• Herzlich Willkommen!

    Nach der Schließung von inDiablo.de wurden die Inhalte und eure Accounts in dieses Forum konvertiert. Ihr könnt euch hier mit eurem alten Account weiterhin einloggen, müsst euch dafür allerdings über die "Passwort vergessen" Funktion ein neues Passwort setzen lassen.

    Solltet ihr keinen Zugriff mehr auf die mit eurem Account verknüpfte Emailadresse haben, so könnt ihr euch unter Angabe eures Accountnamens, eurer alten Emailadresse sowie eurer gewünschten neuen Emailadresse an einen Administrator wenden.

Namensgeber eines Sets

FenixBlack

Diablo-Veteran
Registriert
12 Mai 2006
Beiträge
10.056
Grüße euch, ihr lesehungrigen und schreibwütigen FASler.

Dieser Thread ist als Anlehung an den vor Kurzem zu Ende gegangenen IV. Story Contest gedacht.
Ziel war es eine fantasievolle Geschichte zu dem Namesgeber eines Sets zu schreiben.
Einige Autoren haben die Herausforderung an genommen und sich ans Werk gemacht. Und einige ihrer Produkte wurden auch im Szenebereich auf der Hauptseite veröffentlicht.

Doch da Geschichten nicht nur geschrieben sondern auch gelesen werden wollen, spielten einige der Autoren recht bald mit dem Gedanken, ihre Werke auch hier im Fun-, Art- und Storyforum zu veröffentlichen. Genau dafür ist diese Plattform auch da.

So kann hier nun jeder Autor sein Werk hineinstellen und vielleicht sehen wir auch noch weitere Werke zum Thema, die nicht am Contest teilgenommen haben.


Kurz noch ein paar Regeln:
- Die Geschichte sollte etwas mit dem Diablo Universum zu tun haben und etwas zu mindestes einem der 32 Itemsets beinhalten
- grobe Länge etwa 20000 - 30000 Zeichen (muss nicht genau eingehalten werden)
- schreibt einen kurzen Einleitungssatz, im dem steht um welches Set es sich in eurer Geschichte handelt (darauf wird verlinkt)
- Kritik, Lob und Diskussionen sind erwünscht


Ich wünsche Euch jedenfalls viel Spaß mit diesen Geschichten:


die Geburt des unsterblichen Königs - von tènnó
der unsterbliche König - von Mix0r
Sazabis Großer Tribut - von Fenix
Lausige Lumpen - von aSkaRi
eine Geschichte von Vertrauen und Torheit - von Navorth
der unsterbliche König - von ikki
Berserkers Arsenal - von Gekibo
 
Zuletzt bearbeitet:
In meiner Geschichte geht es um das Set Sazabis Großer Tribut.

Fürst Sazabi blickt einer großen Dämonenschlacht entgegen. Doch welchen Preis wird er bezahlen müssen? Und wem muss er Tribut zollen?

Das erfahrt ihr in Sazabis Großer Tribut:
(Mir ist nich einmal kein besserer Titel eingefallen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sazabis Großer Tribut



Fürst Sazabi saß auf seinem Thron in der Ratshalle und dachte nach. Nein, er dachte nicht nach. Er versuchte es.
Sein Kopf raste.
Hatte er etwas vergessen? Übersehen? Er war zu weit gekommen, um jetzt zu scheitern. Er hatte einen hohen Preis bezahlt dafür, dass er jetzt immernoch auf diesem Thron saß. Er war sogar bereit einen noch höheren Preis zu zahlen, um auch in Zukunft auf diesem Thron zu sitzen und es war unabwendbar, dass dieser Preis mit Blut bezahlt werden musste.

Vor den Toren seiner Stadt Saldus hatte sich ein gewaltiges Herr versammelt. Dämonen, die durch die Reiche zogen und ein Fürstentum nach dem anderen überfielen, plünderten und nichts zurückließen als blutgetränkte Erde. Doch mit SanZebastani und Fürst Sazabi hatten sie sich einfach das falsche Fürstentum ausgesucht. Ein paar Gehöfte im Osten brannten schon, doch das war ihm egal. Er hatte alle verfügbaren Ressourcen um seine Stadt zusammengezogen, um das Dämonenheer dort zu stellen und entgültig zu vernichten. Über zweitausend ausgerüstete und bewaffente Krieger hatte er vor und innerhalb seiner Stadtmauern positioniert, noch einmal achthundert waren vom Nachbarfürstentum Weyden zur Unterstützung unterwegs. Gegen die knapp zwanzigtausend Dämonen rechnete er sich gute Siegchancen aus, denn diese waren schlecht organisiert und von ihrem Angriff vor ein paar Tagen auf die Blutsteinburg – die diesen Namen zurecht trugt – geschwächt und dezimiert.

Die tiefstehende Abendsonne färbte den Himmel unheilvoll rot, als würde sie ahnen, was die Nacht bringen werde. Das Dämenheer, egal ob von einer unirdischen Macht gelenkt, oder von blindem Hass auf alles und jeden getrieben, wartete auf ein unsichtbares Zeichen.
Sein Berater, einige Offiziere und Boten, die in Kürze Befehle an die Front bringen konnten, sahen ungeduldig zu ihrem Fürst. Wenn an dem erdachten Plan noch irgendetwas geändert werden sollte, war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Doch es musste nichts mehr geändert werden. Sazabis Plan war perfekt. Die Truppen standen ganz genau so, wie sie es sollten. Im Besonderen stand Siggard genau dort, wo ihn der Fürst haben wollte: als Anführer einer eintausendfünfhundertmannstarken Truppe vor dem Haupttor, vor dem sich in einiger Entfernung die Dämonen gesammelt hatten.
Es tat Sazabi Leid einen so fähigen Soldaten in den sicheren Tod zu schicken, doch es ging nicht anders.
Siggard war Teil seines Plans geworden.
Er schloss noch einmal die Augen und ließ die letzten Wochen Revue passieren.


Siggard war Soldat in der Stadtwache und als solcher durch seinen Mut und seine Entschlossenheit zu einer Art Volksheld geworden. Er hatte allein eine größere Gruppe von Dämonen gehindert in die Stadt einzudringen.

Es schlichen schon seit geraumer Zeit kleine Gruppen von Dämonen durch das Land. Sie griffen immer nachts an. Im Schutz der Dunkelheit plünderten sie Häuser und verschleppten Menschen. Niemand wusste wieso. Manche munkelten die Kreaturen hätten einfach nur Gefallen am Chaos. Einige behaupteten auch, sie würden die verschleppten Menschen fressen.
Jene, die den Bestien entkommen waren und noch davon berichten konnten, gaben ihnen beschreibende Namen. So gab es etwa die Fleischbestien, die Schlächter, die Entstellten und die Höllenbruten.
Fleischbestien waren wurmähnliche Kreaturen, etwa zwei Ellen lang, die sich auf zwei Armen kriechend fortbewegten. Sie sprangen ihre Opfer an und rissen mit ihrem Maul Stücke aus ungeschützter Haut. Das tötete einen Menschen nicht sofort, aber die Bisse entzündeten sich oft und der Blutverlust tat sein Übriges.
Etwas gefährlicher waren dagegen schon die Schlächter. Es waren kleine humanoide Teufelchen mit einem schwarzen Zopf und blauer, oder roter, manchmal auch mit hellbrauner Haut. Sie trugen alles an Waffen, was sie finden und tragen konnten. Das reichte von Kieselstein und morschem Zweig bis hin zu Kriegsaxt und Kampfschild. In großer Zahl nahmen sie es auch mit einem gepanzerten Ritter auf. Doch sie ergingen sofort in heilloser Flucht, wenn sie einen Gefährten fallen sahen.
Die Entstellten, oder auch Besudelten, die nur so hießen, weil es keiner wagte sie als Missgeburten zu betiteln, trugen keine Waffen. Lange Klauen und eine Schnauze voller spiter Zähne machten sie aber trotzdem gefährlich. Sie waren gerissen und liebten es, ihre Opfer zu jagen und mit ihrer langen Zunge das Fleisch von ihren Knochen zu lutschen.
Einer Höllenbrut jedoch traten nur die erfahrensten Krieger entgegen. Diese aufrecht gehenden Keiler trugen große schwere Waffen und als wäre das noch nicht genug, war ihr ganzer Körper mit Stacheln und Hornschuppen bedeckt, gekrönt von zwei Stoßzähnen, die ihnen aus der Schnauze ragten.

An jenem Abend patrulierten Siggard und sein Partner Pratham entlang der Stadtmauer von Saldus. Ein paar Teufelchen und Entstellte hatten die Torwächter am Nordwesttor überwältigt und versuchten die nächstgelegenen Haustüren aufzubrechen.
Pratham und Siggard stürzten sich in den Kampf. Ihre Kurzschwerter fraßen sich durch die überraschten Schlächter. Doch noch bevor sie die letzten Bestien, Besudelte in diesem Fall, niedergrungen hatten, drang eine neue Horde dieser Dämonen durch das noch immer offenstehende Stadttor.
Siggard wies Pratham an Hilfe zu holen, während er zusammen mit zwei mutigen Städtern das Tor verteidigte. Sie hielten mit den Hellebarden der getöteten Wachen die Dämonen auf Abstand und er verpasste ihnen mit schnellen Schwerthieben tiefe Schnittwunden.
Als Pratham mit Verstärkung eintraf, gab es bereits nicht mehr viel zu tun. Sie schlossen das Tor und räumten die vielen Dämonenleichen beiseite. Siggard hatte an diesem Abend fast zwei Dutzend kleiner und mittelgroßer Dämonen getötet. Dieser kleine Triumph für Saldus sprach sich schnell herum. Bald erfuhr auch Fürst Sazabi davon und ließ Siggard zu sich in die Ratshalle rufen.
Beylen, der Berater, unterrichtete gerade den Fürst und zwei Offiziere über die Lage in den Reichen:
__„Ossezien und Tobrien liegen bereits in Schutt und Asche, die ersten Ortschaften in Lantan wurden auch schon geplündert. Die Dämonen bewegen sich unaufhaltsam auf die Blutsteinburg zu. Sie wird ganz sicher fallen. Ihr müsst all eure Truppen in Saldus versammeln sonst droht SanZebastani das gleiche Schicksal.“
Als Siggard eintrat und sich in die Mitte der Ratshalle stellte, verstummte der Berater. Der Stadtwächter salutierte vor den Offizieren und verbeugte sich vor dem Fürst. Dieser stand auf, trat an Siggard heran und betrachtete ihn von allen Seiten. Natürlich trug er die Uniform und Ausrüstung einer Stadtwache: einen Helm mit Nackenschutz, einen Gladius und einen Drachenschild. Der Schild war blau-schwarz-karriert mit einer goldenen Burg in der Mitte. Es war das Wappen von SanZebastani. Blau und Schwarz fanden sich auch in seiner Uniform wieder. Hose und Jacket waren aus königsblauem Stoff und hatten schwarze Akzente, wie etwa Kragen, Ärmel- und Hosenaufschläge. Außerdem trug er Kettenstiefel und ein Kettenhemd, das Brust, Rücken, Hüfte und Lende schütze.

__„Name und Dienstgrad?“ fragte ihn der Fürst.
__„Siggard, Oberfeldwebel.“
__„Ja stimmt, den Dienst als Soldat in der Stadtwache beginnt man bereits als Unteroffizier.
Haben Sie sich schon zur Beförderung zum Leutnant beworden?“
__„Nein noch nicht, Sir. Ich bin bis jetzt mit meinem Posten zu frieden. Nach dem Leutnant kommt ohnehin nur noch der Oberleutnant und dann bereits der Hauptmann. Und er ist der Chef der Stadtwache.“
__„Da haben Sie Recht. Höhere und niedere Ränge gibt es nur im Berufsheer. Manchmal komme ich mit den vielen Rängen auch durcheinander.“
__„Lassen Sie das mal nicht die Offiziere hören!“ scherzte der General.
Fürst Sazabi konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, fasste sich dann aber bald wieder, um Siggard zu danken.
__„Sie haben einen hervorragenden Job geleistet. Sie sind nicht nur Ihrer Pflicht nachgekommen die Büger zu schützen, Sie haben auch den Bestien gezeigt, dass mit Saldus nicht zu spaßen ist und damit das Ansehen meiner Stadt angehoben. Ihnen einfach meinen Dank auszusprechen, Ihren Namen über die Marktplätze schreien zu lassen, oder Ihnen einen Orden anzuhängen, würde der Sache nicht gerecht werden. Ich möchte, dass Sie auch etwas davon haben, ja ich möchte Ihnen ein Geschenk machen, Siggard. Eine neue Waffe, oder eine neue Rüstung, das wär doch was, oder?“
__„Ich würde mich geehrt fühlen.“
__„Gut gut. Es muss allerdings noch angefertigt werden. Ich werde sie rufen lassen.“
__„Ich danke Euch, mein Fürst.“

__„Herr General“, wandte sich Sazabi an seinen Offizier, „macht Meldung: jeder Erwachsene, der bereits im Berufheer gedient hat, oder dient und jeder der sich dazu verpflichtet fühlt in den Dienst einzutreten, soll mit ihm zur Verfügung stehender Bewaffnung nach Saldus kommen. Jeder Mensch mit einem Gehöft östlich von Saldus soll ebenfalls den Schutz der Stadtmauern aufsuchen und nur das Nötigste mitnehmen.“
Er salutierte und verbeugte sich noch einmal, dann verließ Siggard hinter dem General die Ratshalle.

Am Tag darauf wurde Siggard erneut zum Fürsten gerufen. Auf dem Weg zum Rathaus entgingen ihm die Menschenmassen, die sich in die Stadt drängten, nicht.
In der Ratshalle selbst war es auch um einiges hektischer als am Tag zuvor. Beamte koordinierten das Eintreffen der Bevölkerung, Boten überbrachten Nachrichten und detailierte Angaben über die Eintreffenden. Der Fürst stand mitten im Raum. Er war viel zu angespannt um sich zu setzten. Nehmen ihm erkannte Siggard den Berater Beylen, den General von gestern und seinen Hauptmann.

__„Zu Diensten, mein Fürst.“ meldete sich der Stadtwächter.
__„Ah, Siggard!“ empfing ihn Sazabi. „Leutnant Siggard, wie es jetzt heißt. Ich habe das geregelt.“
Der Hauptmann lächelte ihm freundlich zu.

__„Ich sagte, ich hätte ein Geschenk für Sie und ich bin jemand, der Wort hält. Da kommt es schon.“
Ein Dienstbote brachte ein rotes Kissen, auf dem ein Vollhelm in matter, dunkelblauer Lackierung lag.
__„’Er hätte etwas prunkvoller sein können, dieser einfache Helm soll das Geschenk sein?’ werden Sie sich jetzt sicher fragen, aber ich denke nunmal ein Bisschen zweckorientierter. Dieser Helm ist magisch verstärkt und bietet verbesserten Schutz gegen erdenkliche Angriffe.“
__„Fürst Sazabi, Fürst Sazabi.“
Ein weiterer Bote kam eilig angerannt.
__„Die Dämonen haben die Blutsteinburg belagert und bereiten einen Angriff vor.“ gab er völlig außer Atem bekannt.
__„Können Sie in etwa einschätzen, wie viele Dämonen es sind?“
__„Nein, mein Fürst, aber es sind einige Tausend. Genauer kann ich es nicht sagen. Ich konnte die Anzahl in dem hügeligen Gelände nicht überblicken.“
__„Ich danke Ihnen. Sie könne wegtreten.“

__„Das ist großer Mist...“ murmelte der Fürst vor sich hin.
__„Wenn ich nur genau wüsste, wie große diese Horde ist...“
Auf einmal sahen alle in der Halle zu Siggard. Keiner sagte mehr etwas. Er hatte sich nur den Helm aufgesetzt, um ihn anzuprobieren. Jetzt fühlte er sich äußerst unwohl. Als er sich den Kesselhelm aufsetzte, war es, als hätte er sich verändert. Niemand konnte sagen, was es war, doch etwas war anders an ihm.
Genauso schnell wie es gekommen war, war es auch wieder vorbei. Die Beamten verfielen wieder in ihr Arbeitseifer, das Stimmengewirr wurde lauter und das Rascheln von Pergamenten war wieder zu hören.

Der Hauptmann hatte als Erster den Geistesblitz:
__„Warum schicken wir nicht einfach Siggard und lassen ihn nachsehen? Er hat schon ein paar Mal einen recht guten Blick bewiesen.“
__„Ist das war?“ fragte ihn der Fürst.
__„Nun ja, ich habe schon das ein, oder andere Mal recht gut ins Blaue getroffen.“ gestand sich Siggard ein.
__„Leutnant Siggard, ich beauftrage Sie, sich einen Überblick über die Anzahl dieser Bestien zu verschaffen. Seien Sie dabei jedoch vorsichtig. Ihr Leben ist mir wichtiger, als deatillierte Angaben der dämonischen Truppenstärke.“
__„Zu Befehl!“

Das war der erste Teil von Sazabis großem Tribut.

