Ich hoffe das is kein Murks für euch...meine eigenen Ansprüche sind jedenfalls gestiegen.
Hans Schneider machte sich sein Bier auf und wollte gerade von den Nachrichten wegschalten, als die Sprecherin sagte:
"Guten Abend meine Damen und Herren. Wir unterbrechen unsere Sendung für eine Live-Übertragung aus Berlin. Der Bundeskanzler will eine Erklärung für Ereignisse der letzten zwei Stunden abgeben. Derzeit weiß man noch nicht genau was dort passiert ist. Eine Lichtnova breitet sich am Himmel in Sekunden aus und erleuchtete den ganz Berlin. Eine erste Prognose von Wissenschaftlern hat ergeben, dass dieses Licht nicht von der Erde zu stammen scheint. Dr. Schulz, bitte erklären sie das genauer."
"Um 23.45Uhr Ortszeit breitet sich über dem Berliner Himmel eine große Lichtnova aus. Das Licht schien blau-weiß und war wenige Sekunden später wieder vergangen."
"Man hört, dass dieses Licht nicht von der Erde sein kann. Wissen sie genaueres?"
"Das Licht kann unmöglich von der Erde stammen. Die heutige Technologie kann kein Licht zustande bringen, dass derart hell ist und zugleich nicht blendet. Das einzigartige war jedoch, dass das Licht selbst um Ecken schien und Berlin überall taghell erleuchtete."
Dr. Schulz wollte gerade anfangen einen weiteren Satz zu sagen, als das Bild plötzlich wackelte. Der Kameramann fiel um und die Kamera lag am Boden. Die Erde in Berlin bebte. Gebäude bekamen Risse und Straßenschilder knickten um wie Streichhölzer. Fallende Ampeln zertrümmerten Autos und Menschen rannen ziellos herum um Deckung zu suchen. Ein Fernsehturm neigte sich immer mehr zur Seite und fiel unter ohrenbetäubenden Lärm in ein Lagerhaus. Das Bild verschwand und hinterließ eine erschreckte Sprecherin.
Die Regie rief ihr einen Satz zu und sie sagte zögernd:
"Wir melden uns gleich nach einer kurzen Unterbrechung wieder."
Zwischenspiel:
Leise, unbemerkt und doch schnell huschte ein Schatten an der Gruppe vorbei, die mit sich selbst beschäftigt waren und keine Notiz von ihrer Umwelt nahmen.
Zwei blaue Augen blinzelten kurz in der Dunkelheit auf. Weder die zwei Zauberinnen, die den Paladin noch umarmten, noch der Paladin selber bemerkten wie der Schatten, den niemand zu erkennen im Stande war, einige wenige Handbewegungen machte. Mit einem spitzen Schrei sprang die Assasine aus dem Schatten heraus und raste auf die kleine Gruppe zu.
Die Zauberinnen konnten nicht reagieren, so schnell war die Assasine heran. Im Rennen noch, fing sie an sich um die eigene Achse zu drehen. Mit schnellen Schritten drehte sich und ihre Klauen an den Händen wurden zu tödlichen Kreisen, die im Fackelschein blitzten wie zwei Lichtblitze die ein Opfer für ihre Blutlust suchten.
Der erschrockene Ausdruck im Gesicht der Zauberinnen, wich bald einer schmerzverzogener Grimasse, als die sich die scharfen Klauen in das weiche bohrten und Gewebe herausrissen.
Einzig der Paladin konnte seinen Schild rechzeitig hochreißen und wurde nur zurückgeworfen. Eine unsichtbare Macht packte ihn und warf ihn zu Boden. Er versuchte sich zu regen, doch es gelang ihm nicht. Ehe er sich versah, lag er ohne Deckung am Boden und sah die Assasine über sich.
