchen können!
ICH: Nee.
BULL: Hast’e Pech gehabt, hä,hä!
RASIERKLINGE (triumphierend): Ich hab einen!
BULL: Von dir will ich keinen. Du hast ja schon ‘nen Ausweis!
Das wird mir jetzt zu blöd. Ich pack den Riesen am Kragen, heb’ ihn hoch, wirbele ihn dreimal im Kreis herum und schmeiß ihn weg. Er segelt, mit ungläubig aufgerissenen Augen, ungefähr zehn Meter durch die Luft und landet dann mit lautem Krachen zwischen ein paar Mülltonnen. Benommen bleibt er liegen.
RASIERKLIGE: Booooaaahh! Kraß! Scheiße, mir haut’s den Vogel raus! Wie hast’n das gemacht?
Gleichmütig zucke ich die Achseln. Dieses Menschlein hatte meinen Höllenkräften nichts entgegenzusetzen.
ICH: Äh...ich hatte Glück...
RASIERKLINGE: Waahhnsinn! Du bist so cool! Boah! Das muß ich gleich Kiefer und Scheißhaufen erzählen! Komm’ mit!
Ich folge Rasierklinge in das ‘Höllenloch’. Es ist fast wie daheim. Ziemlich tot wirkende Gestalten, die man zu meiner Zeit sicherlich alle verbrannt hätte, tummeln sich im gespenstischen Halbdunkel. Fackeln brennen an den gemauerten Wänden und Nebel steigt aus allen Ritzen. Aus großen Lautsprechern dröhnt satanisches Gebrüll und seltsam anmutende, rauschende Windgeräusche. Hier handelt es sich wohl um das Black Metal. Totenköpfe grinsen von den Wänden und rote Scheinwerfer tauchen die ganze Szenerie in ein wahrhaft höllisches Licht. Es stinkt nach Rauch, Bier und Exkrementen. Hier gefällts mir!!!
Rasierklinge stellt mich Kiefer und Scheißhaufen vor. Beide Namen sind ziemlich zutreffend für die beiden Typen. Kiefer hat ein Kinn wie ein Hammerhai und seine Zähne sind spitz zugefeilt. Und Scheißhaufen stinkt wie der Selbige.
RASIERKLINGE: Boah! Mephisto is’ voll fertig! Hättet ihr seh’n soll’n! Hat Bull einfach so in der Luft rumgeschmissen. Fast wie bei ‘Rückkehr der fliegenden Karate-Zomies ,Teil 3’!
SCHEIßHAUFEN: Echt?!
KIEFER: Is’ ja voll krank!
Wenn alle Menschen heute so leben, frage ich mich ernsthaft wofür es noch die Hölle gibt.
RASIERKLINGE: Hey, Mephisto! Wills’n Bier?
ICH: Immer!
Aus dem Bier wurden dann doch mehr...so 30 ungefähr. Da ich ja schon tot bin kann ich natürlich saufen wie’n Loch ohne besoffen zu werden. Ich war der Brüller des Abends! Ich hätte die nächsten 500 Jahre hier sitzen können aber leider war ich ja nicht zum Spaß hier. Dummerweise war es mir nicht möglich, auch nur ein Sterbenswörtchen aus dem besoffenen Haufen herauszuholen. Immer wenn ich nach Stalf Riegl fragte bekam ich entweder eine lallende Antwort oder gar keine. Als ich es mit Corrinna May versuchte kotzte mir Kiefer prompt auf die Schuhe. Mist. Na ja ein bißchen was hat der Abend schon gebracht. Rasierklinge hat mir sein ‘SONS OF SATAN’ - Shirt geschenkt. Und Ozzie der Wirt hat mich zum Stammgast erklärt. Kein Wunder. Ich hab’ geblecht wie’n Großer. War aber kein Problem. Geld herbeizaubern kann ich aus’m ff. Als mich Rasierklinge und sein schräger Haufen endlich gehen lassen wird es schon wieder hell.
RASIERKLINGE: Hey, Mephisto. Wie sieht’s aus. Geh’n wir noch’n bißchen über’n Friedhof, die Gräber anpissen?
ICH: Waas?
KIEFER: Na, strullern, halt. Und den Nachtwächter im Scheißhaus einsperren!! Hi, hi!
ICH: Äh, nein danke. Ich glaub’ ich geh’ jetzt lieber heim.
RASIERKLINGE: Wo wohnst’n?
ICH: Im Abwasserkanal, adios.
Schnell mach’ ich mich vom Acker. Und such’ den nächstbesten Zugang zum Kanal. Rasierklinge und seine Gang blicken mir nach.
KIEFER: Der ist cool.
SCHEIßHAUFEN: Hoffentlich kommt der mal wieder vorbei.
RASIERKLINGE: Jo, ein Teufelskerl!
KAPITEL 5 - Baphomets Fluch
ASTAROD (brüllend): Das ist alles? Ein vergammeltes T-Shirt und ein Clubausweis?
ICH: Na ja, irgendwie schon.
ASTAROD: Eine Meisterleistung, Boni! Wirklich toll! Ich hätte genauso gut das Schaf schicken können!
BAPHOMET: Wieso? Is’ doch’n hübsches Shirt, hä, hä! Boni hat Geschmack.
ICH (wütend): Halt’ die Fresse, Baphy!
BAPHOMET (streitlustig): Wen nennst du hier Baphy, hä?
ICH (Baphy ignorierend): Und jetzt?
ASTAROD: Wir suchen weiter. Vielleicht besser am Tag. In der Nacht scheinen sich ja merkwürdige Typen herumzutreiben.
ICH: Also ich fand die ganz nett.
ASTAROD (wieder brüllend): Du sollst aber niemanden nett finden, du sollst diesen scheiß Riegl finden! Kapiert!
Astarod war in letzter Zeit ziemlich leicht reizbar, ist mir aufgefallen. Ein heißes Lavabad würde seinen Nerven sicher gut tun. Aber sowas ist auf Erden leider nicht an jeder Ecke zu finden.
ICH: Ok, ok. Ich mach mich gleich auf die Socken, reg’ dich ab. Und ich würde gerne Baphomet dabei haben.
ASTAROD: Meinetwegen.
BAPHOMET: Au ja!
HASI: Und ich!
ASTAROD: Wachs du erstmal wieder richtig zusammen, klar? So wie du aussiehst kannst du dich nirgends blicken lassen!
HASI: Aber ihr könnt mich an die Leine nehmen und sagen ich bin euer Hund!!
ICH (grinsend): Der gerade vom Bus überfahren worden is’?
Baphomet bricht in schallendes Gelächter aus.
ICH: Wo is’ eigentlich Belial?
ASTAROD: Der vergnügt sich irgendwo mit dem Schaf.
ICH: Ach so. Na gut dann geh ich mal wieder.
Ich klemm’ mir Baphomet unter den Arm und gehe. Astarod plärrt uns hinterher.
ASTAROD: Hey Boni! Fällt das nich’ auf mit ‘nem sprechenden Totenschädel unter’m Arm?
ICH: Das laß nur meine Sorge sein!
Keine Sekunde später hat uns auch schon die Dunkelheit des Tunnels verschluckt.
BAHPOMET: Das is’ entwürdigend!
ICH: Halt die Klappe.
BAPHOMET: Ich ersticke hier drin!
ICH: Du bist schon tot.
BAPHOMET: Hey, wackel nich’ so. Mir wird ganz flau im Magen!
ICH: Du hast überhaupt keinen Magen.
BAPHOMET: Ich will HIER RAUS!
ICH: Keine Chance.
BAPHOMET: Ich schrei!
ICH: Dann werf’ ich dich in die nächstbeste Mülltonne.
BAPHOMET: Dann mach’ wenigstens den Deckel hoch, damit ich was sehen kann.
ICH (seufzend): Na gut, du Nervensäge!
Ich öffne den Deckel des vergammelten Schuhkartons, den ich im Abwasser gefunden hab’. Baphomet’s Schädel kommt röchelnd zum Vorschein.
BAPHOMET: Satan sei Dank. Ich dachte schon ich muß ein zweites mal den Löffel abgeben.
ICH: Sei nich’ so mädchenhaft. Wie bist du eigentlich gestorben?
BAPHOMET: Das erzähl’ ich dir wenn du groß bist, Bonilein.
ICH: Noch so ‘ne Antwort und der Deckel kommt wieder drauf!
BAPHOMET: Bloß nich’!!
ICH: Sei jetz’ mal still. Ich muß mich konzentrieren.
Angestrengt versuch’ ich mich in dem Chaos des Verkehrs zurechtzufinden. So viele Menschen! So viel Qualm von den Autos. Ich wünschte es wäre wieder Nacht. Und dieser Lärm. Ich sehne mich nach dem leisen blubbern unserer Lavaseen und der herrlichen Stille der Gebeinfelder. Toll wär’ jetzt auch ein bißchen von dieser neumodischen Black Metal Musik. Die war zwar auch laut, aber wenigstens irgendwie schön. Andauernd kommen irgendwelche Leute auf mich zu und woll’n ‘ne Mark von mir oder fragen mich ob ich ‘n Zehner wechseln kann. Bin ich die Heilsarmee? Andere wollen mir irgendwelche Heftchen andrehen und fragen ob ich an Gott glaube. Ich hab’ nur einmal mit ‘ja’ geantwortet, was sich als böser Fehler erwies, weil ich den Knilch ‘ne halbe Stunde nicht mehr losgeworden bin. Danach war ich aber geheilt, das sag’ ich Euch. Viele Menschen denen ich begegne gucken entgeistert auf mein schönes T-Shirt und schütteln pikiert den Kopf. Kunstbanausen! Eine alte Dame wollte mich sogar mit ihrem Regenschirm verdreschen.... Sie hatte einen tragischen Unfall an der nächsten Kreuzung als ich die Ampel von Grün auf Rot umspringen lies. Keiner schlägt Mephisto ungestraft! Wir kommen an Geschäften und Imbissbuden vorbei. Beim Anblick dieser ‘Hot Dogs’, schmecken mir sogar die kalten Gedärme wieder. Von allen Hauswänden grinsen mich halbnackte Weiber an die versprechen das ‘Blinki-Waschpulver jetzt noch weißer wäscht!’. Schon verrückt. Wenn die Menschen wüßten was sie nach dem Tod erwartet, würde es ihnen wahrscheinlich ziemlich egal sein wie weiß diese Blinki-Scheiße wäscht. Die Seele kann man nur im Höllenfeuer reinwaschen, und zwar porentief, hä,hä! Ich renn’ ziellos durch die Straßen bis mir ein Plakat ins Auge sticht, daß sich von all den anderen Werbeplakaten abhebt. Es ist schwarz und mit silbergrauer Farbe ist ein verblüffend gutes Portrait des Satans aufgemalt. Darunter steht in großen Buchstaben:
‘SONS OF SATAN, LIVEKONZERT, HEUTE ABEND IM HÖLLENLOCH, EINLASS 20.30’
ICH: Baphy, ich glaub’ das is’ ein Zeichen.
BAPHOMET: Ein Zeichen! Spinnst du? Was für ein Zeichen?
ICH: Ein Wink des Schicksals, sozusagen. Wir müssen da hin!
BAPHOMET: Wieso? Was soll das überhaupt sein?
ICH: Black Metal.
BAPHOMET: Was? Du bist doch behämmert. Dort sollen wir Riegl finden?
ICH: Ihn vielleicht nicht. Aber sicher einen Hinweis.
BAPHOMET: Warum bist du dir da so sicher?
ICH: Mein inneres Gefühl sagt mir, daß wir dort die Antworten finden die wir brauchen.
BAHOMET (höhnisch): Ah ja? Mein inneres Gefühl sagt mir, daß du jetzt völlig übergeschnappt bist. Eine Woche Folterkammer würde dir wohl ganz gut tun...
Ich mach’ den Deckel wieder drauf und geh’ pfeifend meines Weges.
BAHPHOMET (brüllend): Hey, du Arschloch. Mach den Deckel wieder auf! Hörst du mich, du bekloppter Gehirnmutant. Hey! Laß mich raus! Hilfe!!! Drecksau!! Hey! Hallo!! Hilfeeeee!
Ich ignoriere den plärrenden Baphomet und mach’ mich wieder auf den Weg in die Kanalisation. Ich war schon fast da. Aber leider nur fast! Ich will gerade die Schachtabdeckung anheben da erklingt hinter mir eine laute Stimme.
MANN: Was machen Sie da?
Erschrocken dreh’ ich mich um. Ein fetter, schwitzender Mann in einem Grünen Gehrock und einer lustigen Kapitänsmütze auf dem Kopf steht vor mir und mustert mich argwöhnisch mit seinen zusammengekniffenen Schweinsäuglein. Der Kerl sieht wirklich witzig aus. Ob das die Hofnarren des 20. Jahrhunderts sind? Ich lache freundlich und werfe ihm ein paar Groschen hin. Auf diese Reaktion war ich nicht gefaßt: der Typ explodiert!!
MANN (brüllend): Was, zum Teufel, soll das? Wollen Sie mich verarschen, oder was! Was glauben Sie wer Sie sind, sie Zivilist!!!
ICH (verdutzt): Äh, ich bin Mephisto.
MANN: Und ich bin Mutter Theresa!!! Glauben Sie ich bin blöd! Ich will sofort Ihren Ausweis sehen! Und so wie Sie aussehen, geben Sie mir noch gleich die Anschrift Ihres Bewährungshelfers!
ICH: Ähm, hören Sie mein Herr. Ich glaub’ hier liegt ein Mißverständnis vor...
MANN: Ich bin nicht Ihr Herr. Ich bin Oberwachtmeister Meier! Und jetzt her mit Ihren Papieren!!
Oberwachtmeister? Hier muß es sich wohl um eine Art Stadtgardisten handeln. Aber zu meiner Zeit trugen die noch Helebarden und hatten eine grimmig Visage. Respektspersonen halt. Dieser Kerl hier war eine Witzfigur!
ICH (verlegen): Ähm, ich glaub’ meine Papiere hab’ ich grad’ nicht bei mir!
OWM MEIER (grinsend): Dacht’ ich’s mir doch. Immer das selbe mit euch Gesindel!
BAPHOMET: Hey, Boni. Was is’ da draußen los?
Meier starrt auf die Schachtel.
OWM MEIER (lauernd): Was ist da drin?
ICH: Also, das wollen Sie bestimmt nicht sehen.
OWM MEIER: Das müssen Sie schon mir überlassen. Los, Deckel runter!
ICH (genervt): Na gut.
Ich nehm’ den Deckel ab und verblüfft glotzt der Wachtmeister auf Baphomets Totenschädel.
OWM MEIER (unsicher): Also, das ist doch...das ist aber kein Echter?
Baphomet reagiert prompt. Mechanisch läßt er seinen Unterkiefer auf- und abklappen und gibt surrende Geräusche von sich.
BAPHOMET: Ich bin Baphy der sprechende Schädel. Ich will mit dir spielen. Ich bin Baphy der sprechende....
OWM MEIER: Ein Totenschädel zum Aufziehen! Also, wo kriegt man denn so einen Schund her?
Ich sag’ das Erstbeste was mir einfällt.
ICH: Ähm, den hab’ ich im Heavyshop gekauft!
OWM MEIER (boshaft): Gekauft? Wohl eher geklaut, was?
ICH (langsam sauer): Hören Sie, ich hab’s absolut nicht nötig zu klau’n!
OWM MEIER: Oh, natürlich nicht, Sie ‘ham ja die Goldene American Express, har, har.
Ich weiß zwar nicht was eine American Express ist, aber ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß ich gerade beleidigt worden bin. Langsam geht mir die fette Sau auf die Nerven.
ICH: Ich kann in einer Minute mehr Kohle herbeischaffen, als Sie fettes Schwein in ihrem ganzen lächerlichen, kleinen Leben jemals verdienen werden. Außerdem, wußten Sie schon das Beamte in die Hölle kommen?
OWM MEIER (mit hochrotem Kopf) Aber, aber....das ist ja eine Ungeheuerlichkeit. Ich werde Sie Anzeigen wegen Beamtenbeleidigung, Sie unverschämter Tagedieb. Hiermit verhafte ich Sie im Namen des Gesetzes...
Mir reichts jetzt, das Gespräch wird allmählich langweilig. Doch noch ehe ich diesen Deppen zum schweigen bringen kann hüpft Baphy mit einem Urschrei aus seiner Schachtel und beißt sich in der Nase des Typen fest. Mit einem Entsetzensschrei taumelt der fette Wachtmeister nach hinten und fällt auf seinen Riesenarsch. Dabei löst er ein Erdbeben der Stärke 4 aus!
ICH: Baphy, nicht!
BAPHOMET: Ich beiß’ dem Arsch den Zinken ab!
OWM MEIER: AUAAAA! Hiieelfeee!
Irgendwie schafft es Meier wieder auf seine dicken Stampfer zu kommen. Schreiend nimmt er Reißaus. Ich renn’ hinterher. Baphy hängt immer noch an seiner Nase.
ICH: Laß los, Baphy!
BAPHOMET: Neeee.
OWM MEIER: AAHHHHH!!
Ich verfolge die Beiden einige Zeit durch (Satan sei Dank) menschenleere Hinterhöfe und Seitenstraßen. Plötzlich ist ein unappetitlicher Laut zu vernehmen und Dumpf poltert Baphomet zu Boden. Er hat ein Stück von Meiers Zinken im Maul. Durch den Schwung kugelt er noch einige Meter weit über den Boden, um dann mit einem hilflosen Quieken in einem offenen Kellerschacht zu verschwinden.
ICH: Baphy!! Verdammt! Wo bist du?
BAPHOMET (von sehr weit weg): Vergiß mich. Fang das fette Schwein, ich will es bluten sehen!!!!
ICH: Ich komme wieder!
BAPHOMET (noch weiter weg): Das will ich hoffen!
Ich wende mich ab und will die Verfolgung wieder aufnehmen. Da steht plötzlich Meier mit einer gezückten Waffe vor mir. Er blutet heftig aus der Nase (besser gesagt, das was davon übrig ist).
ICH: Lassen Sie den scheiß!
OWM MEIER: Ich bning Snie vors Genicht! Dnas war ein gnatter Mordversuch!!!
ICH: Sie sollten besser ins Hospital. Ihre Nase sieht übel aus.
OWM MEIER: Dnas bezahl’n Snie mir. Terrnonistnpack!
Dem Kerl ist einfach nicht zu helfen. Ich stürme auf ihn zu und versuche ihm seine Waffe aus der Hand zu reißen. Der Arsch drückt ab. Ein trockener knall hallt durch die Straße.
ICH: Aua! Scheiße, das doch tut weh!
Ein klaffendes Einschußloch prangt auf meiner Brust. Meier reißt ungläubig die Glubscher auf, als ich unbeeindruckt meinen Finger durch das Loch in meinem Umhang stecke und theatralisch den Kopf schüttle.
ICH: Wissen Sie eigentlich, wie lange ich gebraucht habe dieses Kostüm zu machen?
OWM MEIER (mit glasigen Augen): Aber, aber...
ICH: Und können Sie sich vorstellen, wie lange es dauert bis so eine Narbe verheilt?
Ich reiß’ mein Hemd auf und wühle wutschnaubend in der Wunde herum wobei ich genau darauf achte, auch reichlich Blut und Gedärm zu verspritzen! Schadenfroh beobachte ich aus den Augenwinkeln, wie’s den Meier würgt. So, jetzt setzten wir noch einen drauf! Mit einem grauseligen Schmatzen steck ich meine Hand bis zum Anschlag in das Loch und fördere mit einem Ruck mein Herz zutage. Vorwurfsvoll halte ich es dem Wachtmeister unter die Nase.
ICH: Seh’n Sie sich das an! Wissen Sie was sowas kostet? Glauben Sie ich hab’ ‘nen leibeigenen Organspender zu dem ich einfach so hin rennen kann wenn ich mal wieder ‘n neues Herz brauch oder ‘ne Niere ?
Das hat gesessen! Der Mann kippt kommentarlos aus den Latschen und bleibt ohnmächtig liegen. So, daß wär erledigt. Ich pack mein Herz wieder ein und stülp’ mein ‘SONS OF SATAN’-Shirt über das blutverschmierte Loch. Jetzt muß ich erstmal Baphy da raus holen. Ich geh’ rüber zum Kellerschacht und brüll’ hinein.