Der Fürst hatte Siggard entsannt, um die Größe der Dämonenhorde einzuschätzen. Seit dem Erhalt der Nachricht von der Blutsteinburg war inzwischen ein Tag vergannen und der Stadtwächter kam bald in Sichtweite.
Die matte Schlichtheit des Helms erwies sich als vorteilhaft, denn er reflektierte kein Sonnenlicht. So konnte ihn niemand durch ein metallisches Glitzern bemerken. In manchen Momenten fürchtete Siggard schon sich erst bis zum eigentlichen Schlachtgetümmel durchkämpfen zu müssen. Viele vereinzelte Dämonentrupps hatte er auf seinem Weg umgehen müssen. Er wollte nicht riskieren durch einen Kampf die Aufmerksamkeit von noch mehr von ihnen auf sich zu lenken. Manchmal hatte er großes Glück, als nur wenige Schritt von ihm entfernt Schlächter vorbei liefen. Er hatte sich dann immer in das kniehohe Gras gelegt, das den Teufelchen schon bis zum Oberschenkel reichte.
Als allmählig die Dunkelheit einsetzte, kam er leichter voran. Die Dämonen, alle fast ausschließlich Schlächter, hatten Fackeln entzündet und waren gut zu erkennen. Vereinzelte Fleischbestien konnte er schnell und geräuscharm überwältigen.

Hinter einer Anhöhe hockte er sich ins Gras. Von hier sah er die Blutsteinburg und die zahlreichen Bestien um sie herum. Schwertgeklirr und Angriffsgeschrei drangen gedämpft, aber trotzdem hörbar auch bis zu ihm. Er überschlug die Entfernung bis zum Bergfried und mit Hilfe eines Maßstabes ermittelte er den Platz, den die Dämonen einnahmen. Daraus schätze er ihre Anzahl auf mindestens fünfundzwanzigtausend. Er hoffte nicht noch eine große Gruppe übersehen zu haben.
Viel zu spät bemerkte er dann Schritte, die sich auf ihn zu bewegten. Ein halbes Dutzend mochte es gewesen sein und er hatte es nicht kommen sehen, weil sie keine Fackeln dabei hatten. Ihm blieb nichts anderes übrig als sich flach ins Gras zu legen, denn sie kamen genau auf ihn zu. Er rollte sich auf den Rücken, um die Angreifer sehen zu können. Sein Schwert hielt er entscheidet flach über seine Brust.
Als sie direkt vor ihm waren, richteten sie ihre Schwerter auf ihn.
__„Wer seid Ihr und was macht Ihr hier? Sprecht schnell!“ wurde er gefragt. Die anderen waren ebenso groß wie er und gerüstet.
__„Ich bin Leutnant Siggard und hier auf Befehl von Fürst Sazabi, um ...“
__„Spart euch die Worte und lauft.“ befahl eine Frauenstimme und alle rannten an ihm vorbei. Siggard stand einen Augenblick bewegungslos da. Als ihm die Frauenstimme hinterher rief „Ich sagte ’LAUFT’!“ vernahm er das Schnaufen einiger Bestien, die er an ihren Geräuschen als Entstellte erkannte.
Er verfiel in einen Laufschritt und schloss mit den anderen auf.
__„Da vorn, bei den Bäumen links ist eine Höhle.“
__„Aber dann sitzen wir den Bestien in der Falle.“
__„Ich hatte nicht vor...die ganze Nacht vor ihnen davon...zu rennen.“ erklärte Siggard immernoch laufend seinen Einfall.
__„Eine Armee aus zehn Mann, bei der...zehn Mann neben einander gehen, ist stärker als eine Armee...aus zwölf Mann, bei der sechs neben einander gehen.“
Die anderen verstanden seinen Plan und tatsächlich folgten die Entstellten dem Trupp in den engen Höhleneingang, wo sie einer nach dem anderen den Schwertern zum Opfer fielen.

Die Truppe räumte die Leichen aus dem Weg. Ein Feuer wurde entzündet. Zwar war dies nicht ungefährlich, doch die Dämonen würden sie auf diese Entfernung für welche von ihnen halten. Im Licht erkannte Siggard nun auch endlich, mit wem er in dieser Nacht zusammen gestoßen war. Das Gelb und Grün ihrer Uniformen waren die Farben von Lantan und die Frauenstimme gehörte zu Fürstin Lantania selbst. Sie wurde begleitet von einer weiteren Frau und vier Männern. Alle trugen die gleiche Ausrüstung: Langschwert, Rundschild, Flügelhelm und Brustpanzer. Letzterer war bei den Frauen etwas figurbetonender gearbeitet. An einigen Stellen färbte jedoch Blut den gelben Stoff dunkelrot.
__„Nun hast Du Gelegenheit, die Frage von vorhin zu beantworten.“ sagte die Fürstin, nachdem sie sich und ihre Begleiter vorgestellt hatte.
__„Ich bin Leutnant Siggard. Fürst Sazabi hat mich beauftragt herauszufinden, wie groß das Dämonenheer ist. Ich schätze es auf etwa fünfundzwanzigtausend.“
__„Das dürfte hinkommen. Ich hoffe meine Soldaten nehmen noch ein paar Tausend von denen mit in den Tod. Lantan droht wohl das gleiche Schicksal wie Tobrien und Ossezien.“
Sie seufzte.
__„Ich wollte eigentlich dort bleiben und an der Seite meines Volkes sterben, aber man hielt es für besser, dass ich fliehe.“
Lantania hatte ihn die gesamte Zeit über mit ihrer sanften Schönheit angelächelt. Nur manchmal verzog sie schmerzverzerrt das Gesicht.

In dieser Nacht traute sich keiner von ihnen zu schlafen. Sie ruhten sich nur aus von dem Sprint über die Hügel.
Lantania und Siggard saßen etwas abseits von den anderen und unterhielten sich. Genau genommen stellte die Fürstin ihm Fragen zu allen Dingen, die ihr gerade einfielen. Sie fragte ihn zu seinem Posten in der Stadtwache und ob er Frau und Kinder hätte. Siggard stellte verblüfft fest, dass er sich so auf seinen Job konzentriert hatte, dass ihm der Gedanke, eine Familie zu gründen, noch gar nicht gekommen war.
Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen die nebelige Morgenluft erhellten, brachen sie wieder auf.

Als sie einen Forst in Sichtweite von Saldus passieren wollten, rutscht den Sieben das Herz in die Hose. Auf einmal standen sie in einer Gruppe Höllenbruten. Der erste von Lantanias Wächtern wurde mit einem Schildhieb von den Beinen gerissen, doch der Keiler hatte kurz darauf ein anderes Langschwert in der Brust stecken. Siggard kämpfte was das Zeug hielt. Die schweren Schläge zu parieren kostete ihn viel Kraft, aber seine Schnelligkeit half ihm, ein paar Bestien empfindlich an der Ferse zu verletzten, oder unter ihren Hieben hindurch zu tauchen und ihnen das Kurzschwert in die Kehle zu rammen.
Lantania schrie auf. Ein Axthieb hatte sie auf die Brust getroffen. Siggard hackte ihrem Angreifer von schräg oben den Kopf ab.
__„Siggard, nimm die Fürstin und lauf! Wir halten sie auf.“ schrie die Leibwächterin.
Der Leutnant warf Schwert und Schild aus der Hand und schulterte Lantania.
In kurzer Zeit erreichte er das Stadttor, wo die beiden dann sofort zum Fürst eskortiert wurden.

Völlig erschöpft erreichten sie die Ratshalle.
__„Bereitet ein Zimmer vor und versorgt die Verwundeten.“ ordnete der Fürst an, dann fragte er Siggard: „Wie viele?“
__„Fünfundzwanzigtausend.“
Sazabi stand der Mund offen, dann wandte er sich an seinen Offizier:
__„Entsenden Sie Boten, die Fürst Whenaion bitten uns Truppen zu schicken. Wir werden ihre Unterstützung brauchen, wenn die Dämonen weiter nach Westen vorrücken.“
__„Ich kümmere mich persönlich darum, mein Fürst.“

Siggard und die Fürstin wurden in einem Zimmer des Rathauses untergebracht. Ein Heiler versorgte sie.
__„Siggard?“ flüsterte Lantania. Das Sprechen strengte sie an.
__„Du hast mir das Leben gerettet. Dafür danke ich Dir.“
__„Ich tue nur meine Pflicht.“
__„Kannst Du mir noch einen Gefallen tun? Kannst Du Dir vorstellen Fürst von Lantan zu sein?“
Siggard war von dieser Frage überrascht. Das hatte er nicht erwartet.
__„Ich gebe zu, es wäre eine Zweckehe, aber das dürfte trotzdem nicht gerade unangenehm sein.“

Einige Zeit später erkundigte sich Sazabi nach ihrem Zustand.
__„Bei ihr sind zwei Rippen gebrochen und sie hat eine Wunde in der Seite. Wenn die sich nicht entzündet, wird sie durch kommen. Er ist nur erschöpft. Ein paar Blessuren, nichts Ernstes.
__„Fürst Sazabi?“ Lantania erklärte ihm, dass sie vorhatte, Siggard zu heiraten und bat ihn so schnell wie möglich die Zeremonie dafür durchführen zu lassen. Sein Berater flüsterte ihm etwas ins Ohr.
__„Ich kann...Ihnen diesen Wunsch unmöglich verwehren. Ich werde das allernötigste vorbereiten lassen.“ Dann folgte er Beylen in ein anderes Zimmer.
Er flüsterte.
__„Darf ich Euch an unseren Plan erinnern?“
Sazabi kannte die Details. Er und Beylen hatten diesen Plan entworfen. Doch noch bevor er etwas antworten konnte, sprudelte es aus seinem Berater heraus:
__„SanZebastani ist das größte Fürstentum der bekannten Reiche. Es hat die meiste Bevölkerung und die will ernährt werden. Seit Jahren müssen wird Getreide und Fleisch aus Tobrien kaufen. In Ossezien hat man einen Bodenschatz entdeckt, sie nennen es Öl. Ich weiß nicht, was man damit anfangen kann, aber die Alchemisten halten es für wertvoll. Wenn Ossezien erst einmal das Monopol hat, dann diktieren sie uns auch noch die Preise.
Klar, wir haben auch unsere Bodenschätze: Eisen, Zinn und Kobalt. Aber wir haben einfach zu viel davon. Die Preise für Eisenerz sind im Keller. Für das, was ein Arbeiter aus dem Berg holt, bekommt man kaum das Weizen, um ihn zu ernähren.
Zwar sind unsere Stahlerzeugnisse von guter Qualität, aber die hohen Zölle der anderen Fürstentümer, allen voran Weyden machen einen Export zu unlukrativ.
SanZebastani hat so viel. Zu viel von fast allem und trotzdem sind wir arm. Unsere Schulden bei den Anderen fressen uns auf. Wenn Ihr die Steuern erhöhen wolltet, macht das Volk nicht mit. Das hat Euer Vater schon schmerzhaft am eigenen Leib erfahren.
Ich weiß nicht woher diese Dämonen kommen, doch sie kommen uns gerade recht.
Tobrien und Ossezien sind nahezu komplett entvölkert, Fürstin Lantania liegt im Sterben. Sobald wir die Dämonen besiegt haben, können wir Ihre Fürstentümer annektieren.
Wenn uns Fürst Whenaion auch noch in die Hände spielt, wird seine Armee in der kommenden Schlacht herbe Verluste einstecken. Dann können wir gestärkt aus der Dämoneninvasion hervor gehen und am Ende sind wir es, die Weyden mit Zöllen belegen und schließlich in die Knie zwingen.
Wenn wir also von dem Vielen, was da ist, den Vielen, die es brauchen, geben wollen, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür.
Es schmerzt mich ja auch, so viele Menschen zu opfern, aber es ist besser im Kampf um etwas auf dem Schlachtfeld zu sterben, als zu verhungern für nichts und wieder nichts.
Wenn Lantania und Siggard heiraten dann ist er Fürst von Lantan und unser ganzes Vorhaben einigermaßen sinnlos gewesen. Selbst wenn Lantania ihren Verletzungen erliegt, dann ist er immernoch ein Hindernis. Siggard ist bekannt, nicht zuletzt durch Euch, auch wenn das keiner ahnen konnte. Auch er muss sterben, sonst ist unser Vorhaben gescheitert.“
__„Aber wie?“
__„Lasst Euch etwas einfallen. Die sicherste Methode ist doch ihn im Kampf durch Dämonenhände sterben zu lassen. Und nur um sicherzugehen. Gebe ich Euch das hier.“
Beylen zog ein Glasröhrchen aus seiner Tasche.
__„Ein Nakotisiakum, ich habe es immer dabei. In großen Mengen verabreicht stellen sich die Lebensfunktionen mit der Zeit ein und es sieht aus, als ob die Person sanft entschlafen ist.“

Am nächsten Morgen hatte Sazabi in einer der kleineren Kappelen seiner Stadt eine Hochzeitszeremonie veranstaltet. Nur er selbst, ein Priester, sein Genral, sein Berater, Lantania und Siggard waren anwesend. Nach der Trauung hob er sein Glas.
__„Lasst uns anstoßen. Halt Beylen, das ist Lantanias Glas...mit Kamilleextrakt...für innere Anwendungen.
Na dann: auf die Zukunft.“

__„Ich fühle mich noch immer nicht ganz genesen.“ sagte Lantania. „Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück. Viel Erfolg in der Schlacht, zahlt es diesen Bestien heim!“ Sie gab Siggard einen langen Kuss.

__„Siggard, ich habe noch ein weiteres Geschenk für Sie.“ Der Genral brachte eine Eisenrüstung. Sie hatte eine Zinn- und Kobaltligierung, die sie besonders hart machte und ihr einen blauen Schimmer verlieh.
__„Die blaue Farbe ist symbolisch. Damit werden die Soldaten sie erkennen und sich von ihrem Mut und ihrer Tapferkeit mitreißen lassen.
Herr General, Leutnant, führen Sie SanZebastani zum Sieg.“

Das war der zweite Teil von Sazabis großem Tribut.


Fürst Sazabi öffnete die Augen wieder. Er hatte die richtigen Entschlüsse gefasst. Als er die Anspannung nicht mehr aushielt, verließ er die Ratshalle und gesellte sich zu seinen Bogenschützen auf dem Stadtmauern. Dreihundert von ihnen warteten darauf, die Dämonen mit einem Pfeilhagel zu empfangen. Fackeln erleuchteten das Schlachtfeld. Zwanzigtausend Dämonen standen am Horizont. Die Lantanier von der Blutsteinburg hatten ihnen den Sieg nicht leicht gemacht. Sazabi erkannte Siggard in den Soldaten vor sich. Als der rote Feuerball hinter ihm unterging, griffen die Dämonen an.

Pfeile sirrten von ihren Sehnen, Schwerter trafen auf Dämonenhäute, Beile auf Schilde. Der Kampf tobte vor den Toren der Stadt. Siggard wirbelte durch die Reihen der Angreifer. Dutzende fielen seiner Klinge zum Opfer. Doch die Wellen der Dämonen brandeten unaufhörlich auf sie ein. Drängten die Verteidiger bis zu den Stadtmauern zurück.
Schließlich erschienen Reiter von Norden. Die Dragoner von Weyden waren eingetroffen und sie keilten die inzwischen halbierte Dämonenarmee ein. Sazabi mobilisierte die restlichen zweihundert Mann aus seiner Stadt und am Morgen war die Schlacht geschlagen.
Alle drei Armeen hatten herbe Verluste zu beklagen.
Doch Siggard lebte. Sazabi konnte es nicht fassen. Sein Leutnant hatte die Dämonen besiegt.

Die nächsten Tage kamen ihm unwirklich vor. Die ganze Stadt feierte. Sie feierte Siggard, den Sieger, den Helden, der die Truppen gegen die Dämone geführt hatte.
Wieder saß Fürst Sazabi auf seinem Thron in der Ratshalle. Wieder konnte er keinen klaren Gedanken fassen. Was geschehen war, hatte auch an ihm Spuren hinterlassen. Er wartete auf Siggard, denn er wollte ihn noch einmal persönlich ehren bevor dieser nach Lantan reiste um das Land als Fürst wieder aufzubauen.

