Wie weit ist "freiheit" definiert?
Ähnlich vielem. Ich möchte die Freiheit haben, alles zu tun und zu lassen, was immer ich möchte.
Das ist mit der Macht genauso. Demokratie funktioniert nicht dadurch, dass alle gemeinschaftlich etwas wollen, sondern das
jeder nur für sich
alles möchte. Wenn jemand von "unserer" oder gar "deiner" Freiheit spricht, meint er in Wahrheit nur die eigene, von Deiner Freiheit hat er nämlich reichlich wenig, und sie interessiert ihn auch nicht. Ein möglicherweise interessanter Gedankenanstoß: Wenn man jemand beliebigen zum Diktator erheben würde, wer von diesen zur Wahlurne wackelnden Kerndemokraten würde die Macht "ans Volk" (nunja, anderes Thema

) zurückgeben. Und wer sofort? Ich persönlich glaube, das Ergebnis wäre ernüchternd.
Meinst Du bei Tarifverträgen geht es darum, dass "alle Angestellten" mehr Geld bekommen? Nein. Jedem geht es nur darum, selbst mehr zu bekommen, dass andere diesen Vorteil auch genießen ist meistens egal und wird sonst billigend in Kauf genommen.
Gemeinschaftliche Interessen heißen nicht "besser für alle", sondern "besser für jeden", ein subtiler Unterschied. Insofern ist für jeden die perfekte Freiheit die, dass derjenige alles darf, und alle anderen nichts. Und da jeder das möchte, setzt das Gebalge um den großen Fleischhaufen ein, wer denn nun den großen Brocken Freiheit bekommt, das sind üblicherweise die mit Macht, in unserer Welt mithin oft die mit Geld (jedoch nicht nur), also die Gleicheren unter den Gleichen, und den Fakt, dass nicht jeder alles in diesem Kampf darf, nennt man dann Demokratie. Ich sag nicht, dass das gut oder schlecht ist, es ist auch eine Lösung. Dieses "optimale Ergebnis" als Resultat widerstreitender Interessen stört mich nur in einem einzigen Aspekt ein wenig: Es ist vollautomatisch, sehr vieles läuft in der Natur nach genau diesem Schema. Trotz großem philosophischen Geschwafel und ganz viel Technik sind wir auch heute noch nicht in der Lage, unser Schicksal tatsächlich selbst in die Hand zu nehmen. Tatsächlich weil wir es nicht können.
Sieh unser (ich nehme jetzt mal Deutschland als Referenz, von den anderen beiden hab ich nicht die erforderliche Ahnung) politisches System im Kern an: Nachdem wir gewählt haben, haben wir auf Bundesebene nichts, aber auch überhaupt nichts mehr zu sagen. Eine Petition ist nur eine Anweisung an den Bundestag, sich mit dem Thema zu befassen. Wie er das tut, und was dabei herauskommt, das liegt nicht in unseren Händen. Wir können den Kanzler nicht loswerden, keinen Minister, nicht mal Abgeordnete. Wir können keine Neuwahlen erzwingen, wir können nicht sagen, mit wem wir bitte keinen Krieg führen wollen, nix. Garnix. Ist das schlecht? Ja und nein. Ja: Afghanistan. Nein: Euro (Bin mal gespannt ob der Euro und seine Gutheißung jetzt wieder Scharen an selbsternannten Experten auf den Plan bringt, die die fehlende Sachkompetenz doppelt durch Eifer wettzumachen suchen und sich der Erkenntnis verweigern, dass eine Entscheidung wenigstens zweier Möglichkeiten bedarf, worin "Selbstmord aus purer Dummheit" traditionell nicht enthalten ist).
Oh ja: Wir dürfen uns eine neue Verfassung geben. Aber in welcher Form, und wer das durchzusetzen hat, das ist übergangen worden (Gut, die Verfasser des GG hatten damals auch wirklich andere Sorgen als auch noch die Frage zu klären, wie man eine neue Verfassung erfindet, waren sie schließlich ja selbst gerade dabei und hatten alle Probleme, die das mit sich bringt, an der Backe).
Leiden ist btw subjektiv. Ob ich nun hungere, oder mich wahnsinnig über Cheater aufrege (wem es denn so geht), ändert an dem relativen Erlebnis nichts. Logischerweise wird man also bei jedem Lebensstandard etwas finden, worüber man sich aufregen kann.
Mich irritiert da eher die Grundeinstellung. Worüber meckern?
Wenn dich etwas stört, ändere es. Wenn du es nicht ändern kannst, mach es kaputt. Wenn du es nicht kaputt machen kannst, dann lern damit leben. Wenn du auch das nicht kannst, dann leb eben nicht.
Viele Kiddies? Ich spiel mit Leuten die ich kenne, in einem public Game wird man mich wohl sehr selten finden.
Hacks, Cheats, Dupes? Nutz ich nicht, und ich halte mich auch von unbekannten Leuten mit verdächtiger Ware fern.
Wo ist das Problem? Die Leute ticken im Netz oft aus weil sie es sich gefahrlos leisten können. Sollte man das ändern? NEIN. Zum einen gibt es jedem die Chance, ohne tatsächlichen sozialen Druck zu agieren und sich so selbst besser kennen zu lernen (wer denn darauf Wert legt), zum anderen gibt es einem auch die Möglichkeit,
andere zu beobachten und Schlüsse zu ziehen. Und es ist doch auch viel angenehmer, da Hagall so nicht ständig besorgt schauen muss, wenn mir ob seiner Äußerungen der Kopf vor lauter Fassungslosigkeit auf den Tisch knallt.