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rostig und alt......

"piep"

also wenn ich nicht aufpasse dann lande ich ganz dolle hinten auf Seite X. :D

Ich red mal nen ernstes Wort mit meinen Fingerspitzen.

Bis in Kürze.
 
Chapter Thirty


„Soso“
Prüfend lugte Iridor in die Düsterheit. Der Eingang zum Kristalldurchgang bot sich dar als eine Dunkelheit gebierende Höhlung, geboren mitten in der Fläche des Hochlandes. Auf schnellstem Weg hatte sein Schritt ihn geleitet, beflügelt durch Sorge und Wut.
Im Schutze der Nacht hatte der junge Kämpfer sich an den Massen Vorbeigestolen. Jene die Se`ulpa zum Tode gebracht, diejenigen die Sie alle über die Ebene gehetzt hatten, aus Gier nach ihrem Blute.

Unbemerkt hatte Iridor sich an den Ausläufern ihrer Reihen entlang bewegt und war unerkannt geblieben.
Und jetzt sollte die Dunkelheit noch tiefer werden ?
Iridor gedachte der Tränen Malah`s, dem Zweifel Larzuk`s, und dermaßen bedacht warf er sich mit aller Kraft, in einem riesigen Satz nach vorn, hinein in die Düsternis.
Und riß sich in plötzlichem Schmerz den freien linken Arm vor die Augen. Ein greller Schrei der Pein entfuhr ihm. Aus der Dunkelheit wurde ein Blitz welcher sich durch seine Fähigkeit zu Sehen, direkt in seinen Kopf zu brennen schien.
Fast war es, als ob das Gleißen selbst durch das Fleisch seines Armes dringen wollte um Pein zu verbreiten. Iridor konnte nicht anders, seine Rechte ließ das Schwert fallen. Fahrig zottelte die nun freie Hand seinen Kragen auf und schob das Leder bis hinauf in die Stirn. Fest presste er dabei die Augenlider zusammen.
Hinter seinen Wimpern schienen blauweiße Feuer zu toben.
„Oh Tyrael nein…“ entfuhr es ihm röchelnd. „Nein…, nicht wieder mein Augenlicht, ich flehe Dich an. Nein…“
Nur zu gut war die Erinnerung an den Verlust seiner Sehkraft in seinem Inneren lebendig.
Sein Rücken stieß an etwas Festes und Gezacktes. Ohne zu überlegen rutschte Iridor rücklings an der Stütze zu Boden. Zog die Knie an den Körper, umschlang die Unterschenkel mit den Armen und barg sein Gesicht in der wohltuenden Schattenwelt der so geschaffenen Höhlung.

Langsam, so langsam. Es schien der Fluß der Zeit sich in zähen Windungen durch die Welt zu bewegen. Und das Brennen in seinen Augen ließ so langsam nach.
Aber es ließ nach.
Vorsichtig, es mochte gut eine Stunde vergangen sein in derer sich Iridor nicht geregt hatte, ganz behutsam hob sich sein Antlitz, er presste dabei jedoch weiterhin beide Augen fest zusammen. Der erste Impuls hieß ihn, sich sofort wieder in die Geborgenheit zu flüchten, seine Augen zu schützen.
Doch Iridor widerstand diesem Drängen. Es musste sein. Sein Verstand getraute sich nicht auszumalen welche Abscheulichkeiten bereits auf ihn lauerten. Er musste sehen.
Hoch erhob er sein Antlitz, die Lider weiterhin zusammengepresst. Tränenflüssigkeit rann in Strömen seine Wangen hinab, unbeholfen die Qual seiner Augen zu lindern.

„Nicht aufhören Iri, nicht aufhören. Du schaffst das“, flüsterte Iridor sich mir leiser Stimme selber Mut zu.
Doch der Weg war lang. Wie um Kraft in sein Innerstes zu leiten, richtete er sich auf. Tastete blind umher, suchend nach Halt. Doch einzig die Wand hinter ihm war erreichbar in direkter Nähe. Weiter getraute er sich nicht. Auch sein Schwert musste hier zu seinen Füßen liegen.
Eine weitere Stunde verging.
Und weiterhin tränten seine Augen trotz geschlossener Lider. Immer noch durchdrang das blendende Strahlen jede Barriere und wütete bis in die Tiefen seines Kopfes.
Doch langsam, ganz langsam ließ der beißende Schmerz nach. Das anfängliche Blitzen, der gellende Schmerz, sank herab zu einem nervtötenden Wummern, schmerzhaft, doch nicht allmächtig.
Von Minute zu Minute lösten sich die strapazierten Augenmuskeln etwas. Immer nur ein winzigkleines Stück, kaum bemerkbar als einzelnes, doch in der Summe fühlbar entlastend.
Und nach wieder einer weiteren geschätzten Stunde, war Iridor bereit für das Wagnis. Sein ganzer Körper verkrampfte sich. Selbst durch das Anspannen der Zehen erlangte er Konzentration und Mut um die Lider eine gehauchte Sekunde lang zu öffnen. Nur den Moment eines Blinzelns wollte Iridor erhalten. Sicher gehen das nicht wieder Blindheit, sondern sonderbare Umstände verantwortlich waren. Und vor allem endlich etwas von der Umgebung sehen.
„Ghhlllllll…..“
Schmerz ließ ihn zurückzucken, die gepeinigten Augen protestierten gegen eine unbarmherzige Helligkeit, schlossen sofort, wie per direktem Befehl die Lider.

Aber irre Freude tobte durch das Herz, er war nicht Blind. Er war nicht BLIND.
Was auch immer ihn blendete hier unten, er konnte es besiegen, er konnte sehen.

Es kostete Iridor weitere drei Stunden seinen Augen seinen eigenen Willen aufzuzwängen, gegen sämtliche Schutzmechanismen anzugehen und die Augen dauerhaft zu öffnen. Zwar ließen diese sich nur zu schmalen Schlitzen öffnen, doch sollte dies reichen um endlich erkennen zu können wo er hier war.

Er befand sich in einem Tunnel unter der Erde, genauer, gehauen in den Felsen des Berges. Der Tunnel hatte einen Durchmesser von gut zehn Schritt, welcher sich nach vorne hinaus zu erweitern schien. Und endlich entdeckte Iridor auch den Grund für sein Sichtproblem.
Die Wände, die Decke sowie auch der Boden, waren stückweise, etwa zu Hälfte in ihrer Gesamtheit mit weißblau glitzerndem Eis bedeckt. Spitze Eiszapfen hingen in Armes- und Beinesdicke von der Decke herab, manche wuchsen vom Boden hinauf. Und die Schichten an den Wänden wirkten bisweilen mehrere Schritte dick. Und aus dem Inneren dieser Eissammlungen drang das Strahlen welches seinen Augen so schmerzte.

Staunend drehte Iridor sich im Kreise. Solche Schönheit hatte er noch nie zuvor erblickt. Die Eisschichten wirkten wie gigantische Ansammlungen von Diamanten, welche in diesem eisigen Blau funkelten. In Verbindung mit den kahlen Stellen, an welchen der nackte urbane Felsen sich durchgesetzt hatte, ergab sich das Bildnis einer wahrhaft wundervollen Naturvielfalt.

„Das ist einzigartig…“

Doch es galt hier unten Böses zu tilgen. Rasch verdrängte Iridor den Genuß des Augenblicks und suchte seine Waffe zu seinen Füßen.
Unverzagt und nun wieder bewaffnet.

Iridor wand seinen Tritt tiefer in den Tunnel hinein. In etwa vierzig Schritten schien sich der Tunnel zu gabeln. Auch ein weiterer Abgang schien rechts abzuführen.
Weiterhin fest zu Schlitzen blieben die Lider gepresst, das Licht hier unten zehrte an den Augen, ließ sie weiter Unmengen von Tränen vergießen.

Mit eingeschränkter Sicht schritt Iridor langsam tiefer in den Tunnel hinein, unbeirrt in seiner Suche.

Die Gabelung kam näher. Gespannt darauf ob ersichtlich wäre wohin die Wege führten näherte er sich auf leisen Sohlen der Kreuzung.
Keine Regung ließ sich irgendwo vernehmen.