__„Ihr habt gezeigt, dass Ihr eines Fürsten würdig seit. Als Zeichen meiner Anerkennung gebe ich Euch dies. Dieses Schwert ist seit Generationen im Besitz des Fürsten von SanZebastani. Nun soll es euch gehören. Es symbolisiert Eure Führungsstärke und Eure Entschlossenheit. Werdet ein guter Fürst von Lantan!“

__Siggard!“ Lantania fiel ihrem Fürsten um den Hals. Endlich hatte sie wieder die Kraft ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, als ein Bote eintrat und Sazabi ausrichtete, dass sein Berater Beylen gestorben sei.
__„Er liegt in seinem Zimmer und wacht nicht mehr auf.“
__„Ich weiß.“

Das war der letzte Teil von Sazabis großem Tribut.
Der Helm – Sazabis Geistesthülle – sollte seinen Plan verschleiern, alle Fürstentümer annektieren zu wollen.
Die Rüstung – Sazabis Geister-Befreier – sollte die Dämonen auf Siggard lenken, doch stattdessen schütze sie ihn und er überlebte fast unverletzt.
Das Schwert – Sazabis Kobalt-Erlöser – war der Versuch Sazabis sein Gewissen reinzuwaschen. Er hatte viel falsch gemacht, doch er hatte dies rechtzeitig erkannt und gerettet was noch zu retten war, indem er seinen Plan aufgab und die Menschen schütze, die er anfangs in den sicheren Tod schicken wollte.

Siggard schließlich wurde Fürst von Lantan und Tobrien. Nach einem langen glücklichen Leben vererbte er seine Rüstung an seine Kinder und diese an deren Kinder.
Doch sie teilten die Artefakte unter einander auf und brachen damit die magischen Kräfte, die sie verbanden. Eines Tages schickten die Mächte der Finsternis neue Dämonen und die Artefakte fielen in ihre Hände.
Aber sie sind nicht verloren. Sie sind noch immer in Sanktuario verstreut und warten darauf, dass sie erneut von einem fähigen Krieger vereint werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und herzlich willkommen zu meiner Geschichte aus dem Storycontest IV bei PlanetDiablo. Ich präsentiere euch eine Set-Story. Um Welches Set es geht, wird erst im Laufe der Geschichte klar und soll schlussletztlich erst gelüftet werden.:D Viel Spaß!

Lausige Lumpen
Von Patrick Bormann (aSkaRi1983)

Eine Stadt

Es ist früh morgens.
„Gib mir bitte von dem Schwein da!“
„Diese Hälfte?“
„Nein, Nein ich möchte diese!“
„Ich nehme aber gerne die Andere!“
„Was mischst du dich ein Alte???“
„Ich war vor dir an der Reihe Weib!“
„Aber, aber es ist genug von allem..“

Üblicher Markttrubel…
Viele Stimmen, unidentifizierbar, als wenn sie zu jedem Gesicht passen. Sie durchstreifen die Rinnen meiner Ohrmuschel, kräuseln sich zur Schnecke und werden von meinem Gehör aufgesogen, wie Wasser von Sand. Das was ich höre interessiert mich nicht.
Auf der Suche nach etwas Passendem. Dachte eine Stimme. „Mhm, was kostet das Leder da?“ fragte jene ältere Stimme.
„Fünf Münzen.“ erwiderte der Inhaber des begehrten gekürschten Leders.
„Ich gebe dir Drei. Das Leder ist von einem Gwarl. Als er starb war er sicher auch noch in einem Schlammbad, du hast dir nicht mal die Mühe gemacht ihn zu waschen.“ sagte die Stimme. „Ja dann kannst du das ja gleich tun…für Vier.“ antwortete der Besitzer des Leders.

Die Stimme trat ein Stück vor, öffnete einen kleinen, ledernen und ranzigen Beutel aus dem es für den Bruchteil einer Sekunde nach Aas roch. Der Stärke des Geruches nach zu urteilen vermoderte hier eine ganze Hühnerfarm seit Wochen, deren Geister jetzt zum ersten Mal Tageslicht erblickten, nachdem sie im ledernen Tresor so lange eingesperrt waren.
Die Stimme gab dem Händler vier Münzen, griff das Leder und verschwand.

Schnellen Schrittes sicher bahnte sich die Stimme einen Weg durch das Gewirr aus Händlern, Gauklern, Schaustellern und Kurtisanen die alle versuchten auf „ihre“ Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„AH pass doch auf wo du hintrittst!“ schrie ein älterer Mann.
„Tut mir leid ich glaube mich hat jemand geschubst, irgendwie hab ich das Gleichgewicht verloren“ sagte die Stimme.
Mist! Überall Rabauken, die einen ständig anrempeln. Überall Füsse, verdammt und ich tret auch noch jemand anderem auf den Fuß, und dann…na ja wenigstens nichts geklaut.
Da vorne ist Haazun. Wie immer ohne Geld in seiner Schale. Wie immer mit dreckigen Lumpen, blind und wie immer mager bis auf die Knochen und ohne Beine. Gleich macht es klirr. Wohltäter, was für ein Beruf.

„Hier Haazun.“ sagte die Stimme. Eine Schale klapperte, ein rollendes Geräusch folgte, spitzte sich zu, wurde schneller und verstummte in der Luft.

„Wie immer Drachnel. Ich danke dir.“ sagte Haazun.

„Ja diesmal eine mit einem Perlenvogel. Gib nicht alles auf einmal aus. Ich komme für längere Zeit nicht mehr hierher.“ sagte Drachnel.

„Heißt das...“ die Stimme des alten Haazun hatte Mühen sich an den Stimmbändern empor zu klettern. Stark gebrannter Alkohol und viel Pfeife hatten ihr die letzten Jahre ordentlich zugesetzt. Dennoch schaffte es seine Stimme die Frage zu beenden. „..dass du alles beisammen hast?“ fragte Haazun.

Drachnel nickte und ging weiter. Haazun verstand ohne die Antwort von Drachnel zu hören.

Der Wind trägt seine Melodie an mein Ohr. Er sagt, der Pfad ist schmal. Der Wahnsinn könnte Leib und Seele verschlingen. Die Ermahnungen spielen fangen miteinander… da jetzt kommt Mutter Warnung, sie tadelt ihre Kinder. Sie seien zu unreif um Ernst genommen zu werden. Ihre Worte kräuseln sich. Ich habe alles beisammen. Das was ich höre interessiert mich nicht.

Drachnel hatte seit ein paar Minuten den Marktplatz verlassen. Das Leder war gut, dass wusste er, obwohl es dreckig war. Krieger und Helden feilschen nicht. Drachnel war keines von Beidem.

Er huschte durch eine Gasse, vorbei an einem Schild mit der Aufschrift – Inkredenzien. Sowas konnte hier in der Stadt Tooul alles bedeuten. Unter dem Schild war eine Eingangstüre. Ihr Schloß wirkte schlicht und würde niemanden abschrecken. Drachnel zog einen Messingschlüssel hervor es tropfte Schweiß auf seine Hand. Obwohl es bald Winter wurde, war ihm unerträglich heiß. Der Schweiß floß in kleinen Rinnsälen an seinem Daumen, wie ein Wasserfall für Insekten herab. Trotz der Tatsache, dass er hier schon seit Jahren wohnte, hatte er immer noch Probleme mit der Tür. Schließlich ließ er den Schlüssel aus seiner schweißigen Hand fallen.

Ach verdammt, ich kann es mir nicht merken, ich kann es mir nicht merken! Jeder Dieb in ganz Tooul würde mich auslachen und hätte meinen Laden längst leer geräumt, wenn sie wüssten, was sie mit dem Zeug anfangen sollten. Keine Ahnung wie ich das abgeschlossen habe. Ich klettere über den Zaun und durch ein Fenster. Da oben guckt wieder der alte Buul.
Ich weiß, dass er mich auslacht. Pah! Hat nicht mal halb soviel in den Armen wie ich. Verdammt warm!

Drachnel war ein leicht muskulöser Mann Mitte 30. Seinen Beruf konnte man weder eindeutig den Alchemisten zuordnen noch einem Scharlatan. Letzteres würde jedoch zur Folge haben, dass er sich um einen passenden Schlüssel keine Sorgen machen müsste, denn jeder Scharlatan hat weder Schlüssel, Schloß noch Heim, sondern gehörig schnelle Beine um nach gelungenem Geschäft schleunigst die Stadt zu verlassen. Er hatte leichte Bartstoppeln, die auch einem Pigmentierungsfehler zugrunde hätten liegen können. Sein Gesicht hatte er in eine Kutte verhüllt, seine geierähnliche Nase wagte ab und zu einen Blick nach draußen. Schuppen quälten sein Haar seit Kindheit. Ob dies einer der Gründe für seinen Namen war, fragte er sich ebenso lange.

Drachnel öffnete ein Fenster und spürte dabei den Blick eines neugierigen Nachbarn im Nacken. Die Gassen waren eng. Tooul war als heranwachsende Großstadt immer gut überfüllt. Es hätte jeder sein können, der ihm jetzt bei seinem Einbruchsversuch in sein eigenes Haus hätte zusehen können, doch es war immer wieder derselbe.

Ich könnte gleich immer das Fenster offen lassen, dann würde ich mir das hier sparen. Aber selbst das vergesse ich. Dieser Blick im Nacken. Wie ein Verrückter steht er sicher oben am Fenster und denkt: „HAHA SO EIN NARR, WIE DUMM, DER ARME TOR, KANN NICHTMAL TÜREN ÖFFNEN ZU SICH SELBST!! ZICK ZACK!“. Dieser dämliche Greis Buul, habe ihn nie aus dem Haus gehen sehen. Sicher bringt ihm die alte Briilie seinen Brei oder was auch immer er sonst noch zu sich nehmen kann.

„Ha Geschafft!“ sagte Drachnel triumphierend.

Es machte klick und das Fenster öffnete sich. Er wuchtete sich hinein und schloß alsbald wieder das Fenster hinter sich.

„So heute ist ein hervorragender Tag. Endlich habe ich alles hier was ich brauche. Zwei Jungna-Gräten. Perlenvögelgefieder. Das gute Gwarlleder! Was für ein Trottel vier Münzen, trotz des Drecks, ist es mindestens Fünfzig wert. Haha! und zu guter letzt auch diese Gwarlrippe. Lasset den Eifer nicht rosten, lasset die Ehre nicht ruhn, es gibt viel zu tun!“ reimte Drachnel.

Das Schauspiel das er von sich gab ähnelte nun einem Kochdesaster. Jeder Laie und jeder Professionelle, ganz gleich welcher Gilde hätte sich nicht erklären können, was dieser Geist dort fabrizierte. Drachnel kochte, schmorte, loderte und las. Ja er las sehr viel. Neben all den Reagenzien, Inkredenzien und Flüssigkeiten, die nicht nur ein Eigenleben, sondern auch hechelnde lachende Grimassen wie Hyänen zu ziehen schienen, lag ein immens großes Buch. Es hatte weder Titel noch Kapitel. Es machte den Anschein, als sei es drauf los geschrieben worden. Erst sauber ordentlich, dann krakelige Handwerkskunst und dann ein von Zeitdruck gepeinigter Federkiel hatten diese Worte aus Tinte zu Pergament gebracht.

Es klopfte an der Türe. *pochpoch*

„Ja wer da?“ schrie Drachnel aus seinem Hinterzimmer. „Kommen Sie rein es ist geöffnet.“

Drachnel hiefte sich schnell vom Stuhl und trat nach vorn zu seiner Ladentheke.
„Ah Frau Tismani. Wie immer?“ fragte Drachnel.
„Wie immer Drachnel. Ich danke dir.“ sagte Frau Tismani. Drachnel bewegte sich hinter der Ladentheke fort, kam nach vorn und überreichte der Frau ein paar Handschuhe. Dabei stolperte er…
„AH pass doch auf wo du hintrittst!“ schrie die Frau. „Entschuldigen sie Madam…“ sagte Drachnel. Zehn Münzen wechselten den Besitzer.

Sie wechselt Handschuhe sooft wie ich mich wasche. Naja mir solls recht sein. Desto öfter klingelt die Kasse.

Drachnel machte sich wieder auf zum Hinterzimmer. Er hatte vergessen wo er angefangen hatte, aber fing noch einmal von vorne an. Laut las er: „Doch wehe dem, der zu gierig die der Macht des Dunklen sich vielfach einverleibt. Bestrafung zeige sich in Wahnsinn, Hass, Dummheit und dem puren Neid.“ Er stoppte. „Nicht sehr angst einflößend. Manchmal glaube ich ein Idiot hat das geschrieben.“ sagte er vor sich hin. Trotzdem sein bester Freund hatte dieselbe Meinung. Sie trafen sich oft. Er war oft für ihn da und akzeptierte ihn so wie er war. Bezüglich dieses Rezeptes dachte er ebenso wie er. Alles kombiniert...

Es klopfte am Fenster. *pochpoch*

„Ah Sanba!“ rief Drachnel ihm schon im zulaufen auf das Fenster zu. Er öffnete und sein bester Freund Sanba stand am Fensterrahmen. Drachnel überrollte ihn sofort mit einer Lawine von Ideen, Wörtern und ganzen Horden von Sätzen, in denen Luftholen nur ein unnötiges Ärgernis an Informationsübermittlung darstellte. Völlig sinnflutartig und wie in Trance erzählte Drachnel von seinem Feilschgeschäft, mal wieder dem nervigen Buul und wie sehr er es ersehnte endlich Nataüli seine Zuneigung zu gestehen. Er war in den besten Jahren, da musste er sich beeilen. Das übliche Geplänkel. Doch bald kehrte Drachnel zum Thema zurück und berichtete über sein Experiment.
„Heißt das, dass du alles beisammen hast?“ fragte Sanba.
„Ja das heißt es und weil du mein bester Freund bist wirst du als Erster erfahren, wann ich soweit bin. Doch bis dahin brauche ich leider noch etwas Ruhe. Habe Geduld und Verständnis, dass ich dich jetzt abwimmeln muss!“ sagte Drachnel und klopfte Sanba auf die Schulter. Er schloß das Fenster und Sanba konnte nur noch antworten: „Bald bist du mächtig Drachnel!“

Mächtig. Reich. Schön. Gebieterisch, energisch und zerstörerisch. Begehrt, geliebt…gehasst.
Vielleicht hast du Recht Sanba. Deine Worte kräuseln sich mal wieder in meinem Ohr. Ein wahrlich schauerliches Echo meines Plans, was du da aussprichst.

Drachnel arbeitete spät bis in den Abend. Er las und verschlang Zeile für Zeile. Die undeutliche Handschrift die mit jeder Seite an – ein Unwissender würde sagen Gravuren, ein Kenner würde sagen an Angst – zunahm, wurde ebenso zusehends verschwommener mit verstreichender Stunde. Drachnel hatte seinen Laden meistens bis spät in die Nacht hinein geöffnet, doch hätte er nun längst schließen sollen.

Meist kamen trunkene Zauberer oder eifernde Alchemisten mit einem Einfall in seinen Laden um doch noch eine ausgefallene Zutat zu erwerben. Tooul hier war alles möglich. Zauberer waren nicht Helden, hier waren sie alles Andere. Meistens nervige Gäste denen die Kettla-Zähne nicht grün genug, die Ash’’rrawal Schuppen zu rauh oder selbst das einfache Fell eines Bären nicht weich genug waren. Kunde ist Kunde, aber im Moment würden sie nur stören. Es klopfte an der Tür. *pochpoch*

Um diese Zeit. Wieder ein betrunkener Magier der mir etwas von Wahnsinn und Dummheit und Ideen vorfaselt von einem Buch, was er gefunden hat und was er jetzt dringend alles braucht. Wer gibt denen eigentlich soviel Geld zum Trinken. Diese Geschichten. Pah. Das was ich höre interessiert mich nicht. Gefasel um diese Uhrzeit, aber Kunde ist Kunde.

Drachnel begab sich zum Vorderzimmer. Irgendwie hatte er wohl vergessen ein Schild vorne anzubringen, dass anzeigte, dass geschlossen war. Ärgerlich über seine vergessliche Ader bewegte er sich zur Türe um seinem Gast persönlich aufzumachen und sich auf eine überaus stark duftende Fahne gefasst zu machen. Die Tür knarrte. Der Türrahmen war leer.

„WENN ICH DICH ERWISCHE SETZT ES WAS DU REUDIGER HUND!“ Drachnel schloß die Tür. „Stören bei später Stunde und dann weglaufen! Wozu ein überhaupt ein Öffnen oder Geschlossen-Schild, wenn sowieso jeder kommt wann er will! Lieber ein: Haut ab oder ein Bin verreisst Schild! Damit ich in Ruhe arbeiten kann!“ meckerte er vor sich hin.

Drachnel begab sich zum Fenster. Er brauchte etwas Pause. Er schaute auf eine Mauer und eine kleine Gasse. Es schien überaus dunkel diese Nacht, ihm war warm und er ließ das Fenster offen für eine gute Portion frische Luft. Er wusste, dass wieder Buul am Fenster stand und ihn beobachtete. Der alte Mann schlief nie, aß nie, musste wahrscheinlich nicht mal ein Geschäft verrichten.