ICH: Baphomet!
Keine Antwort...
ICH: Hey, Baphy! Wo steckst du?!?
Immer noch keine Antwort. Ich versuch’ es ein drittes mal, aber das Ergebnis is’ das Selbe. Wieder keine Antwort. Verdammt und zugenäht! Wo steckt dieser Chaot? Da bleibt mir keine andere Wahl. Ich muß ihn suchen. Also spring ich in das dunkle Kellerloch. Das war ein Fehler! Ich stürze ungefähr 10 Meter senkrecht in die Tiefe. AUA! Dem Aufprall nach zu urteilen, waren es wohl mehrere hundert! Der harte Schlag preßt mir die Luft aus den Lungen und mit einem saftigen Platschen reißt meine Wunde noch weiter auf. Plop! Ich spüre wie mein Herz in irgendeine Richtung davonschießt. Scheiße. Es ist stockfinster. Wie soll ich es je wiederfinden? Nicht das ich es wirklich gebraucht hätte. Aber man hängt halt an solchen Sachen. Mist! Da hock’ ich jetzt im Dunkeln, krieche am Boden entlang und wühle im Matsch. Das kommt davon wenn man Späße mit seinen Eingeweiden treibt. Ich wünschte Belial wär hier, der kann im Dunkeln sehen. Nach einer halben Stunde gebe ich auf. Was soll’s. Wenn ich wieder daheim bin muß ich mir halt in der Entsorgungsstelle ein neues Herz besorgen. Ich sollte mich lieber wieder meiner eigentlichen Aufgabe zuwenden: Baphy suchen.
ICH: Baphy! Bist du hier irgendwo?....BAPHOMET!!!!!
Wieder krieg’ ich keine Antwort. Verdammt! Ich robbe weiter durch das miefende Kellerloch, wobei ich nach Leibeskräften Baphy’s Namen brülle...wenn auch ohne Erfolg. Dabei stoß ich auf etwas Weiches, Stinkendes. Bäh! Eine tote Ratte. Was ist das hier eigentlich? Ein Kerker? Ich taste weiter, da kann ich eine fingerdicke Ritze im Boden erfühlen durch die ein leichter Luftzug pfeift. Hm. Was’n das? Doch noch bevor ich mich näher mit dem Spalt auseinandersetzten kann, kippt plötzlich der komplette Boden mit einem häßlichen Quietschen unter meinen Füßen weg und ich falle. Nicht sehr tief, aber dafür um so schmerzhafter. Ich lande auf zackenbewährten Laufrädern, die mich der Länge nach aufspießen und unter sich begraben. Shit! Ich bin in einer Müllzerkleinerungsanlage gelandet!! Ahhhh!
10 Minuten später. Der Kampf mit dem Müllschlucker hat mich einen halben Arm und einige Eingeweide gekostet. Doch ich bin siegreich! Die Maschine liegt zerdeppert und in 1000 Einzelteile zerkleinert in einer Ecke. Was sich die heutigen Menschen denken, solche Ungetüme herzustellen! Ich will wieder ins 17. Jahrhundert, oder wenigstens nach Hause in die Hölle! Na ja! Keine Zeit zum Jammern. Ich fange an meine Einzelteile einzusammeln. Glücklicherweise muß ich nicht, wie Hasi, warten bis sie nachgewachsen sind. Es reicht wenn ich sie mir da hinhalte wo sie hingehören und warte bis sie zusammenkleben. Mein Herz hab’ ich leider immer noch nicht gefunden, aber dafür etwas anderes. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Es ist Baphys Unterkiefer!!!! Oh, oh. Deshalb konnte er nicht antworten! Verzweifelt wühle ich in den Resten des Müllschluckers aber Baphy’s Schädel kann ich nirgendwo finden. Verdammt noch mal! Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig als ohne ihn zurück zu kehren. Vielleicht hat ja der Alte eine Ahnung wo wir ihn finden können...
Baphomet tat der Schädel weh. (Was auch sonst). Diese verdammte Maschine hatte ganze Arbeit geleistet. Er hatte Mephisto rufen hören, aber er konnte nicht antworten. Ohne Kiefer leider unmöglich. Dabei hatte er ja nicht mal Stimmbänder und konnte trotzdem sprechen! Die Hölle folgte manchmal schon einer komischen Logik. Wie auch immer jetzt lag er hier, mitten im Müll, ganz allein. Nachdem ihn der Müllhechsler das Maul abgerissen hatte, wurde er auf einem Laufband nach oben in einen Container befördert. Und da lag er immer noch. Welch ein tragisches Schicksal! Er, der große Baphomet, endete auf einer Müllhalde! Zum erstenmal in seinem untoten Leben wünschte er sich er könnte sterben...
Das donnern des angebohrten Auspuffs seiner 1400’er Intruder erfüllte denn ganzen Schrottplatz. Er konnte mit Fug und Recht behaupten, daß er die lauteste Maschine der ganzen Stadt fuhr. Darauf war er stolz! Kiefer war mal wieder auf Ersatzteilsuche. Er lenkte sein Motorrad über den harten Schotterweg wobei er heftig durchgeschüttelt wurde. Er fand’s geil! Heute Abend wollte er die Show abliefern. Ein ‘SONS OF SATAN’-Konzert war immer etwas Besonderes und da mußte er den anderen schon etwas bieten können. Rasierklinge würde begeistert sein! Er wußte noch nicht genau, was er eigentlich suchte...aber er würde es schon finden. Den Aufhauer schlechthin! Er umrundete schon das zweite mal die Deponie, als er in einem der Müllcontainer etwas aufblitzen sah. Nur kurz. Ein schwaches rötliches Glimmen. Er stieg ab und näherte sich dem Container.
KIEFER (mit leuchtenden Augen): Boah! Des is’ ja wohl die Härte! Kraß! Voll der Schädel ey!
Kiefer hebt Baphomet aus dem Müll und betrachtet selig die rot glühenden Augen.
KIEFER: Du bist ja echt heftig. Yeah! Die anderen werden platzen vor Neid!! Hä, hä. Boah!
Kiefer fingert ein Klebeband aus seiner Manteltasche und klebt Baphomets Schädel kurzerhand auf die Frontverkleidung seiner Maschine.
KIEFER: Jo! Das is’ ja ober-Titten-geil!! Ich glaub’ wir werden voll die geilen Kumpels, Alter! Hä,hä!
Baphomet war da anderer Meinung. Aber leider konnte er weder sprechen noch sonst irgend etwas dagegen unternehmen. Außerdem hätte es schlimmer kommen können. Aber nicht viel schlimmer. Insgeheim verfluchte er den Tag an dem er zur Hölle gefahren war...
INTERMEZZO(-mix)™
Er war allein. Er kauerte im Schneidersitz am Boden seines schäbigen Hotelzimmers. Vor sich hatte er eine Anzahl furchterregender Instrumente ausgebreitet. Mit zitternden Händen hielt er ein stabiles Holzkreuz, das sich nach unten hin zu einem scharf geschliffenen Dolch verjüngte. Schweiß floß in Bächen über seinem Gesicht, troff zu Boden und bildete eine glänzende Lache auf dem harten Parket. In seinen Augen funkelte der Wahnsinn. Gestern hatte ihn eine Vision ereilt. Zur Morgenstunde, gerade als er beim Kacken war. Michael, der erste der Erzengel selbst, war ihm erschienen. Hatte einen leicht angeschwulten Touch, der Knabe. Aber so sahen die ja alle aus. ”Das Böse wandelt wieder auf Erden”, hatte er verkündet. ”Geh’ und tue deine Pflicht! Tilge es aus dieser Welt!”, danach war die Erscheinung wieder verblaßt. Sofort hatte er Rom verlassen und hatte das erstbeste Flugzeug genommen. Jetzt saß er hier. Seine Hände schlossen sich so fest um das Kreuz, daß sich seine Knöchel weiß färbten und das Holz bedenklich zu knarzen begann. Er war bereit! Er wußte noch nicht genau wo er suchen sollte, aber das Böse war ganz in der Nähe, das spürte er. Bald würde er zuschlagen, er Antonio Luberto, der Exorzist!
KAPITEL 6 - Ein Dämon auf Abwegen
ASTAROD (übellaunig): Wie spät ist es?
HASI: Woher soll ich das wissen?
ASTAROD: Die beiden sind schon viel zu lange weg! Es wird bald dunkel!
HASI: Die kommen schon. Keine Panik.
ASTAROD (brüllend) Keine Panik?!? Du wirst ja auch keinen Kopf kürzer gemacht wenn das hier in die Hosen geht, du Arschloch!!!
Hasi duckt sich kleinlaut in eine Ecke.
ASTAROD: Mir reichts! Wo ist Belial, dieser Schwachsinnige?
Hasi zuckt hilflos mit den Schultern.
HASI: Der is’ mit seinem Schaf unterwegs. Ich denk’ der wird noch’ne Weile beschäftigt sein.
ASTAROD (wieder brüllend): Is’ mir scheißegal! Wenn er nich’ in einer Minute hier antrabt dann kriegt er Probleme! Aber ganz übelster Sorte!! Kapiert!?!
Belial hatte momentan andere Probleme... ganz andere! Er stand bis zu den Knien in der Scheiße und watete durch die dunklen Kanäle.
BELIAL: Luzi! Luzi, wo bist du? Koooom! Huhu!
LUZI (von weit weg): Mähähä!
BELIAL: Komm, zu Papi. Stell dich nicht so an!
LUZI: Mäh.
BELIAL: Ach, komm schon. Sei nicht beleidigt! Ich versprech’ dir auch, daß wir nach dem nächsten Mal ganz lange kuscheln! Ehrlich!
LUZI (von noch weiter weg): Mäh! Mäh! Mäh!
BELIAL: Kommst du jetzt endlich her, du blödes Drecksviech!!
LUZI: Bähähä!
BELIAL (genervt): Hach! Weiber!!
Belial stapft mürrisch weiter durch das Abwasser und versucht das Schaf einzufangen. Es dauert nicht lange dann hat er es in eine Sackgasse gescheucht. Luzi steht ratlos vor einer Wand.
BELIAL (siegessicher): Koooomm. Ja wo ist denn mein kleines Luzilein?
Langsam nähert er sich dem gequälten Tier, dann springt er mit einem Satz nach vorn und... landet Kopfüber in der Scheiße. Luzi rennt meckernd an ihm vorbei.
BELIAL: Verdammt Luzi! Sei doch vernünftig! Ich find‘das nicht mehr lustig.
LUZI (schadenfroh): Mäh mähmäh mähmhääää mäh!
Belial rappelt sich hoch und nimmt die Verfolgung wieder auf. Es kann doch nich’ so schwer sein ein Schaf zu fangen! Er jagt Luzi kreuz und quer durch die Kanalisation. Aber das listige
Tierchen trickst ihn immer wieder aus. Nach etwa einer Stunde zermürbender Jagd und einigen unfreiwilligen Bädern in der Kloake, sieht Belial trübes Tageslicht durch einen der Tunnel schimmern. Dort muß ein Ausgang sein! Neugierig nähert sich Belial dem Schacht. Er späht vorsichtig um die Ecke und sieht einen Kreisrunden Ausgang in der Betonmauer. Ein von Rost zerfressenes Gitter versperrt den Durchgang. Mit einer lockeren Handbewegung reißt er das vergammelte Teil aus der Verankerung und wirft es achtlos in eine Ecke. Wie lange war es her, daß er richtiges Tageslicht gesehen hatte! 4000 Jahre. Mindestens! Belial zwängt sich durch den, für ihn viel zu kleinen, Durchgang und tritt aus dem Schatten der Kanalisation. Mit einem zufriedenem Seufzer saugt er die frische Luft ein. Wenn auch nicht mehr ganz so frisch wie damals, aber trotzdem noch gut. Er streckt seine gewaltigen Pranken gen Himmel, rekelt sich genüßlich und nimmt nochmals einen kräftigen Zug. Dann beginnt er sich umzusehen. Keine Menschenseele in der Nähe. Gut so. Die meisten Leute reagieren etwas ungehalten wenn sie ein zweieinhalb Meter großes, geflügeltes, rotes Monstrum sehen, daß aussieht wie eine Mischung aus einem Haifisch und Godzilla. Wie auch immer. Er sollte zusehen, daß er sich schleunigst wieder in die Kanäle verzog. Astarod war sicherlich schon sauer auf ihn. Gerade will er wieder in den Schacht kriechen, da sticht ihm ein rotes Reklame Leuchtschild ins Auge. Mit großem Interesse studiert Belial dessen Inhalt. Dann zieht er sein Gebiß zu einem dümmlichen Grinsen auseinander. Eine zweite Zahnreihe mit messerscharfen Hauern kommt zum Vorschein, und hätte er keine Ohren gehabt hätte er um den ganzen Kopf gegrinst. In seinen Augen glimmt plötzlich ein merkwürdiges Feuer und ein seltsam tierisch klingender Laut entringt sich seiner Kehle.
BELIAL (selig) :Boah, das is’ ja wohl nich’ war, oder?
Belial der Todesengel wendet sich ab und verschwindet, leise kichernd, in den Straßen der Stadt. Das Schaf hat er vergessen.
Kaum ist Belial in einer Querstraße verschwunden, tritt eine weiß gekleidete Gestalt aus dem Schatten einer Hausmauer. Gehetzt blickt sich der Mann um und zieht seinen Umhang enger. Er will gerade die Verfolgung aufnehmen, da ertönt aus dem Kanalschacht ein leises ‘Mäh’. Verdutzt dreht sich der Mann um und blickt auf ein schwarzes Lämchen, daß neugierig den Kopf aus dem Schacht steckt. Ein wölfisches Grinsen erscheint auf dem hageren Gesicht des Kerls. Er greift unter seinen weißen Umhang und zieht einen ellenlangen Dolch darunter hervor.
LUBERTO: Ja, wo ist denn das kleine Schafischafi? Na kooomm. Har, har, har....
Astarod tigert nervös die Gänge auf und ab. Hin und wieder bleibt er stehen und stößt einen langen Seufzer aus. Azrael steht wie immer unbeweglich in der Ecke. Hasi hockt lässig auf einer kaputten Kloschüssel, die hier irgendjemand entsorgt hat, und ist gerade dabei seine neu nachgewachsenen Fingernägel zu feilen. (Wobei sich die Frage stellt, wo hat er die Feile her?)
ASTAROD: Wir können nich’ mehr warten. Azrael!
Als hätte jemand einen Schalter betätigt, blitzen plötzlich Azraels grüne Eisaugen auf. Lautlos kommt er angeschwebt.
ASTAROD: Du wirst sie suchen gehen! Fang mit Belial an! Er kann ja wohl noch nicht weit sein. Wenn es dunkel wird gehst du nach oben und bringst mir die anderen beiden Chaoten. Falls sie in Schwierigkeiten stecken, will ich, daß du mich benachrichtigst bevor du irgend jemand den Schädel einschlägst. Wenn sie bloß wieder auf Sauftour sind, dann geh’ ja nicht zu zimperlich mit ihnen um. Wenn es sein muß prügelst du sie hier runter. Klar?
Azrael nickt und schwebt von dannen.
HASI: Ich würd’ auch gern mitkommen. Bitte, bitte. Ich wart’ schon so lang!
Astarods Hals schwillt zu gigantischer größe an und eine Ader so dick wie eine Schlange pulsiert auf seinem roten Schädel. Er scheint kurz vor einer Kopfexplosion zu stehen.
ASTAROD (grunzt wie eine Sau): Jetzt halt endlich dein dummes Maul, du elende Mißgeburt!! Ich werde dich nie an die Oberfläche lassen, weil du nämlich ein verkommenes, kleines Stückchen Scheiße bist, das nich’ mal die Würmer fressen würden. Du bist die niedrigste, dämlichste und unnützeste Kreatur die mir je begenet ist. Jeder Urinstein hat mehr Grips als du! Du verdienst es ja nich’ mal bepisst zu werden !!! Du... du, du unfertiger, lächerlichr Abklatsch einer Zombiekarikatur!
Hasi verkriecht sich so tief er kann in die Kloschüssel und äugt verängstigt über den Rand.
HASI: Aber...aber....
ASTAROD: Nichts aber !! Und jetzt’ halt deine blöde Fresse ich muß mit dem Alten reden!!
Astarod wendet sich ab und schnippt mit den Fingern. Sofort erscheint der Nebelkreis und der Alte ist zu sehen. Doch diesmal taucht nicht sein haßverzerrtes Gesicht auf. Stattdessen füllen zwei gigantische, wabbelnde Pobacken den Kreis aus, die sich rhytmisch auf und ab bewegen. Unmenschlich, grunzende Laute sind zu vernehmen. Als der Alte auch nach fünf Minuten keine Anstallten macht sein Treiben zu unterbrechen, räuspert sich Astarod lautstark. Mit verlegenem Grinsen dreht sich Satan um.
SATAN (verschämt): Äh, Astarod! Ähäm, du sollst mich doch nicht auf dem Privatkanal anrufen!!
ASTAROD: Es is’ aber wichtig.
SATAN: Oh...ja. Also dann...
Der Alte wendet sich kurz an seinen Lustknaben. Einem kleinen, häßlichen Männlein mit einem bescheuerten Schnauzbart.
SATAN: Es ist gut Adi. Du kannst geh’n.
ADI: Jawohl, mein Führer!
Der Kerl zieht seine Hose rauf und macht sich, etwas entäuscht dreinblickend, vom Acker.
SATAN (wieder zu Astarod): Also was gibt’s?
ASTAROD: Wir haben Probleme, Eure Abartigkeit.
SATAN (böse kichernd) Is’ das was Neues?
ASTAROD (verlegen): Äh, aber... hä tja.
SATAN: Jetz’ komm zum Punkt, meine Zeit is’ kostbar!
Astarod druckst zuerst ein wenig herum und erntet einen mißbilligenden Blick vom Alten, dann aber sprudelt es plötzlich aus ihm heraus und erzählt dem Alten die ganze Geschichte. Hier die Kurzfassung:
ASTAROD (verzweifelt): Mephisto und Baphomet sind verschwunden, wahrscheinlich beim Saufen im Höllenloch mit dieser Rasierklinge und Belial treibt’s mit dem Schaf weil doch Azrael dem Pfarrer seinen langen Gummischwanz geklaut hat und dem Hasi reingesteckt hat und der immer damit spielt, weil er nicht an die Oberfläche kann und er keinen Afro-look hat, weil Mephisto doch im Höllenloch ist und er das SONS OF SATAN-Shirt nich’ hergeben will, weil er jetzt doch Clubmitglied ist und dem Belial so schnell langweilig wird und Sodomisten den Kopf abhackt wenn er selber das Schaf ficken will, und weil es hier unten immer so kalt ist und Baphomet dauernd nach der Heizdecke schreit, und keiner nimmt mich ernst und jeder macht was er will...und...undundund ICH WILL NACH HAUSE!!!!
Astarod heult wie ein Schloßhund. Der Alte sieht ihm eine Weile zu, dann fängt er aus vollem Halse zu lachen an! Er kann garnicht mehr aufhören. Er hält sich den Bauch und Tränen schießen ihm in die Augen.
SATAN: Wahaha! Das is’ ja wohl das komischste was du je abgeliefert hast, har, har, har...soviel Spaß hat’ ich seit 10000 Jahren nich’ mehr, ich.. hi, hi, hi...schnief...Wahhaha...ich halt’s nich aus...der Gummischwanz, haha... und das Schaf... Wahahahahaaa!
ASTAROD (total baff): Aber, aber... du schimpfst gar nich’ ? Ich meine äh...
SATAN (kriegt sich gar nicht mehr ein): Was? Schimpfen? Pffffffwaharhar! Das is’, das is’ hahaha. Das is’ so geil! Ich wußte ja, daß ihr nur Scheiße bauen würdet, aber das!!! Ha, ha, ha, das is’ wirklich die Krönung, hi,hi,hi!! Wenn ich gewußt hätte was für Versager ihr alle seid, hätte ich nochmal 500 Seelen investiert, har,har!!