In dem Gang zu seiner Rechten, standen etwa in der Mitte vier riesige Eiszapfen, mitten auf dem Weg, so als wenn sie ein natürliches Hindernis bilden würden.
Die beiden Gänge vor ihm führten jeweils in genau derselben Art weiter wie der bisherige.

Etwas unschlüssig blickte Iridor abwechselnd in die Tunnel, versuchte den richtigen Weg zu erahnen.
Vielleicht doch den Weg, jenen welcher durch Eis blockiert war. Abschätzend betrachtete er sein Schwert, überlegend ob durch das Zertrümmern von Eis die Klinge zu sehr leiden würde.
Als er sich anschickte das Eis genauer zu untersuchen, auf Brüchigkeit zu prüfen, erklang mit einem Male das Röcheln eines in Atemnot geratenen Riesen.

Und in der Luft genau bei dem vordersten der Eiszapfen, begann die Luft in einer Atemwolke zu gefrieren.
 
Chapter Thirty-one

Iridor verharrte blitzartig in seinem Schritt.
Durch seine zusammengepressten Lider ging sein Blick angestrengt zu den Ansammlungen von Eis vor ihm, welche sich mit einem Male auf groteske Art zu bewegen begannen.

Er erkannte jetzt an jedem der Eisgebilde einen Atemhauch, das Röcheln wurde vielstimmig und es erklang das knirschende Geräusch von aufeinander schabenden Eismassen.
Die Eissäulen begannen tatsächlich sich zu bewegen, Iridor erschrak bis ins Mark.

Und jetzt konnte man auch erkennen das dies keine nach oben wachsenden Eiszapfen waren. Hoch aufgerichtete Eisberge waren dies. Und jetzt konnte man auch die Auswüchse von Gliedmaßen erkennen. Da waren ein paar Arme, die Beine, und ein weit nach vorne gereckter Kopf, aus dessen geöffneten Maul blau blitzende Reiszähne nach einem Opfer suchten.
Die gesamten Erscheinungen schienen aus unzähligen kleineren Eisblöcken zu bestehen, welche bei den Bewegungen aneinander rieben und dieses scheußliche Geräusch erzeugten.

Schnelle seine Überraschung beiseite schiebend, fasste Iridor sich und zwang sich seiner eingeschränkten Sicht zum Trotz den bevorstehenden Kampf anzunehmen.

Und der Tanz der Schlangen begann erneut. Zertrümmerte festes Eis und ließ Millionen von kleinen Splittern regnen. Schnitte waren unmöglich, die Schneide seines Schwertes blieb weiterhin scharf, doch diente die Klinge eher als Trümmerwaffe denn als Schwert.

Ohne einen Kratzer stand Iridor inmitten eines Haufen von zerschlagenem Eis. Keiner der vier hatte ihm standhalten können. Doch über und über war bedeckt mit Tausenden von kleinen Eiskristallen. Und genau diese begannen auf seiner warmen Kleidung und seiner Haut zu schmelzen, durchtränkten das Leder und suchten ihren Weg bis in die Haut.

Unversehens begann Iridor die Kälte dieses Ortes zu spüren. Die Eisformationen an den Wänden schienen ihren Frost direkt mit diesem überirdischen Schimmern in sein eigenes Innerstes zu übertragen.
Leichtes Zähneklappern setzte bei ihm ein.
Mit einem Schlag hatte die Umgebung einiges von ihrer Schönheit eingebüßt und zeigte ihr tödliches Gesicht.

„Nicht verharren jetzt, ich muß in Bewegung bleiben. Weiter.“ Sprach der fröstelnde sich selber zu.
Der frei gewordene Gang schien ebenso recht wie jeder andere, also folgte er ihm.

Weitere dieser laufenden Eiszapfen begegneten ihm, stellten sich seiner Klinge und wurden zu Pfützen verwandelt. Auch fleischlichere Gegner fanden sich in der verzweigten Tunneln. Menschengroße Wesen mit Kuhköpfen, roter lederartiger haut traten in seinen Weg, drangen auf Iridor ein, bewaffnet mit Axt und Knüppeln. Doch auch diese fielen dem Sirren der Schlangen zum Opfer.
Und kein Tropfen Blut entfloh Iridor.
Tiefer und tiefer wanden sich die Gänge und Wege in den Berg hinein. Und mit jedem erschlagenen drang die Kälte tiefer in Iridors Knochen. Er war nun durch und durch genässt. Doch die Nässe zollte langsam der umgebenden Kälte ihren Tribut.
Weißer Raureif bedeckte Iridor vom Scheitel bis zur Sohle.
Ein leises Knirschen begann seine Bewegungen zu begleiten. Und sein Zähneklappern wurde heftiger.

Nach stundenlanger Wanderung traf Iridor auf eine riesige Öffnung im Boden. Der Gang endete abrupt und ließ keinen anderen Weg in Frage kommen. Dies musste der Weg zum Frostfluß sein.

Seufzend, Worten zur eigenen Ermunterung zu Müde, klammerte Iridor sich an den Fels und begann den unsicheren Kletterpart in die Dunkelheit.
Meter um Meter zog sich der Abgrund. Kälte und Atemnot ließen jede Bewegung zur Qual ausarten.
Einzig seine gepeinigten Augen genossen die Dunkelheit.

Als er dachte es ginge nicht mehr, die Hände vor Gefühllosigkeit keinen Halt mehr finden wollten, trat Iridor auf Grund. Ohne das er es mitbekommen hatte, war auch die Dunkelheit gewichen. Er wandte sich um, die Örtlichkeit in Augenschein zu nehmen. Ein weitere Gang sank in den Felsen. Zunehmendes Licht begann einige Schritt weiter das entfernte Ende zu erhellen. Noch weiter schien das bekannte Gleißen vorzuherrschen.
„Ayayayyayayyayayayya…………….“
Ein geckernder, unzweifelhaft weiblicher Schrei nahm an Lautstärke zu und schien auf Iridor zuzurasen. Er kniff die Lider noch enger zusammen und starrte angestrengt nach vorne, seine Klinge vor sich zur Abwehr erhoben.

Und vor ihm schien ein geflügelter Dämon zu entstehen.
Weit ausholende Schwingen in gemeinem Blau trugen einen weiblichen Körper. Weißliche bleiche Haut bedeckte einen Torso welcher mit den schönsten und wohlgeformtesten Sinnen einer Frau beschaffen waren die Iridor je gesehen hatte. Kleidung schien dieses Wesen kaum zu kennen. Ein dünner Stofffetzen bedeckte ihre Scham, ansonsten war das Wesen nackt. Halt.
Der Eindruck brannte sich in Iridors Augen, GRÜNE STIEFEL ….., das Ding trug quietschgrüne wadenhohe Stiefel.

Er schüttelte sich innerlich und besann sich auf seine Abwehr. Denn schon war das Wesen heran. Messerscharfe Klauen griffen nach ihm, eisiger Wind, aufgepeitscht durch die großen Flügel bleis ihm ins Gesicht, verschlechterte sein Sehen erneut. Und dem Ansteigen der Schreie nach zu urteilen, folgten ähnliche Wesen der ersten.

Erschöpft sank Iridor an die Wand. Sein stoßweiser Atem gefror in der Luft.
Um ihn herum lagen die Leichen von zwölfen dieser Wesen. Wunderschöne Geschöpfe in ihrem Tode.
Doch im Leben der Bizzarheit so nah.

Dreie von ihnen hatten mit ihren Klauen den Weg durch seine Deckung gefunden. Tiefe Einschnitte an den Armen gaben sein Blut der gnadenlosen Kälte preis, welche sich sofort unbarmherzig in seine Schmerzen nistete.
Er musste hier bald raus, das Gefühl wurde dringlicher.
Es schien jegliche hier an diesem Ort herrschende Schönheit einen urtiefst bösen Kern zu enthalten.

Stolpernd setzte Iridor seinen Weg fort. Erneut erfolgten Angriffe der fliegenden Schönheiten. Erneut blieb seine Klinge Sieger.
Auch andere Wesen suchten sein Blut.