HEHEHE wie schön, doch das hilft dir bei deiner Hitze nicht! Es ist die Angst, der Neid nicht die Liebe oder Geborgenheit! Irgend so einen Mist wird sich der Alte ausdenken. Seine dummen Sprüche, mit denen er mich wohl verrückt machen will. Ab ins Hinterzimmer! Arbeit steht vor mir!

Drachnel las und las. Er rührte, mischte und sprach am Ende laut einen langen Satz. Am Ende besaß er eine Paste. Sie schillerte rot weiß und roch nach Leiche. Das ganze Brutzeln machte den Raum richtig heiß. Das Fenster zu öffnen half wohl nicht. Aber es zu schließen käme Drachnel nicht in den Sinn. Ohnehin schien er in Trance, die Wärme völlig vergessen zu haben.

„Wenn ich diese Paste auftrage ist es vollendet!“ sagte er. „Strich, strusch und fertig! Meine Kappe ist jetzt schön bunt mit Federn. Leider hängen sie etwas herab. Naja macht nichts. Nähen war auch nie meine Stärke. Gleich ziehe ich sie auf!

*pochpoch*

„Oh weh! Wenn das wieder ein Streich ist drehe ich durch! Zick zack.“
Drachnel hiefte sich abermals wieder von seinem Stuhl und begab sich zur Ladentheke. Des Weges zur Türe müde rief er den Kunden herein: „Eintreten.“
Die Tür öffnete sich. Dort stand Haazun.

„Beine hab ich keine, Stiefel brauch ich jenseits der Gebeine, schneller bin ich als der Wind, doch Wahnsinn ist der Preis, den man zu zahlen beginnt! Bald bist du mächtig!“ sagte Haazun.

„Haazun? Du kannst gehen? Wie ist das möglich?“ fragte Drachnel überrascht.
Haazun schritt von der Tür weg. Noch ehe Drachnel an der Tür war, war er verschwunden. Links und Rechts war keine Spur. „WAS SOLL DER UNSINN? HAST DU MICH ALL DIE JAHRE FÜR DUMM VERKAUFT? DIE EINZIGE MÜNZE MIT PERLENVÖGEL. DU ELENDIGER! ICH HAB DIR IMMER WAS GEGEBEN! WAR DER STREICH VON DIR? MELDE DICH ENDLICH!“

Stille folgte der Frage. Dunkelheit dem Schließen der Tür.
Dummer alter Mann. Elendiges Geschwätz, wie von einem Zauberer. Seine Stimme kräuselt sich, was er sagt ist ohne Sinn. Das was ich höre interessiert mich nicht.

Hey hier liegen ja noch die Handschuhe von Frau Tismani? Habe ich ihr die nicht schon gegeben? Hat sie wohl vergessen abzuholen. Wie vergesslich sie doch ist.

Kurz bevor Drachnel die Kappe aufsetzte hörte er ein Scharren. Am Fenster stand Sanba er grinste über beide Ohren.

„Passt wie angegossen!“ sagte Drachnel. „Was meinst du dazu Sanba?“ Es klopfte *pochpoch*.

„HEREIN!“ schrie Drachnel entnervt.

Die Tür öffnete sich. Der Rahmen war abermals leer. Eine Stimme kam aus dem Nichts:

„HEHEHE! Angezogen ist der Fluch! Die andere Dummheit in deiner Hand sich festigt immer mehr! Des Wahnsinns du nicht wirst mehr Herr! NIMMERMEHR!“ sagte die Stimme und verstummte.

„BUUL JETZT NACH ALL DEN JAHREN WAGST DU DICH ZU SO SPÄTER STUNDE HIERHER! BIST DU WAHNSINNIG!?“ schrie Drachnel und rannte zur Tür. Doch der Türrahmen war abermals leer. Drachnel starrte in pechschwarz getauchte Dunkelheit.

Drachnel verwünschte Buul.
„Die Macht in mir ist groß Buul schon bald werd ich dir deine verstorbene Großmutter an den Hals hexen! Na ja oder deinen Bruder. Huch hier liegen ja Frau Tismanis Handschuhe? Wieder habe ich vergessen ihr diese zu geben. Schnell schon mal das Wechselgeld parat gelegt!“

Drachnel schritt zu seiner provisorischen Kasse. Ein Balken, der ein Fach unter einem Tisch verdeckte und mit einem eisernen Scharnier, von innen befestigt war. Das Holz und sein einziger Gefährte das blecherne Scharnier knarrten beide ein Hungerlied nach Schmieröl und Polierpaste. Drachnel öffnete behutsam sein Fach und zog eine Münze hervor. „Eine Münze mit Perlenvögel. Die gebe ich Haazun morgen auf dem Markt. Wenn ich alles beisammen habe!“ sagte Drachnel.

Dummkopf du hast alle beisammen! Heheheheh! Zick zack!

„So meinst du Buul?“ fragte Drachnel verärgert. Keiner antwortete.

„ANTWORTE NARR!“ schrie Drachnel. Ihm war so warm.

Der Wahnsinn ist dir treu ebenso die Macht, die dunklen Kräfte befiehlst du mit eben diesem Schaft! Drachnel blickte auf eine lange Rippe mit zwei nach oben gebogenen Jungna Gräten.

Sei ruhig alter Mann. Deine Rede langweilt mich. Deine Worte formen Unsinn, formen Unrat sie kräuseln sich in meinem Ohr, ballen sich zu einer Wucht aus Warnungen. Doch was ich höre interessiert mich nicht.

Dummkopf du hast noch nie zugehört! Hässlicher alter Mann! Standest immer nur am Fenster, die anderen waren schön. Hakennase! Zauberer nennst du dich? Betrunken bist du!

Buul du dummer Idiot. Immer am belauschen, immer am starren!

Dummkopf! Was du redest. Das interessiert mich nicht! Das was ich höre sowieso nicht!.

HÖR MIR ZU und SCHWEIG! Diese Handschuhe, siehst du wie meine Hände sich bewegen? Grazil und schnell und mit ungerostetem Eifer!

Dummkopf stell dich vor einen Spiegel! Hässlich und ungelenk! Hehehehe Zick zack keine Ahnung er von Macht mehr hat.

Was du sagst interessiert mich nicht! DAS WAS ICH HÖRE INTERESSISERT MICH NICHT! ICH TÖTE DICH DU NARR.

Töte ihn und der Wahnsinn ist gewiss. Seiner Seele du Herr wirst mit jedem Stich. Andere werden folgen dir auf deinem Befehl, hässlicher und zerkauter, verrotteter sie sein werden mehr als jeder andere hier. Der Wahnsinn der Neid und die Macht, die Dummheit doch der größte Fehler war. Zu hören auf den besten Freund…

SCHWEIG ICH WILL ES NICHT HÖREN ICH TÖTE DICH DU DRECKSKERL DU STINKENDES EKELERREGENDES DING! SANBA UND ICH WAREN UNS IMMER EINIG!

Bald wirst du mächtig! Dummkopf nicht DU, SANBA!! Zick zack

Ja Zick zack! Perlenvögelfedern. Handschuhe aus Samt. Diese Schuhe schneller als der Wind Haazun nicht wahr? Diese Kappe schöner als der Greis. JAAAA! DUMMKOPF! Zick zack.
DER WAHNSINN KOMMT DOCH WAS ICH HÖRE INTERESSIERT MICH NICHT! DUMMHEIT IST DES SCHARLATANS GRÖßTE MACHT! MEIN BESTER FREUND ER DA WAR JEDE NACHT!

Dummkopf merken kannst du es doch sowieso nicht dir.

Dieses Geräusch tobend kräuselnd, wie Kettenrasseln. Es dringt in meine Seele, ich höre Hitze, fühle das Geräusch des Todes. Wo ich sitze ist kein Entkommen, wo ich wandle ist der Tod dein ‚einzger’ Freund. Von der Macht Benommen.

AAAAAAAAAAHHH!

Schweiß gebadet erwachte er. Was für ein Abend. Total verrückt. Die ganze Nacht hatte er durchgearbeitet um den Auftrag zu erledigen. Drachnel stand auf und zog sich schnell an. Verrückter Traum. Total verschwommene Visionen so schien es ihm. Hauptsächlich schillernder weißer Nebel. Er rannte aus seinem Haus. Schloss die Tür ab und lief zum Gefängnis. „Hey Drachnel schön dich zu sehen!“ sagte ein Wächter am Torbogen.
„Danke, danke! Wünsche dir einen guten Morgen!“ Dummer Wächter. Immerhin ein ganzer vollständiger Satz. Wie geht’s unserem Gast?“ fragte Drachnel. „Sieh es dir selbst an. Leonel und Harzzd werden ihn dir zeigen“ antwortete der Wächter nüchtern und zeigte, mit einer Handbewegung und dem Daumen in die Richtung weisend, hinter sich.

Drachnel stieg unzählige Stufen in ein Gewölbe hinab. Es war unerträglich heiß in dem Raum, da dieses Gewölbe nicht nur als Gefängnis, sondern auch als Folterkammer diente. Das Klirren und Knacken der Werkzeuge war von denen der reissenden Sehnen von Muskeln und Brechen der Knochen nicht zu unterscheiden, da es sich mit dem Geräusch von Hochöfen vermengte und mit dem Geruch von gebratenem Fleisch beisste. Eine narkotisierende Wirkung für alle Sinne, vor allem, wenn man das halb lebendige Schauspiel dazu zusätzlich begutachten würde.
Drachnel trat vor eine Zelle vor der zwei weitere Wächter standen. Er ging eilig auf sie zu.

„Was hatte er bei sich?“ fragte Drachnel neugierig.
„Nicht viel. Diese Stiefel, diese Handschuhe, eine Kappe und ein Stück Gräte von einem Hühnchen oder so.“ entgegnete der Wächter Leonel. Das ist eine Gwarlrippe du Sohn einer Dirne…dachte Drachnel.

„Er faselt die ganze Zeit. Wir haben es für dich aufgeschrieben. Die Leute im Dorf sagen, er ist verrückt geworden. Seinen Namen kennt niemand.“ sagte der andere Wächter Harzzd stolz, diese Informationen zusammengetragen zu haben.
„Aber ich kenn ihn. Er ist alt, kann kaum laufen und hat kaum noch Zähne. Er ist hier aufgewachsen.“ entgegnete Drachnel.

„Und jetzt kann er nicht mal mehr sehen…“ fügte Harzzd hinzu. Dann stutze er mit einer, für seine Verhältnisse, gewaltigen Erleuchtung nahe und platzte heraus: „Herr aber ihr seid soviel jünger als…“ Schweig!“ zischte Drachnel. „Gib mir den Zettel mit seinem Gestammel…“

Noch bevor Drachnel einen Blick darauf werfen konnte, stammelte die Gestalt im Gefängnis los, Schweiß rann ihr über ihr Gesicht: „Zickzack Schuhe schnell wie der Wind, Schutz für die Hände für dich ists Tabu! Die Kappe, mein Vorbild zu finden, immerzu günstige Rippen und Münzen mit Perlenvögeln drauf!! Diese Rippe wers glaubt, beschert dich mit Wahnsinn zuhauf!!! HEHEHE! Sanba kommt, Sanba schweigt. Er empfängt meine Gabe, gemacht aus meines Geistes Leid!“

„Was für ein Idiot“ grinste Leonel. „Ich versteh ihn kaum. Brauchten echt mehrere Versuche das aufzuschreiben.“ erläuterte Harzzd.
„Warum sitzt er hier, er ist doch nur verrückt?“ fragte Drachnel nach, aber als schien er der Antwort um Meilen voraus zu sein, ebenso wie dem Denkapparaten des Wächters.

„Hat dem Bettler Buul vom Marktplatz die Beine gebrochen und einer alten Dame die Hände abgehackt…und sich danach die Augen rausgeschnitten. Jetzt wippt er vor sich hin und lacht.“ sagte Harzzd.

„Wir haben ihm eine Hühnergräte gegeben! Haha“ lachte Leonel. „Jedesmal zeigt er auf uns und sagt: Die Toten kommen, ihr werdet weinen und mich anflehen! Zickzack…das was ich… höre ähh…“ „interessiert mich nicht.“ ergänzte Harzzd belehrend.

Drachnel beugte sich vor und fragte den Mann leise: „Wie ist mein Name?“
Der Alte starrte geradeaus und sagte: „Ich kann mir nichts merken, ich kann mich an nichts erinnern. Das was ich höre interessiert mich nicht…“

Drachnel grinste hämisch.

„Gebt mir seine Sachen. Ich werde sie gut aufbewahren.“ „5 Münzen!“ geiferte Leonel. „Du bekommst vier und den guten Rat mir sie zu geben.“ sagte Drachnel ohne weitere Taten zu erläutern. Sein Blick verdunkelte sich und er durchlöcherte beide. Leonel gab Drachnel die Sachen und er verschwand.

Dummer Idiot…Ich danke dir Haazun. Ich werde dein Opfer in Ehren halten. HAHAHAHAHA!

„Wer war dieser Kerl eigentlich?“ fragte Harzzd seinen Kameraden.

„Einer aus der Zauberergilde.“ entgegnete dieser. „Denen ist der schönste Umhang nicht schön genug und das heißeste Feuer nicht heiß genug. Die sammeln jeden Mist von jedem Gefangenen, für uns ist das bare Münze und was dem Alten da gehört interessiert wahrscheinlich eh niemanden. Mhm jetzt hätten wir aber nach einem Namen für den Kerl fragen können, wenn er ihn doch kannte!“

Harzzd wischte sich mit einem Tuch die Stirn.
„Ist doch egal. Man eine Zelle neben dem Hochofen! Wer hat sich das ausgedacht. Hier ist es so warm! Ich schwitze wie ein Schwein.“

„Weil du eines bist!“ grinste Leonel. Naja keine Ahnung wie er heißt. Mir egal, aber dafür habe ich jetzt Geld für ein richtig gutes Mittagessen!“ sagte er. „Geht alles auf mich!“

„Da jetzt redet er bestimmt gleich wieder der Spinner!“ sagte Harzzd. „Haha. Ich halt ihm ne weitere Gräte hin! Was sich bei dem alles im Kopf abspielt will ich gar nicht wissen. Bestimmt immer wieder derselbe Mist!“ grinste er und hockte sich hin, wie eine alte gebuckelte Hexe und reichte dem Uraltwirkenden Mann eine Gräte in den Käfig. „Da ich glaube er sagt irgendeinen Namen!“

Zickzack ich habe die Macht, ihr werdet sehen, ich verfluche euch alle!

Sanba du hast mich verraten deinen besten Freund! Hast gesagt das Buch es hilft mir! Ich muss zum Marktplatz, habe noch nicht alles beisammen. Da ich höre es „Gib mir bitte von dem Schwein da!“…„Diese Hälfte?“ SANBA! Mein Kopf!


Ein Turm

„Hier die Sachen des Alten. Was findest du an diesen lausigen Lumpen?“ fragte Drachnel neugierig.
„Geh. Nimm deine Belohnung und geh!“ sagte eine noch viel düstere Stimme mit einem Ton der zielsicher und bestimmt wirkte.
„Ausgemacht waren 1000 Münzen und der Stab!“ sagte Drachnel und verklang. Ein Nebel schillerte weißlich. Könnte man heulendes Schreien riechen, so würde es sicher, einer Zwiebel gleich, Tränenerregende, aber vor allem salzig und blutige Gerüche annehmen. Mit dem Unterschied, dass die Stimme mit Eifer und Freude ihre Nase in dieses Geschrei getaucht hätte. Der Boden färbte sich nun braun grün. Die Stimme erhob sich: „Zu viele Forderungen, zu wenig Zufriedenheit. Jetzt hast du nichts! Weder deine Seele noch dein Fleisch, denn ich hab alles beisammen.“ Die Figur schwenkte den Stab und es erhob sich aus dem Dunst eine knöcherne Hand.


Ein Gefängnis

„Ich versteh immer Sander.“ sagte Harzzd. „Völlig verrückter alter Kerl. Wie kann man nur am helligten Tag so viele Angriffe begehen und sich dann noch selber so verstümmeln?“ Fragte der Wächter den Anderen. „Ich weiß nicht. Pure Dummheit?“ grinste Leonel zurück.

Harzzd grinste weiter und hielt die Gräte zwischen zwei eiserne Stangen und zog sie immer wieder weg, wenn der uralte Mann danach griff. „Ja Sanders Dummheit hehehe…“

Üblicher Gefängnistrubel.
Übliches Geplänkel.
 