Astarod versteht die Welt nicht mehr.
ASTAROD: Aber, Eure Lachhaftigkeit, was sollen wir denn jetz’ machen?
SATAN (munter grinsend): Nix! Ihr macht weiter wie zuvor! Das is’ besser als Kino, hi,hi. Das is’ sogar lustiger als Nonnen ihre ungeborenen Kinder rausschneiden! Ich hab’ mich lang’ nicht mehr so gut amüsiert.
ASTAROD: Aber wenn was schief geht...
SATAN: Ah, quatsch! So lang Euch kein Exorzist über den Weg läuft ist mir doch wurscht was ihr da oben macht. Ich hab’ schon soviele Seelen verloren, daß es für ein halbes Jahrhundert reicht, aber die Show die ihr hier abliefert ist Glod wert, har, har. Also ich hab’ noch einiges zu erledigen. Bleib fröhlich! Adios!
Der Nebelkreis verpufft. Astarod schüttelt nachdenklich den Kopf.
ASTAROD (murmelnd): Bei dem weiß man auch nie woran man is’. Zuerst platzt er fast vor Wut und dann lacht er sich wieder krumm und schief. Launischer Kerl. Ich glaub’ das ewige Höllenfeuer hat schon so’n paar kleine Löcher in sein Hirn gebrannt. Oder was sagst du, Hasi?...Hasi?
Verwirrt glotzt Astarod in die Runde. Hasi ist verschwunden...
Der schummerige Schein einer roten Laterne tauchte den heruntergekommenen Hinterhof in ein gespenstisches Licht. Die letzten Sonnenstrahlen waren gerade von der herreinbrechenden Nacht verschluckt worden und es hatte angefangen zu regnen. Im Schatten der Hauswände näherte sich vorsichtig eine riesenhafte Gestalt der kleinen Eingangstür, die sich zwischen dem ganzen Unrat duckte als wolle sie sich verstecken. Ein Blitz zuckte vom Himmel und für wenige Augenblicke war der düstere Innenhof von gleißendem Licht erfüllt und gab den Blick auf ein alptraumhaftes Höllenwesen frei. Es war in eine alte Autoplane gehüllt und nur der hammerhaiartige Kiefer und ein rot glühendes Augenpaar lugten darunter hervor.
Auf leisen Sohlen schleicht Belial auf den Eingang zu. Er hat immer noch dieses dümmliche Grinsen im Gesicht und Geifer läuft aus seinem Maul. Mit gierigen Augen stiert er auf das große Schild, das über der Tür hängt.
LOLITAS MASSAGESALON
FREAKS SIND HERZLICH WILLKOMMEN
BELIAL (seufzend): Ich bin im Paradies!!
Mit einem zufriedenem Grunzen klopft er an die Tür und muß dabei aufpassen, daß er sie vor Aufregung nicht aus den Angeln reißt. Zunächst passiert nichts. Ungeduldig läuft Belial vorm Eingang auf und ab, bis endlich ein Guckloch aufgeschoben wird und das Gesicht eines alten, verschrumpelten Mannes zum vorschein kommt.
MANN (unfreundlich): Ja?
BELIAL: Ist das hier Lolitas Massagesalon?
MANN (zerknirscht): Steht doch drauf, oder?
BELIAL: Ich hätte auch gern eine...äh... Massage.
MANN (abweisend): Kenn’ dich nicht.
BELIAL: Ähm, ich bin...äh...neu hier. Ein neuer Kunde, sozusagen!
MANN (unverschämt): Siehst bescheuert aus.
BELIAL: Ich...äh...ich hatte eine schwere Kindheit.
Der Mann starrt ihn einige Zeit an, dann schiebt er das Guckloch wieder zu.
MANN (von drinnen): Vergiß es. Bei uns waren ja schon viele Irre, aber so was wie dich hatten wir hier noch nie!
Belial steht da, wie bestellt und nicht abgeholt. Er macht ein dämliches Gesicht und grunzt entäuscht. Das kann ja wohl nich’ sein! Na warte du alter Stinkstiefel! Belial holt aus und schlägt ein faustgroßes Loch in die Eingangstür.
MANN: Hey, spinnst du? Hör gefälligst auf, du Irrer!
BELIAL: Laß mich rein, du Arschloch!!
Belial schlägt nochmal zu und die halbe Einganstür fliegt dem alten Knilch um die Ohren.
MANN: Verschwinde, sonst ruf ich die Bullen!
BELIAL: Ich liebe Bullen! Gebraten am Spieß! Hä,hä.
MANN: Hilfäää!
Belial demontiert die Tür fachgerecht in ihre Bestandteile. Mit einem tiereschen Gebrüll packt er den Mann am Kragen und hebt ihn vor sein Raubtiergebiß.
MANN (stammelt): Ey... wenn ‘de Drogen brauchst oder so, ey ich, ich ... hab’ echt nix, Mann!
BELIAL (brüllend): ICH WILL FICKEN, DU ARSCHLOCH!!!!
MANN: Äh, kein Problem, Mann, äh... Ich kenn da eine tolle Braut, die wohnt ganz in der nähe, äh... und die...
BELIAL (noch lauter brüllend): ICH WILL JETZT FICKEN!!! FICKEN, FICKEN, FICKEN !!!!
Kurzerhand packt Belial den Kopf des Typen... und knipst ihn lässig mit zwei Fingern ab. Eine Blutfontäne schießt aus dem Kerl und besudelt die Wände, den Boden und Belial. Der Kopf rollt noch ein Stück, dann kickt ihn der Todesengel (wie üblich) in die Nacht hinaus. Platschend fällt der Körper des Unglücklichen auf den Boden.
BELIAL (hämisch lachend): Vertigo, ich glaub’ es gibt wieder Arbeit für dich, har, har!
Achtlos steigt er über die Leiche hinweg ins innere des ‘Massagesalons’.
BELIAL (geifernd): Kommt meine süßen Mädls. Das wird die Nacht eures Lebens, hä, hä, hä!!!
Ich hetze durch die düsteren, feuchten Kanäle des Abwassersystems. Draußen ist es schon dunkel geworden und ich muß mich beeilen. Hoffentlich komm’ ich nicht zu spät. Das Konzert hat sicher schon begonnen. Astarod wird nicht sehr erfreut sein, wenn er hört, daß ich Baphy verloren hab’, aber das ist jetzt unwichtig. Irgendwie fühle ich, daß es verdammt wichtig ist dieses SONS OF SATAN - Konzert nicht zu verpassen, fragt mich bloß nicht warum. Wahrscheinlich weil der Autor dieser Geschichte ein Heavy Metal - Freak ist. Ich gelange endlich an die Stelle wo wir unser Hauptquartier eingerichtet haben. Astarod hockt im Schneidersitz am Boden und starrt stoisch an die Wand. Leise summt er eine Melodie vor sich hin. Hört sich ein bißchen an wie ‘Lapaloma’.
ICH (verwundert): Astarod! Was machst du?
Astarod sieht auf und glotzt mich vorwurfsvoll an.
ASTAROD: Ah, sieh an! Der Herr kommt auch mal wieder vorbei. Hast du dich gut amüsiert?
ICH (ärgerlich): Amüsiert?!? Oh, ja! köstlich sogar! Ich bin verhaftet, erschossen und gevierteilt worden. Mein Herz hab’ ich mir rausreißen müssen und den Baphy hat’s total zerlegt! Danke, ich hab mich wirklich königlich amüsiert!!
ASTAROD (verdutzt): Um Satan’s Willen, was ist denn da oben passiert?!?
ICH: Keine Zeit für Erklärungen! Wir müssen an die Oberfläche. Ich hab’, glaube ich, eine ganz heiße Spur. Ruf die anderen und laß uns abziehen!
ASTAROD (traurig lachend): Die anderen? Die sind alle weg. Verschwunden! Keine Ahnung wo hin. Ist mir mittlerweile auch wurscht. Den Alten kümmert’s auch ‘nen Dreck. Der findet das höchst unterhaltsam und lustig.
ICH: Was?
ASTAROD (resignierend): Ja! Der verarscht uns hier nur, sag’ ich dir. Am liebsten würd’ ich hier abhauen.
ICH: Hey, reiß dich zusammen! Was ist denn nur aus dem bösen, sadistischen Erzteufel geworden den ich kenne und liebe?
ASTAROD (müde): Der is’ da geblieben wo er hingehört, in der Hölle.
ICH: Jetzt komm’ schon. Ich will auch hier weg. Aber solang wir unseren Auftrag nicht erfüllt haben, läßt uns der Alte sicher nicht nach Hause.
ASTAROD (genervt): Na gut. Is’ jetzt sowiso schon alles egal. Also wo gehen wir hin?
ICH (grinsend): Zu einem Konzert. Wird dir gefallen, glaub mir...
Belial liegt glücklich und mit glasigen Augen auf einem riesigen Wasserbett. Neben ihm liegen Candy, Susi, Lola, Vanessa, Natascha, Sweety, Mona, Bunny, Pam, Funny, Jessica, Tanja und Naomi. Boah! 13 Mädels - in nur 20 Minuten! Dabei hatte er sich wirklich Zeit gelassen! Zufrieden streckt er seine Pranken von sich und plantscht mit seinen Füßen in der Wasserlache, die sich langsam am Ende das Bettes ausbreitet. Er hatte vorhin aus versehen in die Matratze gebissen. Kommt nicht gut bei Wasserbetten.
BELIAL (schnurrend): Ah, zwei Minütchen noch, Mädels. Dann kann ich wieder!
SUSI (mit süßem Zungenschlag): Ok, du. Aber vorher muft du noch die letpften 13 mal betfalen.
BELIAL (verwirrt): Bezahlen?
LOLA: Logisch, glaubst du wir arbeiten hier zum Vergnügen?
BELIAL: Arbeiten? Hat’s denn keinen Spaß gemacht?
TANJA: Oh, dir sicherlich. Aber mir tut immer noch der Hintern weh!
BELIAL: Also, äh. Aber... ich hab’ gar kein Geld!
PAM: WAAAS!!!!
BELIAL (verlegen): Da wo ich herkomm’ is’ sowas umsonst, ähä.
FUNNY: Du kommst wohl vom Mars, du Scheißkerl was?
BELIAL: Äh, Mars?
CANDY: Los rück’ die Kohle raus, du Arschloch!
LOLA: Ja, aber ‘n bißchen dali!
BELIAL: Ich hab’ aber wirklich nichts!
NATASCHA: Du, scheiß Wichser!
Wie Furien gehen die Mädels plötzlich auf ihn los. Schlagen, zwicken, kratzen, spucken, beißen. In wilder Panik ergreift Belial die Flucht. Er hatte allein gegen ganze Armeen gekämpft, hatte Harphien und Höllenhunde besiegt, aber gegen diese Meute wildgewordener Weiber hatte er keine Chance. Mit den Händen über dem Kopf rennt er aus dem Zimmer. Unzählige Schläge prasseln auf ihn nieder. Bunny schießt eine Salve eines merkwürdig riechenden Gases auf ihn ab, das irgendwie gut riecht, aber höllisch in den Augen brennt. Plötzlich durchfährt Belial ein grausiger Schmerz. Er blickt an sich herab. Susi (die mit dem Zungenschlag) hat sich an seinem Glied festgebissen.
BELIAL (brüllend): AUAAA, Scheiße! Laß los du Luder!!!
SUSI: Hmhm, hmnn.
Unter lautem Geschrei der Prostituierten hastet Belial eine Treppe hinunter. Er rennt durch die eingeschlagene Tür nach draußen, wobei er dem toten Türsteher nochmal kräftig in die Eingeweide tritt. Susi mitschleifend, die immer noch an seinem Schniedel hängt. Das reicht! Belial war eigentlich schon ein ganz netter Kerl, aber was zuviel ist, ist zuviel. Er packt Susi am Arm... und reißt ihn ab. Mit einem gurgelnden Schmerzensschrei läßt Susi los. Gehetzt spurtet Belial in eine Seitenstraße und sucht so schnell er kann das Weite. Nach kurzer Zeit scheint ihn die wütende Meute nicht mehr zu verfolgen. Glück gehabt.
MANN (höhnisch): Sieh an, sieh an. Ein Dämon auf Abwegen! Hast du dich verirrt?
Erschrocken dreht sich Belial um. Schuldbewußt läßt er Susi’s Arm fallen, den er bis jetzt umklammert hatte. Ein Mann in einem weißen Umhang und fiesem Gesicht tritt aus dem Schatten. Er hält ein Holzkreuz in der Hand, das am Ende zu einem scharfen Dolch ausläuft. Langsam tänzelt der Mann auf Belial zu und fuchtelt drohend mit seinem Messer.
BELIAL (die Zähne bleckend): Und wer bist du? Ein Vollidiot?
MANN (der Wahnsinn blitzt in seinen Augen): Ich bin Antonio Luberto, der Exorzist! Und das ist dein Ende du finstere Höllenkreatur!!!
BELIAL: Ouuhh, Scheiße! Du hast mir gerade noch gefehlt.
LUBERTO: Deine verdammte Seele wird im Höllenfeuer vergehen. Deine Zeit auf Erden ist abgelaufen, du Teufel! Mache dich bereit für deine finale Nemesis!!
BELIAL: Sag‘ mal, reden alle Exorzisten so geschwollen daher wie du?
LUBERTO (verwirrt): Äh...also....ja!
BELIAL: Dacht ich mir! Und jetzt...STIRB!!!
Mit diesen Worten stürzt Belial nach vorn, sein gewaltiges Maul aufgerissen, die Pranken erhoben. Er war schnell, aber nicht schnell genug! Mit einer Behändigkeit, die man dem kleinen rattengesichtigen Mann kaum zugetraut hätte, weicht Luberto aus und stößt seinen Dolch tief zwischen Belials Rippen. Ein merkwürdiges Zischen erklingt und dampfendes Blut schießt fontänenartig aus der tiefen Wunde.
BELIAL: Aua!! Verdammt, tut das weh! Was ist das für eine Scheiße!?!
LUBERTO (trumpfierend): Har, har! Erzittere vor der Macht des Guten, du niedere Ausgeburt der Hölle!!!
Wütend hält sich Belial die schmerzende Stelle. Na warte diesem Wurm würde er den garaus machen!
BELIAL: Dafür zahlst du, du elendige Mistgeburt!
LUBERTO: So möge er doch kommen und seine letzte Salbung entfangen, hä,hä.
BELIAL: Du abgedrehtes Arschloch, dir ham’se wohl ins Hirn geschissen!
LUBERTO: Hi,hi,hi!!
Mit einem graueneregenden Kampfschrei schwingt sich Belial in die Höhe. Seine Flügel füllen die ganze Straße aus und pfeiffen wie Sensenblätter durch die Luft.
Belial: Ich werd‘ dich wegblasen, du kleiner Idiot!
Der Sog der gewaltigen Dämonenschwingen läßt Luberto nach vorne taumeln. Er strauchelt, rudert einen Moment hilflos mit den Armen, und knallt schließlich der Länge nach auf das Straßenpflaster. Fast wäre er in sein eigenes Messer gefallen. Belial nützt die Gelegenheit und schießt nach vorn. Den Unterkiefer ausgefahren und die Zähne gebleckt. Sein Flammenschwert zum tödlichen Stoß erhoben.
BELIAL: Adios, du Ritter von der traurigen Gestallt, har, har, har!!
Belial kommt angerauscht, aber der Exorzist rollt sich gekonnt zur Seite, und läßt seinen Dolch nach oben saußen. Ein häßlich, reißendes Geräusch erklingt und der rechte Flügel des Todesengels wirbelt davon. Belial trudelt an Luberto vorbei und rast mit wahnwitziger Geschwindigkeit in eine Straßenlaterne, die in tausend Teile zerspringt.
BELIAL: AHH, Scheiße!!
Belial bleibt benommen liegen. Der Exorzist fällt auf die Knie und streckt seinen Kreuzdolch gen Himmel.
LUBERTO: Gelobet seist du, unser Gott Vater, daß du mir die Kraft gabest diese Kreatur des Bösen zu besiegen.
BELIAL (sich wieder aufrappelnd): Hey! Was soll das! Wir sind noch lang nich’ fertig, Freundchen. Komm, es geht weiter.
LUBERTO (verdutzt): Was? Du hast noch nicht genug, du dämonischer Abschaum?
BELIAL: Warte nur bis mein Flügel wieder nachwächst, dann bist du dran, du Wichser!!
LUBERTO (boshaft kichernd): Da kannst du lange warten, hi,hi. Der Dolch ist aus geweihtem Silber. Dir wird nie wieder irgend etwas nachwachsen har,har!
BELIAL (mit feurigen Augen): So? Nimm das!!
Aus Belials Augen schießt ein gut 10 Meter langer Feuerstrahl, der dem Exorzisten das Haar und die Kleidung versengt. Qualmend taumelt Luberto nach hinten und fällt auf den Hintern.
LUBERTO: Ahh! Das Höllenfeuer! Hilfe!
BELIAL: Höllenfeuer? Har, har. Nein, Kleiner, das war nur mein Zigarrenanzünder!! Hä,hä!
Luberto stemmt sich hoch und ergreift die Flucht.
BELIAL: Hey! Hast du schon genug? Bleib hier. Jetzt geht’s doch erst richtig los!! Was hältst du davon?
Mit diesen Worten schleudert er dem Exorzisten einen gigantischen Feuerball hinterher. Luberto hechtet mit letzter Not in eine Seitengasse. Der Feuerball schlägt an der gegenüberliegenden Hauswand ein und sprengt einen Menschengroßen Krater hinein. Belial wendet sich kichernd ab und hebt seinen Flügel vom Boden auf. Der sah wirklich nicht mehr gut aus. Kaum noch zu gebrauchen. Na warte, du kleine Mißgeburt! Dich wenn ich erwische! Plötzlich wird die Nacht von einem gellenden Schrei zerissen. Das war der Exorzist! In wilder Panik stürzt Luberto aus der Gasse in der er nur Sekunden zuvor verschwunden war. Ein riesenhafter Schatten ist hinter ihm aufgetaucht. Ein mannsgroßes, schwarzes Schwert schwingend und grün leuchtenden Augen.
BELIAL: Azrael!!
LUBERTO (angstvoll): Ahh! Ihr seid ja gleich zwei!!
BELIAL (schadenfroh): Ja! Aber keine Sorge du wirst auch gleich zu zweit sein. Weil dich Azrael gleich in zwei Hälften hacken wird, har, har!
Azrael der Racheengel hebt sein gewaltiges Richtschwert zum finalen Rettungsstoß (hi,hi), da reiß der Exorzist im letzten Moment die Arme hoch.
Luberto: Halt! Wartet noch!
Belial (genervt): Was ist denn noch. Wir haben’s eilig!
Luberto greift unter seinen Umhang und fördert eine schwarze Locke zutage.
LUBERTO (böse grinsend): Wenn ihr euer Schaf jemals lebend wiedersehen wollt, dann wär’ es besser für euch mich am leben zu lassen.
BELIAL: Scheiße.
AZRAEL:..??
Belial zieht den quiekenden Exorzisten an den versengten Haaren hoch und hebt ihn vor sein geiferndes Monstergebiß. Hilflos baumelt Luberto in der Luft.
BELIAL: Wo hast du Luzi hingebracht? Rede! Oder du frißt deinen eigenen Schwanz!
LUBERTO (kreischend): Wenn du mich tötest wirst du nie erfahren wo sie ist!!
BELIAL (trocken): Ich muß dich ja nich’ gleich töten. Gekreuzigte leben noch ‘ne ganze weile bevor sie ausbluten.
LUBERTO: Das...das wagst du nicht! Ich bin ein Abgesandter Gottes!!!
BELIAL (dreckig lachend): Das war Jesus auch, der alte Hippie. Und Pilatus war einer meiner besten Schüler, har, har!
LUBERTO (fassungslos): Du...du. Du dreckiger Mörder du!! Du Monster!! Du hast den Sohn Gottes auf dem Gewissen!!
BELIAL: Nimm’s nich’ so schwer, Junge. Cheeses und ich sind alte Kumpels. Is’ mir sogar dankbar dafür. Der sitzt jetzt auf Wolke 7, zieht sich einen Joint nach dem andern rein, Spielt Karten mit Jim Morrison und darf sich sogar noch Sohn Gottes schimpfen, obwohl er eigentlich nur ein Ausrutscher vom Heiligen Geist war, der alten Sau!