Einige erinnerten ihn an die kuscheligen Teddys seiner Kindheit. Nur das diese hier schneeweiß waren und ungefähr anderthalb mal so groß wie er selbst.
Schuldigkeit schlich sich in sein Herz, beim Anblick der darniederliegenden Wesen, rotes Blut welches das weiche Fell bedeckte.

Und er fror immer mehr. Die Kälte drang immer tiefer in seine Knochen, machte jede Bewegung zur Hölle.

Auch die Anstürme von gräulichen Wesen wurden häufiger. Immer schwerer wurde es ihm sich zu erwehren. Weitere Wunden gesellten sich in tödlicher Eintracht zu den ersten.
Jetzt hatte die Umgebung alles, aber auch alles von ihrer Schönheit verloren. Einzig kalte Tödlichkeit fand Iridor noch vor.

Jedwedes Denken schaltete sich aus, schien im wahrsten Sinne zu gefrieren.
Wie automatisch fanden seine Füße ihren Weg, führten ihn weiter und weiter. Eine Spur von Blut lag hinter im. Nackte geflügelte Frauenkörper lagen auf weichem blutigen Fell.

„Hilfe…. Hilfe…..“

Leise drang der Schrei an sein Ohr. Und angezogen davon fand Iridor seinen Weg.

Zum ersten Mal seit einer ganzen Weile konnte er wieder klar denken, seinen Augen trauen. Das Knischen wurde auch lauter. Die Eisschicht welche ihn bedeckte wurde stabiler, hinderte seine Bewegungen immer mehr. Er musste raus. Bald.

Wieder musste seine Klinge den Weg bahnen. Diesmal andere Gegner, doch es war ihm egal. Weiteres Blut floß.

Und endlich stand Iridor alleine vor der Quelle der Stimme. Er erkannte das Gesicht von Anya sofort wieder, hatte er es doch bereits in Harrogath erblickt.
Und das Gesicht von Anya war auch das einzige was ersichtlich war. Der Rest ihre Körpers blieb in einem riesigen Eisblock gefangen.

„Hilf mir….“ Hauchte sie ihm entgegen.

Iridor trat einen knirschenden Schritt auf die gepeinigte zu, als hinter ihm das Geräusch von Schritten erklang.
„So sieht man sich also wieder du Held,“ erklang eine wohlbekannte Stimme, „bereit zu sterben ?“
 
Chapter Thirty-two

„Dreh dich gaaanz langsam um Mann, betonung auf langsam.“
Ergeben seufzend, mit einem entschuldigenden Blick in Anya´s Augen, tat Iridor wie ihm geheißen wurde. Er wusste wen er zu sehen bekommen würde. Trotzdem überraschte ihn der Anblick.
Der erzwungene Marsch in das Vorgebirge hatte seine Spuren hinterlassen. Die riesenhafte Gestalt wirkte ausgezehrt. Auf seiner rechten Gesichtshälfte schien ein Tier sein Mittagsmahl gesucht zu haben, fast die gesamte Seite wirkte angefressen, das Auge völlig zu geschwollen.

„Hallo Hasrah“, begrüßte er mit laut klappernden Zähnen den angekommenen. Die Kälte fraß sich jetzt immer mehr in seine Knochen, fror die Muskeln ein und ließ jede Bewegung zum Martyrium werden.
„Ich hab den Leuten von Harrogath gesagt sie sollen Dir den Kopf abschlagen. Ich hab’s gesagt. Wärst du dann auch noch wiedergekommen?“
Mit einem breiten Grinsen ragte der hünenhafte Barbar vor Iridor auf. Doch das Grinsen gelang nicht in die weit auseinander stehenden Augen. Mit weit ausgreifenden Schritten trat Hasrah direkt vor Iridor, wischte mit dem Arm die erhobene Klinge beiseite.

„Wenn ich nicht gewesen wäre“, herrschte er Iridor mit Zorn an, „dann würde dein Kadaver im Sanktiarium verfaulen. Niemand hätte sich einen Dreck um dich geschert, keiner hätte um deine stinkende Seele geweint. Aber ich, der große Hasrah, habe dich Erbärmlichkeit gerettet. Und ? Hast du es mir gedankt ?
Stinkender Abschaum der du bist.
Aber jetzt habe ich Dich.
Genau hier wollten wir Dich haben. Winsel du nur, denn heute ist der Tag deines Todes.“
Geifer trat bei den ausgespieen Worten vor Hasrah`s Mund, so sehr erregte dieser sich.

Iridor versuchte einen Schritt zurück, sein Schwert zu erheben und auf Hasrah einzuschlagen, doch dieser trat ihm wuchtig gegen das Handgelenk auf das seine Klinge ihm entfiel.

Iridor wollte sich bücken um dem großmäuligen das Mundwerk endgültig zu stopfen, das Urteil von Harrogath endgültig zu machen.
Doch das Schwert, die Sinnlichkeit der beiden Schlangen entglitt wiederholt seinen tauben Fingern.
Durch seinen ganzen Körper jagte jetzt eine Frostwelle nach der anderen.
Seine Zähne schlugen immer fester gegeneinander, das Klappern wurde Ohrenbetäubend.

„Mühe Dich nicht ab junger Freund“ erklang eine schrille Stimme. Mühsam suchte Iridor den Sprecher, und war nicht überrascht Nilatahk zu sehn. Das dürre Männchen trat aus dem Schatten eines Eiskristall hervor, scheinbar schon länger dort verborgen. „Spare deine Kräfte, aus dieser Magie gibt es für Dich kein entkommen. Frag Anya, sie hat dies bereits ohne Erfolg versucht. Ist es nicht schön wenn die Feinde sich mit seinen Mitarbeitern unterhalten und man derweil in Ruhe seine Magie wirken kann um eben jene Feinde zu vernichten ?“
Die Stimme gellte triumphieren in Iridor´s Ohren, der Sinn und Inhalt der Worte untermalt von einem dröhnenden Lachen, welches aus der Kehle von Hasrah erklang.
Die beiden hatten Anya nur als Falle benutzt. Eine Falle für ihn selbst. Aber warum ? was wollten die beiden von ihm. Warum sich seiner entledigen ?

„Sieh dir unsere gute Anya an großer Held“
Mit Hilfe von Hasrah drehte Iridor sich zitternd und bibbernd um. Seine Füße waren bereits in einem größeren Eisklotz gefangen. Fest umgab das Eis sein Fleisch und gab ihn nicht mehr her. Und vor Iridors Augen begann es sich auszubreiten, kroch ganz langsam seine Beine hinauf, bedeckt schon die Oberschenkel zur Gänze.
Ein schwacher Versuch der Bewegung, misslungen, zeigte Iridor seine eigene Machtlosigkeit.

„Warum ?“ klapperte er die Frage heraus ? Sein Blick kreuzte sich mit dem von Anya. Hilflos waren Sie beide. Bald wäre ihr Retter auf genau die gleiche Art gefangen wie die zu rettende.

Doch nur böses Lachen der beiden kam als Antwort.

Es dauerte nicht lange. Das Eis wanderte in Windeseile seinen Körper hinauf und unterband jeden Bewegungsversuch. Hasrah umwanderte derweil breit grinsend die beiden. Zweimal konnte er nicht an sich halten und schlug mit geballter Faust in Iridors Gesicht.
Iridor fühlte Zähne und Knochen splittern, doch für Schmerzen gab es nur noch einen einzigen Fühler und dieser war bereits übergelaufen.

„Fertig“ hallte die quiekende Stimmer des Händlers an sein Ohr.
Nur noch der Kopf war außerhalb des Eises, ein Ebenbild von Anya.

