Arkhan lag gefesselt auf dem Rücken eines durch den Wald rennenden Wendigos und kam langsam wieder zu bewußtsein.
"Hör auf so zu schaukeln!" befahl er halb bei bewußtsein der sich in ganz unerhörter weise bewegender Erde. Als er allmählich gewahr wurde, dass die Erde wohl kaum auf ihn hören würde, selbst, wenn er nicht geknebelt währe und er von einem Wendigo getragen wurde der zusammen mit meheren anderen seiner Art durch einen Wald lief, entschied er sich, erstmal wieder in Ohnmacht zu fallen.
Diesmal wachte er unsanft in einem dunklen, steinernen Raum auf. Er war immernoch gefesselt und geknebelt und fühlte sich, als wäre er gerade von zwei Riesen als Tennisball benutzt worden.
Als seine Sicht sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, vielen ihm zwei Gestalten auf, die vor ihm aufragten. Die eine schien ungefähr menschliche Ausmaße zu besitzen, doch die andere ragte riesig in der Dunkelheit auf. So weit Arkhan erkennen konnte, war es ein besonders großer Wendigo.
"Er ist wieder wach, Meister." Sagte die kleinere Figur.
"Grunz!" antwortete der Wendigo.
"Jawohl Meister." Die kleinere Figur ka näherte sich Arkhan und er konnte erkennen, dass es sich um einen Menschen handelte. Seine Kleidung schien komplett aus Metall zu bestehen, das anscheinend als normale Kleidung und entsprechend geschmiedet war. Aber auch das änderte nichts daran, dass es äußerst unbequem aussah.
"Ich kann freue mich, dir mitteilen zu können, dass du kleiner, mieser Diener der Feinde der edlen und gerechten Gesellschaft der Wendigos aufgrund des Beschlußes des Hohen Rates der VGVWP unter Führung des wahrhaft großen und Weisen Knacks höchstselbst..." bei der Erwähnung dieses Namens unterbrach sich der Mann kurz um sich in einer anscheinend rituellen Geste erst mit seinen beiden Fäusten auf Knie und dann auf die Brust zu schlagen "... dich bis auf weiteres hier unter Arrest befindest. Morgen wirst du dann in unsere Heimatfeste gebracht werden, um dort zum Jubel der freien Wendigowelt hingerichtet zu werden. Dies wird ein Exempel statuieren, dass die anderen möchtegernhelden daran erinnern wird sich nie mit der Macht der Wendigos anzulegen. Aufgrund deiner Verbrechen wirst du auch nicht wie in der Rasse meiner Meister seit ihrer Erleuchtung durch den Herren der Hölle und größten aller Finsteren Fürsten, an dessen Name ich nicht Wert bin auch nur zu denken, brauch aufgegessen, sondern verbrannt werden. Hoffe nicht auf Rettung, der Macht der VGVWP entkommt niemand!"
Der Mensch drehte sich noch einmal fragend zu dem Wendigo um, der zufrieden grunzte.
Sie verliessen ohne ein weiteres Wort den Raum und die massive, eisenverstärkte Holztür schlug hinter ihnen in die Angeln. Noch eine Weile nachdem sie Weg waren lag Arkhan still da und überdachte seine Lage. Er würde kaum auf Hilfe hoffen können und wenn sie ihn erstmal in ihrer Feste hatten, hatte er garkeine Chance mehr zu fliehen. Plötzlich fuhr er erschroken auf: Saturns Geburtstagsgeschenk! Panisch blickte er an sich hinunter, konnte es jedoch nicht entdecken, genausowenig wie den großteil seiner anderen Ausrüstung, die man ihm anscheinend abgenommen hatte.
Arkhans Blick verhärtete sich und ein Ausdruck trat auf sein Gesicht der alleine schon gereicht hätte um eine Herde Bisons in die Flucht zu jagen. Mit ihm konnten konnten sie ja so einiges machen, doch dass sie ihm so einfach Saturns Geburtstagsgeschenk geklaut hatten ging zu Weit! Er konzentrierte sich und brachte einen Zauber zustande, für den er weder Gestik noch verbale Komponenten brauchte. Erst schien nichts zu passieren, doch dann begann Arkhans Haut an den Handgelenken eine schmierige Flüssigkeit aus zu sondern und mit auf diese Art eigeölten Handgelenken hatte er keine Schwierigkeiten seine Hände frei zu bekommen. Der Rest der Fesseln war nun kein Problem mehr. Als er alle Los war wandte er sich der Tür zu.
Das Wird feines Brennholz für meinen Feuergolem dachte er sich hähmisch und begann den Zauber, der die Luftteilchen vor ihm in immer schnellere Bewegung versetzte. Doch statt der erwarteten Gestalt bildete sich nur ein Zettel in der Luft, der zu Boden schwebte. verwundert nahm Arkhan ihn auf und las:
Die uGuF(unabhängige Gemeinschaft unbeschworener Feuergolems) gibt bekannt:
Aufgrund der unerträglichen Situation hier auf der Elementarebene des Feuers, hervorgerufen durch die übermäßige Benutzung des Spruches Feuerpfeil und insbesondere die unglaubliche Belastung der Feuerkreisläufe durch Zauberinnen und ihre fast schon pausenlose Benutzung des zaubers Feuerwand haben wir beschlossen zu Streiken. Die genannten Umstände führen nun schon seit geraumer Zeit zu einer Konstanten Senkung der Tempetaur auf unserer Ebene, was wir nun beschlossen haben nicht länger zu ertragen ohne etwas dagegen zu unternehmen. Wir fordern deshalb: einen sofortigen Stopp der Benutzung des Spruches Feuerwand, bevor wir hier noch erfrieren.