LUBERTO (außer sich): Das ist Blasphemie!! Hinfort du Kreatur der Finsternis!!!
BELIAL: Is’ ja gut. Also wo ist Luzi??
Belial verleiht seiner Frage etwas Nachdruck indem er Luberto mit einer Kralle in die Nase fährt um dort ausgiebig und gründlich nach Popeln zu suchen.
LUBERTO (heulend): Also gut...also gut...ich zeig’s Euch....
INTERMEZZO(-mix)™ - Teil 2
Das Grauen war unterwegs...
Das pfeifen der überbeanspruchten Lungen, die verzweifelt versuchten genügend Sauerstoff aufzubringen um die gewaltigen Fleischmassen vorwärts zu bewegen, hallte durch den engen Korridor. Es übertönte sogar das regelmäßige, erdbebengleiche donnern, wenn einer der gigantischen Elefantenstampfer wie ein Rammbock auf den ausgetretenen Linoleum-boden herunterkrachte. Der Schweiß, der in den unendlich tiefen Fettschluchten wahre Seen bildete um sich dann sturzbachartig auf den Stoff des blutverschmierten Kittels zu verteilen, verströmte eine ganze Palette der atemberaubendsten Düfte. Verängstigte, weißgekleidete Gestalten stoben in geduckter Haltung vor der wahren Urgewalt auseinander, die sich rücksichtslos ihren Weg durch den Gang des Krankenhauses bahnte. Ruth, Oberschwester der städtischen Urologie-station war auf Visite. Wer ihren Weg kreuzte wurde gnadenlos von ihren gigantischen, wabbelnden Megabrüsten zur Seite gefegt. Allein die Nippel erreichten Kinderkopfgröße. Die gesamte Belegschaft der Urologie brachte sich mit einem beherzten Sprung in das Schwesternzimmer in Sicherheit, als ihre donnernde, wohl kaum mehr menschlich zu nennende Stimme, wie ein Feuersturm durch den Gang fegte und alles Leben auslöschte welches sich in direkter Hörweite befand.
RUTH (brüllend): Schwester Gundula!!! Ich brauch’ eine Katheterspülung auf der 3!!!!
Das Grauen war unterwegs....
Nachdem Ich meinem Kumpel auf einem Spieß durchs Feuer tanzen lies, fing er doch tatsaechlich an zu schreiben, er ueberrascht mich immer wieder mit seinem Tempo, und ich kenn ihn schon seit ich 5 bin (!!!!). Am Ende ( er sah ziemlich elend aus) nahm ich ihm ein bisschem arbeit ab und wir schrieben die Story zusammen.
Bitte sehr,
Hier habt ihr sie, die Kapitel
euer unbegabter Autor
Zisard
KAPITEL 2 - Gelandet!
Wer an diesem schicksalhaften Abend aufmerksam die Fernsehnachrichten verfolgt oder die Abendzeitung gelesen hat, der hat vermutlich auch den Bericht über die erneuten Aktivitäten des Etna bemerkt. Ein Augenzeuge behauptet, er habe fünf Feuerbälle aus dem inneren des Vulkans aufsteigen sehen, die dann mit Getöse am Horizont verschwunden sind. Natürlich glaubt dem Mann keine Sau. Und das ist gut so.
2 Tage später...
Wir haben uns im Abwassersystem versteckt. Dort ist es dunkel und es stinkt - fast wie zu Hause. Aber es ist eisig! Ich wußte gar nicht mehr wie kalt es auf der Erde sein kann. Wir haben uns alle mit frischen Fäkalien eingerieben damit uns etwas wärmer wird. Nur Azrael scheint das nichts auszumachen. Er steht stumm in der Ecke und rührt sich nicht. Langsam erinnert er mich an einen Kleiderständer. Belial haben wir auf eine Erkundungstour durch die Kanäle geschickt. Wir warten auf seine Rückkehr. Astarod läuft nervös im Kreis herum. Seine gewaltigen Füße, hinterlassen tiefe Abdrücke in der Scheiße die hier überall rumliegt. In regelmäßigen Abständen haut er sich dabei die Birne an der Decke an. Er ist halt viel zu groß für die niedrigen Gänge.
BAPHOMET: Uah! Kannst du ein Feuerchen zaubern, Astarod? Ich frier’ bis auf die Knochen! (Ha, ha)
ASTAROD: Nee. Nur blaues Höllenfeuer. Und das ist bekanntlich kalt!
BAPHOMET: Toll. Und sowas schimpft sich Erzteufel.
ASTAROD (böse): Vielleicht wird’s dir wärmer wenn ich dich in Azraels Arsch schiebe!
AZRAEL: ...
ICH: Gebt ruh! Ich muß mich konzentrieren!
Ich versuch’ gerade meine Gestalt in eine humane Form zu bringen. Mit meinen langen Zähnen, dem Horn auf meinem Kopf und der feuerroten Haut sollte ich mich lieber nicht der Öffentlichkeit präsentieren. Ich muß mich ganz schön konzentrieren. Hab’ ich lang’ nicht mehr gemacht. Gar nicht so einfach! Nach einiger Zeit gelingt es mir aber doch. So, fertig.
HASI (entsetzt): Um Satans Willen, wie siehst du denn aus!
ICH: Warum?
HASI: Du bist ja wohl absolut nicht mehr Up-to-date! Schwarzer Umhang. Wildlederhose und Samthemd. Und dieser Spitzbart! Das ist ja schrecklich.
ICH (beleidigt): Zu meiner Zeit war das ”In”.
HASI: Vergiß es! Hier, so muß man heute aussehen!
Hasi, den wir inzwischen wieder halbwegs zusammengeflickt haben, kramt ein vergilbtes Bild von Jimmy Hendrix hervor und hält es mir unter die Nase.
HASI: Afro-look! Das is’ cool!
ICH: Du spinnst doch!
HASI (auf meinen Umhang deutend): Aber wenn du SO auf die Straße gehst, kann es passieren, daß sie dich einsperren!
ICH (auf des Bild zeigend): Und wenn ich SO nach oben geh’, erschießen sie mich gleich, weil sie mich für einen entlaufenen Gorilla halten!!
ASTAROD (brüllend): Jetzt hört mal zu, ihr Blödmänner! Es ist mir scheißegal wie Boni da rauf geht. Meinetwegen steckt er sich ‘ne Feder in den Arsch und geht als Thomas Anders, der schwule Gockel. Aber mir frieren hier unten schön langsam die Klöten ein, und wenn ihr nicht in 3 Sekunden Eure vergammelten Kadaver nach oben geschafft habt reiß ich euch die Ohren ab und benütze sie als Eierwärmer, klar!
HASI: Du hörst dich schon an wie der Alte.
ICH: Wer ist Thomas Anders?
BAPHOMET: Eierwärmer. Ha! Der war gut!
ASTAROD (verzweifelt): Ahh! Ich halt’s nich’ aus! Lauter Vollidioten! Azrael, sag’ du doch auch mal was!
AZRAEL:...
BAPHOMET (boshaft): Ja, Azrael! Sag was! Oder Sing was! Wie wär’s mit ”The silent man”, Wahahah!! Oder bist du auf den Mund gefallen? Oh, ich vergaß, du hast ja gar keinen! Hahaha!
AZRAEL:...
HASI: Ich könnt’ was singen! ‘Hey, Joe... heard you shot your woman down... yeah!’
ASTAROD: ...schluchz...
Habt ihr schon mal einen Erzteufel weinen sehen? Ich bisher auch noch nicht! Sieht irgendwie niedlich aus.
HASI: Was hat er denn?
BAPHOMET: Vielleicht’n Hörsturtz?
ICH: Willst’e ‘n Taschentuch?
Er will keins. Und der seltsam starre Blick in seinen Augen zeigt mir, daß es wohl besser wäre ihn erstmal in Ruhe zu lassen. Wahrscheinlich denkt er sich schon ein paar Foltermethoden für uns aus wenn wir wieder zu Hause sind. Falls wir jemals wieder nach Hause kommen!
ICH: Und was soll’n wir jetz’ machen?
BAPHOMET: Is’ doch ganz einfach, du Träne! Du wartest bis es dunkel ist, dann sieht dich sowieso Keiner! Du besorgst dir ein paar neue Klamotten die nich’ auffallen und kommst wieder her. Da fällt mir ein, du könntest ein paar Decken und so’n Zeugs mitnehmen. Mich nervt das andauernde Geklapper meiner Zähne!
ICH: Toll! Ich, Mephisto, der sich in jede beliebige Gestalt verwandeln kann, muß sich Klamotten kaufen wie jeder gewöhnliche Sterbliche auch! Wie Stillos.
BAPHOMET (keck): Wer sagt denn, daß du sie kaufen sollst! Überfall’ einen blinden Penner oder ‘nen alten Opa.
ICH: Wie entwürdigend!
BAPHOMET (kichernd): Ja, aber höllisch gemein! Hi, hi!
HASI: Ich will auch mit nach oben! Ich war seit 30 Jahren nicht mehr an der frischen Luft. Bitte, bitte, laß mich mitgehen!
ICH: Und bitte wie soll ich den Leuten da oben klar machen, warum ich ständig einen quasselnden Haufen Gedärme mit mir herumschleppe?!
HASI: Du mußt mich nicht tragen! Ein halbes Bein ist schon wieder nachgewachsen und mit der Rechten Hand kann ich sogar schon wieder Nasenbohren!
ICH: Nein!
HASI: Ich kann ganz von alleine kriechen, ehrlich!
ICH (ärgerlich): Oh! Das ist natürlich was anderes. Das fällt sicher auch garnicht auf, wenn ein blutverschmierter Zombie-Kobold hinter mir herkriecht.
Hasi fällt auf seine nichtvorhandenen Knie und guckt mich aus traurigen Augen an.
HASI (flehend): Biiiitteeee!
Jetzt tut er mir fast leid, der Hasi. Ich kann einfach keine Leiche weinen sehen.
ICH: Na gut. Aber erst wieder wenn du wieder völlig zusammengewachsen bist! Und wenn Belial von seiner Erkundungstour zurück ist.
HASI: Danke, danke, danke!!!
BAPHOMET: Hast dich wieder breitschlagen lassen was, he,he!
ICH: Wenn hier einer breitgeschlagen ist, dann der Hasi!
Baphomet und Ich kichern boshaft. Ich verstumme jedoch schlagartig als mich eine eiskalte Pranke von hinten an der Schulter packt und grob herumreißt. Ich glotze in die blitzenden Augen von Azrael.
BAPHOMET (kichernd): Hey, Azzi. Was’n das für ‘ne schwule Anmache!? Hä,hä!
Azrael legt einen Finger auf seine nichtvorhandenen Lippen und deutet dann in einen der Abwasserschächte! Ein heiseres Flüstern weht mir aus dem finsteren Loch entgegen.
ICH (frierend): Ist da jemand?
BAPHOMET: Wahrscheinlich die Katzen, die Hasi mit seinem furchtbaren Gejohle angelockt hat!!! Har, har!
Ich hätte eigentlich gelacht, aber die eisige Klaue Azraels umschloß immer noch meine Schulter. Boa, kalt! Der is’ so cool, der kackt bestimmt Eiswürfel.
ICH: Sag mal, Alter. Wie hältst du das aus? Du bist schweinskalt. Säufst du Frostschutzmittel oder so’n Zeug?
Azrael gibt wie immer keine Antwort. Er zuckt nur mit den Schultern und läßt mich dann los.
ASTAROD (hat sich inzwischen beruhigt): Halt mal ‘s Maul Boni! Ich glaub’ da is’ tatsächlich jemand!
Die Geräusche sind lauter geworden. Hört sich an wie hecheln. Ich rufe lauthals in den finsteren Gang hinein.
ICH : Belial! Bist du das !?
ASTAROD (ärgerlich): Was fällt dir ein so rumzuplärren!
Ein seltsam blökender Laut kommt aus dem Schacht, gefolgt von einem gequältem Stöhnen. Klingt ganz schön unheimlich. Wenn ich nich’ schon tot wär’, hät’ ich ,glaub’ ich, ganz schön Angst. Hasi guckt mit großen Augen abwechselnd zu mir und dann wieder zu Astarod.
HASI (flüsternd): Was is’ das?
BAPHOMET: Hörte sich an wie’n Schaf.
Astarods Augen verengen sich zu Schlitzen und er macht einen entschlossenen Schritt in Richtung Schacht. Wieder ist ein dumpfes Blöken zu vernehmen. Diesmal lauter.
ASTAROD (knurrend): Was immer das ist, wir finden’s raus. Azrael! Kümmer dich drum!
Azrael schwebt wortlos (wie immer) an uns vorbei und in den Gang hinein. Dabei zieht er sein wahrhaft gigantisches Schwert.
BAPHOMET (freudig grinsend): Jetzt gibt’s endlich was zu lachen! Hoffentlich läßt Azzi mir was über. Hä! Wäre doch schade wenn er allein den ganzen Spaß hat!
Wir warten. Das Blöken ist etwas leiser geworden. Aber dafür steigert sich dieses unmenschliche Stöhnen zu einem wahren Urgeschrei. Eine johlende Stimme dröhnt aus dem Gang.
STIMME: Ahhhh, jaa, komm her du geile Sau! Ahh, Ahhh. Ja so ist’s gut. Boah!
ANDERE STIMME: Mähhh, mähähä.
Verdutzt glotzen wir uns an. Der wird doch wohl nicht...
Doch mit einem Mal ist es vorbei. Stille. Fast eine Minute passiert gar nichts. Dann plötzlich ein markerschütternder Schrei.
STIMME: AHH!!. Was zur Hölle ist DAS?
BAPHOMET: Zur Hölle? Wie recht er doch hat. Har, har.
Keine zwei Sekunden später stürmt ein nackter Mann in heller Panik aus dem Gang. Dicht gefolgt von einem schwarzen Lämchen. Als sie uns sehen ergreifen sie schreiend (und blökend) die Flucht und sind in nullkommanichts in der Dunkelheit der Kanäle verschwunden.
ASTAROD (grunzend): Abartiger Kinderficker.
ICH (kichernd): Als ob du sowas noch nie gemacht hättest!
ASTAROD (grinsend): Ein paar mal schon, aber die waren alle schon erwachsen. Außerdem bevorzuge ich lieber ein paar geile Bräute aus’m Höllenpuff!
Azrael kommt aus dem Schacht geschwebt. Sein Schwert hat er weggesteckt. Dafür hält er jetzt einen ellenlangen schwarzen Gummiphallus in der Hand. Triumphierend schwingt er seine Beute über den Kopf. Ziemlich grotesk. Dann schwebt er zu Hasi und schiebt den Schwanz mit einem unappetitlichen Knirschen in seine Leistengegend. Äußerst grotesk! Hasi guckt mit leuchtenden Augen auf sein neues Teil. Alle brüllen vor lachen! Wußte garnicht das Azrael Humor hat, der alte Eiszapfen. Nur Baphy sieht etwas enttäuscht aus der Wäsche.
BAPHOMET: Warum haste ihn nich’ in tausend Stücke gehau’n?
ICH (lachend):Was soll’s! Der hatte eh’ genug.
BAPHOMET (brüllend): Nein! Ich will BLUT sehen!!!!
ASTAROD: Genau, du Volldepp. Wir bringen ihn um und kaum is’ er tot, rennt er zu Petrus und verklickert ihm alles!
BAPHOMET (schmollend): Wäre eh’ zu uns runter gekommen!
ASTAROD: Ja, aber vorher wäre er vor’s jüngste Gericht gestellt worden. Dann hätte Petrus seine Akte gelesen. Und da steht dann drin: ‘Von Dämonen aus der Hölle zerfleischt’. Was glaubst du wie schnell wir dann die ”Weiße Macht” am Arsch hätten? Geht das nicht in deinen leeren Schädel, du unnützer Türstopper!?!
Erklärung: Weiße Macht = Geheimdienst des Vatikans. Alles Irre, die sich für den Exorzisten oder Jesus halten.
BAPHOMET: Hach, meno!
Schmollend kugelt Baphy von dannen. Hasi spielt begeistert mit seinem Gummipenis und Azrael schwebt wieder in seine Ecke und nimmt seine ‘Kleiderständer’-Haltung ein. Astarod beginnt wieder nervös auf und ab zu rennen und meine Wenigkeit ist damit beschäftigt sein Outfit der Außenwelt anzupassen. Also alles wieder beim Alten!
Es vergehen ungefähr zwei Stunden als plötzlich ein triumphierendes, irres Gelächter durch die Tunnel des Abwassersystems dröhnt. Belial! Eindeutig! Und da kommt er auch schon angerauscht. Sein loderndes Flammenschwert wirft einen unheimlichen Schein an die glitschigen Wände. Seine Augen sprühen Feuer und seine schuppige, rote Haut ist von oben bis unten mit Blut bespritzt. Stolz hält er einen menschlichen Kopf in der Hand, wirft ihn in die Luft und kickt ihn ca. 100 Meter weit durch den Gang. Platschend landet er irgendwo im Dunkeln.
Baphomet und Hasi grölen begeistert. Astarod hingegen scheint das Herz stehengeblieben zu sein. Mit finsterer Mine stiert er Belial an.
ASTAROD: Was, um Satans Willen, hast du jetzt gemacht!?!
BELIAL (gleichmütig): Fußball gespielt. Warum?
BAPHOMET(kugelt sich vor lachen): Har, har, is’ das geil!!
ASTAROD: Du...dududu... VOLLIDIOT!!! Du hast ihn umgebracht!!
BELIAL (verdutzt): Was hast’n du jetzt? Hast du mir doch selbst beigebracht!
Astarod packt Belial am Kragen, hebt ihn mit einer Hand hoch und donnert ihn gegen die Kanalwand. Belial, der gar nich’ weis wie ihm geschieht, bleibt erstmal benommen liegen.
ASTAROD: Unsere Tarnung wird auffliegen , du Gehirnmutant! Wenn Petrus das erfährt ist es aus! Wir werden alle verdammt!!
HASI (angstvoll): Oh, nein! Ich will nich’ exorziert werden!
BELIAL (stammelnd): Aber, aber ... wiwiso... ich hatte doch nur die besten Absichten! Ich..ich wollte doch nur das Lämchen vor dem Sodomisten retten...
Wie zur Antwort tönt plötzlich ein Blöken aus dem Tunnel und das schwarze Schaf kommt angelaufen. Schützend stellt es sich vor Belial und blökt trotzig in Astarods Richtung. Baphomet und mich ereilt ein spontaner Lachanfall. Astarod klatscht sich mit der flachen Hand auf die hornbewährte Stirn.
ASTAROD: Ouhhh!
Belial fletscht grinsend sein Haifischgebiß und tätschelt dem Schaf liebevoll den Kopf. Sieht abartig aus. Immerhin könnte er das Vieh mit zwei Fingern zerquetschen.
BELIAL (stolz): Ich hab’ es Luzi getauft!
Ich dachte schon, Astarod würde wieder einen Weinkrampf bekommen aber er reißt sich zusammen.
ASTAROD (gefaßt): Gut, was passiert ist, ist nun mal passiert. Schreiten wir also zur Schadensbegrenzung. Azrael! Ich brauch ‘ne Verbindung zum Alten.
Azrael schnippt lässig mit den Fingern und ein wabbelnder Kreis aus leuchtendem Nebel erschien vor ihm. Es dauert nicht lange und ich kann die Fratze des Alten darin erkennen.
SATAN (wütend): Wer stört mich beim Pokern?
ASTAROD: Wir sind’s Eure Spielsüchtigkeit! Wir haben einen Code 2. Wiederhole, wir haben einen Code 2.
SATAN: Waaas? Ich sagte doch ihr sollt da oben keinen Scheiß machen!
ASTAROD: Sorry, Eure Übellaunigkeit aber es war unvermeidbar.
Astarod wirft Belial einen bösen Blick zu.
SATAN: Nun, gut. Wer ist es?
ASTAROD: Seinen Namen wissen wir nicht. Aber er ist ein Sodomist und Belial hat ihm den Kopf abgehackt.