„Ich wünsche euch beiden ein fröhliches Zusammensein. Sterbt langsam und qualvoll ihr zwei.
Komm du großer Affe, wir haben zu tun. Der da wird keinen mehr behindern.“
Schritte entfernten sich langsam, doch Hasrah hatte sich noch nicht sattgesehen.
Neugierig piekste er mit dem Zeigefinger in Iridor`s linkes Auge. „AArrrrggghhhh….“, entfuhr es diesem.
„Fein, du merkst ja doch noch etwas du Held. Da bin ich beruhigt. Tschüss du sack, und viel Spaß mit der Kleinen, na ja, bumsen iss ja wohl nich“ Mit einem dreckigen Grinsen entschwand Hasrah aus seinem Sichtfeld.
Kurz verhielt der Schritt des Hünen, als ob er etwas vergessen hätte. Klirren von Stahl ertönte.
„Ich denke ich ärgere dich noch ein bischen.“
Hasrah erschien wieder vor ihm, Iridors Schwert in den Händen.
„Weißt du, ich kann mit dem blöden Ding hier eh nix anfangen. Aber da Du ja so wild drauf bist, kannst du es Dir beim Sterben wenigstens ständig anschauen.
Mit einer kraftvollen Drehung wand sich Hasrah an die eingefrorene Anya. Weit holte sein Arm aus und trieb mit gewaltige Kraft Iridor´s Schwert in das Eisgefängnis welches Anya band. Die halbe Klinge versank im Eis, schien genau auf Herzenshöhe der Frau zu stecken.

Mit einem völlig zufriedenen Gesichtsausdruck verschwand Hasrah erneut.

„Jetzt kannste die ganze Zeit drüber nachdenken ob deine Klinge ihr Herz getroffen hat oder nicht. Tschüss noch mal du Sack.“
Die Schritte verklangen vollends.

Und Iridor erblickte Anya`s Züge vor sich. Ein Gesicht das kein Leben mehr zu enthalten schien.
Entweder ohnmächtig oder tot.

Und auf Herzenshöhe stak seine Klinge.
Das Zähneklappern wurde wieder schlimmer.
 
Nanu? Zuerst solange nichts, dann schaut man mal zwei Tage nicht rein schon sind drei Updates da! :eek: :kiss:

Dann mach ich mich mal an die Arbeit :D

[edit]
Es ist geradezu eine Frechheit, in welche Schwierigkeiten Du Deinen Helden immer wieder bringst, ihm nichtmal ne kleine Chance lässt sich zu wehren, oder Einfluss zu nehmen :autsch:
Und außerdem tut er mir wegen seiner Augen schon richtig leid. Zuerst blind, dann so stark geblendet, daß er wiederum Angst um sein Augenlicht hatte und dann auch noch den Finger reingesteckt bekommen ist echt etwas derbe :no:

Die letzten drei Teile scheinen sich auch etwas in die Länge zu ziehen. Zwar sind ausgiebige Beschreibungen Dein Markenzeichen, und sicher kein schlechtes, aber diesmal hast Du's meiner Meinung nach etwas übertrieben.
Naja, bin trotzdem gespannt wie's weitergeht.
[/edit]
 
Runabout schrieb:
Die letzten drei Teile scheinen sich auch etwas in die Länge zu ziehen. Zwar sind ausgiebige Beschreibungen Dein Markenzeichen, und sicher kein schlechtes, aber diesmal hast Du's meiner Meinung nach etwas übertrieben.
Naja, bin trotzdem gespannt wie's weitergeht.
[/edit]

Hallo Run.

Danke für die Blumen :D
Im Ernst, ich hätt die letzten drei Kapitel glatt um zwanzig Seiten länger hinbekommen können :flame: .
Aber das detailierte wirkt am PC nicht ganz so gut. In gebundener Form ist detailtreue weitaus angebrachter und besser lesbar.
Liegt wohl an der Entspannung beim Bücherlesen, so Couch, Wanne oder Balkon.

However, ich versuche einfach nur die Spannungskurven möglichst *nicht* linear zu halten. Wenn das klappt dann bin ich soweit zufrieden.

Und ja, Iridor hat ne Menge zu ertragen. Überhelden die alles wegklatschen mag ich nit so sehr.

Wenns dir und den anderen an unserem kleinen Feuerchen trotz allem weiter gefällt dann bin ichs gleichwohl zufrieden. :angel:

PS: jaja seine Augen :eek: . Kam so spontan als ich drüber nachdachte wie ich Hasrah so richtig herausheben kann in seiner billigen Grausamkeit.

Der Tom.
 
Tomgar3 schrieb:
Und ja, Iridor hat ne Menge zu ertragen. Überhelden die alles wegklatschen mag ich nit so sehr.

Ich war mit meinem Kommentar sowieso nicht ganz zufrieden. Der Satz hat mir dann die Erleuchtung gebracht. Hab mich schon gewundert, was mich an den Beschreibungen gestört hat, war ja bis jetzt nicht der Fall.
Ich mag ja auch keine Überhelden, aber so schwer sich Iridor wegen der Kälte und dem vielen Licht auch tut, scheint doch das Eis das einzige zu sein was ihn wirklich aufgehalten hat. Okay, irgendwas musste ihn ja aufhalten, aber bei genauerer Betrachtung fallen einfach die Kämpfe auf dem Weg zu Anya trotz der widrigen Umstände zu leicht. Okay, er konnte sich kaum bewegen, nichts sehen und hat seine Schrammen abbekommen, aber die Kampfbeschreibungen lahmen etwas. Vielleicht hab ich auch nur die Kristallhöhle wesentlich gefährlicher als das Eishochland in Erinnerung. :rolleyes:
Du magst jetzt vielleicht denken, ich weiß nicht was ich will, und hast damit wahrscheinlich sogar recht, aber ich glaube jetzt, daß es nicht zuviel der Beschreibung, sondern zu wenig beschriebene und damit zu leicht erscheinende Kämpfe waren, die mich gestört haben.
Es ist aber nicht so, daß ich einer derer bin, die nur auf Kampfbeschreibungen stehen.

Falls mein Kommentar totaler Mist ist, vergiss ihn einfach. Irgendwie scheine ich heute keinen Kopf dafür zu haben :confused:
 
@ Run

*Grins*

mach Du mal. Ohne dir bauchzupinseln, nicht zuletzt wegen deiner Kritikfreudigkeit bist du immer gern hier gesehen.

Und das mit den Kämpfen hast du richtig bemerkt.
Aber keine Sorge, Kämpfe kommen auch noch vor in Zukunft :D
Wollte dieses Mal etwas weniger Kampfbeschreibungen dabei haben.
Schwerer ist der Level auch, recht hast du. Gleichwohl, bei den Mengen an *normal* Monstern artet das sonst aus. Bigge Endbosse sind da unten nicht gar so viele.

Was quassel ich hier rum, ich schreib einfach mal weiter.

Tom.
 
Chapter Thirty-three


Iridors Gedanken rasten.
Es mochte höchstens eine halbe Stunde vergangen sein nach Hasrah´s Abgang. Kostbare Zeit im Angesicht eines so kalten und nahen Todes.
Sein linkes Auge war zugeschwollen, jedoch durch die klirrende Kälte spürte er keinerlei Schmerz.
Mit dem verbliebenen Auge hatte Iridor seine Umgebung nach möglichen Auswegen abgesucht, doch blieb sein Bewegungsspielraum fast gegen Null reduziert.
Einzig der Kopf ließ sich leicht drehen, der Rest seines Körpers war völlig in einer halbmeterdicken Eisschicht gefangen.
Er hatte es zur Genüge probiert. Hatte gerüttelt, seine Muskeln geplagt, versucht an seinen Gliedern zu reißen. Doch es blieb hoffnungslos. Keinerlei Bewegung war möglich innerhalb des kalten Gefängnisses. So stand er also Anya gegenüber. Selbige ebenso eine Gefangene der gefrorenen Magie von Nilatahk.
Die Frau war immer noch bewusstlos. Oder tot, wie der Anblick seiner eigenen Klinge zu ängstigen verhieß. Iridor schwor sich bitterste Rache sollte er diesen Teufel Hasrah jemals wieder in die Fänge bekommen.
„Wahhhhh….“, gellte sein Wutschrei durch die Gewölbe.
Doch es half alles nichts. Er überschlug eine Möglichkeit nach der anderen. Verwarf sie wieder und sann über neue Wege der Rettung nach.
„Magie hat dieser Krämer gesagt. Das Eis hier ist Magie..“, laut sinnierte Iridor vor sich her.
Das untermalende Klappern seiner Zähne gab den Worten etwas Hilfloses.
„Was weiß ich von Magie ?“

Stunden verrannen, lösten sich ab, um dem Frost mehr Zeit zu geben sein Todeswerk zu vollbringen.
Iridors Verfassung löste sich langsam in ein Delirium auf. Seine Gedankengänge verließen immer öfter das reale Sein und flohen in Träume. Träume der Rettung und der Taten. Zeit wurde ihm bedeutungslos. Aus Träumen wurden Visionen.
Er hatte das Gefühl über den Ebenen zu schweben. Wild und ungestüm zerrte der Wind an seinen Flügeln. Unter ihm die zerklüfteten Gebirgsketten des Eishochlandes.
Zerstörung und Tod bot sich dem fliegenden dar. Keinerlei Bewegung ließ das Auge zucken.