Hallo,
Ihr kennt mich nicht, aber ich kenne euch.
Hier lest ihr meinen Beitrag zum 4ten Contest.
Ihr werdet hierbei erfahren, warum der 5te Akt für euren Helden nötig wurde und was Sander damit zu tun hat.


Sanders Dummheit,
Eine Geschichte von Vertrauen und Torheit
Von Naavorth


Das Vorland von Harrogath. Ein eisiger Wind strich hier über die Ebenen der Toten. Es war ein kahles Land aus Fels, bedeckt mit einem grauen, aus Nebel gewebten Leichentuch. Unter dem Tuch ruhten Reichtum und Verderben Seite an Seite im Schlaf.
Es war bereits tiefste Nacht. Finsternis stahl jegliches Licht von diesem Ort und hinterließ eine Spur aus Unsicherheit und Furcht. Es war kaum zu bemerken, dass es noch Leben gab. Dass es dort jemanden gab, der nicht schlief.
Es war Sander.
Er war eine der verlorenen Seelen, die hier Reichtum suchten. Reichtum, den er in den Kadavern von Veteranen fand. Barbaren, Nekromanten, Paladine. Sie alle lagen hier und verfaulten am Fuße des Berges Arreat. Gefallen, während sie den Weltstein suchten. Erdolcht, verbrannt, zermalmt. Sie alle hatten ihre Fertigkeiten überschätzt und verloren. Und wenn die roten Horden sich zurückzogen und neu formierten, und die anderen Helden an Feuern schliefen, schlich jemand wie er über die Felder und nahm die Dinge, die die Toten nicht mehr brauchten. Gleich unten im Dorf verkaufte er sie an diejenigen, die es erneut wagen wollten.
Ja, er war Sander. Ein grauer, plündernder Schatten.

Sander spürte eine kühle Berührung. Ein Nebelfinger umhüllte sein schwarzes Gewand. Feucht sickerte es durch die Stoffspalten und dort, wo die Nässe seine Haut berührte, bildete sich eine Art öliger Film. Eine klebrige Masse, die ihn einhüllte. Er fühlte sich müde. So schrecklich müde.
„Wie widerlich“, murmelte er. „Ob die Toten diesen Dunst ausatmen?“ Der Gedanke war plötzlich sehr präsent. Er stellte sich vor, wie die Kadaver ihre Münder öffneten und graue Wogen daraus aufstiegen, um nach und nach die Ebene zu füllen. Verstofflichte Todesängste, die die Helden ausatmeten, ehe sie starben. Es war sicher ein schlechtes Omen, wenn der Nebel ihn berührte. Sander fror plötzlich.
Um dem Nebel davonzukommen, verließ Sander seinen Pfad und kletterte auf eine steinige Anhöhe. Nebel umspielte nun seine Füße als stünde er auf einer Insel, umgeben von einem grauen Meer. Jetzt erkannte er, dass er hier nicht allein auf dieser Ebene war. Ein Toter ruhte mit dem Rücken zur Wand an einem Felsen. Ein seltsam unversehrter Toter. Es schien ehemals ein Nekromant gewesen zu sein. Mit Ritualstab, Stiefel, Helm und Handschuhen.
Der Grund seines Ablebens war nicht erkennbar. Sander kniete vor ihm nieder und packte seinen Beutesack, den er immer über die Schulter geworfen hatte. Die Gegenstände waren sicherlich wertvoll! Sander verweilte einige Momente schweigsam vor dem Kadaver. Der eine Händler, mit dem Sander zusammenarbeitete, hatte die schlechte Angewohnheit Sanders Beutesack bei Ankunft zu prüfen und ihm dann schlechte Preise zu machen. Das war in Ordnung, denn er kaufte wenigstens alle Dinge. Doch diese Kleidungsstücke hier wirkten zu kostbar auf Sander. Er musste sie woanders verkaufen! Für richtig viel Gold!
Sander leckte sich über die Lippen. Es gab da nur dieses eine Problem. Plünderer wie ihn ließen die Barbaren nicht in die Stadt. Er war für den Krieg unbedeutend und nicht gerne gesehen. Jemand wie er konnte nur den Hintereingang nehmen, wo auch schon der Händler wartete.
Aber was sollte er nur mit der Kleidung des Helden machen? Und ganz plötzlich war sie da, die Idee! Voller Eifer streifte er dem Toten die Kleidungsstücke ab und tauschte sie gegen seine eigenen aus.
Das weiche Leder der fremdartigen Stiefel und Handschuhe schmiegte sich augenblicklich an seinen Körper. Es fühlte sich warm an, als wäre die Haut, aus der jemand einst dieses Leder gegerbt hatte noch lebendig. Verrückter Gedanke! Sander schüttelte sich kurz. Der seltsame Kopfschmuck drückte ein wenig an seinen Schläfen und dann war da noch dieser Knochenstab. Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch nahm er ihn an sich.
So! Jetzt konnte er das Hauptportal von Harrogath sicher passieren. Sah er nicht aus wie einer der Helden, die hier ihr Leben ließen? Wenn er das Dorf betreten hatte, wäre es sicher ein leichtes, dort zu verweilen, bis ein echter Nekromant kam, der ihm gutes Gold für diese Kleidungsstücke gab. Dann konnte er vielleicht zwei, drei Monate das Leben eines normalen Bürgers führen. Ein richtiges Leben, dass es wert war, so genannt zu werden: Mit täglichem Essen in der Taverne und einem Dach über den Kopf.
Vielleicht würde das Gold sogar für ein neues Gewand und einem kleines Schwert reichen. Möglicherweise würden sie ihn dann als Karawanenwächter akzeptieren und er konnte das Plündern von Kadavern hinter sich lassen. Sander lächelte nun.
War das nicht ein schöner Plan? So einfach und doch so wirkungsvoll!
Er lachte einmal und machte sich mit zügigen Schritten auf den Rückweg.
Der Nebel hieß ihn willkommen. Doch in der Kleidung eines Helden zu stecken, weckte in Sander Euphorie. Als die Stadttore von Harrogath ein wenig später in Sichtweite gerieten, schlich er schon längst nicht mehr verstohlen wie jemand der Diebesgut bei sich trug, sondern er ging aufrecht und voller neuem Selbstbewusstsein. Hätte er es doch besser nicht getan!

Eine Gruppe von drei Barbarenkriegern weilte am Eingang. Als sie ihn erblickten, deuteten sie einen Gruß an und näherten sich eilig.
„Dunkler Magier!“, rief der Größte von ihnen. Ein Hüne mit einer üblen Klauennarbe über der Wange. Eisblaue Augen blitzen Sander entgegen. „Sie sagte, dass ihr überleben würdet! Wir dachten beinahe, die feindlichen Späher hätten euch erwischt. Ist gefährlich diese Tage.“
Was wollten denn die jetzt von ihm? Sander spielte nervös an seinem Knochenstab. Oder wichtiger, wie wurde er diese tumben Krieger los?
„Jedenfalls hätten wir nicht zweifeln dürfen“, erzählte der Krieger unterdessen weiter. „Sie hat an euch geglaubt!“
„Ist das so?“, fragte er gedehnt. Was sollte er auch sonst darauf erwidern?
„Natürlich! Jeder weiß, was euch zwei verbindet, Hexer! Sie ist mit den anderen allerdings schon aufgebrochen.“
Sander rückte seine dunkle Kutte zurecht. Zwei Schritte von Harrogath und aller Sicherheit entfernt und der Krieger wurde seiner Worte nicht müde. Verdammt, das war ungerecht! „Wo könnte ich 'sie' denn finden?“
Der Hüne wies zum Arreat hinauf. „Der Feind rollt jeden Tag mit seinen Belagerungsmaschinen näher. Sie ist mit den anderen auf der Anhöhe, um einen Hinterhalt vorzubereiten.“
„Klingt gefährlich. Die roten Horden sind bereits hier.“ Damit sprach Sander aus Erfahrung. Immerhin hatte er sie in den vergangenen Nächten täglich umschlichen.
„Ja. Wir sahen sie durch den Nebel schleichen. Glaubt ihr, sie ist in Gefahr? Dann sollten wir euch sofort zu ihr bringen! Kommt!“
Sander schreckte auf. „Moment!“, erwiderte er alarmiert, „Das ist nicht nöti...“
Doch da schlug ihn der Krieger so freundschaftlich auf die Schulter, dass er stark zusammen zuckte. „Verlasst euch auf uns, dunkler Magier! Wir schlagen euch aus jedem Hinterhalt heraus! Kommt nun!“
Sander wagte es nicht zu widersprechen. Nur einmal blickte er sehnsüchtig zum Haupttor von Harrogath zurück. Warum musste er diesen Wilden begegnen? Warum nur?
Wenige Momente später verschwamm die Sicht, denn er tauchte erneut in den Nebel ein. Ein graues, feuchtes Gespinst, dass beim Atmen in seine Lungen drang und die beklemmende Ahnung hinterließ, dass etwas passieren würde.
Die Barbarenkrieger eilten förmlich durch das Feld der Toten. Sie wateten durch den Nebel als wäre er wirklich stofflich. Seinen Beutesack hatte Sander unauffällig im Dunst abgelegt. Hoffentlich fand er die Stelle später wieder.
Was hatte er eigentlich geglaubt, als er die Kleidung des Nekromanten angezogen hatte? So etwas Dummes!

Sie folgten einem Pfad, der aufwärts führte. Einer der Barbarenkrieger flüsterte leise. „Gut, dass wir den Nebel endlich hinter uns haben! Es heißt doch, dass der, der im Dunst rastet, plötzlich aufhört zu atmen!“
„Das sind doch Märchen!“, murmelte der Anführer. „Der Nebel ist mit uns verbündet! Er versteckt uns und bremst unsere Feinde!“
Der Krieger warf einen Seitenblick zu Sander. „Ihr wart Tage fort. Habt ihr eigentlich im Nebel gerastet?“
Vor Sanders Augen blitzte das Bild des toten Nekromanten auf, von dem er die Kleidung hatte. Keinerlei Verwundung hatte sein Körper gezeigt. Er erinnerte sich auch an das kühle, bedrückende Gefühl, dass auf seinem Herzen lastete, als er allein im Nebel nach Beute gesucht hatte. Ob der Nekromant sich einfach ausgeruht hatte? Einfach die Augen geschlossen hatte und dann starb? Die Vorstellung kribbelte eisig seinen Rücken hinab.
„Ich rastete nicht“, erzählte Sander nun leise.
„Aber auch jemand wie ihr muss schlafen!“
Sander nahm den Stab. Versuchte sich im Geist auszumalen, was ein wahrer Nekromant antworten würde. „Jemand wie ich, hält sich mit Magie wach“, begann er leise, „wenn finstere Kreaturen durch den Schatten schleichen und nur darauf warten, dir die Haut vom Körper zu schälen!“
Der Krieger verzog das Gesicht. Der Anführer ließ sich an Sanders Seite zurück fallen und nickte grimmig. „Wohl wahr!“, stimmte er zu. „Hinzu kommen die Plünderer! Ich vermute, sie helfen auch manchmal mit dem Dolch nach, wenn du allein reist und eingeschlafen bist.“
Sanders Kopf ruckte zu ihm. „Was? Plünderer?“
„Ja, mit dem Dolch! Ich bitte jede Woche die Ältesten, dass ich dieses plündernde Pack erschlagen darf! Ehrloses Gesindel zieht Profit aus dem Tod! Ich sehe sie manchmal durch die Dunkelheit schleichen, wenn ich Wache am Tor habe.“
Sander spielte an der Halskrause seiner Kutte. Ein Hauch von Furcht schlich in seine Mitte. Was, wenn sie herausfanden, wer er wirklich war? Sie würden ihn aufknöpfen! Dieser Krieger durften niemals erfahren, dass er seine Ausrüstung einem Toten geraubt hatte!
Dann plötzlich hörten sie etwas Geröll den Abhang hinab kollern.
Der Anführer hob die Hand und blieb stehen. Auch die anderen stoppten. Der Barbar kniff die Augen zusammen und spähte in die Dunkelheit. „Wir werden beobachtet“, murmelte er leise, während sein Blick die Umgebung prüfte.
Dann hörten sie ein fremdartiges 'Flopf', so als würde sich plötzlich die Luft verdichten.
Eine kleine, grazile Kreatur versperrte ihnen nun den Weg. Sie hatte schmale gelbe Augen und erinnerte fern an einen Kobold. „Menschen brennen!“, schrie sie. In ihrer krallenbewehrten Hand strahlte im selben Moment eine Kugel auf und einen Wimpernschlag später zischte ein Feuerbolzen knapp über ihre Köpfe hinweg.
„Zieht blank Brüder! Hinterhalt!“, brüllte der Barbarenanführer. Äxte hebend stürmten sie auf den dämonischen Winzling zu, der mit einem weiteren 'Flopf' wieder verschwand. Der Zorn der Krieger traf nur auf wabernde Luft. Die drei Krieger sahen sich eine Sekunde desorientiert um, als plötzlich mehrere mit Hornplatten gepanzerte Gestalten zwischen den Steinen hervorpreschten. Ehe Sander auch nur verstand, was dort passierte, waren die Barbaren in ein Scharmützel verwickelt. Kriegerischer Zorn traf hier auf unkontrollierte dämonische Wildheit. Sander hörte eine der Kreaturen schreien, und auch die Barbaren brüllten. „Dunkler Magier! Helft uns!“
Sander starrte auf seinen Knochenstab, dann wieder zu den Barbaren. Er konnte nicht helfen! Er hatte doch keine Ahnung wie Magie funktionierte! „Bei den Ahnen! Hexer! Eure Magie!“, keuchte ein Krieger verzweifelt. Da brach der Boden unter dem Barbar auf und hornige Dornen stießen nach seinem Körper. Sander wandte den Blick ab und versuchte das schmatzende Geräusch zu überhören, genauso wie das Röcheln des Kriegers, welches dann langsam verstarb. Was hatte er nur getan? Er war in einen echten Kampf verwickelt!
Hinter sich hörte Sander dann erneut ein 'Flopf'. Er spürte den Blick des Bösen im Nacken. „Dunkler Magier... “, begann eine fremdartig hohe Stimme, die dann abermals manisch überschlug „breeeeeeeennt!“
Sander reagierte augenblicklich.
Er floh.