Er war den Anblick des Todes und der Gefahr vertraut, doch die Ausdruckslosigkeit und Kaltblütigkeit des Gesichts der Assasine erschreckte ihn mehr als andere in seinem Leben. Nicht einmal die beiden Klauen die sich im selben Moment seine Kehle zerrissen, konnten ihm von diesem Schrecken ablenken.
Schwer atmend stand die Assasine über dem toten Paladin. Das Knistern der Fackeln wurde nur von ihrem Atem unterbrochen. Dann lächelte sie und gab einen zufriedenen, fast neckischen, Ausdruck von sich. Langsam und bedächtig, drehte sie sich um und schritt zu den beiden Zauberinnen zurück. Eine von ihnen lag bereits tot auf dem Boden. Die Andere wand sich vor Schmerzen. Ihre Haut war blass und Schaum quoll wie Wasser aus ihrem Mund. Sie würde sterben. Kein Heiler auf der Welt konnte etwas gegen das schleichende Gift unternehmen. Die Assasind wollte sich wieder anwenden, zögerte doch einen Moment. Ihr, mit Kriegsbemalungen verziertes, Gesicht nahm einen nachdenklichen Eindruck an. Einen Moment stand sie still. Dann zuckte sie kaum merklich mit den Schultern, beugte sich zu der Zauberin hinunter und stach ihr mit der Klaue in Herz. Sie hörte sofort auf sich zu bewegen und lag still da.
Noch einmal lächelte die Assasine, um dann schnell und ohne auch nur einen Hauch von Spuren zu hinterlassen, im Gebüsch verschwand.
In der Ferne heulte leise ein Hund.
Stille lag über dem kleinen Hügel, auf dem die drei toten Helden lagen. Die Fackeln waren heruntergebrannt und das schwache Mondlicht reichte nicht aus, einen Blick auf die toten Körper zu erlauben. Doch nicht alles auf dem Hügel war tot. Ein Wolf schlich dort herum. Zögerlich schnupperte er an den Leichen. Seine Nüstern sogen den süßlichen Geruch auf und blähten sich. Dann schritt er leise in die Mitte des Platzes und setzte sich. Seine Hinterläufe begannen sich plötzlich zu verformen. Auch seine Schnauze wurde kürzer und veränderte seine Farbe von schwarz zu braun. Der Wolf stellte sich auf, da seine Beine länger wurden. Die blanken Fänge verwandelten sich zu stumpfen Zähnen und auch das Fell wurde lichter.
Wenige Augenblicke war die Verwandlung abgeschlossen und der Wolf, der er gerade noch war, war zu einem wettergegerbten Mann geworden. Braunes Haar hing über seine breiten Schultern und die Tierpelze um seinen Körper verrieten ihn zu einem Druiden. Der stämmige Waldmensch trug einen schweren Hammer als Waffe. Der grimmige Gehsichtseindruck wurde durch die Falten verstärkt. Eine lange Narbe zog sich durch sein Gesicht und quer durch sein Auge. Der Druide war auf dem Auge blind. Es war trüb geworden mit der Zeit, doch weder eine Augenklappe, noch ein tiefer Hut verdeckten die letzte Erinnerung an ein harten Kampf vor langer Zeit.
Er blickte sich noch einmal um und warf einen schnellen Blick auf die drei Toten.
"Drei zu Null für dich."