Nach stundenlangem Flug jedoch erblickte Iridor in der Ferne ein Leuchten. Neugierig geworden änderte er mit leichtem Schwingendrehen seine Richtung und hielt darauf zu.
Rasch kam er näher und erkannte das Leuchten als Feuer.
Ohne darüber nachzudenken sank Iridor herab und landete direkt in den Flammen.
Lautes Prasseln erfüllte die Luft. Aber er fühlte weder die Hitze noch das Zwicken der knisternden Scheite in seinen Füßen.
Zwei Gestalten hatten sich dicht an die wärmenden Flammen gedrückt. Eine der beiden ruckte bei dem Geräusch erschrocken mit dem Kopf herum. Blickte in die umgebende Dunkelheit.
„Scheiße Mann, ich könnte wetten das hier gerade jemand war“ grollte Hasrah´s Stimme durch die Nacht. „Wird Zeit das wir hier wegkommen, Mir gefällt das alles nicht.“

Der kleinere der beiden hob seine Hände näher an die Flammen, rieb sich die steifen Finger um das Blut zum kreisen zu bringen. „Halt die Klappe du Rindvieh, das einzige was hier Panik schiebt bist Du.“
Die quäkende Stimme erkannte Iridor sofort. Nilhatahk.
Was sollte dies alles ? Warum war er hier, und warum konnten ihn die beiden nicht sehen ?

„Glaubst du wir sind den Arsch endlich los ?“, setzte Hasrah nach einer kurzen Pause ein Gespräch in Gang. „Mir wäre es lieber gewesen ihm sein eigenes Schwert schmecken zu lassen. Das ist sicherer und sauberer. Ich traue keiner Magie.“ Mit einem schnellen Seitenblick zu seinem Partner fügte er hinzu „Auch wenn ich Dir natürlich vertraue.“

Verächtliches Schnauben ertönte als Antwort. „Du Kleingeist verstehst doch noch nicht einmal was Magie alles vermag. Aber sei unbesorgt, spätestens in der morgigen Frühe, wenn Du und ich aufbrechen in die Hallen von Vaught, ist der große Held dem Tode. Und die kleine Schlampe ebenso. Ich wünschte ich könnte Malah´s Gesicht sehen wenn Sie das erfährt.“
Gackernd gellte sein Gelächter durch die Nacht.
„Die große tolle Malah. Von allen geliebt und geschätzt. Wenn die rausbekommt das ihre Medizin das einzige Gegenmittel enthalten würde um meinem Kältezauber zu trotzen, und Sie derweil jammernd in ihrer Hütte gehockt hat…., Mann, die wird vor Gram selbst hops gehen.“

Iridor hatte genug gehört. Mit einem Satz sprang er empor, entfaltete die Schwingen und flog in höchster Eile Richtung Harrogath. Viel Zeit blieb ihnen nicht mehr.
Sein Verstand dachte nicht an die Unmöglichkeit seines Tuns. Nicht wie er hierher kam oder was er hier war. Einzig den letzten möglichen Ausweg wollte er noch nutzen. Er musste Larzuk und Malah erreichen. Wie, als nicht sichtbares Wesen, das wusste er nicht. Aber die Zeit drängte.

Und dann…, er kannte das Ziel der beiden Dissidenten.
 
Sehr schön! Die story ist zwar ein bisschen abgewandelt, aber etwas künstkerische freiheit kann nicht schaden. Sehr stimmig erzählt . Nur weiter so!
 
Chapter Thirty-four


„Jetzt lasst euren Hintern gefälligst im Bett junger Herr.“
Liebevoll aber bestimmt, drückte Malah ihn an den Schultern hernieder, ließ nicht zu das Iridor die weiche Bettstatt verließ. Haufenweise Decken türmten sich über ihm auf, und das Feuer im Kamin brannte jetzt seit zwei Tagen hell auf, um die klirrende Kälte aus seinen Knochen zu vertreiben.
Iridor jedoch wollte aufbegehren.
„Malah…“ setzte er an. Doch diese schob in mitleidslos zurück unter die Decken.
Zwei Tage. Bereits seit heute in der Frühe konnte Iridor sogar wieder seine Zehen fühlen, sogar mit ihnen wackeln und sich kratzen. Also war er doch wieder völlig gesund oder ?
Nachhaltig waren nur noch die Erinnerungen. Klirrende Kälte, er selbst eingefroren in einen riesigen Eisblock. Ihm gegenüber Anya, auf die gleiche Art gebannt.
Iridor wusste nicht wie er zu Nilatahk ans Feuer gelangen konnte, diesen zu belauschen und dann Malah um Hilfe anflehen. Er selbst war nicht aus dem Eis herausgekommen.
Hatte er das alles nur geträumt `?
Malah hatte ihm genau erzählt was passiert war.
Iridor´s Stimme sei mit einem Male in ihrem Kopf erklungen, habe um Hilfe gebeten. Ganz sachlich, aber drängend, habe er ihr erzählt was geschehen war. Daß einzig Malah helfen könne. Dann noch eine Wegbeschreibung und die Stimme sei wieder verklungen.
Also hatten sich Malah selbst, Larzuk und einige andere aufgemacht die beiden zu finden.
Nunja, ein Trank hatte die erhoffte Wirkung. Beide wurden ihres Eisgefängnis entledigt und schnellstens nach Harrogath gebracht.
Und hier lag er nun. Wieder in Malah`s Bett.

Anya hatte man in ihr eigenes Haus gebracht.
Alle Sorgen wegen seiner Klinge hatten sich als unbegründet herausgestellt. Hasrah hatte ihr Herz nicht erreicht, zu dick war die Schicht des Eises gewesen. Iridor hatte sich selten so erleichtert gefühlt.

Und Malah…, Malah strahlte über das ganze Gesicht. Kein Vergleich mehr mit der eingefallenen und mutlosen alten Frau die zusammengebrochen war. Frische Energie füllte die kleine Gestalt völlig aus und unterband jeden Versuch des Aufbegehrens.

„Du bleibst bis morgen noch im Bett junger Iridor, versuch es gar nicht weiter.“ Endgültigkeit schwang durch.

Iridor hatte sich mit Larzuk und Malah beraten. Die beiden hatten ihm den Weg zu den Hallen von Vaught beschrieben, dem Ort an dem Nilatahk, laut Iridors Traum, zu finden war.
Beiden stand Furcht ins Gesicht beschrieben. Sie erzählten ihm daß dort unten Tote wiedergeboren würde, oder aber als explodierende Waffen genutzt wurden. Unsagbare Greuel welche im Dunkel dem Unvorsichtigem lauern würden. Doch es musste jemand dem Treiben des Händlers Einhalt gebieten.

Iridor hatte sich selbst geschworen dass er selbst derjenige sein würde.