Hochachtungsvoll
Tr'rizzz'man'sulmek
Nachdem er dies gelesen hatte verbrachte Arkhan ungefähr 10 minuten mit pausenlosem Fluchen auf sein Schicksal und vor allem auf diese hirnlosen, Feuerwände benutzenden Zauberinnen.
Als er seine Fluchtirade beendet hatte wandte er sich wieder der Tür zu und überlegte. Plötzlich kam ihm eine Idee und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, dass auch ein Eisriese nicht kKälter hätte wirken lassen können.
Makian der Wächter sah sein gegenüber beleidigt an
"Du betrügst doch"
"Beweiß es mir!" antwortete sein gegenüber grinsend. Es war der andere Zellenwächter namens Mambum. Sie saßen in einer kleinen Höhle, die kaum mehr war als eine Einbuchtung in der Wand des Ganges und die als Wachzimmer für die Gefängnisshöhlen diente, die weiter hinten in dem Gang lagen. In der Mitte stand ein Tisch und sie wurde wie der Rest des Höhlensystems von Fackeln erhellt.
"Na los, du hast verloren, gib mir das Geld. Außerdem kannst du gleich mal nach unserem Gefangenem sehen."
"Warum ich?"
"Weil du verloren hast! Und außerdem weist du doch, was unsere Wendigomeister mit uns machen, wenn wir nicht auf ihn acht geben."
"Ich geh ja schon." brummte Makian und machte sich auf den Weg zur Zelle des Totenbeschwörers.
Kurz nachdem Makian den Gang hinunter verschwunden war, hörte Mambum einen überraschten Ausruf.
"Mambum, komm schnell her!"
"Was ist denn?" beunruhigt machte sich Mambum auf den Weg zu Makian. Als er den Gang betrat konnte er Makian vornübergebeugt vor der Tür stehen sehen.
"Der Riegel ist weg, genauso wie das ganze andere Eisen das in der Tür war!"
"Was?! Erzähl keine Märchen!" Schnell eilte Mambum auf Makian zu.
"Doch, das ga..." weiter kam Makian nicht, denn plötzlich brach ein großes Schwert durch die Tür und spießte ihm den Kopf auf, so dass Gehirn und Blut sich über den Boden und die Wand verteilten. Mambum kam erprupt zum stehen und starrte fassungslos auf die Szene die sich vor ihm abspielte, denn nun flog die ganze Tür aus den Angeln, als eine große, eiserne Gestalt, an dessen arm das Schwert befestigt zu sein schien, die Tür aus ihren Angeln brach und die sie zusammen mit Makians überresten gegen die gegenüberliegende Wand schmetterte. Hinter der Gestalt trat der Totenbeschwörer aus der Tür. Mambum war kein großer Held und was er hatte mitansehen müssen war mehr als er aushielt, auch wenn er schon oft erlebt hatte, wie die Wendigos Menschen bei lebendigem Leib fraßen. Doch das hatte ja immer gründe gehabt und waren Opfer an den Fürsten der Hölle gewesen. Mit einem Schrei wandte er sich um und rannte um sein leben. Als er gerade die erste Ecke erreichte erhaschte er einen kurzen Blick zurück und sah gerade noch wie sich vor dem Totenbeschwörer eine durchsichtige Gestalt bildete, bevor er um die Ecke war. Wenige Sekunden später hörte er einen schrecklichen Schrei, er klang wie ein furchtbares Wehklagen, ein versprechen baldigen, schmerzhaften Todes und was so hoch, dass er in den Ohren weh tat. Panisch rannte er weiter, doch der Schrei wiederholte sich, diesmal näher. Immer weiter weiter rannte er, um Ecken, durch große Höhlen und vorbei an Wendigos und Menschen, die ihn verwundert anstarrten, um dann zu erbleichen, wenn sie einen der Schreie hörten. Mambum rannte, doch es half nichts. Schon bald hörte er einen klagenden Schrei direkt hinter sich und dann spürte er plötzlich eine eisige Berührung und eine kalte, furchterregende Stimme flüsterte in sein ohr "Du gehörst miiir, miiiiiir!". Und dann waren da nurnoch schreckliche Kälte und Schmerzen, die sich schließlich in erlösender Dunkelheit auflößten.
Nachdem Arkhan den Knochengeist hinter dem zweiten Wachmann hinterhergeschickt hatte, durchsuchte er schnell die Wachstube und fand dort seine Sachen, die man ihm genommen hatte, einschließlich Saturns Geburtstagsgeschenkes. Er sammelte gerade seine Sachen ein, als ihn plötzlich Alarmrufe alamierten, dass es der Wachmann zumindest geschafft hatte, andere zu alarmieren. Er fluchte noch einmal und rannte dann los in der Hoffung einen Ausgang zu finden, dich gefolgt von seinem treuen Eisengolem.