SATAN: Hm, das is’ wenig. Na gut, mal sehen ob ich seine Seele noch abfangen kann. Ich schicke Vertigo. HQ over!
ASTAROD: Einsatz Team 1, Over and out.
ICH: Scheiße, auch!
ASTAROD (zuversichtlich): Laß das mal den Alten machen. Keine Sorge!
So jetzt hieß es warten und hoffen...
KAPITEL 3 - Ende eines Sodomisten
Die Eingangshalle war brechend voll! Die Ausmaße des Doms waren gewaltig aber er war dennoch zu klein um die riesige Menge an Personen aufzunehmen die, als scheinbar endloser Strom, durch das Eingangstor drängten. An den 100 Meter hohen grau polierten Marmorwänden der Halle waren Lautsprecher angebracht worden, die unaufhörlich Anweisungen und Informationen ausspien. Zwischen den Menschenmassen wuselten unzählige, in graue Umhänge gehüllte, kleine Gestalten scheinbar ziellos umher und versuchten verzweifelt Ordnung in das Chaos zu bringen. Auf der anderen Seite des Doms gab es mehrere Ausgänge. Auch dort standen einige der grauen Ordner und verteilten Kärtchen an die wartenden Personen.
Vertigo, der Höllenhund, steht nervös vor einem der Ausgänge über dem ein Schild mit der Aufschrift ‘Mordopfer’ prangt. Ungeduldig tritt er von einem Bein auf das andere. Er wartet auf ein ganz bestimmtes Zeichen.
Eine bleiche Gestalt taucht vor ihm aus der Menge auf und kommt mit schlurfenden Schritten auf ihn zu.
VERTIGO: Mordopfer?
GESTALT: Nee, Herzinfarkt.
VERTIGO (enttäuscht): Zweiter Ausgang von links, bitte.
GESTALT: Danke...
Verdammt! Wieder nicht der Richtige. Drei weitere Personen drängen auf ihn zu.
VERTIGO (hoffnungsvoll): Mordopfer?
Alle drei nicken.
VERTIGO: Na, super!! Äh...äh ich meine wie traurig. Todesursache?
PERSON: La Familia hat uns in Beton gegossen.
VERTIGO: Alle drei?
PERSON: Si, senior
VERTIGO (säufzend): Hmm. Na gut. Der Ausgang hinter mir, bitte.
PERSON: Grazie, senior.
Vertigo reicht jedem eine Eintrittskarte. Dann konzentriert er sich wieder auf das Geschehen in der Halle. Es kann doch wohl nicht so schwer sein jemanden ausfindig zu machen, der von einem Dämon in zwei Hälften gehackt wurde! Er stand hier schon seit Stunden! Nichts! Keine Spur von ihm! Vielleicht hat er sich verlaufen? Kann wohl auch nicht sein. Plötzlich tippt jemand Vertigo von hinten auf die Schulter. Als er sich umdreht, kann er nur mit Mühe einen Fluch unterdrücken. Das mußte ja kommen! Hinter ihm steht Petrus.
PETRUS (mit gespielter Überraschung): Vertigo! Sowas. Du hier? Was treibt dich den aus deinem finsteren Loch?
VERTIGO: Ähäm... also. Ich mach hier nur meine Job, weißt du.
PETRUS: Hat dich Luzifer degradiert? Zu solch niederen Aufgaben warst du dir doch sonst immer zu schade!
VERTIGO (stammelnd): I..ich brauchte m..mal ‘n bißchen Abwechslung. Seelen jagen wird auf die Dauer langweilig, ähäm...
PETRUS (nachdenklich): Hm, verstehe. Und du bist nicht zufällig hier weil du etwas für deinen Herrn ausspionieren sollst? Etwas von dem ich nichts wissen soll?
Verdammt. So leicht ist Petrus nicht einzuwickeln! Ist ja nicht umsonst Chef der Himmlischen Spionageabwehr. Da hilft nur Trick 17.
VERTIGO: Ok, ok. Du hast mich durchschaut! Ich soll für meinen Boß einen neuen Leibdiener besorgen. Den alten hat Luzifer bei einem seiner Wutausbrüche zermanscht.
PETRUS: Heute werden noch genug verlorene Seelen verurteilt. Warum suchst du dir nicht eine davon aus?
VERTIGO: Du weißt doch wie ungeduldig der Alt..äh Luzifer manchmal sein kann. Wenn er was will, dann immer gleich, und auf der Stelle. (Erinnert mich an meine Freundin).
PETRUS: Du weißt aber schon, daß es gegen die Regeln ist eine Seele vor ihrer rechtskräftigen Verurteilung zu hohlen.
VERTIGO: Was glaubst du denn, warum ich mir hier schon den ganzen Tag die Beine in den Bauch steh’ und die Leute nach ihrer Todesart ausquetsche? Ich werde natürlich nur jemanden mitnehmen, der sowieso zu uns runter gekommen wäre. Außerdem kann er ja nachträglich noch eine Verhandlung beantragen.
PETRUS (stöhnend): Und der Papierkrieg der dabei wieder entsteht? Ich sehe schon die Berge von Akten vor mir. Anträge, Berufungsschreiben, Verhandlungsaufschiebungen, Verwaltungskosten, Verfahrensnachweise etc.
VERTIGO (aufmunternd) Du schaffst das schon!
PETRUS: Hm, ok. Aber ich behalte dich im Auge, Vertigo! Verstanden?
VERTIGO: Geht schon klar.
Petrus macht auf dem Absatz kehrt und verschwindet in der Menge. Puh! Das war knapp. Vielleicht doch etwas subtiler vorgehen, beim nächsten mal. Vertigo holt tief Luft und begibt sich dann wieder auf seine vergeblich scheinende Suche.
VERTIGO (zu sich selbst): Wenn ich den Typen verpaßt hab’, schlägt mir der Alte den Schädel ein! Das fehlt noch.
Kawumps!! Vertigo rennt gedankenverloren einen der grauen Ordner um. Dabei verliert er selbst das Gleichgewicht und fliegt ganz übel auf die Fresse. Vertigos Umhang zerreißt und seine, mit dolchartigen Zähnen gespickte, Höllenhundfratze kommt zum Vorschein. Andere Ordner werden aufmerksam und blicken mißtrauisch zu ihm herüber.
VERTIGO: Aua, du Vollidiot! Mein Tarnung!!
ORDNER: Himmel Arsch und Zwirn, so ‘ne verdammte Scheiße nochmal. Kannst du nich’ aufpass’n du Sohn eines arschgewixten... Vertigo?
VERTIGO: Gabriel?
Mühevoll rappeln sich die beiden auf und glotzen sich verdutzt an.
VERTIGO: Was machst’n du hier? Und warum läufst du in dieser bescheuerten Kluft rum.
GABRIEL: Das Selbe könnt’ ich dich auch fragen, Hundeschnauze!
Beide sehen sich gehetzt um und versuchen sich wieder unauffällig in ihre grauen Kutten zu hüllen.
GABRIEL: Ah, wie ich seh’ willst du auch nich’ erkannt werden!
VERTIGO: Ganz recht. Aber du bist doch ein Erzengel. Wo sind deine Flügel? Und dein Heiligenschein? Und warum versteckst du dich?
GABRIEL: Wir sind heut’ aber wieder besonders neugierig, hm?
VERTIGO: Berufsgewohnheit.
GABRIEL (heißer lachend): Das sieht dir ähnlich. Suchst wohl nach ‘ner extra Zwischenmalzeit. So ‘ne Seele am Morgen, vertreibt Hunger und Sorgen, was? Hä, hä.
VERTIGO: Äh, so in der Art, ja.
GABRIEL: Hab’ da vorhin beim Eingang so‘nen Kerl rumlungern seh’n. Genau deine Kragenweite. War schon in leckere kleine Häppchen zerteilt. Hä, hä.
VERTIGO (hellhörig): Was? Wie meinst du das?
GABRIEL: Na ja, so’n Typ halt. Trug seinen Kopf unter’m Arm. Sah witzig aus!
VERTIGO: Genau sowas such’ ich! Danke für den Tipp.
Vertigo läßt sich auf alle vier Pfoten fallen und spurtet zähnefletschend davon. Er hatte schließlich einen Auftrag zu erfüllen!!
GABRIEL (hinterher brüllend): Hey, und wenn Michael nach mir fragt, die schwule Sau, du hast mich nicht gesehen!!! Klar?!?
VERTIGO: Alles klar!
GABRIEL (etwas leiser): Hach, ist das alles aufregend. Ich hätte damals doch die Seiten wechseln sollen...
Vertigo bahnt sich beißend und knurrend einen Weg durch die Menschenmasse, wobei er auf seine Tarnung scheißt und rücksichtslos alles niedermäht was ihm in die Quere kommt. Nach kurzer Zeit erreicht er den Eingang. Und tatsächlich, da vorne steht er! Das muß er sein! Vertigo beobachtet aus den Augenwinkeln wie einige der Ordner scharfe Schwerter ziehen und auf ihn zurennen. Jetzt aber hurtig...
Das einzige was der Sodomist noch sah, war ein dunkler, verschwommener Schatten der mit unglaublicher Geschwindigkeit auf ihn zuschoß, ein silbern glänzendes Haifischgebiß und dann...Schwärze...
PETRUS: Sauerei!! Er hat eine Seele gestohlen! Haltet ihn!!
Doch Vertigo und der unglückselige ‘Schafzüchter’ waren spurlos verschwunden...
KAPITEL 4 - Das Höllenloch
Der Alte tobte.
Und zwar schon seit Stunden! Regungslos und mit furchtsamen Augen stehen wir um den wabbernden Nebelkreis herum und starren auf die haßverzerrte Fratze des Satans. Seine mächtige Stimme poltert durch die Tunnel des Abwassersystems und sein Zorn scheint kein Ende zu finden.
SATAN (brüllend): Welcher Engel hat mich geritten als ich diese erbärmliche Filzlaus da auf diese Mission geschickt hab’?!?
Dabei deutet er auf Belial, der immer tiefer in sich zusammensinkt.
SATAN: Hab’ ich nicht gesagt ihr sollt da oben keinen Blödsinn veranstalten!?! Hab’ ich nicht gesagt bleibt unauffällig? Und was macht ihr! Metzelt den Erstbesten ab, der euch unter die Finger kommt! Es ist nicht zu glauben! Und du, Astarod! Ist das das Beste was du nach 10000 Jahren Hölle zu bieten hast? Du kannst nich’ mal auf deine eigenen Leute aufpassen!! Warum, glaubst du hab’ ich dich zum Erzteufel ernannt? Aus Nettigkeit, vielleicht?
ATSAROD (kleinlaut): Aber wir konnten ja nich’ wissen, daß der Kerl ein Priester war.
SATAN: Verdammt sollst du sein, du Narr! Hab’ ich nich’ gesagt, haltet euch von Geistlichen fern? Ich halt´s nich’ aus, lauter unfähige Vollidioten!
ICH: Aber Vertigo hat ihn doch erwischt, oder?
SATAN: Vertigo! Diese elende nichtswürdige Kreatur! Ich sagte, halt’ dich bedeckt und schlag’ unauffällig zu. Und was macht dieser Sohn einer Hündin? Veranstaltet in der Eingangshalle ein Massaker! Zwölf unschuldige Seelen hat er geholt. Könnt’ ihr euch eigentlich vorstellen welchen Ärger ich jetz’ am Hals hab’? Petrus hat mich auf 250 Seelen Schadensersatz verklagt! Und die Gerichtskosten erst! Am liebsten würd’ ich euch alle zurückholen und für 1000 Jahre in die Gaskammer sperren! Aber diese Sache hat mich inzwischen schon zuviel gekostet. Jetzt machen wir weiter!
BAPHOMET (warnend): Vorsicht, Eure Ruchlosigkeit, das könnte einen neuen Krieg zwischen Gut und Böse heraufbeschwören!
SATAN (hysterisch kreischend): Und wenn’s die Apokalypse is’! Scheißegal! ICH WILL DIESE VERDAMMTE SEELE HABEN!!
Plop! Der Kreis löst sich auf und angenehme Ruhe erfüllt die Kanalschächte.
ASTAROD: So getobt hat er nich’ mehr, seit ihn Michael aus dem Paradies geschmissen hat.
ICH: Ich bin immer noch taub!
BAPHOMET (grinsend): Wär’ ich auch, wenn ich Ohren hätt’.
ICH: Und wie geht`s jetzt weiter?
ASTAROD: Weiter nach Plan. Du gehst nach oben und bringst in Erfahrung wo sich dieser Riegl aufhält. Dann wird Azrael den Rest besorgen. Und Belial!
BELIAL: Äh, jo?
ASTAROD: Keine Extratouren mehr! Ist das klar?
BELIAL: Is’ klar, Chef.
LUZI: Mähhh!
ASTAROD: Hasi! Zieh deinen Schwanz aus dem Schaf!!
HASI: ‘Tschuldigung...
Mitternacht. Vollmond. Nebel. Perfekt!! Ich schleiche auf leisen Sohlen durch die Nacht. Meinen schwarzen Kapuzenumhang hab’ ich verwegen über meine Schultern geschlungen und die Lederstiefel erzeugen ein bedrohlich wirkendes Klacken auf dem Asphalt. Ha, fast wie Früher! Über 200 Jahre hat es gedauert, aber nun wandelt Mephisto wieder auf Erden!! Leider gibt es keine Gaslaternen mehr. Nur noch diese ekelhaften Halogenstrahler die die ganze düstere Atmosphäre kaputt machen. Außerdem nervt mich das dröhnen dieser lästigen Automobile die andauernd an mir vorbeifahren. Keine Kutschen mehr - wie unromantisch. Nach etwa einer Stunde ziellosem Umherirren durch menschenleere Straßen (ich weiß ja nicht mal in welcher Stadt ich mich befinde) begegne ich zum erstenmal seit 200 Jahren wieder einem lebenden Menschen. (Den Irren im Kanal wollen wir jetzt mal nicht mitzählen. Der war ja auch kein richtiger Mensch, sondern Priester.) Er sitz auf einer Parkbank und nuckelt genüßlich an einer Dose Bier. Seine langen grünen Haare fallen ihm bis auf die Schultern herab. Er hat sich Ringe durch Nase und Ohren gesteckt und ist komplett in Schwarz gekleidet. Ein langer, vergammelter Ledermantel hängt an ihm herab und dicke eisenbeschlagene Ketten sind um seine Stiefel geschlungen. Der sieht ja furchterregend aus! Als er mich sieht fängt er an zu grinsen und kommt auf mich zu gewankt.
MANN: Ey, geil ey. Wußt’ gar nich’ das Heut’ ‘ne Gruftparty steigt! Siehst voll Kraß aus, ey! Kann ich mitkomm’n?
ICH: Wie, äh. ‘Ne Party in einer Gruft?
MANN: Boahahaha, du bist ja voll kraß drauf, ey. Will’se ‘n Bier? Rülps!
ICH: Äh...Warum nicht.
MANN: Da Alter voll’s geile Zeuch.
Er reicht mir die Dose Bier und ich nehm’ einen kräftigen Schluck. Sofort wird mir klar was ich all die Jahre vermißt habe!
MANN: Boah, hast du’n Zug. Sag’ ma’, ey, wie heißt’n du?
ICH: Man nennt mich Mephisto.
MANN: Yeah, kommt voll cool. Echt kraß geil! Ich bin Rasierklinge!
Begeistert klopft mir der Kerl auf die Schulter. Hm, die Zeiten in denen mein Name Furcht und Schrecken verbreitet hat, sind wohl endgültig vorbei.
ICH: Rasierklinge?
RASIERKLINGE: Jo, und du bist Mephisto! Mephisto und Rasierklinge! Hört sich echt scharf an, ha, ha. Ich glaub wir funken auf der gleichen Wellenlänge!
ICH: Bitte was?
Begeistert zieht Rasierklinge seinen Mantel aus. Darunter kommt ein T-Shirt zum Vorschein. In großen Lettern steht darauf geschrieben ‘SONS OF SATAN’
ICH (verdutz): Äh, hübsches Shirt. Wo hast’n das her?
RASIERKLINGE: Im Heavyshop gekauft, wieso?
ICH (entsetzt): Sowas kann man heute kaufen?
RASIERKLINGE: Äh, ja klar. Wo hast’n du deine Kluft her?
ICH (unsicher): Selbst gemacht?
RASIERKLINGE: Boah geil. Du bist echt Megakraß!! Weißte was? Hab’ gehört die mach’n im ‘Höllenloch’ heut’ voll die geil Black Metal Party. Woll’n ma hin?
ICH: Höllenloch? Black Metal?
RASIERKLINGE: Logo, ‘Höllenloch’, kennst’e doch. Voll die geile Kneipe! Da geht der Punk ab!!
Ich sollte mich wohl schleunigst an die Lebensweise der heutigen Menschen gewöhnen. Sonst mach ich mich hier noch zum Affen! Also willige ich ein, und laß mich von Rasierklinge mitschleifen.
Er hatte recht. Es war die Hölle!
Schon an der Eingangstür lauert eine riesige, muskelbepackte Gestalt die vom Aussehen her, Belial gar nicht so unähnlich ist. Statt einem Flammenschwert hält er aber einen Baseballschläger in der Hand und statt der Haifischzähne hat er sich Sicherheitsnadeln durch die Lippen gesteckt.
TÜRSTEHER(unfreundlich): Wos’n der Clubausweis?
ICH: Der was?
RASIERKLINGE: Hey Bull! Ey, man, ey. Bist’e bescheuert! Das is’ Mephisto!
BULL (genervt) : Kein Clubausweis, keine Party.
RASIERKLINGE: Aber der...
ICH: Laß’ nur Rasierklinge. Wie kann ich denn Clubmitglied werden?
BULL: Hm, hast’n Joint?
Verdammt, jetzt hätt’ ich Hasi gut gebrauchen können!
ICH: Nee.
BULL: Hast’e Pech gehabt, hä,hä!
RASIERKLINGE (triumphierend): Ich hab einen!
BULL: Von dir will ich keinen. Du hast ja schon ‘nen Ausweis!
Das wird mir jetzt zu blöd. Ich pack den Riesen am Kragen, heb’ ihn hoch, wirbele ihn dreimal im Kreis herum und schmeiß ihn weg. Er segelt, mit ungläubig aufgerissenen Augen, ungefähr zehn Meter durch die Luft und landet dann mit lautem Krachen zwischen ein paar Mülltonnen. Benommen bleibt er liegen.
RASIERKLIGE: Booooaaahh! Kraß! Scheiße, mir haut’s den Vogel raus! Wie hast’n das gemacht?
Gleichmütig zucke ich die Achseln. Dieses Menschlein hatte meinen Höllenkräften nichts entgegenzusetzen.
ICH: Äh...ich hatte Glück...
RASIERKLINGE: Waahhnsinn! Du bist so cool! Boah! Das muß ich gleich Kiefer und Scheißhaufen erzählen! Komm’ mit!
Ich folge Rasierklinge in das ‘Höllenloch’. Es ist fast wie daheim. Ziemlich tot wirkende Gestalten, die man zu meiner Zeit sicherlich alle verbrannt hätte, tummeln sich im gespenstischen Halbdunkel. Fackeln brennen an den gemauerten Wänden und Nebel steigt aus allen Ritzen. Aus großen Lautsprechern dröhnt satanisches Gebrüll und seltsam anmutende, rauschende Windgeräusche. Hier handelt es sich wohl um das Black Metal. Totenköpfe grinsen von den Wänden und rote Scheinwerfer tauchen die ganze Szenerie in ein wahrhaft höllisches Licht. Es stinkt nach Rauch, Bier und Exkrementen. Hier gefällts mir!!!
Rasierklinge stellt mich Kiefer und Scheißhaufen vor. Beide Namen sind ziemlich zutreffend für die beiden Typen. Kiefer hat ein Kinn wie ein Hammerhai und seine Zähne sind spitz zugefeilt. Und Scheißhaufen stinkt wie der Selbige.
RASIERKLINGE: Boah! Mephisto is’ voll fertig! Hättet ihr seh’n soll’n! Hat Bull einfach so in der Luft rumgeschmissen. Fast wie bei ‘Rückkehr der fliegenden Karate-Zomies ,Teil 3’!