In eben diesem Moment, als Malah darum kämpfte ihren Schützling im Bett zu behalten, öffnete sich die Türe und Anya betrat die Hütte.
Iridor war erleichtert als er ihrer ansichtig wurde. Gesunde Röte überzog ihre Züge, ein keckes Funkeln stahl sich in ihre Augen, vertrieb den angsgeweiteten Ausdruck von dort, welcher noch bis vor kurzem in diesen gewütet hatte.
Die Neuangekommene wurde überschwänglich von Malah begrüßt.
Fast hätte Iridor es geschafft sich dank dieser Ablenkung aufzusetzen. Aber eben nur fast.
Nachdem Malah wieder Herrin der Lage war, trat Sie etwas beiseite und ließ Anya vortreten. Diese hatte ein Bündel im Arm, länglich, in ölene Tücher gewickelt.
Scheu boten ihre ausgestreckten Arme dies Iridor dar, während ihre Lippen ein gehauchtes „Danke“ vernehmen ließen.
Schwer wog die Last in Iridors Hand, doch seltsam vertraut. Verblüfft starrte er auf die Türe, die sich knarrend in ihren Angeln wiegte. Anya war hinausgehastet.
„Was hat Sie denn“ fragte er Malah.
Mit einem leichten Lächeln gab Malah im Antwort. „Anya war von jeher etwas scheu, verzeih ihr bitte, Sie meint es nicht böse.
Schau dir lieber dein Geschenk an. Manch einer würde vieles dafür geben so etwas zu erhalten.“
Behutsam entfernte Iridor die Öltücher und entdeckte zur Freude, so auch hoher Verwunderung das vertraute Winden zweier Schlangen in Stahl.
„Malah was soll das, dies ist mein Schwert. Ein Geschenk ? Das verstehe ich nicht.“
„Sieh genau hin du junger Narr“, erwiderte die alte Frau glucksend. „In der Klinge, dort unten am Heft“

Iridor drehte die Klinge in seiner Hand, und seine Augen weiteten sich.
Dicht oberhalb des Heftes, am Übergang der Parierstange zur Fehlschärfe, prangte in schimmernden Lettern sein Name Iridor. Kaum Daumengroß.
Der Schriftzug schien aus dem Inneren der Klinge heraus zu leuchten, als wenn der Name von innen in die Waffe eingebracht worden wäre. Kein Kratzer verunzierte die Oberfläche des Eisen, kein Schmied hatte hier Hand angelegt.
„Wie….“ entfuhr es Iridor.

„Wir wissen es alle nicht genau“, setzte Malah zu erklären an, „Anya hat die besondere Gabe Eisen verändern zu können. Wenige große Krieger haben bereits ein Schwert oder eine andere große Waffe von ihr erhalten. Leider dauert so etwas sehr, sehr lange, darum gibt es nur wenige Waffen dieserart. Namen haben diese Waffen alle erhalten von Anya.
Doch dies hier ist einzigartig. Noch nie hat Anya so lange gebraucht um einen kleinen Schriftzug zu bilden. Und noch nie bei einer Waffe die nicht von ihr hergestellt wurde. Es ist ihre Art Euch danke zu sagen. Seid stolz hierauf junger Herr. Ich wäre es.
Noch lange betrachtete Iridor versonnen seinen Namenszug. Sein Name, auf ewig verbunden mit dem Tanz der Schlangen.
„Warte nur du Krämerseele, deine Zeit verläuft sich im Sand.“

Eine geschlagene Woche später warf Iridor einen Blick zurück. Harrogath schmiegte sich wie gemeißelt in die abendliche Berglandschaft. Schwer war ihnen allen der Abschied geworden. Larzuk wollte gar mitkommen, doch Iridor konnte dem Schmied dies ausreden. Er allein musste den Händler und seinen Barbaren suchen gehen.
Die Hallen von Vaught.
 
Bin schon gespannt wie sich unser Held durch die Hallen von Vaught kämpft, und der fight mit Nihlatak und Hasrah wird sicher auch nicht ohne. Freu mich schon auf die nächste fortsetzung!

P.s.: :cry: ich bin wieder ein Blöder Fallen! :(
 
Chapter Thirty-five

Schwer atmend durchmaß Iridor den Durchgang zu den Hallen von Vaught.
Muskeln und Glieder schmerzten, sandten ihre Weh tief in Iridors Bewusstsein. Ein gutes Dutzend kleinerer Schnitte, leicht blutend, bedeckte seine Hände, eine Feindesklinge nur hatte den Weg in sein ungeschütztes Gesicht gefunden.
Mit Mühe war es ihm gelungen schlimmeres zu verhindern. Der Träger der anderen Waffe lag jetzt verdreht und zerstückelt hinter ihm, inmitten ungezählter anderer.
Iridor befand sich nahe des Wahn, so grausam waren die Taten welche er auf dem Weg durch die oberen Hallen hatte führen müssen. Den größten Anteil der feindlichen Massen hatten Auferstandene gebildet. Zombies, wurden sie im Wort des gemeinen Volk genannt. Iridor hatte Arme abgeschlagen, Beine zertrümmert, doch diese Dinger ließen nicht locker. Einer war ihm sogar auf Händen hinterher gekrochen, gleichwohl er diesem mit seinem Schwert gänzlich den Unterleib abgetrennt hatte. Ab der
Hälfte des Weges hatte Iridor dann den richtigen Weg gefunden mit diesen Greueln fertig zu werden.
Mehr aus Zufall denn aus Besonnenheit heraus. Ein ganz besonders großer Untoter, gut zwei Köpfe größer als er selbst, war mit einer riesigen Schlachteraxt in den Händen auf ihn zugewankt. Die Haut der Kreatur hatte sich bläulich verfärbt, und ihr stinkender Atem hieß Verwesung nach ihm greifen. Kurz hatten die beiden miteinander gefochten, die Leiche war zwar langsam, aber dennoch geschickt im Umgang und der Handhabung ihrer Waffe.
Kurz, ganz kurz nur, nahte sich Verzweifelung Iridors Denken. In einem Wutschrei, seine gesamte Angst herausbrüllend, hatte Iridor sein Schwert erhoben, weit ausgeholt und der Bestie den Kopf von den Schultern geschlagen. Selbiger hüpfte über den Boden wie ein aufgeblasener Schafsdarm, so einer wie ihn die Kinder zum Spielen benutzten. Vor Iridors Füßen kam dieser zum liegen. Das untote Gesicht ihm zugewandt.
Iridor mochte es kaum glauben, aber die Augen in dem verwesten Gesicht funkelten ihn weiterhin an. Der Mund öffnete und schloß sich, klackend, als die Zähne versuchten ihn zu beißen.
Der kopflose Torso indes, kurz wankend, fiel er in sich zusammen, das furchtbare Schlachterwerkzeug klimperte singend und scheppernd über den Stein und wurde zu einem nutzlosen Gegenstand.
Der Kopf jedoch…
Iridor zerschlug den immer noch sich bewegenden Schädel in Stücke. Schlug immer wieder und wieder in die hässliche Fratze, solange bis nichts mehr an einen Schädel erinnern mochte, egal wie lange man danach suchte.
Ab diesem Moment suchte seine Klinge förmlich nach Hälsen. Abgetrennte Köpfe flogen zu Hauf in den Schmutz. Manche schon mit dem ersten Schlag furchtbar zerstümmelt, wenn sein Hieb nicht sauber getroffen hatte. Einmal hatte sein Hieb einen schrägen Winkel erhalten beim Schlag. Von links oben nach rechts unten traf der Schlag das Vieh. Tief drang die Klinge in die rechte Schulterpartie ein, verfing sich im Knochen und stak für kurze Zeit fest. Während Iridor heftigst am Heft zog, beobachtete er ungläubig wie der obere Teil des Schädels langsam, ganz langsam herabrutschte, so als ob er seinen Halt verloren hätte. Graues, vermodertes und stinkendes Hirngewebe wurde sichtbar, troff über die Schnittkanten und besudelte den Untoten noch mehr. Mit einem hohlen *Plong* war der abgeschlagene Teil des Schädel auf dem Fels aufgeschlagen und im selben Moment bekam Iridor sein Schwert frei. Sich übergebend trat er einige Schritt zurück, hatte sich an die Mauer gelehnt und verzweifelt über andere Wege nachgesonnen. Dort, wo es keine anderen Wege gab.
Wie ein Henker hatte sich sein Weg durch die oberen Hallen gebahnt, köpfend und stückelnd.