Der Druide stellte den Hammer auf den Boden und griff unter das Bärenfell, das einmal die Haut eines Grizzlybären gewesen sein muss. Er zog eine Handvoll Steine aus dem Fell. Feine Runen waren in die Steine geritzt. Sie glommen leicht blau und tauchten den dunklen Hügel in dämmriges Licht. Ein verspieltes Lächeln zog sich über das Gesicht des Druiden, als er anfing die Steine aneinander zu reiben. Sie glühten heller und das gespenstische Licht wurde ein wenig heller und kräftiger. Doch es schien nicht gleichmäßig. An fünf Stellen schien es ein wenig heller und weniger blau. Leises Murmeln begleitete das Reiben der Steine. Der erste, der fünf Steine, färbte seine Rune in Rot. Der zweite tat es ihm gleich und dabei ging ein Strahl von Energie aus den Steinen hervor. Lautlos schwebend verharrten die leuchtenden Kugel aus Licht, jeweils über einem der fünf Punkte. Sie sahen aus wie kleine Geister. Eine von den Kugeln nahm die Form eines kleinen Bären an. Eine andere entwickelte Fortwüchse und wabberte wie eine Qualle über dem Boden. Die Drei anderen verformten sich synchron zu drei Wölfen. Mit einem leisen Plopp verschwanden die Kugeln plötzlich.
Im Unterholz zerbrachen Zweige und ein Großer Schatten trat aus dem Wald heraus. Ein stämmiger Bär mit braunem Fell trabte in das bläuliche Licht hinein. Kurz hinter ihm ging das blaue Licht der Steine in ein blutrotes über. Ein Wesen wie es der Hügel noch nie zu Gesicht bekam, schwebte, begleitet von drei weißen Wölfen, aus dem Wald heraus. Eine rote Kugel aus Licht und Energie, schien es zu sein. Die drei Wölfe schnüffelten unbeeindruckt an den Zauberinnen. Der erste bleckte die weißen Fänge und riss ein Stück Fleisch aus dem Oberschenkel der Zauberin. Daraufhin rissen auch die andern Zwei, Stücke aus dem leblosen Körper.
Der Druide steckte die Steine wieder ein und lächelte erneut.
"Aber das Spiel hat gerade erst begonnen."
"Alarmstufe Rot. Alarmstufe Rot. Bitte behalten sie Ruhe und gehen in geordneten Reihen zum Ausgang hinaus. Bitte befolgen sie die Anweisungen der Angestellten."
Die Einganghalle der Arena war zum Bersten voll. Engel strömten aus den Türen raus und drängelten alle Richtung Ausgang. Mitten unter ihnen auch Tyrael, Gabriel und Azrael.
"Was ist passiert?"
"Ich weiß nicht. Der Boden hat plötzlich gebebt und dann ging der Alarm los."
"Der Boden hat gebebt?"
"Hast du das gar nicht mitbekommen?"
"Ähm...nein."
"Oh...stimmt du lagst ja unter dem Betrunkenem Stänker."
"......ja stimmt, aber der Boden hat also gebebt?"
"Ja, wenn ich’s dir doch sage."
"Wir sind im Himmel. Hier ist alles auf Wolken gebaut. Da kann der Boden gar nicht beben."
"Er hat aber gebebt"
Bevor Tyrael darauf antworten konnte, geschah genau das, was Azrael versuchte Tyrael zu schildern. Zuerst war nur ein leichtes Vibrieren zu spüren, doch dann schüttelte sich der Boden. Alle Engel wurden zu Boden geworfen und schrieben panisch auf. Einige Wenige konnten sich auf den Beinen halten und versuchten zu fliegen, doch die Decke war zu niedrig. Kurz darauf hörte das Beben auf.
"Ha! Siehst du? Und jetzt lass uns von hier verschwinden."
In Berlin war das reinste Chaos los. Brände, Plünderungen, einstürzende Gebäude. Doch mitten in diesem Chaos gingen drei seltsam anmutende Kreaturen seelenruhig durch die zerstörten Straßen Berlins. Plünderer und vereinzelte Polizeistreifen schienen gar nicht zu bemerken, dass dort drei Fürsten der Hölle marschierten. Auf einer Kreuzung blieben sie stehen. Der größte der Drei lief mehrere Schritte umher.
"Kh'un sharlag di Kombi go Eden?"
"Kondi est uns Furlag fu Eden."
"Hor."