SCHEIßHAUFEN: Echt?!
KIEFER: Is’ ja voll krank!
Wenn alle Menschen heute so leben, frage ich mich ernsthaft wofür es noch die Hölle gibt.
RASIERKLINGE: Hey, Mephisto! Wills’n Bier?
ICH: Immer!
Aus dem Bier wurden dann doch mehr...so 30 ungefähr. Da ich ja schon tot bin kann ich natürlich saufen wie’n Loch ohne besoffen zu werden. Ich war der Brüller des Abends! Ich hätte die nächsten 500 Jahre hier sitzen können aber leider war ich ja nicht zum Spaß hier. Dummerweise war es mir nicht möglich, auch nur ein Sterbenswörtchen aus dem besoffenen Haufen herauszuholen. Immer wenn ich nach Stalf Riegl fragte bekam ich entweder eine lallende Antwort oder gar keine. Als ich es mit Corrinna May versuchte kotzte mir Kiefer prompt auf die Schuhe. Mist. Na ja ein bißchen was hat der Abend schon gebracht. Rasierklinge hat mir sein ‘SONS OF SATAN’ - Shirt geschenkt. Und Ozzie der Wirt hat mich zum Stammgast erklärt. Kein Wunder. Ich hab’ geblecht wie’n Großer. War aber kein Problem. Geld herbeizaubern kann ich aus’m ff. Als mich Rasierklinge und sein schräger Haufen endlich gehen lassen wird es schon wieder hell.
RASIERKLINGE: Hey, Mephisto. Wie sieht’s aus. Geh’n wir noch’n bißchen über’n Friedhof, die Gräber anpissen?
ICH: Waas?
KIEFER: Na, strullern, halt. Und den Nachtwächter im Scheißhaus einsperren!! Hi, hi!
ICH: Äh, nein danke. Ich glaub’ ich geh’ jetzt lieber heim.
RASIERKLINGE: Wo wohnst’n?
ICH: Im Abwasserkanal, adios.
Schnell mach’ ich mich vom Acker. Und such’ den nächstbesten Zugang zum Kanal. Rasierklinge und seine Gang blicken mir nach.
KIEFER: Der ist cool.
SCHEIßHAUFEN: Hoffentlich kommt der mal wieder vorbei.
RASIERKLINGE: Jo, ein Teufelskerl!
KAPITEL 5 - Baphomets Fluch
ASTAROD (brüllend): Das ist alles? Ein vergammeltes T-Shirt und ein Clubausweis?
ICH: Na ja, irgendwie schon.
ASTAROD: Eine Meisterleistung, Boni! Wirklich toll! Ich hätte genauso gut das Schaf schicken können!
BAPHOMET: Wieso? Is’ doch’n hübsches Shirt, hä, hä! Boni hat Geschmack.
ICH (wütend): Halt’ die Fresse, Baphy!
BAPHOMET (streitlustig): Wen nennst du hier Baphy, hä?
ICH (Baphy ignorierend): Und jetzt?
ASTAROD: Wir suchen weiter. Vielleicht besser am Tag. In der Nacht scheinen sich ja merkwürdige Typen herumzutreiben.
ICH: Also ich fand die ganz nett.
ASTAROD (wieder brüllend): Du sollst aber niemanden nett finden, du sollst diesen scheiß Riegl finden! Kapiert!
Astarod war in letzter Zeit ziemlich leicht reizbar, ist mir aufgefallen. Ein heißes Lavabad würde seinen Nerven sicher gut tun. Aber sowas ist auf Erden leider nicht an jeder Ecke zu finden.
ICH: Ok, ok. Ich mach mich gleich auf die Socken, reg’ dich ab. Und ich würde gerne Baphomet dabei haben.
ASTAROD: Meinetwegen.
BAPHOMET: Au ja!
HASI: Und ich!
ASTAROD: Wachs du erstmal wieder richtig zusammen, klar? So wie du aussiehst kannst du dich nirgends blicken lassen!
HASI: Aber ihr könnt mich an die Leine nehmen und sagen ich bin euer Hund!!
ICH (grinsend): Der gerade vom Bus überfahren worden is’?
Baphomet bricht in schallendes Gelächter aus.
ICH: Wo is’ eigentlich Belial?
ASTAROD: Der vergnügt sich irgendwo mit dem Schaf.
ICH: Ach so. Na gut dann geh ich mal wieder.
Ich klemm’ mir Baphomet unter den Arm und gehe. Astarod plärrt uns hinterher.
ASTAROD: Hey Boni! Fällt das nich’ auf mit ‘nem sprechenden Totenschädel unter’m Arm?
ICH: Das laß nur meine Sorge sein!
Keine Sekunde später hat uns auch schon die Dunkelheit des Tunnels verschluckt.
BAHPOMET: Das is’ entwürdigend!
ICH: Halt die Klappe.
BAPHOMET: Ich ersticke hier drin!
ICH: Du bist schon tot.
BAPHOMET: Hey, wackel nich’ so. Mir wird ganz flau im Magen!
ICH: Du hast überhaupt keinen Magen.
BAPHOMET: Ich will HIER RAUS!
ICH: Keine Chance.
BAPHOMET: Ich schrei!
ICH: Dann werf’ ich dich in die nächstbeste Mülltonne.
BAPHOMET: Dann mach’ wenigstens den Deckel hoch, damit ich was sehen kann.
ICH (seufzend): Na gut, du Nervensäge!
Ich öffne den Deckel des vergammelten Schuhkartons, den ich im Abwasser gefunden hab’. Baphomet’s Schädel kommt röchelnd zum Vorschein.
BAPHOMET: Satan sei Dank. Ich dachte schon ich muß ein zweites mal den Löffel abgeben.
ICH: Sei nich’ so mädchenhaft. Wie bist du eigentlich gestorben?
BAPHOMET: Das erzähl’ ich dir wenn du groß bist, Bonilein.
ICH: Noch so ‘ne Antwort und der Deckel kommt wieder drauf!
BAPHOMET: Bloß nich’!!
ICH: Sei jetz’ mal still. Ich muß mich konzentrieren.
Angestrengt versuch’ ich mich in dem Chaos des Verkehrs zurechtzufinden. So viele Menschen! So viel Qualm von den Autos. Ich wünschte es wäre wieder Nacht. Und dieser Lärm. Ich sehne mich nach dem leisen blubbern unserer Lavaseen und der herrlichen Stille der Gebeinfelder. Toll wär’ jetzt auch ein bißchen von dieser neumodischen Black Metal Musik. Die war zwar auch laut, aber wenigstens irgendwie schön. Andauernd kommen irgendwelche Leute auf mich zu und woll’n ‘ne Mark von mir oder fragen mich ob ich ‘n Zehner wechseln kann. Bin ich die Heilsarmee? Andere wollen mir irgendwelche Heftchen andrehen und fragen ob ich an Gott glaube. Ich hab’ nur einmal mit ‘ja’ geantwortet, was sich als böser Fehler erwies, weil ich den Knilch ‘ne halbe Stunde nicht mehr losgeworden bin. Danach war ich aber geheilt, das sag’ ich Euch. Viele Menschen denen ich begegne gucken entgeistert auf mein schönes T-Shirt und schütteln pikiert den Kopf. Kunstbanausen! Eine alte Dame wollte mich sogar mit ihrem Regenschirm verdreschen.... Sie hatte einen tragischen Unfall an der nächsten Kreuzung als ich die Ampel von Grün auf Rot umspringen lies. Keiner schlägt Mephisto ungestraft! Wir kommen an Geschäften und Imbissbuden vorbei. Beim Anblick dieser ‘Hot Dogs’, schmecken mir sogar die kalten Gedärme wieder. Von allen Hauswänden grinsen mich halbnackte Weiber an die versprechen das ‘Blinki-Waschpulver jetzt noch weißer wäscht!’. Schon verrückt. Wenn die Menschen wüßten was sie nach dem Tod erwartet, würde es ihnen wahrscheinlich ziemlich egal sein wie weiß diese Blinki-Scheiße wäscht. Die Seele kann man nur im Höllenfeuer reinwaschen, und zwar porentief, hä,hä! Ich renn’ ziellos durch die Straßen bis mir ein Plakat ins Auge sticht, daß sich von all den anderen Werbeplakaten abhebt. Es ist schwarz und mit silbergrauer Farbe ist ein verblüffend gutes Portrait des Satans aufgemalt. Darunter steht in großen Buchstaben:
‘SONS OF SATAN, LIVEKONZERT, HEUTE ABEND IM HÖLLENLOCH, EINLASS 20.30’
ICH: Baphy, ich glaub’ das is’ ein Zeichen.
BAPHOMET: Ein Zeichen! Spinnst du? Was für ein Zeichen?
ICH: Ein Wink des Schicksals, sozusagen. Wir müssen da hin!
BAPHOMET: Wieso? Was soll das überhaupt sein?
ICH: Black Metal.
BAPHOMET: Was? Du bist doch behämmert. Dort sollen wir Riegl finden?
ICH: Ihn vielleicht nicht. Aber sicher einen Hinweis.
BAPHOMET: Warum bist du dir da so sicher?
ICH: Mein inneres Gefühl sagt mir, daß wir dort die Antworten finden die wir brauchen.
BAHOMET (höhnisch): Ah ja? Mein inneres Gefühl sagt mir, daß du jetzt völlig übergeschnappt bist. Eine Woche Folterkammer würde dir wohl ganz gut tun...
Ich mach’ den Deckel wieder drauf und geh’ pfeifend meines Weges.
BAHPHOMET (brüllend): Hey, du Arschloch. Mach den Deckel wieder auf! Hörst du mich, du bekloppter Gehirnmutant. Hey! Laß mich raus! Hilfe!!! Drecksau!! Hey! Hallo!! Hilfeeeee!
Ich ignoriere den plärrenden Baphomet und mach’ mich wieder auf den Weg in die Kanalisation. Ich war schon fast da. Aber leider nur fast! Ich will gerade die Schachtabdeckung anheben da erklingt hinter mir eine laute Stimme.
MANN: Was machen Sie da?
Erschrocken dreh’ ich mich um. Ein fetter, schwitzender Mann in einem Grünen Gehrock und einer lustigen Kapitänsmütze auf dem Kopf steht vor mir und mustert mich argwöhnisch mit seinen zusammengekniffenen Schweinsäuglein. Der Kerl sieht wirklich witzig aus. Ob das die Hofnarren des 20. Jahrhunderts sind? Ich lache freundlich und werfe ihm ein paar Groschen hin. Auf diese Reaktion war ich nicht gefaßt: der Typ explodiert!!
MANN (brüllend): Was, zum Teufel, soll das? Wollen Sie mich verarschen, oder was! Was glauben Sie wer Sie sind, sie Zivilist!!!
ICH (verdutzt): Äh, ich bin Mephisto.
MANN: Und ich bin Mutter Theresa!!! Glauben Sie ich bin blöd! Ich will sofort Ihren Ausweis sehen! Und so wie Sie aussehen, geben Sie mir noch gleich die Anschrift Ihres Bewährungshelfers!
ICH: Ähm, hören Sie mein Herr. Ich glaub’ hier liegt ein Mißverständnis vor...
MANN: Ich bin nicht Ihr Herr. Ich bin Oberwachtmeister Meier! Und jetzt her mit Ihren Papieren!!
Oberwachtmeister? Hier muß es sich wohl um eine Art Stadtgardisten handeln. Aber zu meiner Zeit trugen die noch Helebarden und hatten eine grimmig Visage. Respektspersonen halt. Dieser Kerl hier war eine Witzfigur!
ICH (verlegen): Ähm, ich glaub’ meine Papiere hab’ ich grad’ nicht bei mir!
OWM MEIER (grinsend): Dacht’ ich’s mir doch. Immer das selbe mit euch Gesindel!
BAPHOMET: Hey, Boni. Was is’ da draußen los?
Meier starrt auf die Schachtel.
OWM MEIER (lauernd): Was ist da drin?
ICH: Also, das wollen Sie bestimmt nicht sehen.
OWM MEIER: Das müssen Sie schon mir überlassen. Los, Deckel runter!
ICH (genervt): Na gut.
Ich nehm’ den Deckel ab und verblüfft glotzt der Wachtmeister auf Baphomets Totenschädel.
OWM MEIER (unsicher): Also, das ist doch...das ist aber kein Echter?
Baphomet reagiert prompt. Mechanisch läßt er seinen Unterkiefer auf- und abklappen und gibt surrende Geräusche von sich.
BAPHOMET: Ich bin Baphy der sprechende Schädel. Ich will mit dir spielen. Ich bin Baphy der sprechende....
OWM MEIER: Ein Totenschädel zum Aufziehen! Also, wo kriegt man denn so einen Schund her?
Ich sag’ das Erstbeste was mir einfällt.
ICH: Ähm, den hab’ ich im Heavyshop gekauft!
OWM MEIER (boshaft): Gekauft? Wohl eher geklaut, was?
ICH (langsam sauer): Hören Sie, ich hab’s absolut nicht nötig zu klau’n!
OWM MEIER: Oh, natürlich nicht, Sie ‘ham ja die Goldene American Express, har, har.
Ich weiß zwar nicht was eine American Express ist, aber ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß ich gerade beleidigt worden bin. Langsam geht mir die fette Sau auf die Nerven.
ICH: Ich kann in einer Minute mehr Kohle herbeischaffen, als Sie fettes Schwein in ihrem ganzen lächerlichen, kleinen Leben jemals verdienen werden. Außerdem, wußten Sie schon das Beamte in die Hölle kommen?
OWM MEIER (mit hochrotem Kopf) Aber, aber....das ist ja eine Ungeheuerlichkeit. Ich werde Sie Anzeigen wegen Beamtenbeleidigung, Sie unverschämter Tagedieb. Hiermit verhafte ich Sie im Namen des Gesetzes...
Mir reichts jetzt, das Gespräch wird allmählich langweilig. Doch noch ehe ich diesen Deppen zum schweigen bringen kann hüpft Baphy mit einem Urschrei aus seiner Schachtel und beißt sich in der Nase des Typen fest. Mit einem Entsetzensschrei taumelt der fette Wachtmeister nach hinten und fällt auf seinen Riesenarsch. Dabei löst er ein Erdbeben der Stärke 4 aus!
ICH: Baphy, nicht!
BAPHOMET: Ich beiß’ dem Arsch den Zinken ab!
OWM MEIER: AUAAAA! Hiieelfeee!
Irgendwie schafft es Meier wieder auf seine dicken Stampfer zu kommen. Schreiend nimmt er Reißaus. Ich renn’ hinterher. Baphy hängt immer noch an seiner Nase.
ICH: Laß los, Baphy!
BAPHOMET: Neeee.
OWM MEIER: AAHHHHH!!
Ich verfolge die Beiden einige Zeit durch (Satan sei Dank) menschenleere Hinterhöfe und Seitenstraßen. Plötzlich ist ein unappetitlicher Laut zu vernehmen und Dumpf poltert Baphomet zu Boden. Er hat ein Stück von Meiers Zinken im Maul. Durch den Schwung kugelt er noch einige Meter weit über den Boden, um dann mit einem hilflosen Quieken in einem offenen Kellerschacht zu verschwinden.
ICH: Baphy!! Verdammt! Wo bist du?
BAPHOMET (von sehr weit weg): Vergiß mich. Fang das fette Schwein, ich will es bluten sehen!!!!
ICH: Ich komme wieder!
BAPHOMET (noch weiter weg): Das will ich hoffen!
Ich wende mich ab und will die Verfolgung wieder aufnehmen. Da steht plötzlich Meier mit einer gezückten Waffe vor mir. Er blutet heftig aus der Nase (besser gesagt, das was davon übrig ist).
ICH: Lassen Sie den scheiß!
OWM MEIER: Ich bning Snie vors Genicht! Dnas war ein gnatter Mordversuch!!!
ICH: Sie sollten besser ins Hospital. Ihre Nase sieht übel aus.
OWM MEIER: Dnas bezahl’n Snie mir. Terrnonistnpack!
Dem Kerl ist einfach nicht zu helfen. Ich stürme auf ihn zu und versuche ihm seine Waffe aus der Hand zu reißen. Der Arsch drückt ab. Ein trockener knall hallt durch die Straße.
ICH: Aua! Scheiße, das doch tut weh!
Ein klaffendes Einschußloch prangt auf meiner Brust. Meier reißt ungläubig die Glubscher auf, als ich unbeeindruckt meinen Finger durch das Loch in meinem Umhang stecke und theatralisch den Kopf schüttle.
ICH: Wissen Sie eigentlich, wie lange ich gebraucht habe dieses Kostüm zu machen?
OWM MEIER (mit glasigen Augen): Aber, aber...
ICH: Und können Sie sich vorstellen, wie lange es dauert bis so eine Narbe verheilt?
Ich reiß’ mein Hemd auf und wühle wutschnaubend in der Wunde herum wobei ich genau darauf achte, auch reichlich Blut und Gedärm zu verspritzen! Schadenfroh beobachte ich aus den Augenwinkeln, wie’s den Meier würgt. So, jetzt setzten wir noch einen drauf! Mit einem grauseligen Schmatzen steck ich meine Hand bis zum Anschlag in das Loch und fördere mit einem Ruck mein Herz zutage. Vorwurfsvoll halte ich es dem Wachtmeister unter die Nase.
ICH: Seh’n Sie sich das an! Wissen Sie was sowas kostet? Glauben Sie ich hab’ ‘nen leibeigenen Organspender zu dem ich einfach so hin rennen kann wenn ich mal wieder ‘n neues Herz brauch oder ‘ne Niere ?
Das hat gesessen! Der Mann kippt kommentarlos aus den Latschen und bleibt ohnmächtig liegen. So, daß wär erledigt. Ich pack mein Herz wieder ein und stülp’ mein ‘SONS OF SATAN’-Shirt über das blutverschmierte Loch. Jetzt muß ich erstmal Baphy da raus holen. Ich geh’ rüber zum Kellerschacht und brüll’ hinein.
ICH: Baphomet!
Keine Antwort...
ICH: Hey, Baphy! Wo steckst du?!?
Immer noch keine Antwort. Ich versuch’ es ein drittes mal, aber das Ergebnis is’ das Selbe. Wieder keine Antwort. Verdammt und zugenäht! Wo steckt dieser Chaot? Da bleibt mir keine andere Wahl. Ich muß ihn suchen. Also spring ich in das dunkle Kellerloch. Das war ein Fehler! Ich stürze ungefähr 10 Meter senkrecht in die Tiefe. AUA! Dem Aufprall nach zu urteilen, waren es wohl mehrere hundert! Der harte Schlag preßt mir die Luft aus den Lungen und mit einem saftigen Platschen reißt meine Wunde noch weiter auf. Plop! Ich spüre wie mein Herz in irgendeine Richtung davonschießt. Scheiße. Es ist stockfinster. Wie soll ich es je wiederfinden? Nicht das ich es wirklich gebraucht hätte. Aber man hängt halt an solchen Sachen. Mist! Da hock’ ich jetzt im Dunkeln, krieche am Boden entlang und wühle im Matsch. Das kommt davon wenn man Späße mit seinen Eingeweiden treibt. Ich wünschte Belial wär hier, der kann im Dunkeln sehen. Nach einer halben Stunde gebe ich auf. Was soll’s. Wenn ich wieder daheim bin muß ich mir halt in der Entsorgungsstelle ein neues Herz besorgen. Ich sollte mich lieber wieder meiner eigentlichen Aufgabe zuwenden: Baphy suchen.
ICH: Baphy! Bist du hier irgendwo?....BAPHOMET!!!!!
Wieder krieg’ ich keine Antwort. Verdammt! Ich robbe weiter durch das miefende Kellerloch, wobei ich nach Leibeskräften Baphy’s Namen brülle...wenn auch ohne Erfolg. Dabei stoß ich auf etwas Weiches, Stinkendes. Bäh! Eine tote Ratte. Was ist das hier eigentlich? Ein Kerker? Ich taste weiter, da kann ich eine fingerdicke Ritze im Boden erfühlen durch die ein leichter Luftzug pfeift. Hm. Was’n das? Doch noch bevor ich mich näher mit dem Spalt auseinandersetzten kann, kippt plötzlich der komplette Boden mit einem häßlichen Quietschen unter meinen Füßen weg und ich falle. Nicht sehr tief, aber dafür um so schmerzhafter. Ich lande auf zackenbewährten Laufrädern, die mich der Länge nach aufspießen und unter sich begraben. Shit! Ich bin in einer Müllzerkleinerungsanlage gelandet!! Ahhhh!
10 Minuten später. Der Kampf mit dem Müllschlucker hat mich einen halben Arm und einige Eingeweide gekostet. Doch ich bin siegreich! Die Maschine liegt zerdeppert und in 1000 Einzelteile zerkleinert in einer Ecke. Was sich die heutigen Menschen denken, solche Ungetüme herzustellen! Ich will wieder ins 17. Jahrhundert, oder wenigstens nach Hause in die Hölle! Na ja! Keine Zeit zum Jammern. Ich fange an meine Einzelteile einzusammeln. Glücklicherweise muß ich nicht, wie Hasi, warten bis sie nachgewachsen sind. Es reicht wenn ich sie mir da hinhalte wo sie hingehören und warte bis sie zusammenkleben. Mein Herz hab’ ich leider immer noch nicht gefunden, aber dafür etwas anderes. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Es ist Baphys Unterkiefer!!!! Oh, oh. Deshalb konnte er nicht antworten! Verzweifelt wühle ich in den Resten des Müllschluckers aber Baphy’s Schädel kann ich nirgendwo finden. Verdammt noch mal! Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig als ohne ihn zurück zu kehren. Vielleicht hat ja der Alte eine Ahnung wo wir ihn finden können...
Baphomet tat der Schädel weh. (Was auch sonst). Diese verdammte Maschine hatte ganze Arbeit geleistet. Er hatte Mephisto rufen hören, aber er konnte nicht antworten. Ohne Kiefer leider unmöglich. Dabei hatte er ja nicht mal Stimmbänder und konnte trotzdem sprechen! Die Hölle folgte manchmal schon einer komischen Logik. Wie auch immer jetzt lag er hier, mitten im Müll, ganz allein. Nachdem ihn der Müllhechsler das Maul abgerissen hatte, wurde er auf einem Laufband nach oben in einen Container befördert. Und da lag er immer noch. Welch ein tragisches Schicksal! Er, der große Baphomet, endete auf einer Müllhalde! Zum erstenmal in seinem untoten Leben wünschte er sich er könnte sterben...
Das donnern des angebohrten Auspuffs seiner 1400’er Intruder erfüllte denn ganzen Schrottplatz. Er konnte mit Fug und Recht behaupten, daß er die lauteste Maschine der ganzen Stadt fuhr. Darauf war er stolz! Kiefer war mal wieder auf Ersatzteilsuche. Er lenkte sein Motorrad über den harten Schotterweg wobei er heftig durchgeschüttelt wurde. Er fand’s geil! Heute Abend wollte er die Show abliefern. Ein ‘SONS OF SATAN’-Konzert war immer etwas Besonderes und da mußte er den anderen schon etwas bieten können. Rasierklinge würde begeistert sein! Er wußte noch nicht genau, was er eigentlich suchte...aber er würde es schon finden. Den Aufhauer schlechthin! Er umrundete schon das zweite mal die Deponie, als er in einem der Müllcontainer etwas aufblitzen sah. Nur kurz. Ein schwaches rötliches Glimmen. Er stieg ab und näherte sich dem Container.
KIEFER (mit leuchtenden Augen): Boah! Des is’ ja wohl die Härte! Kraß! Voll der Schädel ey!
Kiefer hebt Baphomet aus dem Müll und betrachtet selig die rot glühenden Augen.
KIEFER: Du bist ja echt heftig. Yeah! Die anderen werden platzen vor Neid!! Hä, hä. Boah!
Kiefer fingert ein Klebeband aus seiner Manteltasche und klebt Baphomets Schädel kurzerhand auf die Frontverkleidung seiner Maschine.
KIEFER: Jo! Das is’ ja ober-Titten-geil!! Ich glaub’ wir werden voll die geilen Kumpels, Alter! Hä,hä!
Baphomet war da anderer Meinung. Aber leider konnte er weder sprechen noch sonst irgend etwas dagegen unternehmen. Außerdem hätte es schlimmer kommen können. Aber nicht viel schlimmer. Insgeheim verfluchte er den Tag an dem er zur Hölle gefahren war...
INTERMEZZO(-mix)™
Er war allein. Er kauerte im Schneidersitz am Boden seines schäbigen Hotelzimmers. Vor sich hatte er eine Anzahl furchterregender Instrumente ausgebreitet. Mit zitternden Händen hielt er ein stabiles Holzkreuz, das sich nach unten hin zu einem scharf geschliffenen Dolch verjüngte. Schweiß floß in Bächen über seinem Gesicht, troff zu Boden und bildete eine glänzende Lache auf dem harten Parket. In seinen Augen funkelte der Wahnsinn. Gestern hatte ihn eine Vision ereilt. Zur Morgenstunde, gerade als er beim Kacken war. Michael, der erste der Erzengel selbst, war ihm erschienen. Hatte einen leicht angeschwulten Touch, der Knabe. Aber so sahen die ja alle aus. ”Das Böse wandelt wieder auf Erden”, hatte er verkündet. ”Geh’ und tue deine Pflicht! Tilge es aus dieser Welt!”, danach war die Erscheinung wieder verblaßt. Sofort hatte er Rom verlassen und hatte das erstbeste Flugzeug genommen. Jetzt saß er hier. Seine Hände schlossen sich so fest um das Kreuz, daß sich seine Knöchel weiß färbten und das Holz bedenklich zu knarzen begann. Er war bereit! Er wußte noch nicht genau wo er suchen sollte, aber das Böse war ganz in der Nähe, das spürte er. Bald würde er zuschlagen, er Antonio Luberto, der Exorzist!
KAPITEL 6 - Ein Dämon auf Abwegen
ASTAROD (übellaunig): Wie spät ist es?
HASI: Woher soll ich das wissen?
ASTAROD: Die beiden sind schon viel zu lange weg! Es wird bald dunkel!
HASI: Die kommen schon. Keine Panik.
ASTAROD (brüllend) Keine Panik?!? Du wirst ja auch keinen Kopf kürzer gemacht wenn das hier in die Hosen geht, du Arschloch!!!
Hasi duckt sich kleinlaut in eine Ecke.
ASTAROD: Mir reichts! Wo ist Belial, dieser Schwachsinnige?
Hasi zuckt hilflos mit den Schultern.
HASI: Der is’ mit seinem Schaf unterwegs. Ich denk’ der wird noch’ne Weile beschäftigt sein.
ASTAROD (wieder brüllend): Is’ mir scheißegal! Wenn er nich’ in einer Minute hier antrabt dann kriegt er Probleme! Aber ganz übelster Sorte!! Kapiert!?!
Belial hatte momentan andere Probleme... ganz andere! Er stand bis zu den Knien in der Scheiße und watete durch die dunklen Kanäle.
BELIAL: Luzi! Luzi, wo bist du? Koooom! Huhu!
LUZI (von weit weg): Mähähä!
BELIAL: Komm, zu Papi. Stell dich nicht so an!
LUZI: Mäh.
BELIAL: Ach, komm schon. Sei nicht beleidigt! Ich versprech’ dir auch, daß wir nach dem nächsten Mal ganz lange kuscheln! Ehrlich!
LUZI (von noch weiter weg): Mäh! Mäh! Mäh!
BELIAL: Kommst du jetzt endlich her, du blödes Drecksviech!!
LUZI: Bähähä!
BELIAL (genervt): Hach! Weiber!!
Belial stapft mürrisch weiter durch das Abwasser und versucht das Schaf einzufangen. Es dauert nicht lange dann hat er es in eine Sackgasse gescheucht. Luzi steht ratlos vor einer Wand.
BELIAL (siegessicher): Koooomm. Ja wo ist denn mein kleines Luzilein?
Langsam nähert er sich dem gequälten Tier, dann springt er mit einem Satz nach vorn und... landet Kopfüber in der Scheiße. Luzi rennt meckernd an ihm vorbei.
BELIAL: Verdammt Luzi! Sei doch vernünftig! Ich find‘das nicht mehr lustig.
LUZI (schadenfroh): Mäh mähmäh mähmhääää mäh!
Belial rappelt sich hoch und nimmt die Verfolgung wieder auf. Es kann doch nich’ so schwer sein ein Schaf zu fangen! Er jagt Luzi kreuz und quer durch die Kanalisation. Aber das listige
Tierchen trickst ihn immer wieder aus. Nach etwa einer Stunde zermürbender Jagd und einigen unfreiwilligen Bädern in der Kloake, sieht Belial trübes Tageslicht durch einen der Tunnel schimmern. Dort muß ein Ausgang sein! Neugierig nähert sich Belial dem Schacht. Er späht vorsichtig um die Ecke und sieht einen Kreisrunden Ausgang in der Betonmauer. Ein von Rost zerfressenes Gitter versperrt den Durchgang. Mit einer lockeren Handbewegung reißt er das vergammelte Teil aus der Verankerung und wirft es achtlos in eine Ecke. Wie lange war es her, daß er richtiges Tageslicht gesehen hatte! 4000 Jahre. Mindestens! Belial zwängt sich durch den, für ihn viel zu kleinen, Durchgang und tritt aus dem Schatten der Kanalisation. Mit einem zufriedenem Seufzer saugt er die frische Luft ein. Wenn auch nicht mehr ganz so frisch wie damals, aber trotzdem noch gut. Er streckt seine gewaltigen Pranken gen Himmel, rekelt sich genüßlich und nimmt nochmals einen kräftigen Zug. Dann beginnt er sich umzusehen. Keine Menschenseele in der Nähe. Gut so. Die meisten Leute reagieren etwas ungehalten wenn sie ein zweieinhalb Meter großes, geflügeltes, rotes Monstrum sehen, daß aussieht wie eine Mischung aus einem Haifisch und Godzilla. Wie auch immer. Er sollte zusehen, daß er sich schleunigst wieder in die Kanäle verzog. Astarod war sicherlich schon sauer auf ihn. Gerade will er wieder in den Schacht kriechen, da sticht ihm ein rotes Reklame Leuchtschild ins Auge. Mit großem Interesse studiert Belial dessen Inhalt. Dann zieht er sein Gebiß zu einem dümmlichen Grinsen auseinander. Eine zweite Zahnreihe mit messerscharfen Hauern kommt zum Vorschein, und hätte er keine Ohren gehabt hätte er um den ganzen Kopf gegrinst. In seinen Augen glimmt plötzlich ein merkwürdiges Feuer und ein seltsam tierisch klingender Laut entringt sich seiner Kehle.
BELIAL (selig) :Boah, das is’ ja wohl nich’ war, oder?
Belial der Todesengel wendet sich ab und verschwindet, leise kichernd, in den Straßen der Stadt. Das Schaf hat er vergessen.
Kaum ist Belial in einer Querstraße verschwunden, tritt eine weiß gekleidete Gestalt aus dem Schatten einer Hausmauer. Gehetzt blickt sich der Mann um und zieht seinen Umhang enger. Er will gerade die Verfolgung aufnehmen, da ertönt aus dem Kanalschacht ein leises ‘Mäh’. Verdutzt dreht sich der Mann um und blickt auf ein schwarzes Lämchen, daß neugierig den Kopf aus dem Schacht steckt. Ein wölfisches Grinsen erscheint auf dem hageren Gesicht des Kerls. Er greift unter seinen weißen Umhang und zieht einen ellenlangen Dolch darunter hervor.
LUBERTO: Ja, wo ist denn das kleine Schafischafi? Na kooomm. Har, har, har....
Astarod tigert nervös die Gänge auf und ab. Hin und wieder bleibt er stehen und stößt einen langen Seufzer aus. Azrael steht wie immer unbeweglich in der Ecke. Hasi hockt lässig auf einer kaputten Kloschüssel, die hier irgendjemand entsorgt hat, und ist gerade dabei seine neu nachgewachsenen Fingernägel zu feilen. (Wobei sich die Frage stellt, wo hat er die Feile her?)
ASTAROD: Wir können nich’ mehr warten. Azrael!
Als hätte jemand einen Schalter betätigt, blitzen plötzlich Azraels grüne Eisaugen auf. Lautlos kommt er angeschwebt.
ASTAROD: Du wirst sie suchen gehen! Fang mit Belial an! Er kann ja wohl noch nicht weit sein. Wenn es dunkel wird gehst du nach oben und bringst mir die anderen beiden Chaoten. Falls sie in Schwierigkeiten stecken, will ich, daß du mich benachrichtigst bevor du irgend jemand den Schädel einschlägst. Wenn sie bloß wieder auf Sauftour sind, dann geh’ ja nicht zu zimperlich mit ihnen um. Wenn es sein muß prügelst du sie hier runter. Klar?
Azrael nickt und schwebt von dannen.
HASI: Ich würd’ auch gern mitkommen. Bitte, bitte. Ich wart’ schon so lang!
Astarods Hals schwillt zu gigantischer größe an und eine Ader so dick wie eine Schlange pulsiert auf seinem roten Schädel. Er scheint kurz vor einer Kopfexplosion zu stehen.
ASTAROD (grunzt wie eine Sau): Jetzt halt endlich dein dummes Maul, du elende Mißgeburt!! Ich werde dich nie an die Oberfläche lassen, weil du nämlich ein verkommenes, kleines Stückchen Scheiße bist, das nich’ mal die Würmer fressen würden. Du bist die niedrigste, dämlichste und unnützeste Kreatur die mir je begenet ist. Jeder Urinstein hat mehr Grips als du! Du verdienst es ja nich’ mal bepisst zu werden !!! Du... du, du unfertiger, lächerlichr Abklatsch einer Zombiekarikatur!
Hasi verkriecht sich so tief er kann in die Kloschüssel und äugt verängstigt über den Rand.
HASI: Aber...aber....
ASTAROD: Nichts aber !! Und jetzt’ halt deine blöde Fresse ich muß mit dem Alten reden!!
Astarod wendet sich ab und schnippt mit den Fingern. Sofort erscheint der Nebelkreis und der Alte ist zu sehen. Doch diesmal taucht nicht sein haßverzerrtes Gesicht auf. Stattdessen füllen zwei gigantische, wabbelnde Pobacken den Kreis aus, die sich rhytmisch auf und ab bewegen. Unmenschlich, grunzende Laute sind zu vernehmen. Als der Alte auch nach fünf Minuten keine Anstallten macht sein Treiben zu unterbrechen, räuspert sich Astarod lautstark. Mit verlegenem Grinsen dreht sich Satan um.
SATAN (verschämt): Äh, Astarod! Ähäm, du sollst mich doch nicht auf dem Privatkanal anrufen!!
ASTAROD: Es is’ aber wichtig.
SATAN: Oh...ja. Also dann...
Der Alte wendet sich kurz an seinen Lustknaben. Einem kleinen, häßlichen Männlein mit einem bescheuerten Schnauzbart.
SATAN: Es ist gut Adi. Du kannst geh’n.
ADI: Jawohl, mein Führer!
Der Kerl zieht seine Hose rauf und macht sich, etwas entäuscht dreinblickend, vom Acker.
SATAN (wieder zu Astarod): Also was gibt’s?
ASTAROD: Wir haben Probleme, Eure Abartigkeit.
SATAN (böse kichernd) Is’ das was Neues?
ASTAROD (verlegen): Äh, aber... hä tja.
SATAN: Jetz’ komm zum Punkt, meine Zeit is’ kostbar!
Astarod druckst zuerst ein wenig herum und erntet einen mißbilligenden Blick vom Alten, dann aber sprudelt es plötzlich aus ihm heraus und erzählt dem Alten die ganze Geschichte. Hier die Kurzfassung:
ASTAROD (verzweifelt): Mephisto und Baphomet sind verschwunden, wahrscheinlich beim Saufen im Höllenloch mit dieser Rasierklinge und Belial treibt’s mit dem Schaf weil doch Azrael dem Pfarrer seinen langen Gummischwanz geklaut hat und dem Hasi reingesteckt hat und der immer damit spielt, weil er nicht an die Oberfläche kann und er keinen Afro-look hat, weil Mephisto doch im Höllenloch ist und er das SONS OF SATAN-Shirt nich’ hergeben will, weil er jetzt doch Clubmitglied ist und dem Belial so schnell langweilig wird und Sodomisten den Kopf abhackt wenn er selber das Schaf ficken will, und weil es hier unten immer so kalt ist und Baphomet dauernd nach der Heizdecke schreit, und keiner nimmt mich ernst und jeder macht was er will...und...undundund ICH WILL NACH HAUSE!!!!
Astarod heult wie ein Schloßhund. Der Alte sieht ihm eine Weile zu, dann fängt er aus vollem Halse zu lachen an! Er kann garnicht mehr aufhören. Er hält sich den Bauch und Tränen schießen ihm in die Augen.
SATAN: Wahaha! Das is’ ja wohl das komischste was du je abgeliefert hast, har, har, har...soviel Spaß hat’ ich seit 10000 Jahren nich’ mehr, ich.. hi, hi, hi...schnief...Wahhaha...ich halt’s nich aus...der Gummischwanz, haha... und das Schaf... Wahahahahaaa!
ASTAROD (total baff): Aber, aber... du schimpfst gar nich’ ? Ich meine äh...
SATAN (kriegt sich gar nicht mehr ein): Was? Schimpfen? Pffffffwaharhar! Das is’, das is’ hahaha. Das is’ so geil! Ich wußte ja, daß ihr nur Scheiße bauen würdet, aber das!!! Ha, ha, ha, das is’ wirklich die Krönung, hi,hi,hi!! Wenn ich gewußt hätte was für Versager ihr alle seid, hätte ich nochmal 500 Seelen investiert, har,har!!
Astarod versteht die Welt nicht mehr.
ASTAROD: Aber, Eure Lachhaftigkeit, was sollen wir denn jetz’ machen?
SATAN (munter grinsend): Nix! Ihr macht weiter wie zuvor! Das is’ besser als Kino, hi,hi. Das is’ sogar lustiger als Nonnen ihre ungeborenen Kinder rausschneiden! Ich hab’ mich lang’ nicht mehr so gut amüsiert.
ASTAROD: Aber wenn was schief geht...
SATAN: Ah, quatsch! So lang Euch kein Exorzist über den Weg läuft ist mir doch wurscht was ihr da oben macht. Ich hab’ schon soviele Seelen verloren, daß es für ein halbes Jahrhundert reicht, aber die Show die ihr hier abliefert ist Glod wert, har, har. Also ich hab’ noch einiges zu erledigen. Bleib fröhlich! Adios!
Der Nebelkreis verpufft. Astarod schüttelt nachdenklich den Kopf.
ASTAROD (murmelnd): Bei dem weiß man auch nie woran man is’. Zuerst platzt er fast vor Wut und dann lacht er sich wieder krumm und schief. Launischer Kerl. Ich glaub’ das ewige Höllenfeuer hat schon so’n paar kleine Löcher in sein Hirn gebrannt. Oder was sagst du, Hasi?...Hasi?
Verwirrt glotzt Astarod in die Runde. Hasi ist verschwunden...
Der schummerige Schein einer roten Laterne tauchte den heruntergekommenen Hinterhof in ein gespenstisches Licht. Die letzten Sonnenstrahlen waren gerade von der herreinbrechenden Nacht verschluckt worden und es hatte angefangen zu regnen. Im Schatten der Hauswände näherte sich vorsichtig eine riesenhafte Gestalt der kleinen Eingangstür, die sich zwischen dem ganzen Unrat duckte als wolle sie sich verstecken. Ein Blitz zuckte vom Himmel und für wenige Augenblicke war der düstere Innenhof von gleißendem Licht erfüllt und gab den Blick auf ein alptraumhaftes Höllenwesen frei. Es war in eine alte Autoplane gehüllt und nur der hammerhaiartige Kiefer und ein rot glühendes Augenpaar lugten darunter hervor.
Auf leisen Sohlen schleicht Belial auf den Eingang zu. Er hat immer noch dieses dümmliche Grinsen im Gesicht und Geifer läuft aus seinem Maul. Mit gierigen Augen stiert er auf das große Schild, das über der Tür hängt.