So schnell war Sander noch nie gerannt. Seine Stiefel schimmerten leicht im Mondlicht, als hätte man sie mit Glasstaub bedeckt. Sander rannte und sah nur an den Lichtreflexionen der Felswand, dass ihn wohl einige Feuerbolzen hinterher flogen. Doch er war schneller und hörte irgendwann nicht mehr den Kampf und die Schreie der sterbenden Barbaren. Er hörte nur noch das rasche 'Riprap' seiner Lederstiefel, wenn sie beim schnellen Spurt aneinanderrieben.
Dann erst entdeckte er weiter vor sich ein Feuer. Es war offenbar ein kleines Lager, denn ein ein Mann und eine Frau wärmten an den Flammen ihre Hände, während ein dritter Krieger Wache hielt. Es mussten die Barbaren sein, von denen er gehört hatte. Sie hatten eine beachtliche Menge Felsen am Klippenrand gestapelt, als wollten sie sich vor Blicken schützen.
Sander wollte stoppen, doch seine Stiefel ließen ihn nicht. Er strauchelte, stolperte und kam praktisch vor den dreien zum Stehen. Der Krieger hatte seine Zweihandaxt umfasst und auch die Frau war zu ihm herumgewirbelt. „Du bist zurück? Was machst du auf dem Boden?“, kam es von ihr überrascht.
Sander rappelte sich auf und klopfte sich den Staub von der Robe. “Ich wurde verfolgt! Ich ...“ Er stockte, denn sein Blick verlor sich in den sanften Rundungen ihres Körpers, den ihre knapp geschnittene Rüstung betonte. Sie war eine wirkliche Barbarenschönheit. Ein sanftes Gesicht unter wildem, schwarzem Haar.
„Was erzählt ihr, dunkler Magier?“, rief nun einer der Krieger verwundert.
Die Frau stand nun vor ihm. Sie hob die Hand und berührte seine Wange. Sie wirkte nachdenklich, ehe sie weitersprach. „Du hörst und fühlst dich fremd an. Irgendwie nervös.“
Sie schien dann auf etwas zu warten, doch ihr Verhalten betäubte Sander. Als Plünderer wurde er praktisch sein Leben lang niemals berührt. Außer vielleicht später zur Beerdigung. Er starrte sie jedenfalls eine Weile an, ehe er leise murmelte. „Du solltest das nicht tun.“
„Warum ist deine Stimme so rau, mein dunkler Magier?“
„Nenne mich doch einfach Sander.“
„Sander?“, echote die Frau und löste die Hand. Als er den Blick hob und der Feuerschein sein Gesicht erreichte, zuckte die Frau erschrocken zurück. „Du ... du bist es gar nicht!“
„Nein, ich bin ja auch Sander“, sagte er langsam.
„Aber du trägst seine Kleidung!“, keuchte sie und wies mit dem Finger auf ihn. „Auch dein Helmschmuck gleicht dem seinen!“
„Er ist auch mein Vorbild!“
Die beiden Krieger flankierten ihn plötzlich, bauten sich praktisch bedrohlich zu seinen Seiten auf.
„Wer bist du?“, wollte die Frau dann wissen.
„Ich bin Sander, ein Schüler meines Meisters“, log er und war überrascht, wie leicht ihm das fiel. „Ich weiß, was euch verbindet. Ich bringe euch allerdings schlechte Neuigkeiten.“
„Dunkle Magier bringen immer schlechte Botschaft“, grollte einer der Krieger. Doch die Frau neigte ihren Kopf.
„Verzeiht mein Handeln, Schüler. Wie ihr sicher wisst, bin ich Venya. Was für schlechte Neuigkeiten habt ihr denn? Ist meinem dunklen Magier etwas geschehen?“
Sander sah wie ein Ausdruck von Kummer über ihr junges Gesicht huschte. Blaue Augen blickten ihn fragend an.
„Mein Meister ist verwundet und kuriert sich“, log Sander erneut und erfreute sich daran, wie sich ihr Gesicht aufhellte. „Nein, es geht um die rote Horde.“
„Die Dämonen?“, fragte Venya aufmerksam.
„Ja. Eine starke Vorhut ist bereits im Vorland.“
„Das ist nicht möglich!“, grollte einer der Krieger. „Sie zogen sich zurück, als einige Paladine vor Tagen hier mit uns kämpften! Wir halten seitdem diese Passage! Es können keine Dämonen im Vorland sein!“
„Ich sah drei Barbaren gegen sie kämpfen. Einer mit Narben ist ihr Anführer.“
„Korlan“, mischte sich Venya ein. „Er hat heute Nacht Wache am Tor! Er kämpft gegen Dämonen? Warum seid ihr nicht bei ihm?“
„Nun, ehm... sie schickten mich, um euch zu warnen?“
In diesem Augenblick ertönte ein 'Flopf' und eine hohe Stimme kreischte. „Böses Magier! Nicht rennen weg! Hab' Feuer für dich!“
Sander drehte sich auf den Fersen. „Nicht der schon wieder!“
„Du kennst ihn?“
„Töten wir ihn!“, brüllte einer der Barbaren und warf wie im Reflex seine Axt nach dem Kobolddämon. Es flimmerte nur an seinen Standort, ehe sie sein manisches Kichern weiter oben auf einen Fels hörten.
„Passt auf! Er kann sich durchs Gefüge bewegen!“, rief Venya zu den Kriegern.
„Anvisieren, zerhacken, verstümmeln, töten!“, fluchte der Barbar und sprang mit einem riesigen Satz auf den Dämonen zu.
Da hörten sie alle das Trampeln von schweren Schritten, und massige Körper tauchten weiter unten in der Passage auf. Glühende Augenpaare blickten ihnen aus der Dunkelheit entgegen.
„Horndämonen!“, brüllte der zweite Krieger. „Bei den Ahnen! Mein Zorn soll einen Sturm entfachen!“ Da zog er seine zwei Äxte und wirbelte in die Masse aus dunklen Leibern hinein. Infernalen Kreischen erklang darauf.
„Setzt eure Magie ein, Sander!“, rief Venya aufgeregt.
„Nein!“, erwiderte er panisch. „Ich kann nicht! Wir müssen hier weg!“ Er griff nach ihrer Hand und wollte gerade losstürmen, als er neben sich das verhasste 'Flopf' hörte. Venya kreischte, als der Kobolddämon aus dem plötzlichen Nichts ihren anderen Arm ergriff. „Wollen behalten Frau! Dunkles Magier rennen nun besser allein weiter!“
„Lass sie los, oder unheilige Magie wird dich zermalmen!“, schrie er dem Kobold entgegen. Dabei richtete er den Knochenstab auf ihn, als wäre es eine Waffe.
Der Kobold kicherte verrückt. „Sterblicher Aberglaube nichts retten dich!“
Da schlug Sander mit dem Knochenstab nach dem Kobold. Er traf den Arm, den Kopf und die Brust immer wieder. Eine seltsame Kälte floss aus dem Stab zum Dämon. Ein knisternes Säuseln ummantelte die Kreatur für Sekunden, und Sander sah, dass der Frost als sichtbarer Raureif über die Haut des Dämonen glitt.
„Arrrrg!“, keuchte der Kobold und löste die Hand von Venya. „Kalt sein. So kalt! Du nun brennen wirst, sadistischer Magierfeigling! BRENNEN!“
Und mit einem besessenen Funkeln in den Augen beschwor der Kobold eine weitere Flamme zwischen seinen Klauenfingern.
Doch bevor er den Feuerbolzen auf Sander schleudern konnte, bekam der Kobold von Venya einen kräftigen Stoß in den Rücken. Kreischend warf er überrascht die Arme in die Luft, als er knapp an Sander vorbei über den Klippenrand stolperte. Dieser sah dem Kobold nach, der weit in die Tiefe stürzte, doch sich kurz vor dem Aufschlag mit einem magischen 'Flopf' auf einen Felsvorsprung rettete. „Verdammt!“, flüsterte Sander leise.
“Ich Feuerholz aus Magierknochen mache!”, kreischte die Kreatur von weit unten hinauf.
„Nein, kleiner Bastard!“, fluchte Sander hinab und zog zornig einen der Balken aus den angehäuften Felsen. „Nimm das, du Scheusal!“, schrie er und warf die Holzplanke. Er verfehlte und ein weiterer Feuerbolzen zischte als Antwort hinauf. Doch ohne das Holz gerieten die Steine ins Rutschen und plötzlich ergoss sich eine Felslawine ins Tal. Der kleine Kobolddämon schrie noch erschrocken, bevor ihn gleich ein dutzend Steine auf einmal überrollte. Sander beobachtete das Schauspiel einen Augenblick lang überrascht.
Die Menge an Geröll war für so ein kleines Geschöpf sicher übertrieben gewesen, aber nun, wenigstens war es nun tot. Sander rieb sich den Nacken, als Venya an seine Seite trat. Der Kampfeslärm war verstummt.
„Sander?“, fragte sie ihn verwundert. „Was hast du getan?“
„Offenbar einen kleinen, fiesen Dämon getötet!“
„Ja“, erwiderte sie langsam. „aber damit auch unsere Hoffnung zerstört!“
Hinter Venya näherten sich nun die zwei Barbarenkrieger. Ihre Rüstung war stellenweise zerfetzt, ihre Äxte noch dunkel vom Dämonenblut. Der Ausdruck in ihren Augen war undeutsam, doch ihre Haltung schien angespannt.
„Warum?“, fragte Sander vorsichtig und spürte, dass hier irgendetwas falsch lief.
„Diese Steine sollten Shenk, den Aufseher der Dämonenhorden begraben. Nun wird er das Vorland aber unbeschadet erreichen und seine Belagerung beginnen können. Du hast unsere Idee verraten, Sander!“
„Warte!“, erwiderte er eilig. „Das wusste ich doch nicht! Wir finden bestimmt eine neue Stelle für einen Hinterhalt!“
Venya schüttelte den Kopf. „Du siehst doch selbst, dass die ersten dämonischen Späher bereits dieses Land gefährlich machen. Wir haben nicht genug Zeit.“ Sie seufzte. „Für diese Dummheit Sander, werden viele mit ihrem Leben zahlen!“
„Das habe ich nicht gewollt! Ich war nur zornig... unkontrolliert!“
Venya schüttelte erneut ihren Kopf. „Du hast mich enttäuscht, Sander. Deinen Meister entehrt! Wäre ich nun unkontrolliert, würdest du den Weg der Felsen in die Tiefe teilen!“ Sie wandte den Blick ab und sprach leiser weiter. „Aber ich bin nicht wie du. Ich danke dir für die Warnung, wegen dem Vorland, doch ich verzichte auf eine weitere Unterstützung deinerseits.“ Nun wandte sie sich vollständig ab.
„Venya, warte!“ Sander berührte ihre Schulter und hinderte sie am Gehen.
„Sander? Das Samt deiner Handschuhe ist vergiftet. Mich damit zu berühren ist tabu. Lass mich.“
Sanders Hand sprang zurück, als hätte er sich an Venya verbrannt. „Verzeih! Ich wollte... “
„...warten bis ich gegangen bin und nie wieder unter meine Augen treten? Ja, dass ist eine wirklich gute Idee.“
Sie nickte ihren Begleitern zu. „Krieger! Kommt!“
Allein ließen sie Sander zurück.

Einige Tage später.
Sander hatte sich einige Zeit in die Berge zurückgezogen, um den herben Rückschlag zu verarbeiten. Es dauerte halt seine Zeit, bis er den Mut und die Kraft fand, zurückzukehren. Nun war endlich wieder zu Hause. Im Vorland von Harrogath.
Obwohl dies seine Heimat war, erkannte er sie jetzt kaum wieder. Der Sand auf dem Plateau knirschte wie grobes Knochenmehl, als ob die dämonischen Belagerungsmaschinen auf den Körpern ihrer Opfer näher an die Stadt rollten. Der Nebel wurde von einem rötlichen Schimmer durchdrungen, dass von der unseeligen Magie ausging, mit der die Kreaturen ihre Katapulte verankerten.
Es war bereits tiefste Nacht und doch gab es kaum noch Verstecke. Dämonen zerfurchten das Land mit ihren tiefen Gräben und Sander zuckte jedes Mal zusammen, wenn er die siebendornige Peitsche von Shenk knallen hörte. Manchmal durchdrang die Nacht auch einfach nur ein Kreischen und Sander stellte sich vor, wie schwarze Kreaturen einen Unglücklichen umkreisten, um ihn dann auf einen gemeinsamen Befehl hin zu zerreißen.
“Was habe ich getan”, murmelte er. “Warum musste das mir passieren?”
Sander suchte das Plateau auf, wo die Reise mit seinen verzauberten Gegenständen ihren Anfang genommen hatte. Vielleicht war es ab der Zeit, die Kleidungsstücke einfach zurück zu geben. Sie abzulegen und wieder Sander zu werden. Sander, der Plünderer. Ja. Sein Traum hatte bereits jetzt zu viele Opfer gekostet. Es war Zeit ihn abzulegen. Er blieb stehen, denn etwas hatte sich auch hier verändert. Der Leichnam des dunklen Magiers war verschwunden!
„Hallo“, flüsterte plötzlich eine verschlagene Stimme ganz in der Nähe. „Was macht ihr denn hier?“
Sander erschrak und fuhr zum Sprecher herum. Ein alter Mann in grauer Kutte stand abseits der Felsen. Umgeben von einem Schleier Nebel war er kaum zu erkennen gewesen. Verdammt! Wie unaufmerksam war er nur geworden?
Der alte Mann trat etwas näher und Sander wusste plötzlich, dass er ihn in Harrogath schon einmal gesehen hatte. Nur wo?
Der Fremde taxierte Sander und der Blick seiner dunklen Augen wurde hart.
„Ich weiß, wer ihr seid, Plünderer. Wisst ihr, dass wir den toten Nekromanten bereits fanden? Dass Venja, Anja und die anderen bereits ahnen, dass ihr nur eine Motte seid, die vom Sterben angezogen wird?
Es war passend für einen dunklen Magier, hier zu sterben. Aber wir hätten ihn gebraucht ...“
Sander spannte sich an. „Was wollt ihr von mir?“
Der alte Mann lächelte auf eine traurige Weise. „Es war dumm von euch, hierher zurück zu kehren, Sander. Aber vielleicht taugt ihr noch für ein Ablenkungsmanöver...“
Sander schüttelte den Kopf. Oh nein, das konnte der alte Mann vergessen. Er wollte kein Held mehr sein. Er wollte irgendwo am Feuer sitzen, sich betrinken, etwas warmes und festes essen und die ganze Geschichte vergessen.
Er schüttelte erneut den Kopf. „Nein, ich kann nicht helfen! Ich werde jetzt gehen, alter Mann!“
„Ihr werdet nicht weit kommen“, erwiderte der Fremde schlicht und hob die Hand. Rasch zeichnete er mit den Fingern um eine imaginäre Mitte. Sander fühlte einen plötzlichen Frost, der heißkalt von seinen Füßen ausgehend, die Beine hinauf brannte. Was passierte hier! So kalt! So unendlich kalt!
Sander wollte rennen, doch sein Körper gehorchte nicht. Er stürzte auf den Rücken, aber fühlte nicht einmal den Aufschlag. „Was ... soll ... das“, flüsterte er mit zitternden Lippen.
Der alte Mann hockte sich an seine Seite. In seinem faltigen Gesicht lag ein ernster Ausdruck. Er sprach nicht, sondern begann schweigsam Sanders Beine mit Gesteinsplatten zu bedecken, die auf der Ebene verstreut lagen. „Was ... habt ... ihr ... vor?“, hauchte Sander und spürte nichts als lähmende Kälte, während der alte Mann nun auch Sanders Brust und seine Arme unter Felsen versteckte. Die Panik erwachte, doch er konnte sich nicht regen! „Sagt ... doch ... was!“, bat er verzweifelt.
Während der alte Mann Sanders Kopf mit Felsbrocken umrahmte, meinte er schließlich leise. „Wenn jemand wie ihr eine große Dummheit begeht, muss jemand wie ich sie begleichen. Ich muss der Tochter eines Ältesten etwas zeigen und möchte nicht, dass uns dämonische Späher in die Quere kommen. Dämonen riechen den Menschen gut. Menschliches Blut riechen sie allerdings besser. Angst vermischt mit Verzweiflung und Blut bringt sie in Rage und macht sie blind für anderes. Ihr werdet mein Köder sein.“
„Warum?“
„Ihr habt viele getötet Sander. Nun ist es Zeit, den Preis zu zahlen.“
„Nein! Ich... kann nichts... nichts... dafür. Es... es waren... die Gegenstände!“, keuchte Sander.
„Ja?“, fragte der alte Mann gedehnt und meinte leiser. „Dann sollten wir sie Sanders Dummheit nennen.“
Damit nahm Nilathak den letzten Felsen in seine Hände und bedeckte sorgfältig Sanders Gesicht. Er rieb sich die Hände und blickte auf den Felshaufen, der an ein Hügelgrab erinnerte. Ein leises Wimmern erklang zwischen den Steinen. „Das... ist... böse... Hilfe!“, konnte er die Worte schwach erahnen. Nilathak lächelte verschlagen, beugte sich zu den Felsen und flüsterte. „Aber es ist notwendig, kleiner dummer Sander. Und wer weiß, vielleicht finden sie euch ja die Gehörnten gar nicht? Vielleicht wird euch der Nebel verstecken? Aber nur, wenn ihr ganz leise seid.“
Damit erhob sich der alte Mann. Vorsichtig entleerte er noch eine Phiole konzentriertes Blut um den Steinhaufen. Dann blickte er noch einmal prüfend in den Nebel rings um, ehe er sich für immer abwandte.
Anya wartete auf ihn.
 
hmmm... Na gut. Post ich auch mal die Story. Mit der hier hab ich im letzten Story-Contest nur knapp den vorletzten Platz verfehlt. Sie bezieht sich auf den Unsterblichen König:


Ich kann mich gut an den Tag erinnern. Ich kann mich darum so gut errinnern weil es mein 17. Geburtstag war. Ich war Knappe des Ritterordens der „Heiligen Reinigung“. Mein Herr war einer der Oberritter. Er war 3. in der Rangfolge um die Ordensführung. Leute wie er kamen nur selten raus aus der Festung. Stadtmiliz, Rekrutierung und so weiter überließ man den Geringeren des Ordens.
Leute wie er traten nur in Augenschein an Tagen von großen, wichtigen Ereignissen. Und jener Tag war einer dieser Tage.
Mein Herr,5 weitere Oberritter, der Ordensführer, der Stadthalter und der Abt ritten zusammen mit ihrer Knechtschaft raus auf die Mohlenwiesenfelder, welche sich vor der Stadt in einer weiten Ebene bis zu den Bergpässen erstreckten. Dort in den Mohlenwiesenfeldern wurden sie erwartet… von 10 000 kampfbereiten Jekriten, die auf die Stadt zu marschierten.