Sie stellten sich in einem Dreieck auf. Der Lärm um sie herum wurde schwächer. Das Licht der Straßenlaternen, die noch heil waren, verblasste und ein weißer Kreis zeichnete sich auf dem Boden ab. Langsam hoben die drei ihre Arme. Die Hände rutschten aus den Ärmeln ihrer langen Umhänge und gaben blasse, sehnige Hände frei. Ihre Haut war makellos, aber grau wie die eines Toten. Feine Adern zogen über ihre Hände. Es schien als fließe schwarzes Blut durch ihre Adern.
Leises Gemurmel durchschnitt die Stille, die nun über die Kreuzung einkehrt war. Der Straßenlärm und die Brände schienen meilenweit weg zu sein.
Die weißen Linien auf dem Boden leuchteten schwach, doch wenige Augenblicke später hell wie die Sonne. Die Luft war geladen und bis zum Reißen gespannt. Elmsfeuer zuckten auf den Umhängen der Höllenfürsten hin und her. Kleine, rote Blitze zuckten zwischen den gespreizten Fingerspitzen. Funken sprangen über und immer mehr Blitze fanden ihren Weg zu einem anderen Fürst.
In der Mitte der wirren Linien schien der Boden zu schmelzen. Umrisse verschwommen, Kanten wurden rund, alles schien unwirklich.
Das Gemurmel steigerte sich in eine Lautstärke, in der man erstmals die Worte verstehen konnte.
Völlig starr und bewegungslos sprachen die Drei in steigendem Affekt.
„Kolu dimi jowa Eth. Olum dia goku fol. Plato furma fur Eden.”
Aus dem Sprechgesang wurde bald ein dreistimmiges Schreien. Die Fürsten nahem keinerlei Notiz von ihrer Umwelt und wiederholten stur diese drei Sätze.
Der Boden war inzwischen vollkommen aufgelöst und ein dunkles Loch gähnte zwischen den Drei.
Ein bläuliches Licht kam immer näher an die Oberfläche. Bald kamen zu dem unheimlichen Licht Schreie. Keine gewöhnlichen Schreie. Voll von Qual und Schmerz klangen sie. Die Todesschreie von Tausenden von armen Seelen die ihrem entgültigen Schicksal entgegen eilten.
Das Licht kam rasch näher.
Die Schreie übertonten selbst das Gebrüll der Fürsten die sich nun nach hinten beugten und gen Himmel schauten.
Das strahlend weiße Licht der Ritualslinien verlor seinen Glanz gegenüber dem blendenden blauen Licht aus der Unterwelt.
Eine Woge, die die Wirklichkeit ein Stück zu entreißen schien, erfasste die Kreuzung. Ein blauer Blitz zuckte aus dem Loch hervor. Grausam entstellte Menschenschädel flogen wie Trabanten um den den gigantischen Knochenspeer. Hitze und Kälte zugleich ließen die Luft flimmern. Das magische Energiefeld auf der Kreuzung zersprang mit einem lauten Knall. Eine Druckwelle fegte die Fürsten um wie Streichhölzer.
Dann war der Knochenspeer auch schon vorbei. Mit rasender Geschwindigkeit jagte er senkrecht nach oben.
Plötzlich erzitterte die Erde unter einer gewaltigen Nova. Gleißendes Licht durchfuhr ganz Berlin. Gebäude die bisher noch heil gewesen waren, stürzten unter dem Druck ein. Schreiende Menschen, die das Pech hatten sich in der Nähe aufzuhalten, wurden zerrissen wie ein Sack Sand unter dem Boxhieb eines Riesen.
Das Beben schwächte ab und Asche regnete auf die Erde nieder. Blitze schlugen wahllos ein und zu den brennenden Trümmern gesellten sich lodernde Brände.
Der größte der drei Fürsten war in zwischen wieder auf den Beinen und klopfte sich den Staub vom Mantel.
„Willkommen im Krieg Patros.“
Viel Spaß beim Lesen (Achtung Ironie).
Mfg Raudorn