Jetzt hieß es also nur noch den Krämer und seinen niederen Bediensteten ausfindig zu machen.
Iridor schaute sich um, ging ein paar Schritte um das leichte Zittern aus seinen Beinen zu vertreiben.
Er war aus einem steinernen Viereck herausgetreten, dieses wiederum umgaben gemauerte Wände, gerade und in ungefähr zehn Schritten Abstand. In jede dieser vier Seiten führte ein Durchgang. Und nichts, aber auch gar nichts verhieß etwas über deren Inhalt oder was dort auf ihn warten mochte. Selbst dann nicht als Iridor seine Ohren spitzte um etwas zu erlauschen. Tödliche Ruhe fand sich allerorten, nichts ließ auf Bewegung vermuten.
Am liebsten wäre Iridor umgedreht, hätte eine seiner magischen Pergamente benutzt um sofortigst nach Harrogath zu gelangen. Ihm stand der Sinn nach Unmengen von Wein. Vielleicht mochte dieser die schrecklichen Bilder vertreiben welche sich in seinen Verstand gegrabene hatten.
Doch die magischen Rollen wurden langsam rar, lieber hob Iridor diese für gefährliche Situationen auf. Und der Weg zurück führte durch ungezählte abstrakte Tote, welche sein Auge lieber nicht mehr erblicken mochten.
Außerdem, so rief Iridor sich selbst in Erinnerung, war er hier um diesem heimtückischen Nilatahk den Garaus zu machen.
„Also rein da“, und sein Schritt durchmaß die erste Türe vor ihm.

Das erste Viech sprang ihm förmlich auf die Klinge. Mit einem hellen Kreischen, wild erhobenen Ärmchen hüpfte es mit grotesken Bewegungen auf Iridor zu. Halb so groß wie er selbst, dafür jedoch doppelt so breit. Grün geschuppt war die Haut, das Gesicht ähnelte dem einer Echse, nur das es platt war. Auf dem Kopf mochte das Ding einen Hut haben, oder es war eine natürliche Abstraktion desselben. Aus einem Reflex heraus senkte sein Arm das Schwert und das Ding verendete kreischend, aufgespießt auf einer Lage besten Stahls.
Mit einem schmatzenden Geräusch löste sich die Klinge aus dem Toten.
Und von vorn stürmten sechs weitere der kleinen Dinger auf ihn zu, mit erhobenen Säbelchen, welche trotz ihrer kleinen Bauweise durchaus scharf und tödliche zu sein schienen.
Iridor wehrte sich aufs heftigste gegen den Ansturm. Seine Klinge bildete einen flirrenden Schutzwall gegen den Stahl der Säbel. Fleisch und Knochen wurden zerhackt, schrille Schmerzensschreie füllten die Luft.
Einer der Gruppe schaffte es mit einem hinterhältigen Hieb seine Kettenhemd zu zertrennen. Die Schwertschneide grub sich nicht tief, doch über eine halbe Armeslänge in sein Fleisch. Blut tränkte das weiche Leder und ließ den Arm schwer und glitschig werden.
Wütend erschlug Iridor das Vieh mit einem mächtigen Rückhandschlag. Zur Hälfte gespalten fiel der leblose Körper zu Boden.
Halb wartete Iridor darauf dass die Wesen sich wieder erhoben, doch diese blieben, einmal tot, für immer tot.
Daraus schöpfte er neue Hoffnung und befreite sich mit einer mächtigen Serie von Hieben und Stichen von seinen Peinigern.
Endlich konnte Iridor seine Umgebung betrachten. Er hatte einen mittelgroßen Raum betreten. Vor ihm befand sich ein rechteckig scheinender Steinquader, bis zur Decke gereichend. Rechter und linker Hand führte jeweils ein Weg daran vorbei. Zwei Sarkophage zierten die Halle. Doch wollte Iridor lieber nicht in diesen nachforschen. Für heute hatte er genug der wiedererwachenden Toten.
Links lief Iridor vorsichtig an dem Quader vorbei, jederzeit auf neues Böses gefasst.
Doch nur einen großen Saal fand er leer vor. In seiner Mitte befand sich eine sockelähnliche Erhebung, so als wenn hier ein Altar hingehöre. Jedoch konnte sein Auge keinerlei Vorrichtung erkennen welche dies erfüllen mochte.
„Dann also in den nächsten Raum..“ murmelte Iridor grimmig. „Versteck dich nur du Feigling, ich finde dich dennoch.“

Iridor nahm den nächsten Gang, darauf gefasst sofort angegriffen zu werden.
Derart vorbereitet hatte der nächste Gegner keine Chance. Iridors Klinge bohrte sich tief in dessen Bauch, eine rasche Drehung des Handgelenkes und dessen Eingeweide wurden entzweigerissen. Ein rascher Ruck befreite das Schwert und durch die klaffende Bauchwunde flossen dessen Innereien hervor, wickelten sich um die kurzen Beine und brachten ihn so zu Fall. Ein brutaler Schlag mit dem Schwert beendete das Winden der Kreatur in seinen eigenen Gedärmen.

Die Räume schienen den ersten gleich. Ein steinerner Quader teilte die Mitte, rechts und links lief ein Gang vorbei.
Eben wollte Iridor den Gefallenen umrunden, als dieser mit einem schallenden *Wummm…* explodierte.
„Malah hatte recht“ dachte Iridor zusammenhanglos, dann trieb ihn die Wucht der Explosion an die gegenüberliegende Wand. Schwer schlug er gegen den Fels, krachte mit dem Kopf dagegen und spürte ein Klingeln in den Ohren wie er es noch nie gehört hatte.
Zappelnd versuchte Iridor sich wieder aufzurichten, glitt einige Male aus, als loses Geröll unter seinen Haltsuchenden Füßen wegglitt. Leicht taumelnd stand er endlich da, halb an den Fels gelehnt, sein Schwert zitternd vor Überraschung vorgereckt, auf Feinde lauernd. Doch keiner mehr näherte sich.
Überall um die Ursache der Explosion herum klebten dessen blutende Überreste an den Wänden, verteilten sich auf dem Boden und ließen diesen zur tückischen Falle werden.
Direkt neben Iridor an der Wand klebte etwas, das durchaus einmal ein Auge gewesen sein mochte.
Aufgrund des bereits leeren Magen, würgte sich Iridor nur noch bittere Galle empor.

„Also waren die Geschichten doch war, hier unten explodieren Lebewesen.“
Iridor schüttelte die letzten Reste Benommenheit ab. Blut lief ihm aus einem Schnitt an der Stirn herunter. Als er gegen die Wand geschlagen war, musste er sich diese Wunde zugezogen haben.
Mit dem Ärmel wischte er sich das Blut aus dem Gesicht. „Ich muß furchtbar aussehen“ dachte Iridor, „so wie ich mich fühle“

Jetzt erst bemerkte Iridor das heisere Kichern. Aus den hinteren Teilen der Gewölbe schien es zu kommen, hinter dem Quader verborgen. Völliger Irrsinn klang daraus hervor.

Vorsichtig, die letzte Benommenheit abschüttelnd, schlich Iridor auf leisen Sohlen vorwärts, versuchte nicht in die glitschigen Überreste des Gnom zu treten.
Langsam schlich er durch den rechten der beiden Gänge. Das Lachen und Kichern wurde lauter, noch wahnsinniger.
Und dann erklang die grelle Stimme Nilatahks, wurde von den Wänden zurückgeworfen und brach sich hallend an den Felsen.

„Du brauchst dich nicht zu verstecken kleiner Held, nein nein nein. Hihihii….
Komm nur hervor und sieh was ich für dich habe, na komm …, komm nur.“ Lockend erreichten diese Worte Iridors Ohr.
Mit einem riesigen Schritte, auf alles gefasst trat Iridor hinter der letzten Ecke hervor. Doch niemals hätte er mit dem gerechnet was er zu sehen bekam.
Nilatahk stand mit dem Gesicht zu ihm, seinen Körper zu dem von Hasrah gerichtet. Die beiden standen auf einer Abbildung des Sockels, welchen Iridor in der anderen Halle bereits ersehen hatte.
Nilatahks Gesicht zeigte einen Ausdruck des totalen Irrsinns, doch war dies nicht, was sein Herz gefrieren ließ.
Der Anblick der größeren der beiden Gestalten was es der das Blut gefrieren ließ.
Hasrah ragte über dem schmächtigen Händler hinaus. Doch wo einst Bosheit sich durch die Züge blicken gelassen hatte, blickten nun zwei leere Augenhöhlen aus einem eingefallenen Gesicht. Graue Haut umspannte den nun rasierten Schädel. Und aus seiner riesigen Brust ragte der Griff eines Juwelenbesetzten Dolches.
Und doch stand der Riese auf beiden Beinen. Und die beiden zusammen standen inmitten eines Meeres von Kadavern. Mehrere Rassen teilten sich den Schmutz des Bodens, um einträchtig in den unwürdigsten Haltungen zum Tode zu sein.
Ein beißender Verwesungsgestank krönte die bizarre Vorstellung.
Nilatahk schrie ihn an.