Die Jekriten hatten damals ihre gesamte Armee ausgesandt. 400 000 Mann in der Absicht den ganzen Norden zu erobern. Städte wie unsere wurden da im Vorbeigehen annektiert, eingenommen oder zerstört. Die Jekriten hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Sie wussten dass wir höchstens 3000 Mann zur Verteidigung der Stadt aufbringen konnten. Um einen Angriff erfolgreich ausführen zu können muss die angreifende Armee im Idealfall die Verteidiger 3 zu 1 übertreffen. Die Jekriten schickten genau 10 000 Mann auf unsere Stadt los. Der Rest der Armee ritt hinter den Bergpässen weiter auf die Hauptstadt zu.

Bereits seit Wochen kamen Flüchtlinge aus fast allen nördlichen Städten um Schutz in unserer Stadt zu suchen. Durch die südliche Lage, die Absicherung durch die nördliche Bergkette und die Nähe zur Hauptstadt dachten sie dass die Jekriten nicht herkommen würden. Dadurch hatten wir ziemlich früh Wind vom Jekritischen Eroberungsfeldzug bekommen. Doch trotz aller Zeit zur Vorbereitung war eine langfristige Verteidigung gegen eine solche Übermacht einfach auszuschließen. Die Stadt war nicht besonders strategisch gelegen. Es gibt keine besonderen Recoursen und übermäßig viel Reichtum ist auch nicht zu finden.
Wir waren guter Hoffnung, dass sie, wie ein Gewitter, einfach an uns vorbeiziehen würden. Umso überraschter waren wir als Sie dann vor unseren Toren standen. Die obersten Paladine und die höchsten Würdenträger aus Politik und Religion wählten einige wenige um die Unterredungen zu führen. Und wir waren diese Abgesandten der Stadt. Unsere Aufgabe war es eine Zerstörung unserer Stadt zu vermeiden. Wenn notwendig, dann auch durch kampflose Übergabe. Wie gesagt, ein sehr wichtiges Ereignis.

Warscheinlich war darum auch er dabei. Icairn. Jedenfalls nannte man ihn damals in der Stadt so. Obwohl er nicht oft in die Stadt kam. Er lebte weit ausserhalb, südlich der Stadt am Rand zum Schneewald.
Viele Geschichten hatte ich in den Tavernen über ihn gehört. Die ganze Welt hätte er bereist, alle Orte gesehen und angeblich nicht nur Orte die es zwischen unserem Himmel und unserer Erde gibt. In hunderten von Kriegen hat man ihn kämpfen gesehen, mit großen Männern soll er befreundet gewesen sein. Zwergen und Fabelwesen waren seine Gefährten, Drachen und Einhörner hat er gezähmt. Ganze Länder soll er erobert haben. Laut manchen Geschichten soll er bis zu 500 Jahre alt sein. Unverwundbar für alle Zeit wandert er durch die Welt. Man erzählt sich selbst die Hölle soll er besucht haben.

Am liebsten hörte ich damals die Geschichten die man sich erst am späteren Abend erzählte, wenn Met und Wein die Zungen gelöst hatten. Auf seiner Exkursion in die Unterwelt soll er eine der Sukkubi gefangengenommen haben. Angeblich würde er sie in seiner Waldhütte gefangen halten für nächtliche Schäferstündchen. Anfangs hat sie sich gestreubt, aber er hätte sie gezähmt. Viele Dämonenbastarde soll er mit dem Höllenweib gezeugt haben. Im Schneewäldchen hätte er sie ausgesetzt und bis heute gilt er als Spukwald.
Die wildesten Geschichten erzählte man sich, die meisten eher unglaubwürdig. Altweibergewäsch.

Am beeindruckensten an ihm aber war immernoch die legendäre Rüstung die er trug. Weit und breit war sie bekannt: die Rüstung des Unsterblichen Königs. Ich habe keine Ahnung wer ihr diesen Namen verpasst hatte. Ihre Geschichte allerdings hatte ich von einem alten Greis gehört. Ich saß einst in der Taverne und vertrank meinen Sold. Da sah ich wie ein Mann in dunklem, langen Mantel in die Taverne kam. Es wurde sofort ruhig und die rauhesten Kerle wurden Muksmäuschenstill. Sie schauten wie der Mann ein paar Flaschen Wiskey bestellte, bezahlte und mit seiner Ware wieder verschwand. Ich fragte den alten Greis neben mir wer das gewesen sei, dass alle in Furcht verstummen wenn er nur den Raum betritt. Und er meinte nur:
- „Das war er… der Träger der Rüstung des Unsterblichen Königs.“
Er sollte es also gewesen sein über dem die Geschichten erzählt wurden. Also fragte ich den Alten ob er mehr über ihn wusste und wie er an die Rüstung kam. Erst als ich ihm einen ausgab fing er an zu erzählen.
Er trug die Rüstung wohl erst als er von den Höllen wieder ausgespuckt wurde. Damals als er noch ein junger, einfacher Mann war, lebte er in einem Dorf, nahe des Eisbergbaches, hoch im Norden. Dämonen plagten sein Dorf. Immer wieder verschwanden Einwohner und ihre Leichen tauchten grässlich entstellt wieder auf. Er war damals ein einfacher Wolfsjäger mit Frau und Kind. Eines Tages kam er von der Jagd zurück nur um zu entdecken dass seine Familie von den Dämonen geholt wurde. Er meldete sich freiwillig bei der Miliz, die damals von den Männern des Dorfes gestellt wurde um des Dämonenproblems Herr zu werden. Bei einer Suchaktion wurden sie überrannt. Er und seine Kameraden wurden aber nicht getötet sondern man nahm sie gefangen und entführte sie in die Unterwelt. Die Dämonen trieben grausame Spielchen mit ihnen. Ob zu ihrer Belustigung oder um irgendwelche dunklen Rituale auszuführen kann keiner sagen.
Sie liessen die Dörfler dort in Grubenkämpfen gegen einander bis zum Tode kämpfen. Laut der Legende war er von seinen Leuten der einzige der jeden einzelnen Kampf überlebte. Als es keine Männer mehr gab, warfen sie Tiere, Ungetüme, Monster und selbst geringere Dämonen in die Grube. Stück für Stück besiegte er sie alle.
Der Fürst der Dämonen soll dermaßen beeindruckt gewesen sein, dass er ihm erlaubte um seine Freiheit zu kämpfen. Er versammelte seine stärksten Untergebenen und deutete Icairn an einen letzten Gegner auszuwählen. Sollte er gewinnen so dürfe er die Unterwelt wieder verlassen. Und nicht nur dass, die Habe seines Gegners dürfe er als Belohnung mitnehmen. Doch er solle weise wählen, den sämtliche Gegner waren Dämonen von übermenschlicher Kraft. Icairn zögerte nicht eine Sekunde und zeigte mit fester Hand auf den Fürsten selbst. Die Gewieftheit seines Gefangenen erkennend, lachte dieser laut auf, sprang aber dennoch in die Grube.
-„Ich will dich jedoch warnen, Menschlein.“
soll der Dämon gesagt haben.
- „Ich bin ein König unter den meinen und diese meine Sachen sind von hohem Wert. Wenn du gegen eine übermenschliche Kreatur wie mich im Kampfe siegen solltest…“
er musste lachen als er dies sagte, fuhr aber fort:
- „…so wird man dich dein Leben lang für diese Habe jagen.“
- „Eine angemessene Belohnung für die Erledigung eines Dämonenkönigs.“
Die Antwort Icairns strotzte nur so von Respektlosigkeit und erzürnte den Dämonenfürst.
- „Du kannst mich nicht töten!“
Mit diesen Wortenstürzte er sich kreischend auf Icairn. Dieser aber wusste wohl um die Unsterblichkeit des Dämons und wich seinen Vorstößen wieder und wieder aus. Bei jedem Ausfall hieb er nach Händen und Beinen des Dämons. Töten konnte er ihn in der Tat nicht, Verstümmeln aber war kein Problem. Nach und nach verlor der König Arme und Beine und war alsbald kampfunfähig. Icairn hieb sein Schwert in den Hals des Dämons, tief bis in die Erde darunter. Dann nahm er dass Schwert des Gegners und machte dasselbe mit den bereits wieder heilenden Armen.
Der Dämon fauchte und zappelte wie ein Wurm, konnte sich aber nicht losreißen. Seine Mannen tobten von oben, wollten aber nicht in die Grube runter, nicht nachdem was sie da sahen. Ihr König war besiegt. Mit seinem eigenen Schwert an den blutverschmierten Boden der Grube genagelt.
Icairn soll sich also die Ausrüstung vom Leib des Dämonenkönigs gerissen haben und mit diesen mächtigen Waffen den langen Weg aus der Hölle freigekämpft haben.
Andere Geschichten erzählen, dass er dank der Rüstung nun unbesiegbar geworden sei, und deshalb hätte er nun selbst den Platz des Königs eingenommen und viele Jahre ein großes Reich in der Unterwelt aufgebaut. Nur der Fürst der Finsternis selbst habe ihn aufhalten können. Denn dieser soll sich in seiner Macht bedroht gesehen haben und verwies ihn wieder an die Oberwelt.
Eines jedoch ist in allen Geschichten, die man sich von ihm erzählt, gleich. Die Rüstung des Dämonenkönigs habe ihn unsterblich gemacht.
Jetzt wo ich sie sah, konnte ich diese Geschichten kaum glauben, denn sie war unglaublich hässlich. Das pechschwarze Bruststück schimmerte in einem grässlichen grün-roten Ton. Der Metallhelm, grob verarbeitet mit Leder versetzt. Die Schienenstiefel schienen ihm zwei Nummern zu groß.
Ich fragte meinen Herren damals, warum er mit dabei war. Er lebte meist ausserhalb und kam selten in die Stadt. Er war auch kein Mitglied der Stadtmiliz. Mein Herr meinte, der Abt habe ihn gebeten mitzukommen. Allein seine Präsenz könne bei den Verhandlungen von Vorteil sein.

Wir ritten weiter durch die Mühlenwiesenfelder vor der Stadt und sahen den Feind vor uns auftauchen.
Es war nur ein Bruchteil der gesamten gegnerischen Streitkräfte, dass wusste ich. Aber wenn ein paar Mann auf eine Legion von 10000 vollausgerüsteten, kriegsbereiten Soldaten zureitet kommt man sich sehr klein vor. Jedenfalls kam ich mir sehr klein vor. Ich schaute mich damals nach Icairn um. Dieser ritt gemächlich vorwärts und schaute sich seelenruhig die Gegend an.
- „Marcus!“
Mein Herr rief mich.
- „Bleib dicht bei mir und sag kein Wort“
- „Jawohl, mein Herr.“
- „Lass dich nicht zu irgendwelchen Dummheiten provozieren. Auch nicht bei Beleidigungen oder sonst was. Du reagierst nicht, auf gar keinen Fall. Wir wollen einen Kampf um jeden Preis vermeiden“
- „ Aber der Abt hat unsere Armee vor der Stadt aufmarschieren lassen?“
- „Sei nicht dumm, Markus. Das ist um Eindruck zu schinden. Jeder verdammte Jekrit weiss dass wir nicht die geringste Chance haben. Ausserdem wäre bei einem Kampf unsere Armee innerhalb der Stadtmauern besser aufgehoben, denkst du nicht auch?“
- „Und warum dann dass Ganze?“
- „Vielleicht können wir wenigstens unser Gesicht wahren!“
Icairn hörte das Gespräch mit und lachte laut als mein Meister den letzten Satz sagte. Die Paladine schauten grimmig auf ihn.
- „Abt, halte deinen Schoßhund still!“
Der Abt sprach auf Icairn ein, aber in einem Ton als wolle er ihn besänftigen nicht um ihn zu ermahnen. Icairn aber grinste nur frech.

200 Schritt vor den vordersten Reihen der Gegner blieben wir stehen. Ich hisste die Flagge meines Herren wie mir befohlen war. Es war die Parlamentairsflagge. Die Verhandlungen waren eröffnet. Ich konnte praktisch fühlen wie die Jekriten anfingen zu lachen.
Nach einer mir ewig vorkommenden Weile kamen aus der Masse der geordnet stehenden Jekriten deren Delegation. Sobald sie aus der Schildformation herausgetreten waren, schloss diese sich wieder zu einer perfekten Phalanx.
Auch wir standen geordnet, in Reih und Glied nebeneinander, und warteten. Nur Icairn trabte hinter uns herum als hätte er sein Pferd nicht unter Kontrolle. Die Delegation der Jekriten kam näher. 5 Männer in ihren typischen pechschwarzen jekritischen Rüstungen. Der Vorderste hatte einen giftgrünen Raubvogel als Wappen auf der Brust. Es war ganz klar der Unterhändler. Sie hielten, in perfekter Linie genau vor uns.
Eine Weile passierte nichts. Beide Parteien standen sich Auge in Auge gegenüber und starrten sich stillschweigend an. Icairn aber fing an wieder herumzureiten. Er führte sein Pferd um die Gegner herum und beäugte sie mit einem niederträchtigen Blick. Er wurde ignoriert.
Unser Stadthalter brach die Stille:
- „So denn, lasst es anfangen...“
- „Ich sehe die Herren haben ihre Streitkräfte postiert?“
Ich spürte förmlich wie mein Herr zusammenzuckte. Die Jekriten kamen gleich beim ersten Satz auf den Punkt. Wenn ihr kämpft machen wir euch fertig, also gebt lieber auf. Das Signal war eindeutig.
- „Bogenschützen, Lanzenträger und die gesamte Reiterei. Es schaut so aus als wollen die Herren in den Krieg ziehen?“
Gekicher unter den Jekriten.
- Wenn es denn sein muss, verteidigen wir uns mit allen Mitteln!“
- „ Abt! Bitte beruhigt euch.“
Der Stadthalter fuhr dem Abt dazwischen. Zum Jekritischen Unterhändler gerichtet redete er weiter:
- „Wir haben keinerlei kriegerische Absichten. Jedoch würden wir uns bei einem eventuellen Angriff verteidigen, was nur verständlich ist.“

- „Meine Herre, meine Herren. Diese martialische Sprache... wer spricht denn hier von Krieg?“

Sie machten sich eindeutig lächerlich über uns. Der Unterhändler fuhr fort:
- „Wir kamen her um unsere Freunde dieser schönen Stadt zu fragen ob man sich uns anschliessen will.“
Mein Herr sprach dann:
- „Nun, dafür hättet ihr nicht mit 10 000 Soldaten kommen müssen. Ein einfacher Bote hätte gereicht...“
Der Unterhändler wollte antworten aber Icairn unterbrach ihn:
- „Ihr seid ziemlich schnell durch den Bergpass gekommen?“ Er redete ohne ihn anzuschauen. Anstatt schaute er auf die Legion. Zum ersten Mal achteten sie auf ihn, reagierten aber nicht. Icairn wartete nicht auf eine Antwort. Er redete weiter:
- „Es gab keinen Widerstand dort?“ Damals wie heute umgab die Bergkette die Stadt in einem Halbkreis. Nur ein breiter Schluchtenpass führte damals zur Stadt über die Nordseite. Leicht zu verteidigen gegen jede Armee die versucht durchzukommen.
Der Unterhändler richtete sich nun zu Icairn hin.
- „Wer kann unserer Armee schon länger widerstehen?“ Er grinste, Icairn achtete aber nicht drauf.
- „Eure Hauptarmee wartet also hinterm Pass? ... Nein. Das wäre zuviel Zeitverschwendung. Ich glaube eher sie zieht weiter und ihr solltet nachkommen sobald ihr hier fertig seid, mit was immer ihr auch vorhabt. Hmmmm, die Rauchschwaden im Osten dort...“
Icairn schaute richtung Nordosten und alle Anwesenden folgten seinem Blick.
- „Gehe ich wohl recht in der Annahme dass ‚eure Freunde aus dem schönen Hardus’ sich euch nicht anschliessen wollten?“
Ein Jekritischer Reiter flüsterte dem Unterhändler etwas ins Ohr. Dieser schaute überrascht, überlegte kurz und sprach dann zu Icairn:
- „Der Träger der Rüstung des Unsterblichen Königs. Gegrüßt seid Ihr. Viele Geschichten von euch sind auch bis zu uns vorgedrungen.“
- „Wirklich? Kenn ihr die vom Sukkubus? Die gefällt mir am Besten.“
- „So ein legendärer Krieger wir Ihr, was macht Ihr in einer solchen Stadt?“
- „Och, ich mags hier. Schön ruhig, Haus am See, die Steuern sind niedrig, und meist gibt es kaum Jekriten hier.“
Der Unterhändler stellte das Grinsen ein.
- „ Diese Stadt wird sich uns anschliessen oder untergehen, da gibt es keinen Ausweg. Mit Euch aber haben wir keinen Streit. Ihr könnt gehen oder aber auch Euch uns anschließen. Wie dem auch sei, sicher versteht auch eine Kämpferlegende dass ein Kampf GEGEN uns aussichtslos wäre. Selbst im Fall dass ihr an uns vorbeikommen solltet. Hinter den Bergen würdet ihr auf die gesamten Jekritischen Streitkräfte treffen. Ihr seht, ihr habt keine Chance.“
- „Um die kümmere ich mich später.“
Icairn liess den verdutzten Unterhändler stehen und schaute gen Himmel.
- „Verdammt heisser Tag heute, nicht wahr?“
Alle schauten gen blauen Himmel. Icairn ritt sein Pferd genau vor die Jekritischen Abgesannten, direkt vor den Unterhändler.
- „... und es wird sogar noch heisser werden!“
Die Jekriten wurden unruhig.
- „Ihr könnt doch nicht ernsthaft...“
- „Das Gras ist auch sehr hochgewachsen. Es erstreckt sich über das ganze Feld bis hin zu den Bergen.“
Die Jekriten schauten verständnislos aufs Gras und dann wieder auf Icairn. Was hatte er vor? Sie würden immer unruhiger.
- „Abt?“
Icairn ritt zum Abt, welcher ihm eine Fackel reichte und diese dann für ihn anzündete. Mit brennender Fackel ritt er wieder vor den Jekriten her. Er hielt sie tiefer und tiefer während er sprach:
- „Desweiteren kommt ein leichter Wind von Süden her und auch er soll den ganzen Tag noch wehen.“
Der Jekritische Unterhändler riss die Augen auf. Endlich begriff er was vorging, aber da war es schon zu spät. Icairn hielt die Fackel ins hohe Gras und ritt von West nach Ost wodurch genau vor den Unterhändlern eine Feuerschneise entstand.
- „Haltet ihn auf. Tötet ihn!“
Die 5 Jekriten in schwarzer Rüstung stürmten auf Icairn zu.
Dieser zog seinen wuchtigen Kriegshammer vor und schwang ihn auf den Schädel des ersten Ritters der sie erreichte, mit der Fackel einen Schwertschlag parierend.
Die anderen Oberritter hatten bereits ihre Schwerter gezogen und sich auf die anderen vier gestürtzt. Icairn warf die Fackel meinem Herren zu und brüllte:
- „Weitermachen!“
Mein Herr ritt los mit der Fackel und steckte das hohe, ausgetrocknete Feldgras in Brand.
Icairn stürmte auf den Unterhändler zu. Dieser hatte bereits Anstalten zur Flucht gemacht, doch Icairn hatte den viel zu pompös ausgerüsteten Mann schnell eingeholt. Noch bevor er die Soldaten warnen konnte, hatte Icairn ihn bereits mit dem Hammer das Rückrad zertrümmert. Die Jekriten sahen jedoch was geschah und brauchten nicht gewarnt zu werden. Jedoch wussten ihre Anführer nicht genau wie sie zu reagieren hatten, deshalb hatten sie Schwierigkeiten ihre Männer standhalten zu lassen. Kleine Grüppchen begannen bereits auszubrechen und wollten das Feuer noch umgehen.