LOLITAS MASSAGESALON
FREAKS SIND HERZLICH WILLKOMMEN
BELIAL (seufzend): Ich bin im Paradies!!
Mit einem zufriedenem Grunzen klopft er an die Tür und muß dabei aufpassen, daß er sie vor Aufregung nicht aus den Angeln reißt. Zunächst passiert nichts. Ungeduldig läuft Belial vorm Eingang auf und ab, bis endlich ein Guckloch aufgeschoben wird und das Gesicht eines alten, verschrumpelten Mannes zum vorschein kommt.
MANN (unfreundlich): Ja?
BELIAL: Ist das hier Lolitas Massagesalon?
MANN (zerknirscht): Steht doch drauf, oder?
BELIAL: Ich hätte auch gern eine...äh... Massage.
MANN (abweisend): Kenn’ dich nicht.
BELIAL: Ähm, ich bin...äh...neu hier. Ein neuer Kunde, sozusagen!
MANN (unverschämt): Siehst bescheuert aus.
BELIAL: Ich...äh...ich hatte eine schwere Kindheit.
Der Mann starrt ihn einige Zeit an, dann schiebt er das Guckloch wieder zu.
MANN (von drinnen): Vergiß es. Bei uns waren ja schon viele Irre, aber so was wie dich hatten wir hier noch nie!
Belial steht da, wie bestellt und nicht abgeholt. Er macht ein dämliches Gesicht und grunzt entäuscht. Das kann ja wohl nich’ sein! Na warte du alter Stinkstiefel! Belial holt aus und schlägt ein faustgroßes Loch in die Eingangstür.
MANN: Hey, spinnst du? Hör gefälligst auf, du Irrer!
BELIAL: Laß mich rein, du Arschloch!!
Belial schlägt nochmal zu und die halbe Einganstür fliegt dem alten Knilch um die Ohren.
MANN: Verschwinde, sonst ruf ich die Bullen!
BELIAL: Ich liebe Bullen! Gebraten am Spieß! Hä,hä.
MANN: Hilfäää!
Belial demontiert die Tür fachgerecht in ihre Bestandteile. Mit einem tiereschen Gebrüll packt er den Mann am Kragen und hebt ihn vor sein Raubtiergebiß.
MANN (stammelt): Ey... wenn ‘de Drogen brauchst oder so, ey ich, ich ... hab’ echt nix, Mann!
BELIAL (brüllend): ICH WILL FICKEN, DU ARSCHLOCH!!!!
MANN: Äh, kein Problem, Mann, äh... Ich kenn da eine tolle Braut, die wohnt ganz in der nähe, äh... und die...
BELIAL (noch lauter brüllend): ICH WILL JETZT FICKEN!!! FICKEN, FICKEN, FICKEN !!!!
Kurzerhand packt Belial den Kopf des Typen... und knipst ihn lässig mit zwei Fingern ab. Eine Blutfontäne schießt aus dem Kerl und besudelt die Wände, den Boden und Belial. Der Kopf rollt noch ein Stück, dann kickt ihn der Todesengel (wie üblich) in die Nacht hinaus. Platschend fällt der Körper des Unglücklichen auf den Boden.
BELIAL (hämisch lachend): Vertigo, ich glaub’ es gibt wieder Arbeit für dich, har, har!
Achtlos steigt er über die Leiche hinweg ins innere des ‘Massagesalons’.
BELIAL (geifernd): Kommt meine süßen Mädls. Das wird die Nacht eures Lebens, hä, hä, hä!!!
Ich hetze durch die düsteren, feuchten Kanäle des Abwassersystems. Draußen ist es schon dunkel geworden und ich muß mich beeilen. Hoffentlich komm’ ich nicht zu spät. Das Konzert hat sicher schon begonnen. Astarod wird nicht sehr erfreut sein, wenn er hört, daß ich Baphy verloren hab’, aber das ist jetzt unwichtig. Irgendwie fühle ich, daß es verdammt wichtig ist dieses SONS OF SATAN - Konzert nicht zu verpassen, fragt mich bloß nicht warum. Wahrscheinlich weil der Autor dieser Geschichte ein Heavy Metal - Freak ist. Ich gelange endlich an die Stelle wo wir unser Hauptquartier eingerichtet haben. Astarod hockt im Schneidersitz am Boden und starrt stoisch an die Wand. Leise summt er eine Melodie vor sich hin. Hört sich ein bißchen an wie ‘Lapaloma’.
ICH (verwundert): Astarod! Was machst du?
Astarod sieht auf und glotzt mich vorwurfsvoll an.
ASTAROD: Ah, sieh an! Der Herr kommt auch mal wieder vorbei. Hast du dich gut amüsiert?
ICH (ärgerlich): Amüsiert?!? Oh, ja! köstlich sogar! Ich bin verhaftet, erschossen und gevierteilt worden. Mein Herz hab’ ich mir rausreißen müssen und den Baphy hat’s total zerlegt! Danke, ich hab mich wirklich königlich amüsiert!!
ASTAROD (verdutzt): Um Satan’s Willen, was ist denn da oben passiert?!?
ICH: Keine Zeit für Erklärungen! Wir müssen an die Oberfläche. Ich hab’, glaube ich, eine ganz heiße Spur. Ruf die anderen und laß uns abziehen!
ASTAROD (traurig lachend): Die anderen? Die sind alle weg. Verschwunden! Keine Ahnung wo hin. Ist mir mittlerweile auch wurscht. Den Alten kümmert’s auch ‘nen Dreck. Der findet das höchst unterhaltsam und lustig.
ICH: Was?
ASTAROD (resignierend): Ja! Der verarscht uns hier nur, sag’ ich dir. Am liebsten würd’ ich hier abhauen.
ICH: Hey, reiß dich zusammen! Was ist denn nur aus dem bösen, sadistischen Erzteufel geworden den ich kenne und liebe?
ASTAROD (müde): Der is’ da geblieben wo er hingehört, in der Hölle.
ICH: Jetzt komm’ schon. Ich will auch hier weg. Aber solang wir unseren Auftrag nicht erfüllt haben, läßt uns der Alte sicher nicht nach Hause.
ASTAROD (genervt): Na gut. Is’ jetzt sowiso schon alles egal. Also wo gehen wir hin?
ICH (grinsend): Zu einem Konzert. Wird dir gefallen, glaub mir...
Belial liegt glücklich und mit glasigen Augen auf einem riesigen Wasserbett. Neben ihm liegen Candy, Susi, Lola, Vanessa, Natascha, Sweety, Mona, Bunny, Pam, Funny, Jessica, Tanja und Naomi. Boah! 13 Mädels - in nur 20 Minuten! Dabei hatte er sich wirklich Zeit gelassen! Zufrieden streckt er seine Pranken von sich und plantscht mit seinen Füßen in der Wasserlache, die sich langsam am Ende das Bettes ausbreitet. Er hatte vorhin aus versehen in die Matratze gebissen. Kommt nicht gut bei Wasserbetten.
BELIAL (schnurrend): Ah, zwei Minütchen noch, Mädels. Dann kann ich wieder!
SUSI (mit süßem Zungenschlag): Ok, du. Aber vorher muft du noch die letpften 13 mal betfalen.
BELIAL (verwirrt): Bezahlen?
LOLA: Logisch, glaubst du wir arbeiten hier zum Vergnügen?
BELIAL: Arbeiten? Hat’s denn keinen Spaß gemacht?
TANJA: Oh, dir sicherlich. Aber mir tut immer noch der Hintern weh!
BELIAL: Also, äh. Aber... ich hab’ gar kein Geld!
PAM: WAAAS!!!!
BELIAL (verlegen): Da wo ich herkomm’ is’ sowas umsonst, ähä.
FUNNY: Du kommst wohl vom Mars, du Scheißkerl was?
BELIAL: Äh, Mars?
CANDY: Los rück’ die Kohle raus, du Arschloch!
LOLA: Ja, aber ‘n bißchen dali!
BELIAL: Ich hab’ aber wirklich nichts!
NATASCHA: Du, scheiß Wichser!
Wie Furien gehen die Mädels plötzlich auf ihn los. Schlagen, zwicken, kratzen, spucken, beißen. In wilder Panik ergreift Belial die Flucht. Er hatte allein gegen ganze Armeen gekämpft, hatte Harphien und Höllenhunde besiegt, aber gegen diese Meute wildgewordener Weiber hatte er keine Chance. Mit den Händen über dem Kopf rennt er aus dem Zimmer. Unzählige Schläge prasseln auf ihn nieder. Bunny schießt eine Salve eines merkwürdig riechenden Gases auf ihn ab, das irgendwie gut riecht, aber höllisch in den Augen brennt. Plötzlich durchfährt Belial ein grausiger Schmerz. Er blickt an sich herab. Susi (die mit dem Zungenschlag) hat sich an seinem Glied festgebissen.
BELIAL (brüllend): AUAAA, Scheiße! Laß los du Luder!!!
SUSI: Hmhm, hmnn.
Unter lautem Geschrei der Prostituierten hastet Belial eine Treppe hinunter. Er rennt durch die eingeschlagene Tür nach draußen, wobei er dem toten Türsteher nochmal kräftig in die Eingeweide tritt. Susi mitschleifend, die immer noch an seinem Schniedel hängt. Das reicht! Belial war eigentlich schon ein ganz netter Kerl, aber was zuviel ist, ist zuviel. Er packt Susi am Arm... und reißt ihn ab. Mit einem gurgelnden Schmerzensschrei läßt Susi los. Gehetzt spurtet Belial in eine Seitenstraße und sucht so schnell er kann das Weite. Nach kurzer Zeit scheint ihn die wütende Meute nicht mehr zu verfolgen. Glück gehabt.
MANN (höhnisch): Sieh an, sieh an. Ein Dämon auf Abwegen! Hast du dich verirrt?
Erschrocken dreht sich Belial um. Schuldbewußt läßt er Susi’s Arm fallen, den er bis jetzt umklammert hatte. Ein Mann in einem weißen Umhang und fiesem Gesicht tritt aus dem Schatten. Er hält ein Holzkreuz in der Hand, das am Ende zu einem scharfen Dolch ausläuft. Langsam tänzelt der Mann auf Belial zu und fuchtelt drohend mit seinem Messer.
BELIAL (die Zähne bleckend): Und wer bist du? Ein Vollidiot?
MANN (der Wahnsinn blitzt in seinen Augen): Ich bin Antonio Luberto, der Exorzist! Und das ist dein Ende du finstere Höllenkreatur!!!
BELIAL: Ouuhh, Scheiße! Du hast mir gerade noch gefehlt.
LUBERTO: Deine verdammte Seele wird im Höllenfeuer vergehen. Deine Zeit auf Erden ist abgelaufen, du Teufel! Mache dich bereit für deine finale Nemesis!!
BELIAL: Sag‘ mal, reden alle Exorzisten so geschwollen daher wie du?
LUBERTO (verwirrt): Äh...also....ja!
BELIAL: Dacht ich mir! Und jetzt...STIRB!!!
Mit diesen Worten stürzt Belial nach vorn, sein gewaltiges Maul aufgerissen, die Pranken erhoben. Er war schnell, aber nicht schnell genug! Mit einer Behändigkeit, die man dem kleinen rattengesichtigen Mann kaum zugetraut hätte, weicht Luberto aus und stößt seinen Dolch tief zwischen Belials Rippen. Ein merkwürdiges Zischen erklingt und dampfendes Blut schießt fontänenartig aus der tiefen Wunde.
BELIAL: Aua!! Verdammt, tut das weh! Was ist das für eine Scheiße!?!
LUBERTO (trumpfierend): Har, har! Erzittere vor der Macht des Guten, du niedere Ausgeburt der Hölle!!!
Wütend hält sich Belial die schmerzende Stelle. Na warte diesem Wurm würde er den garaus machen!
BELIAL: Dafür zahlst du, du elendige Mistgeburt!
LUBERTO: So möge er doch kommen und seine letzte Salbung entfangen, hä,hä.
BELIAL: Du abgedrehtes Arschloch, dir ham’se wohl ins Hirn geschissen!
LUBERTO: Hi,hi,hi!!
Mit einem graueneregenden Kampfschrei schwingt sich Belial in die Höhe. Seine Flügel füllen die ganze Straße aus und pfeiffen wie Sensenblätter durch die Luft.
Belial: Ich werd‘ dich wegblasen, du kleiner Idiot!
Der Sog der gewaltigen Dämonenschwingen läßt Luberto nach vorne taumeln. Er strauchelt, rudert einen Moment hilflos mit den Armen, und knallt schließlich der Länge nach auf das Straßenpflaster. Fast wäre er in sein eigenes Messer gefallen. Belial nützt die Gelegenheit und schießt nach vorn. Den Unterkiefer ausgefahren und die Zähne gebleckt. Sein Flammenschwert zum tödlichen Stoß erhoben.
BELIAL: Adios, du Ritter von der traurigen Gestallt, har, har, har!!
Belial kommt angerauscht, aber der Exorzist rollt sich gekonnt zur Seite, und läßt seinen Dolch nach oben saußen. Ein häßlich, reißendes Geräusch erklingt und der rechte Flügel des Todesengels wirbelt davon. Belial trudelt an Luberto vorbei und rast mit wahnwitziger Geschwindigkeit in eine Straßenlaterne, die in tausend Teile zerspringt.
BELIAL: AHH, Scheiße!!
Belial bleibt benommen liegen. Der Exorzist fällt auf die Knie und streckt seinen Kreuzdolch gen Himmel.
LUBERTO: Gelobet seist du, unser Gott Vater, daß du mir die Kraft gabest diese Kreatur des Bösen zu besiegen.
BELIAL (sich wieder aufrappelnd): Hey! Was soll das! Wir sind noch lang nich’ fertig, Freundchen. Komm, es geht weiter.
LUBERTO (verdutzt): Was? Du hast noch nicht genug, du dämonischer Abschaum?
BELIAL: Warte nur bis mein Flügel wieder nachwächst, dann bist du dran, du Wichser!!
LUBERTO (boshaft kichernd): Da kannst du lange warten, hi,hi. Der Dolch ist aus geweihtem Silber. Dir wird nie wieder irgend etwas nachwachsen har,har!
BELIAL (mit feurigen Augen): So? Nimm das!!
Aus Belials Augen schießt ein gut 10 Meter langer Feuerstrahl, der dem Exorzisten das Haar und die Kleidung versengt. Qualmend taumelt Luberto nach hinten und fällt auf den Hintern.
LUBERTO: Ahh! Das Höllenfeuer! Hilfe!
BELIAL: Höllenfeuer? Har, har. Nein, Kleiner, das war nur mein Zigarrenanzünder!! Hä,hä!
Luberto stemmt sich hoch und ergreift die Flucht.
BELIAL: Hey! Hast du schon genug? Bleib hier. Jetzt geht’s doch erst richtig los!! Was hältst du davon?
Mit diesen Worten schleudert er dem Exorzisten einen gigantischen Feuerball hinterher. Luberto hechtet mit letzter Not in eine Seitengasse. Der Feuerball schlägt an der gegenüberliegenden Hauswand ein und sprengt einen Menschengroßen Krater hinein. Belial wendet sich kichernd ab und hebt seinen Flügel vom Boden auf. Der sah wirklich nicht mehr gut aus. Kaum noch zu gebrauchen. Na warte, du kleine Mißgeburt! Dich wenn ich erwische! Plötzlich wird die Nacht von einem gellenden Schrei zerissen. Das war der Exorzist! In wilder Panik stürzt Luberto aus der Gasse in der er nur Sekunden zuvor verschwunden war. Ein riesenhafter Schatten ist hinter ihm aufgetaucht. Ein mannsgroßes, schwarzes Schwert schwingend und grün leuchtenden Augen.
BELIAL: Azrael!!
LUBERTO (angstvoll): Ahh! Ihr seid ja gleich zwei!!
BELIAL (schadenfroh): Ja! Aber keine Sorge du wirst auch gleich zu zweit sein. Weil dich Azrael gleich in zwei Hälften hacken wird, har, har!
Azrael der Racheengel hebt sein gewaltiges Richtschwert zum finalen Rettungsstoß (hi,hi), da reiß der Exorzist im letzten Moment die Arme hoch.
Luberto: Halt! Wartet noch!
Belial (genervt): Was ist denn noch. Wir haben’s eilig!
Luberto greift unter seinen Umhang und fördert eine schwarze Locke zutage.
LUBERTO (böse grinsend): Wenn ihr euer Schaf jemals lebend wiedersehen wollt, dann wär’ es besser für euch mich am leben zu lassen.
BELIAL: Scheiße.
AZRAEL:..??
Belial zieht den quiekenden Exorzisten an den versengten Haaren hoch und hebt ihn vor sein geiferndes Monstergebiß. Hilflos baumelt Luberto in der Luft.
BELIAL: Wo hast du Luzi hingebracht? Rede! Oder du frißt deinen eigenen Schwanz!
LUBERTO (kreischend): Wenn du mich tötest wirst du nie erfahren wo sie ist!!
BELIAL (trocken): Ich muß dich ja nich’ gleich töten. Gekreuzigte leben noch ‘ne ganze weile bevor sie ausbluten.
LUBERTO: Das...das wagst du nicht! Ich bin ein Abgesandter Gottes!!!
BELIAL (dreckig lachend): Das war Jesus auch, der alte Hippie. Und Pilatus war einer meiner besten Schüler, har, har!
LUBERTO (fassungslos): Du...du. Du dreckiger Mörder du!! Du Monster!! Du hast den Sohn Gottes auf dem Gewissen!!
BELIAL: Nimm’s nich’ so schwer, Junge. Cheeses und ich sind alte Kumpels. Is’ mir sogar dankbar dafür. Der sitzt jetzt auf Wolke 7, zieht sich einen Joint nach dem andern rein, Spielt Karten mit Jim Morrison und darf sich sogar noch Sohn Gottes schimpfen, obwohl er eigentlich nur ein Ausrutscher vom Heiligen Geist war, der alten Sau!
LUBERTO (außer sich): Das ist Blasphemie!! Hinfort du Kreatur der Finsternis!!!
BELIAL: Is’ ja gut. Also wo ist Luzi??
Belial verleiht seiner Frage etwas Nachdruck indem er Luberto mit einer Kralle in die Nase fährt um dort ausgiebig und gründlich nach Popeln zu suchen.
LUBERTO (heulend): Also gut...also gut...ich zeig’s Euch....
INTERMEZZO(-mix)™ - Teil 2
Das Grauen war unterwegs...
Das pfeifen der überbeanspruchten Lungen, die verzweifelt versuchten genügend Sauerstoff aufzubringen um die gewaltigen Fleischmassen vorwärts zu bewegen, hallte durch den engen Korridor. Es übertönte sogar das regelmäßige, erdbebengleiche donnern, wenn einer der gigantischen Elefantenstampfer wie ein Rammbock auf den ausgetretenen Linoleum-boden herunterkrachte. Der Schweiß, der in den unendlich tiefen Fettschluchten wahre Seen bildete um sich dann sturzbachartig auf den Stoff des blutverschmierten Kittels zu verteilen, verströmte eine ganze Palette der atemberaubendsten Düfte. Verängstigte, weißgekleidete Gestalten stoben in geduckter Haltung vor der wahren Urgewalt auseinander, die sich rücksichtslos ihren Weg durch den Gang des Krankenhauses bahnte. Ruth, Oberschwester der städtischen Urologie-station war auf Visite. Wer ihren Weg kreuzte wurde gnadenlos von ihren gigantischen, wabbelnden Megabrüsten zur Seite gefegt. Allein die Nippel erreichten Kinderkopfgröße. Die gesamte Belegschaft der Urologie brachte sich mit einem beherzten Sprung in das Schwesternzimmer in Sicherheit, als ihre donnernde, wohl kaum mehr menschlich zu nennende Stimme, wie ein Feuersturm durch den Gang fegte und alles Leben auslöschte welches sich in direkter Hörweite befand.
RUTH (brüllend): Schwester Gundula!!! Ich brauch’ eine Katheterspülung auf der 3!!!!
Das Grauen war unterwegs....