„Denkst du ernsthaft DU könntest gegen den Diener der hohen Fürsten bestehen. Ich werde Dir zeigen was Schmerzen sind du HELD.“ Der kleine Krämer geiferte vor Zorn, seine dünne Stimme bebte und kreischte. „Sieh dir den großen Barbaren an. Ab jetzt wird er mir ohne Widerworte dienen. TÖTE IHN….“

Mit diesen Worten stieß Nilatahk den Blinden in Iridors Richtung.
Hasrah bewegte sich ruckend, der Schädel mit den zerstörten Augen suchte nach dem Feind, und so als ob er Witterung genommen hätte, streckten sich seine Arme vor und er schritt mit großen Sätzen auf Iridor zu. In den Händen das größte Schwert das Iridor je gesehen hatte. Eine Klinge, fast Mannshoch, breit wie sein Oberschenkel. Der Stahl schwarz wie die Nacht.

Stöhnend wich Iridor zurück, nur bis in den Durchgang zwischen Fels und Quader. Mochte Hasrah sein riesiges Schwert dort zu schwingen finden.
Der Hüne tat ihm leid. Er hätte ihm doch den Kopf abschlagen sollen. So ein Ende hatte niemand verdient.
Doch jetzt drang Hasrah auf ihn ein. Das riesige Schwert wuchtete in mächtigen Schlägen auf seine Deckung hernieder. Der Schmerz drang durch die abwehrende Klinge bis in seine Schultern hindurch. Hasrahs Kräfte mussten sich noch erhöht haben.
„Lange halte ich das nicht durch“, dachte Iridor, „Ich muß versuchen diesen Kampf schnell zu beenden.“
Iridor mobilisierte alle Reserven seines Körpers, links rechts links, prasselten seine Hiebe auf den Untoten ein. Tief schnitt die Klinge mit jedem Schlag in das Fleisch. Doch der Riese reagierte nicht. Kein Schnitt schien diesen zu schmerzen. Ganz anders als Iridor selbst. Nur mit Mühe entkam er einige Male dem herabsausenden schwarzen Schwert, einmal glitt die Klinge an seinem Kettenpanzer ab, konnte diesen nicht durchtrennen, aber die Wucht des Hiebes brach zumindest eine Rippe.
Wild drang er weiter auf Hasrah ein. Und durchschlug endlich mit einem wuchtigen Hieb die Deckung, tief drang seine Klinge in den Oberarm, dicht unterhalb der Schulter. Der Arm baumelte nutzlos herab nu noch durch einige Sehnen am Körper gehalten. Das schwarze Schwert entfiel der Hand, doch sofort bückte Hasrah sich um die Klinge aufzuheben. Ein weiterer Hieb Iridors trennte den zweiten Arm vom Körper, dieser jetzt komplett durchgeschlagen.
Doch .., nein. Iridors Augen weiteten sich vor Entsetzen. Das abgeschlagene Glied bemühte sich weiter den Griff des Schwertes zu erreichen. Wild zappelte der Arm, die Finger zuckten und suchten.
Mit einem wilden Aufschrei „NEIIIIN…“ warf Iridor seine Arme nach hinten, holte Schwung und trennte dem Riesen den Kopf von den Schultern. Selbiger kullerte mit einem hohlen Geräusch auf dem Boden herum.
Doch der Körper wollte nicht fallen. Der Arm suchte weiter mach dem Schwert. Und erst der Kopf. Hasrahs tote Züge, sein toter Mund. Es schien als suchten die Zähne ihr Opfer, wollten sich darin verbeißen.
Iridor hackte weiter auf den Toten ein. Und dieser suchte weiter nach seinem Schwert. Iridor trat den Arm beiseite, weh von der Klinge, doch der Arm krallte sich in den Felsen und suchte sich zurück zu bringen zum Schwert.
Wie besessen hackte Iridor auf den Windenden ein. Und immer mehr einzelne kleine Stücke von Hasrah wurden es, die sich bemühten wieder zueinander zu finden.

Und mit einem Mal kam Iridor der rettende Gedanke. Seine Hände ließen sein eigenes Schwert los, mit einem Satz war er inmitten der vielen einzelnen Körperteile, gierig griffen die beiden Arme nach ihm, der Mund klackte als der Kopf seinen Fuß erwischte, Hasrah verbiß sich in seinem Knöchel.
Doch Iridor ignorierte den Schmerz, biß sich auf die Zähne und umklammerte mit beiden Händen das Heft des Dolches welcher aus Hasrahs Brust ragte.
„Niiiichttttttttt…“ erklang Nilatahks Stimme gellend in seinen Ohren, doch Iridor ließ nicht locker. Mit einem Ruck riß er die Klinge aus des Toten Fleisch. Glitschiges Blut quoll aus der Wunde, fauligen Gestank verbreitend.
Und Hasrah war endgültig tot. Nichts bewegte sich mehr, der Kopf hatte den Mund geschlossen und rührte sich nicht mehr.

„Du wirst jetzt endlich sterben du Ratte“ brüllte ihm Nilatahk entgegen. Seine dürren Arme woben Zeichen in die Luft, und direkt vor Iridor explodierte eine der unzähligen Leichname. Die Kraft warf ihn um wie einen Strohhalm. In Todesangst rappelte Iridor sich auf die Knie, sah wie der irre Händler erneut mit den Händen gestierte.
In einer blitzschnellen Bewegung holte Iridor aus und warf. Mitten in der Bewegung erstarrte Der Krämer. Ein dünnes Rinnsal frischen Blutes quoll aus seiner Stirn hervor, dort wo die Klinge des Dolches tief in sein Gehirn gedrungen war.
Mit einem harmlosen Aufschlag endeten die Gewalt und die Träume des Krämers. Nichts Ruhmreiches war an Nilatahks letztem Auftritt.
„Ich will hier weg…“, presste Iridor zwischen seinen Zähnen hervor.
Seine zitternden Finger fischten eine der magischen Rollen hervor, warfen sie in die Luft vor ihm. WUPP.., der Weg war so einfach.
„Welch ein Wahnsinn“ sprach Iridor die Toten an. „Welch ein Wahnsinn“

Und ließ sich erschöpft durch das Portal fallen.
 
Zeruel84 schrieb:
Bin schon gespannt wie sich unser Held durch die Hallen von Vaught kämpft, und der fight mit Nihlatak und Hasrah wird sicher auch nicht ohne. Freu mich schon auf die nächste fortsetzung!

P.s.: :cry: ich bin wieder ein Blöder Fallen! :(

Hi Zeru, ein Becher Met gefällig ?
Die Hallen von Vaught kennst du ja jetzt :D

*Wieso wieder ein Fallen* ?
 
Danke für den Met *indierundeprost*

Geschieht den beiden recht. Ich kann nihlatak und seine Kadaverexplosionen auch nicht leiden. :D

Warum schon wieder fallen?
Weil ich es nach elends langer zeit endlich geschafft habe zombie zu werden und dann hab ich nach der letzten Sauftour anscheinend irgendwo rumgespammt und gleich :autsch: vom :mod: bekommen. :D
 
Es beginnt ein leichtes Zucken in meine Finger einzukehren.
Der unleugbare Drang meiner Fingerspitzen zur Tastatur breitet sich aus.
Szenenbilder beginnen mit ihrer Entstehung in meinem Geist.

Ich denke es wird Zeit das letzte Drittel meiner Geschichte anzugehen.

Tom.
 
Na hat ja lange genug gedauert bis man wieder mal was von die hört (bzw. liest)! :no:

Also dann lass mal die Bilder aus deinem Kopf über deine Finger in die Tastatur fließen. Und zwar etwas Zackig wenn ich bitten darf!!! :D

Will endlich :read: wies weiter geht.
 
Na, dann schüre ich mal mein Lagerfeuer und Hoffnung, setz mich geduldig hin und warte... :D
 
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