- „Was habt Ihr angerichtet???“
Der Stadthalter schrie am Stück in panischer Furcht.
Icairn rief aber zum Alkolythten des Abts:
- „ Gib das Zeichen. Sie sollen den Bergpass verschliessen. Keiner kommt erstmal rein oder raus.“
Der Alkolyth lief zum brennenden Gras und hielt seine Flagge rein. Das Buschfeuer zunderte hoch und die Flagge hatte keine Schwierigkeiten sofort Feuer zu fangen. Er schwang dann die brennende Flagge über seinen Kopf.
- „Bringt die Reiterei nach Osten. Steckt die Buschwiesen und Kornfelder in Brand bevor sie dorthin flüchten können.“
Ein Grollen und Donnern kam von den Bergen her. Die Bergwachen hatten das Zeichen verstanden. Mit großen Gesteinsbrocken schütteten sie den Bergpass zu.
Ich setzte mich hoch auf meinem Pferd und ab und zu konnte ich durch Feuer und Rauchschwaden sehen, welche sich rascher und rascher auf die feindlichen Linien zufraßen.
Deren geordneten Linien waren aufgebrochen. Der Feind drängte nach allen Seiten, nur weg vom Feuer.
Icairn ritt auf und ab und brüllte weiter Befehle. Die Paladine und Oberritter, die es normalerweise gewohnt waren Befehle zu erteilen anstatt zu empfangen, gehorchten dennoch.
Ich schaute mich um und sah dass unsere Lanzenträger langsam aber sicher in unsere Richtung marschierten. Die Paladine machten sich entweder auf den Weg sich ihnen anzuschließen oder aber gen Westen und Osten weitere Feuerschneisen zu ziehen. Ich konnte bereits die ersten Schreie jener Jekriten hören welche das Feuer erreicht hatte. Sie begannen Pfeile auf uns abzuschiessen. Die Reiterei war bereits bei den Buschwiesen angekommen und zündete diese an. Ich konnte sehen dass sie dort aber in kleine Kampfhandlungen mit Fußsoldaten verwickelt waren.
Icairn schrie:
- „Bogenschützen! Bogenschützen, verdammt… .“
Die Schreie der Jekriten mehrten sich.
- „Ihr feuert wild. Jemand muss zur Westflanke. He, du da. Knappe!“
Er meinte mich.
- „Knappe. Du musst zum Befehlshaber der Bogenschützen.“
Ein Jekrit der Feuer gefangen hatte kam schmerz- und hasserfüllt auf uns zugestürmt. Bevor ich auch nur mein Schwert ziehen konnte, hatte Icain ihm schon seinen Hammer in den Unterleib geschleudert. Der Jekrit ging zu Boden, Schwert und Schild von der Wucht des Schlages zertrümmert. Der Jekrit blieb aber nicht liegen. Der Schmerz der Flammen trieb ihn an. Er rief und jammerte, seine Augen rollten in Panik. Seine Haut war schwarz, jedenfalls dort wo er noch Haut hatte. Er hatte wohl nur noch die Flucht nach vorn, die Flucht durchs Feuer als einzigen Ausweg gesehen. Mit geziehltem Schlag auf das Haupt machte Icairn seinem Leiden ein Ende. Danach wandte er sich wieder mir zu.
- „Die Bogenschützen beider Seiten schießen wild und ungeordnet.“
Erst da merkte ich richtig wie um uns herum immer wieder Pfeile und Bolzen um uns herum einschlugen. In Panik hielt ich mir mein Schild über den Kopf. Ich schaute mich um und sah, dass auch aus unseren Reihen immer wieder Salven hinter die Feuerwalze abgefeuert wurden.
- „Unsere Leute sind fast da. Alles was sie tun müssen ist hinter dem Feuer herzugehen und aufzuräumen was es nicht gesäubert hat. So treiben wir sie zu den Bergen wo die Bergstaffeln sie von der anderen Seite in die Zange nehmen können. Im Osten ist die Reiterei und macht ihre Arbeit“
Ein weiterer Feuerspringer hat sich durch die Flammen gequält. Zwei Paladine waren jedoch schnell zur Stelle um den Jekriten in leicht verkohlter Rüstung den Gar aus zu machen. Icairn schaute kurz um, sah dann auf die Lanzenträger, welche uns erreichten, und dann wieder auf mich. Während er sich an die Spitze der Lanzer setzte, sagte er mir:
- „Ich habe eine Aufgabe für dich. Du gehst zum Befehlshaber der Bogenschützen. Sag ihm, sie sollen die Ostflanke mit Feuerpfeilen abdecken. Bis runter zum Fluss muss alles brennen.“
- „ Jawohl, mein Herr… Darf ich euch noch eine letzte Frage stellen?“
- „ Beeil dich!“
- „ Ist es wahr? Ich… ich meine diese Rüstung.“
- „ Was?“
- „ Die Rüstung des Königs. Hat sie euch wirklich unsterblich gemacht?“
Icairn lachte laut auf.
- „Junge, da hast du was falsch verstanden. ICH bin der König. ICH habe diese Rüstung unsterblich gemacht. Und jetzt reite zu. Wir haben heute noch eine ganze Armee zu besiegen!“
 
hmmm... Na gut. Post ich auch mal die Story. Mit der hier hab ich im letzten Story-Contest nur knapp den vorletzten Platz verfehlt. Sie bezieht sich auf den Unsterblichen König:
Man zwingt dich zu nix. Ich habe mir die Geschichte auch noch nicht durch gelesen.


@ askari:
Lausige Lumpen finde ich vom Stil gut. Der Wahnsinn kommt gut rüber. Trotzdem sind ein paar Zeichenfehler drin, die auch nicht Absicht sein können.
Ich komme grad nicht drauf woran mich der Stil erinnert. Nimmermehr fällt mir ein, aber dieses "Zick Zack!"...ich komm nicht drauf.
 
mein beitrag zu den sets

Berserker's Arsenal

Es war schon Mittag und die Sonne strahlte und der blaue Himmel liess die eisigen Berghänge Arreats friedlich wirken, aber die Idylle täuschte. "Jetzt komm endlich" sagte Ketaya die junge Barbarenkrieger zu ihrem Bruder Torgai. "Ich komme ja schon" erwiederte ihr Bruder und zog sich das Erbstück auf den Kopf, einen Helm den er von seinen Ahnen geerbt hatte. "Wir müssen spurten um den Trupp einzuholen" sagte Ketaya und hatte einen besorgten Ausdruck in ihrem Gesicht. Ketaya war nun 18 Jahre alt geworden und hatte anders als ihre Barbaren Freundinnen die sich der Heilkunst gewidmet hatten, den Weg der Kriegerinnen eingeschlagen. Ihre Statur war feminin doch waren all ihre Muskeln definiert und ihre langen schwarzen Haare gaben dem wehenden Winden nach und bedeckten ihre Schulterplatten. Torgai war nun 16 Jahre alt und kein gewöhnlicher Barbarenkrieger. Er war etwas frühreif und seine körperliche Entwicklung liessen ihn von den bereits erwachsenen Kriegern kaum unterscheiden. Er hatte anders als seine Genossen, den in seinem Stamm weit verbreiteten Zopf auf dem kahl rasierten Kopf, noch seine volle schwarze Haarpracht die ihm ins Gesicht hingen. Die beiden Geschwister sollten den Spähtrupp, die ins eisige Hochland geschickt worden waren einholen und den Bericht wieder nach Harrogath bringen.

Berserkers Kopfschmuck

Zu seinem 16 Geburtstag bekam Torgai ein altes Erbstück aus seiner Familie geschenkt. Seine Grossmutter Kergiz überreichte ihm den alten Helm, der dennoch nicht gerostet war. Es war ein Helm aus Eisen mit einem Visier für die Augen und er war so geschmiedet worden, das er dem Feuer der Hölle wiederstehen konnte und dem Träger vollen Schutz bot. Es wurde gemunkelt das dieser Helm einmal ein Teil eines ganzen Ausrüstungssets gewesen sein soll und der Rest der Ausrüstung verschollen sei und erst wenn das ganze Set getragen wurde soll der Helm auch seine volle magische Macht entfalten. Torgai nahm den Helm dankend entgegen und freute sich schon auf die bevorstehenden Kämpfe im Gebirge.

"Es gehen Gerüchte um, dass im Hochland plötzlich höllische Kreaturen erschienen sein sollen. Wir sollten lieber aufpassen" sagte Ketaya mit einem ernsten Blick. "Sollen sie nur kommen" sagte Torgai den Blick auf den Berg Arreat gerichtet. Nach stundenlangem Marsch erreichten die beiden Geschwister das eisige Hochland und der Blick der beiden richtete sich auf den zerstümmelten Leichnahm eines Kriegers aus dem Spähtrupp. In den Händen der Leiche entdeckten sie ein Pergament. "Oh Grundgütiger" rief Ketaya während Torgai das Pergament aufhob. "Nach unseren Erkenntnissen, bereiten sich die Mächte der Hölle auf eine Invasion vor und ihr Ziel ist der Weltsteinturm auf dem Berge Arreat..."
"Das ist schrecklich" sagte Torgai. "Wir müssen auf der Stelle zurückkehren und Bericht erstatten" sagte seine Schwester Ketaya und genau in diesem Augenblick vernahmen die beiden Geschwister ein ekelerregendes Schmatzen und Knacken und das Geräusch von Fleisch und Sehnen die von den Knochen abgetrennt wurden. Sie blickten in die Richtung aus der sie die Geräusche vernahmen und sahen einen Dämonen der sich grad am Fleisch eines toten Barbarenkriegers labte. Torgai ergriff sein Schwert und auch Ketaya griff zu ihrem zweihänder Schwert und der Kampf ging los. Torgai schlug auf den Rücken des Dämonen der unter der Wucht winselte und Ketaya wirbelte durch den Dämonen hindurch und zerschnitt den Körper der Höllenkreatur. Das Wesen sank leblos zu Boden und hinterliess eine Doppelaxt die besonders aussah. "Das Kriegsbeil ist keine gewöhnliche Waffe" sagte Torgai der sie nun aufhob und begutachtete.

Berserkers Kriegsbeil

Diese Doppelaxt war magisch und war ein Teil des Sets das einst einem grossen Krieger der zugleich ein Ahne von Torgai und Ketaya war gehörte. Die Axt reagierte sofort als Torgai sie ergriff und wurde mit dem Helm zusammen noch mächtiger. Torgai spürte wie neues Leben in ihn floss und die Wucht der Doppelaxt nahm zu und auch Torgai wusste das sein Geschick, die Gegner zu treffen erhöht wurde.

"Nun hast du eine bessere Ausrüstung" bemerkte Ketaya die nun umkehren und wieder nach Harrogath wollte. "Vielleicht haben einige aus dem Spähtrupp überlebt. Wir müssen sie finden" sagte Torgai. "Ohne mich und als deine grosse Schwester befehle ich dir mit mir zu kommen!" sagte Ketaya aber Torgai dachte nicht mal im Traum daran einfach seine Barbarenbrüder im Stich zu lassen. "Wie du willst, ich jedenfalls kehre nun um" sagte Ketaya und ging ohne auch nur einmal sich umzudrehen. Torgai ging vorsichtig weiter ins eisige Hochland nur um noch mehr Leichen des Spähtrupps zu erkennen. Ein Anführer der Dämonen näherte sich ihm und schlug mit der Peitsche nach ihm, aber Torgai hob sein Schwert und die Peitsche kringelte sich um die Klinge wie eine Schlange um einen Ast. "Du wirst hier sterben!" rief der Dämon und setzte einen Schritt zurück und richtete seine Peitsche neu aus. Torgai machte sich bereit mit dem Schwert in der einen und der Doppelaxt des Berserkers in der anderen. Torgais Blick fiel auf die Bänderrüstung die der Dämon mit sich trug, aber ehe sich Torgai darauf konzentrieren konnte kam der nächste Peitschenhieb und traf Torgai auf dem Rücken. Torgai wich zurück mit einem schmerzverzerrtem Gesicht und konnte noch schemenhaft eine Figur in einer Ritterrüstung erkennen als er plötzlich hörte:" Halt, weicht zurück böser Dämon" Hinter Torgai erschien nun ein Paladin und beschwor wirbelnde magische Hammer die den Dämon erschlugen. "Ich dachte ihr könntet hier oben Hilfe gebrauchen junger Barbar und um eure Schwester macht euch keine Sorgen. Ein Ordensbruder gibt ihr sicheres Geleit in eure Stadt" sagte der Paladin und Torgai bedankte sich bei ihm. Der junge Barbar hob die Bänderrüstung auf die der Anführer der Dämonen bei sich hatte und stellte fest, das dieses das letzte Teil des Sets sein musste, denn die Rüstung reagierte sofort als es in die Nähe des Helmes und der Axt gelangte.

Berserkers Halsberge

Diese Bänderrüstung hatte die Magie die die Fertigkeiten Torgais steigerten und zusammen mit dem Helm und der Axt nahm sie nur noch an Schutz zu und es schien als würde kein Gift der Welt in sie hineindringen können.

Torgai und seine komplette Ausrüstung verwischt sich im Nebel der Geschichte, doch es gehen Gerüchte um das die einzelnen Stücke dieses Sets von Hand zu Hand gegeben wurden und sich heute über ganz Sanktuario verstreuen...

Ich weiss das diese story ziemlich kurz ist und ich sie an vielen stellen hätte ausbauen können, aber ich habe nur leicht in die feder gehauen und lange geschichten zu schreiben überlasse ich auch wieder anderen
 
@ Naavorth:
Ich mir jetzt mal deine Gesichte von Vertrauen und Thorheit durchgelesen.
Idee und Storyline sind gut. Auch die Beschreibungen sind sehr bildhaft, aber es sind doch reichlich viele Rechtschreibfehler drin.
 
Ich habe di Geschichten jetzt auch mal auf dem heimischen Rechner archiviert.

Es sind 51 DIN A4 Seiten
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben